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"Mafia 3" im Gamescom-Test: Grandios inszenierter Shooter

"Mafia 3" erscheint am 7. Oktober.
"Mafia 3" erscheint am 7. Oktober. (©2K Games/Hangar 13 2016)

In unserem ersten Test zeigt sich, dass "Mafia III" vor allem eines wird: actiongeladen! Ein brutaler Protagonist, der im Städtchen New Bordeaux für ordentlich Zwischenfälle sorgt, eine Map, die riesig ist und aus spannenden Bereichen wie zum Beispiel Sümpfen besteht und eine toll inszenierte Stimmung warten auf uns. Auf geht‘s in die 60er Jahre!

Hauptcharakter ohne Skrupel

Auf der Gamescom 2016 in Köln konnten wir beim Live-Test die Story des Protagonisten Lincoln Clay für ein paar Szenen verfolgen. Der schwarze Elitesoldat und Vietnam-Veteran ist ziemlich sauer. Denn als er aus dem Krieg zurückkam, wurde er als Waise von einer farbigen Gang aufgenommen. Doch durch ein paar Verstrickungen kam es dazu, dass die italienische Gang Marcanos all seine Freunde ausgelöscht hat. Lincoln will Rache und Vergeltung. Also nimmt er sich vor, die Italiener wirtschaftlich zu ruinieren und möglichst viele ihrer Leute aus dem Weg zu räumen.

Diesen Wunsch nach Vergeltung spürt man auch als Spieler, denn sein Gameplay ist ziemlich brutal. Im Stealthmodus in eine Mission zu gehen, heißt bei ihm gefühlt nicht "nicht töten", sondern einfach "leise töten". Im Nahkampf geht der Soldat dann so richtig in die Vollen. Einfach nur Leute erschießen, scheint ihm nicht genug zu sein. Wir sehen Animationen, wie er seine Gegner brutal an sich heranzieht und ihnen die Waffe mitten ins Gesicht hält. Er drückt ab und die Entwickler konnten sich bei Blutspritzeffekten so richtig austoben. Auch auf kleinere Kampfdetails haben die Entwickler bei Hangar 13 geachtet. Schießen wir beispielsweise den Opfern in die Beine, dann sacken sie zusammen, zappeln am Boden und krümmen sich vor Schmerzen. Ja, es sieht so brutal aus wie es sich anhört. Werfen wir Granaten in die Menge, wird die eigentlich sehr schön anzusehende Umgebung spektakulär zerlegt.

In der Demo-Mission unseres Tests soll Lincoln den fiesen Tony DeRazio umlegen. Dafür hat der Spieler verschiedene Möglichkeiten. Klar könnte man das Hotel, in dem sich aufhält, einfach stürmen und alles niedermetzeln, was sich einem in den Weg stellt, doch einfacher geht es, wenn wir vorher eine Limousine klauen und ganz unauffällig in die Tiefgarage des Hotels fahren. Dann geht es mit dem Fahrstuhl nach oben. Bis einer checkt, dass wir da sind, haben wir schon vier Bodyguards beseitigt. Aber Achtung: Die rufen ziemlich schnell Verstärkung. Die verbleibenden Gegner lassen sich dann auch problemlos über den Jordan schicken, denn Lincoln fackelt nicht lange. Tony schmeißen wir am Ende kurzerhand durchs Fenster aus dem Hochhaus. Mit einem großen Knall landet er vor dem Hoteleingang.

Alles geht über Kontakte

Bevor wir uns in so eine Mission stürzen, können wir uns erst einen Plan überlegen. Dafür beobachten wir die Umgebung und sammeln Informationen. So kriegen wir zum Beispiel Routen von Drogenkurieren raus und können uns überlegen, auf der Strecke für Stimmung zu sorgen. Denn die LKW lassen sich prima mit Granaten bombardieren – oder wir haben ein bisschen mehr Geduld und folgen den Transporten, um vor der Fabrik noch mehr Schaden anzurichten.

Damit wir immer gut ausgerüstet sind, können wir während des Spiels Kontakte knüpfen. Und die erweisen sich auch als sehr nützlich. Verschiedene Gang-Anführer unterstützen uns und schicken Verstärkung oder beliefern uns mit Waffen. Hier treffen wir auch den Hauptcharakter aus "Mafia 2" wieder. Vito Scaletta wurde zwar am Ende von Teil 2 nicht beseitigt, aber nach New Bordeaux in das schrecklichste Viertel verbannt. Er schickt uns auf Wunsch ein paar Schützen mit Sniper-Gewehren, denen wir bestimmte Ziele zuweisen können. Andere Anführer lassen einen Van mit Waffen vorfahren oder versorgen uns mit Schläger-Typen.

Falls ihr im Spiel schon zu viel Geld gesammelt habt, könnt ihr auch die Polizei bestechen. Klar, dass diese dann bei so einer hohen Summe "rein zufällig" nicht mehr vor unserem Zielort patrouillieren. Möchtet ihr verhindern, dass Verstärkung aus der italienischen Mafia anrückt, könnt ihr außerdem die Telefonleitungen sabotieren.

Stadtbezirke und ihre Schattenseiten

Die Open-World-Map erscheint sehr riesig. Es gibt viele Bezirke, die alle ihre eigenen Geschichten schreiben. Auch wenn die Territorien schön aussehen und die herumlaufenden Menschen zum Beispiel nach Luxus und Spaß streben, tobt im Untergrund der erbitterte Kampf um die Herrschaft der Drogenimperien. Stadtbereiche können wir erobern und dann einem der uns wohlgesonnenen Gang-Anführer die Führungsrolle des Bezirks zuordnen. Dann müssen wir aber aufpassen, dass uns die anderen, die nicht die Leitung bekommen, das nicht übel nehmen.

Mafia 3 Gamescom fullscreen
Mafia 3 fullscreen
Mafia 3 fullscreen
Mafia 3 fullscreen
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Fazit des Kurz-Tests: Richtig gut inszeniert!

"Mafia III" schreibt durch seine tollen Zwischensequenzen und Missionen eine Story, die wir gern weiterverfolgen wollen. Auch grafisch gefällt uns das Spiel sehr. Der Hauptcharakter Lincoln Clay ist allerdings mega brutal – das fühlt sich nicht immer so gut an. Doch die Szenen in den Mafia-Kreisen der 60er Jahre bestanden eben auch nicht aus Kaffeetrinken. Alles, was wir bisher sehen konnten, ist sehr gut inszeniert. "Mafia III" hat auf jeden Fall Potential ein erfolgreicher Open-World-Blockbuster zu werden.

"Mafia 3" erscheint am 7. Oktober 2016 für Playstation 4, Xbox One und PC.

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