Meinung

Kombofeuerwerk: Warum ich "Rage 2" unterschätzt habe

Durchgeknallt: "Rage 2" hat Potential.
Durchgeknallt: "Rage 2" hat Potential. (©Bethesda 2018)

Der erste Teil von "Rage" ging trotz relativ guter Kritiken komplett an mir vorbei. Auf der Gamescom 2018 hatte ich die Chance den Nachfolger "Rage 2" anzuspielen und war äußerst überrascht. Erwartet hatte ich einen 0815-Shooter in einem "Mad Max"-Setting. Was ich zu sehen bekam, war eine echte Überraschung.

Zunächst wurde ich von Bethesda mit einem sechsminütigen Trailer auf "Rage 2" eingestimmt. Danach ging es schon direkt in die Demo. Zu Beginn durfte ich mich darin mit der Steuerung vertraut machen – der Fokus lag hier auf den zusätzlichen Fähigkeiten meines Charakters. Durch seine Adern fließt nämlich Nanotechnologie, welche ihm den Einsatz von coolen Fähigkeiten namens "Nanotrites" ermöglicht.

Nanotrites geben "Rage 2" den gewissen Kick

Als Basisfähigkeit dient ein Dash, also einen schneller Ansturm auf die Gegner. Der Cooldown ist recht kurz und die Fähigkeit eignet sich deshalb hervorragend, um die Distanz zum Feind zu verkürzen oder einem Kugelhagel zu entgehen. Danach darf ich die Fähigkeit Shatter ausprobieren, die sehr an die Macht aus "Star Wars" erinnert: Mit Shatter kann ich Feinde durch die Luft werfen, wodurch sie manchmal auch ihre Panzerung verlieren.

In der Gamescom-Demo war nur ein Gegnertyp zu sehen. (© 2018 Bethesda)

Schließlich ist da noch die Fähigkeit Slam, die ihrem Namen alle Ehre macht: Bei ihrem Einsatz springe ich in die Luft, das Spiel schaltet kurz in den Zeitlupen-Effekt, bei dem ich mich ein wenig wie Neo aus "Matrix" fühle, und am höchsten Punkt der Sprungs rausche ich blitzschnell zu Boden, was zu einer Druckwelle führt, die Feinde kurzzeitig umwirft und kampfunfähig macht.

Achja, ich habe auch noch eine ultimative Fähigkeit namens Overdrive zur Verfügung. Diese versetzt mich kurzeitig in eine Art Drogenrausch, meine Sicht wird knallbunt, alles läuft kurzzeitig in Zeitlupe, meine Waffen erhalten einen dicken Damage-Boost und meine Regeneration ist beschleunigt. Ein echter Lifesaver, wie sich später herausstellen wird.

Kombos: Der Schlüssel zum Erfolg

Ohne viel Infos werde ich dann direkt ins Spiel geworfen. Ich finde mich in der apokalyptischen Einöde von "Rage 2" wieder.

Auch Fahrzeugkampf kommt in "Rage 2" natürlich nicht zu kurz. (© 2018 Bethesda)

Vor mir lauert ein Mob Goons. Goons stellen den Gegnertyp dar, auf den Du im späteren Spiel hauptsächlich treffen wirst. In der Demo durfte ich mich ausschließlich mit diesen Jungs und Mädels im "Mad Max"-Look auseinandersetzen - perfektes Kanonenfutter.

Als Einsteiger starte ich dennoch erst einmal langsam ins Spiel: Ich besitze zunächst nur ein Sturmgewehr und schalte damit drei Goons mit kontrollierten Feuerstößen aus. Langweilig, aber effektiv. Das Spiel gibt mir aber schnell zu verstehen, dass es so nicht gespielt werden möchte: Als der erste größere Mob auftaucht, gebe ich direkt den Löffel ab. Zeit also, einen Gang höher zu schalten.

Ich stehe auf einem Container, unter mir eine Gruppe Goons. Zeit den Slam am lebenden Objekt auszuprobieren – ich steige in die Luft und schmettere auf den Boden nieder. Vier der Ödland-Punks werden durch die Luft geschleudert und liegen benommen auf dem Boden. Jetzt muss ich nur doch die Kills abfarmen. Meine Killstreak wächst und ich darf daraufhin Overdrive benutzen. Diesen Bonus hebe ich mir dann aber lieber für mehr Gegner auf.

Adrenalin in Überdosis: Overdrive

Langsam komme ich richtig gut ins Spiel. Das Game möchte ganz offensichtlich nicht taktisch gespielt werden, ich soll total ausrasten und Kombofeuerwerke entfachen. Nach kleineren Scharmützeln erreiche ich ein Areal namens Space Station, hier finde ich die Shotgun – Zeit richtig auszurasten: Eine Horde Gegner stürmt auf mich zu. Mit einem gezielten Dash und einer Ladung Schrot erwidere ich die Begrüßung.

Wie sich herausstellt, sind diese Feinde aber gepanzert und nicht gerade zimperlich. Zeit für Overdrive: Erstmal den gepanzerten Gegner gegen die Wand werfen und direkt eine Ladung Schrott hinterher, danach mit einer Granate die Gegnergruppe zersprengen. Die Feinde, die wieder aufstehen, blase ich in Sekunden weg. Nicht nur mein Charakter ist im Rausch, das Adrenalin schießt jetzt auch durch meinen Körper. Kompliment an die Entwickler, den Rausch aus dem Spiel auf den Spieler zu übertragen gelingt.

Ein bisschen Chaos kann ich noch anrichten und dann ist die Demo leider schon vorbei: "Rage 2" hat mich wirklich positiv überrascht. Trotz weniger Waffen und nur einem Gegnertyp hat mir das Spiel bisher richtig Laune und Lust auf mehr gemacht.

Bedenkenlose Empfehlung für "Doom"- und "Bulletstorm"-Veteranen

"Rage 2" erfindet das Rad nicht neu. Das schnelle und Kombo-fokussierte Gameplay ist schon aus Spielen wie "Doom 2016" und "Bulletstorm" bekannt. Spielgeschwindigkeit und Waffen fühlen sich fast eins zu eins an wie in "Doom" und die Fähigkeit Overdrive erinnert stark an das Beserker-Powerup. Wer zudem schon einmal "Bulletstorm" gespielt hat, dem wird die Kombinierbarkeit der Fähigkeiten und Waffen auch gut von der Hand gehen.

"Rage 2" setzt vor allem auf Chaos und Zerstörung. (© 2018 Bethesda)

"Rage 2" bringt trotzdem frischen Wind ins Shooter-Genre. Spieler, die mal eine Pause von all zu taktischen Shootern brauchen und einfach total durchdrehen wollen, dürfen sich auf jeden Fall auf den Release des Spiels, voraussichtlich im Juni 2019, freuen.

Das hat mir gefallen Das hat mir nicht so gut gefallen
Präzise Steuerung Möglicherweise zu geringe Gegnervielfalt
Schnelles Spielkonzept Hohes Tempo könnte auf Dauer ermüdend sein
"Arcadiges" Spielgefühl Story scheint keine allzu große Rolle zu spielen
Interessantes Setting Wenig echte Innovation
Überschaubare Fähigkeiten mit vielen Kombinationsmöglichkeiten
Süchtig machender Overdrive

 

Artikel-Themen
close
Bitte Suchbegriff eingeben