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"Marvel's Spider-Man: Miles Morales" für PS5 im Test – Spinne 2.0

In "Marvel's Spider-Man: Miles Morales" ist Peter Parker im Urlaub.
In "Marvel's Spider-Man: Miles Morales" ist Peter Parker im Urlaub. Bild: © Screenshot TURN ON 2020

"Marvel's Spider-Man: Miles Morales" ist eigentlich kein komplettes Spiel. Die Standalone-Erweiterung des Superhelden-Games nimmt jedoch den Platz eines Launch-Titels für die PS5 ein – und viel Macht bedeutet bekanntlich auch viel Verantwortung. Mein Test zeigt, wieso man sich "Miles Morales" zusammen mit der neuen Konsole kaufen sollte.

Spider-Man braucht Urlaub. Günstig, dass neben Peter Parker auch der junge Miles Morales von einer verstrahlten Spinne gebissen wurde und der Teenager seit dem Hauptspiel das notwendige Training absolviert hat, um nun allein auf New York City aufzupassen. Wie sich herausstellt, besitzt Miles sogar ein paar elektrisierende Fähigkeiten, die er dem ersten Spider-Man voraushat. Aber dazu später mehr.

Auf der PS4 war "Marvel's Spider-Man" vor allem ein knalliger Action-Spaß, wie ein Flummi bewegte sich der Netzschwinger durch Manhattan – das war das Beste am Spiel. Ansonsten gab es vor allem bekanntes Open-World-Gameplay, mit vielen Punkten auf der Map, die ich abgrasen sollte. Story und Charaktere waren amüsant, aber alles andere als mutig. Meine Erwartungen an die Erweiterung hielten sich daher in Grenzen.

Vielleicht hätte ich "Marvel's Spider-Man: Miles Morales" sogar auf die lange Bank geschoben, wäre es neben dem vorinstallierten "Astro's Playroom" nicht das bisher einzige Next-Gen-Game für die PS5. "Miles Morales" bietet etwa zehn Stunden Spielzeit, wobei der Stadtplan von New York City erneut mit zahlreichen Questmarkern gesprenkelt ist, die wohl jeder in seinem eigenen Tempo abarbeitet. Verschiedene Aktivitäten gewähren wieder Materialien, über die Gadgets und Mods für den Spider-Man-Anzug freischaltbar sind.

Gameplay: Was man im Spiel als "neuer" Spider-Man zu tun hat

Das Gameplay des auch für die PS4 erhältlichen "Spider-Man: Miles Morales" ähnelt dem Hauptspiel stark. Neben der Hauptstory helfe ich den Bürgern von Manhattan gegen fiese Gangster oder hebe Stützpunkte von Räuberbanden aus. Dabei kämpfe ich mich nicht nur im Vollkontakt durch Massen von Gegnern, sondern übe mich auch darin, Feind um Feind verdeckt aus dem Hinterhalt auszuschalten. Dazu gibt es immer wieder (optional abschaltbare) Quick-Time-Events. Das kenne ich alles schon aus meiner Zeit mit Peter Parker, wenigstens auf die nervigen Minigames verzichtet das neue Spiel weitgehend.

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Missionen und Verbrechen findet Miles im Spiel über seine eigene Smartphone-App. Bild: © Screenshot TURN ON 2020
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Oft gilt es, Nester von Gangstern auszuheben.
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Oft gilt es, Nester von Gangstern auszuheben.

Interessant sind Miles' neue Fähigkeiten, die sich im Laufe der Kampagne offenbaren: Bei Venom-Angriffen erzeugt sein Körper elektrische Blitze, die Gegner zusätzlichen Schaden zufügen. Außerdem kann der neue Spider-Man sich zeitweise unsichtbar machen und Venom-Kraft dazu nutzen, sich zu heilen. Ein Balken zeigt an, wie viel Energie dafür parat steht. Ich fülle ihn mit erfolgreichen Angriffen auf. Ach ja: Skill-Bäume und entsprechende Fertigkeitspunkte gibt es selbstverständlich auch.

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Das Schwingen und Springen durch die Straßen von Manhattan fühlt sich fantastisch an, die Venom-Power lässt sich hier für noch höhere und weitere Sprünge einsetzen. Es gibt wieder die Möglichkeit, mit Tricks und Figuren in der Luft zusätzliche Erfahrungspunkte zu sammeln, insgesamt wurden die Animationen sichtlich verbessert – auch in "Marvel's Spider-Man: Miles Morales" ist die Fortbewegung das eigentliche Highlight.

