Test

Logitech G903 und G703 im Test: Kabellose Powerplay-Mäuse

Die Logitech G703 und G903 sind die ersten PowerPlay-kompatiblen Mäuse mit Wireless Charging.
Die Logitech G703 und G903 sind die ersten PowerPlay-kompatiblen Mäuse mit Wireless Charging. (©TURN ON 2017)

Nach unserem Kurztest des Logitech G Powerplay haben wir uns die zugehörigen Gaming-Mäuse G903 und G703 zusammen mit dem Wireless-Charging-Mauspad noch einmal näher angesehen. Wie schlägt sich die neue Technologie im Vergleich zu kabelgebundenen Mäusen?

Design: Standard versus futuristisch

Von der High-End-Technik im Inneren abgesehen, kommt die Gaming-Maus Logitech G703 altbekannt daher. Das liegt daran, dass sie genauso aussieht wie die Logitech G403. Auch diese Maus funktioniert kabellos und bietet mit dem Pixart PMW 3366 denselben Sensor mit einer Auflösung von 12000 DPI, der auch in der G903 steckt. Die G903 übernimmt ihrerseits größtenteils das Design der Wireless-Maus Logitech G900 Chaos Spectrum.

 Die Logitech G703 (links) und G903 (rechts) unterscheiden sich äußerlich kaum von ihren Vorgängern G403 und G900 Chaos Spectrum. fullscreen
Die Logitech G703 (links) und G903 (rechts) unterscheiden sich äußerlich kaum von ihren Vorgängern G403 und G900 Chaos Spectrum. (©TURN ON 2017)

Die G703 orientiert sich wie die Vorgängerin am altbekannten Logitech-Design, das recht unaufgeregt daherkommt. Nur die RGB-Beleuchtung des "G"-Logos auf der Vorderseite sowie des Mausrads fallen auf. Bei der G903 sind derweil das Logo sowie eine Anzeige unter den DPI-Buttons beleuchtet, welche den Ladestand anzeigt. Darüber ist ein Button für die Konfiguration des Scrollrads angebracht, wobei die G703 nur einen DPI-Button oben bietet.

 Die G903 hat eine RGB-beleuchtete Ladestandsanzeige an Bord. fullscreen
Die G903 hat eine RGB-beleuchtete Ladestandsanzeige an Bord. (©TURN ON 2017)

Bei beiden Mäusen lässt sich ein 10-Gramm-Gewicht in der Unterseite einfügen – oder der "PowerCore" für die Verwendung mit dem PowerPlay-Mauspad, bei dem ein PowerCore mitgeliefert wird. Nur bei der G903 können die Buttons an den Seiten durch andere mitgelieferte Buttons getauscht werden. Die G903 bietet also mehr Features und fühlt sich wertiger an, aber beide Mäuse sind gut verarbeitet.

Fazit: Beide Mäuse sind gut designt und solide verarbeitet, aber die G903 ist noch hochwertiger, sieht futuristischer aus und bietet mehr Features, was einen höheren Preis rechtfertigt.

PowerPlay: Niemals aufladen

 Logitech hat den Funksensor oben links am Mauspad angebracht. fullscreen
Logitech hat den Funksensor oben links am Mauspad angebracht. (©TURN ON 2017)

Die Logitech G703 und G903 unterstützen als erste und bislang einzige Gaming-Mäuse das PowerPlay-Mauspad. Dieses beherbergt eine neue Technologie: Die Mäuse werden kabellos aufgeladen, wenn sie einfach nur auf dem Mauspad liegen. Man muss sie also weder via USB-Kabel aufladen noch sie in eine Ladeschale stecken. Nur das Powerplay-Mauspad wird via USB am PC angeschlossen. Falls man es an einem aktiven Port angeschlossen lässt, müssen die Mäuse niemals eigenhändig aufgeladen werden. Auf dem Pad dauert das Aufladen zwar viel länger als via USB, aber die Mäuse werden beim Spielen nicht leer und insofern macht das im Grunde nichts.

 Bei der G903 kann man die seitlichen Maustasten austauschen, zum Laden lässt man die Maus einfach auf dem aktiven Pad liegen. fullscreen
Bei der G903 kann man die seitlichen Maustasten austauschen, zum Laden lässt man die Maus einfach auf dem aktiven Pad liegen. (©TURN ON 2017)

Der Funkempfänger ist über dem Mauspad angebracht, benötigt also keine weitere USB-Verbindung. Das PowerPlay-Mauspad ist aber keine Pflicht, man kann die Mäuse auch via USB-Kabel nutzen oder mit einem USB-Funkempfänger mit dem PC verbinden. Nur in letzterem Fall müssten die Mäuse gelegentlich mit dem Kabel aufgeladen werden.

Fazit: PowerPlay ist eine nützliche neue Technologie – und wahrscheinlich die Zukunft.

Ergonomie: Je nach Handgröße

 Welche Maus handlicher ist, hängt nicht zuletzt von der Hand ab. fullscreen
Welche Maus handlicher ist, hängt nicht zuletzt von der Hand ab. (©TURN ON 2017)

Beide Mäuse beruhen auf bewährten, ergonomischen Designs, mit dem viele Gamer glücklich geworden sind. Es hängt letztlich auch von der eigenen Hand ab, insbesondere von der Größe der Handinnenseite und der Finger, ob sich eine Maus angenehm anfühlt. Falls sie das nicht tut, verkrampfen sich nach einer Weile diee Hände. Daher sollte man am besten die Mäuse im örtlichen Elektronikmarkt testen.