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Spider-Man kann sich zeitweise unsichtbar machen. Bild: © Screenshot TURN ON 2020
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Seine Venom-Schläge verursachen starken Schaden. Bild: © Screenshot TURN ON 2020
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Vor allem Finisher produzieren kinoreife Animationen. Bild: © Screenshot TURN ON 2020
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PS5-Grafik: Mehr geht (noch) nicht

Zum Zeitpunkt meines Tests setzt das Spiel die Messlatte, was auf der PS5 grafisch machbar ist. Die Kampfszenen von Miles Morales sehen wahnsinnig cool aus, vor allem Finisher kombinieren kinoreife Animationen und Zeitlupen mit schnellem Gameplay. Partikel- und Lichteffekte geben sofort Next-Gen-Feeling, auch wenn nie wirklich klar wird, wann Features wie Raytracing zum Einsatz kommen. Im Test konnte ich teils nur wenige Unterschiede erkennen, wenn ich zwischen Performance- und Fidelity-Modus umgeschaltet habe, am auffälligsten ist sicherlich die höhere Bildwiederholrate.

  • Im Performance-Modus stellt die PS5 "Spider-Man: Miles Morales" mit 60 Bildern pro Sekunde dar, aber ohne Features wie Raytracing sowie erweiterte Licht- und Grafikeffekte. Dabei wird das Bild auf 4K-Auflösung hochgerechnet.
  • Der Fidelity-Modus dagegen bietet natives 4K bei 30 FPS, dazu gibt es Raytracing und erweiterte Licht- und Grafikeffekte.

 

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Schatten und Licht kommen auf der PS5 toll rüber. Bild: © Screenshot TURN ON 2020
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Es ist aber oft nicht zu erkennen, welche Technik für die Effekte eingesetzt wird. Bild: © Screenshot TURN ON 2020
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Die neuen Funktionen des DualSense-Controllers nutzt das Spiel natürlich. Vor allem das haptische Feedback ist toll, selbst wenn Miles in einer Zwischensequenz einen Kaffeebecher berührt, spüre auch ich das am Controller. Die adaptiven Trigger, die je nach Spielsituation verschiedenen Gegendruck erzeugen, hätten nach meinem Geschmack aber noch stärker genutzt werden können.

Story: Sympathisch, aber weitgehend seicht

Die Unterschiede zu "Marvel's Spider-Man" für die PS4 kommen auch durch die ganz andere Atmosphäre in "Miles Morales" zur Geltung: Ein jugendlicher Afroamerikaner mit Latino-Wurzeln als Hauptcharakter verschafft der Story einen anderen Rahmen als Peter Parker, das fühlt sich frisch und gut an. Ähnlich sympathisch hat auch Kamala Khan in "Marvel's Avengers" die Kampagne getragen.

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Miles Morales übernimmt die Schicht. Bild: © Screenshot TURN ON 2020

Dennoch ist die Story bekannte Superhelden-Kost. Während Miles noch in seine neue Rolle als Beschützer von Manhattan hineinwächst, stellt sich eine persönliche Verbindung zu neuen Feinden heraus. Wie schnell klar wird, ist Miles nicht der Einzige in seiner Familie, der hin und wieder kostümiert unterwegs ist. Natürlich muss er im Laufe der Geschichte über sich hinauswachsen, um die Stadt zu retten. Amüsant ist "Marvel's Spider-Man: Miles Morales" trotzdem, von Games mit Comicvorlage erwarte ich nicht allzu viel Tiefe – immerhin, die Action stimmt.

Fazit: Die Milchmädchenrechnung

Nach den ersten Stunden mit "Spider-Man: Miles Morales" habe ich vergessen, dass dies kein komplettes Spiel ist. Durch ihren Open-World-Charakter fühlt sich die Standalone-Erweiterung groß an, überall gibt es viel zu tun. Dazu kommt: Wer sehen will, was die PS5 zu diesem frühen Zeitpunkt zu leisten im Stande ist, kommt um den Titel zum Konsolen-Launch schwer herum.

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Allein der Preis erscheint unangemessen. Ich maße mir nicht an, die notwendige Arbeit bei der Entwicklung dem Vollpreis gegenüberzustellen, und die Spielzeit mit dem Spielpreis aufzuwiegen, ist immer eine Milchmädchenrechnung. Tatsächlich soll die Überarbeitung des ursprünglichen Spiels dem Aufwand eines kompletten Remakes nahegekommen sein, das kostet. Im Spiel merke ich davon aber nur etwas, wenn ich beide Games direkt vergleiche. Aus Kundensicht erscheint mir "Miles Morales" daher teuer – Spider-Man-Fans wird das nicht stören.

Marvel's Spider-Man: Miles Morales
Marvel's Spider-Man: Miles Morales
  • Datenblatt
  • Genre
    Open-World-Spiel
  • Plattform
    PlayStation
  • Release
    12. November 2020
  • Publisher/Entwickler
    Sony/Insomniac Games
TURN ON Score:
4,4von 5
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