Ich selbst habe recht große Hände und empfinde daher die G903 als angenehmer als die G703, die eher für mittlere Hände geeignet ist. Allerdings liegt die Roccat Kone EMP noch besser in meiner rechten Hand, wobei diese Maus übrigens bald in Form der Roccat Kone Aimo mit einer neuen RGB-Beleuchtung einen Nachfolger erhält.

Fazit: Beide Mäuse sind ergonomisch konstruiert und liegen gut in der Hand. Welche Maus für die jeweilige Handgröße am besten geeignet ist, sollte man selbst testen.

RGB-Beleuchtung und Software: Es blinkt

 Die RGB-Beleuchtung ist einwandfrei gelungen. fullscreen
Die RGB-Beleuchtung ist einwandfrei gelungen. (©TURN ON 2017)

Mit der Logitech Gaming Software kann man die Tasten der Mäuse programmieren und Profile speichern, die Empfindlichkeitsstufen konfigurieren, ein gut funktionierendes Oberflächentuning vornehmen, also eine Anpassung der Mäuse an die jeweilige Oberfläche, sowie die Beleuchtung einstellen. Hier gibt es einen Kritikpunkt, wobei sich dieser via Software-Update beheben ließe: Man kann nur zwischen einer dauerhaft leuchtenden Farbe oder den Effekten "Farbzyklus" und "Atemeffekt" wählen.

 Die Logitech Gaming Software bietet viele Funktionen, aber bei den Beleuchtungseffekten wurde gespart. fullscreen
Die Logitech Gaming Software bietet viele Funktionen, aber bei den Beleuchtungseffekten wurde gespart. (©TURN ON 2017)

Bei der Konkurrenz von Roccat und Razer sind noch mehr Beleuchtungseffekte im Angebot. Immerhin lassen sich Helligkeit und Geschwindigkeit des jeweiligen Effekts regulieren. Man kann die Beleuchtung der Maus und des PowerPlay-Mauspads auch synchronisieren, damit sie zueinanderpassen. Die Mausbeleuchtung selbst ist bei beiden Geräten sehr gut gelungen: Akkurate Farben, die hell und konstrastreich leuchten – etwa im Gegensatz zur Beleuchtung der Roccat Kone EMP.

Fazit: Bis auf die mäßige Leuchteffektauswahl wissen die Mausbeleuchtung und die Logitech-Software zu überzeugen.

Präzision und Latenz: Am Rande der Perfektion

 Mauseingaben werden verzögerungsfrei umgesetzt. fullscreen
Mauseingaben werden verzögerungsfrei umgesetzt. (©TURN ON 2017)

Wenn eine Maus keine Latenz hat, dann werden die Mauseingaben unmittelbar vom PC umgesetzt und entsprechen der Anzeige auf dem Bildschirm. Mit einer Signalrate von einer Millisekunde sowohl kabelgebunden als auch kabellos soll die G703 laut Hersteller bis zu achtmal schneller als herkömmliche Mäuse werkeln. Jede Reaktion soll "nahezu verzögerungsfrei" umgesetzt werden.

Nach dem Test kann man dies bestätigen: Es gibt keine wahrnehmbare Latenz. Subjektiv hatte ich den Eindruck, dass eine Maus die Eingaben noch nie so direkt umgesetzt hat. Auf jeden Fall können es die G703 und die G903 bei Präzision und Latenz mit den besten kabelgebundenen Gaming-Mäusen aufnehmen.

Fazit: Hohe Präzision, keine spürbare Latenz – viel besser geht es nicht mehr. Und das auch im Vergleich zu kabelgebundenen Mäusen.

Fazit: Die Zukunft hat ihren Preis

 PowerPlay ist eine feine Technologie – aber sie hat ihren Preis. fullscreen
PowerPlay ist eine feine Technologie – aber sie hat ihren Preis. (©TURN ON 2017)

PowerPlay ist die Zukunft: Damit muss die Maus nie wieder aktiv aufgeladen werden – man lässt sie einfach auf dem Mauspad liegen, fertig. Das ist so bequem, dass man nicht mehr zu einer anderen Ladetechnik zurückkehren möchte. Die ersten kompatiblen Mäuse funktionieren sehr präzise und praktisch latenzfrei. Die G903 bietet mehr Features als die G703 wie eine Ladestands-Anzeige und austauschbare Mausbuttons an den Seiten. Außerdem wirkt sie etwas wertiger und liegt besser in größeren Händen.

Das Problem wird für die meisten Gamer daher nicht bei den Mäusen und dem Mauspad selbst liegen, sondern beim Preis. 120 Euro verlangt Logitech für die G703, 180 Euro für die G903 und das PowerPlay-Mauspad kostet noch einmal 130 Euro. Das ist sehr viel Geld, auch im Vergleich zu High-End-Mäusen ohne Wireless Charging. Trotzdem sollte man Logitech keine zu hohen Preise vorwerfen – schließlich führt das Unternehmen eine neue Technologie ein, in die sicher einige Forschungskosten geflossen sind und die aktuell noch ohne Konkurrenz dasteht.

 Die PowerPlay-Technik macht Lust auf die Gaming-Zukunft. fullscreen
Die PowerPlay-Technik macht Lust auf die Gaming-Zukunft. (©TURN ON 2017)

Insofern: Wer es sich leisten kann, bekommt hier tatsächlich das, was Logitech verspricht: Hochwertiges und innovatives Gaming-Zubehör. Wer sein Sparschwein schonen möchte, der verzichtet erst einmal auf PowerPlay oder wartet, bis die Technologie günstiger geworden ist.

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