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MSI GS75 Stealth Gaming-Laptop im Test: Dünn, leicht und mächtig

Für ein 17-Zoll-Notebook ist das MSI GS75 Stealth kompakt.
Für ein 17-Zoll-Notebook ist das MSI GS75 Stealth kompakt.

Das MSI GS75 Stealth darf sich trotz 17,3 Zoll großem Bildschirm zu den "Thin & Light" genannten Gaming-Laptops zählen. Im dünnen und leichten Gehäuse steckt dank i7-Prozessor und RTX-Grafikkarte eine mächtige Leistung. Hier erfährst Du, wie sich das MSI GS75 Stealth mit der RTX 2080 Max-Q im Test schlägt.

Design und Verarbeitung: 17-Zoll-Laptop im 15-Zoll-Gewand

Trotz 17,3-Zoll-Bildschirm ist das Gaming-Notebook MSI GS75 Stealth nur 1,9 Zentimeter dünn und wiegt gerade einmal 2,3 Kilogramm. Auch die Abmessungen fallen dank dünnem Displayrahmen kompakt aus und so ist das Gerät beinahe ein 15-Zoll-Laptop mit 17-Zoll-Display. Das wäre selbst für ein Office-Notebook beeindruckend, doch das MSI GS75 Stealth ist ein Gaming-Laptop mit Intel-Core-i7-Prozessor und RTX-Grafikkarte im Inneren.

Das Gehäuse besteht aus Metall, daher ist das Notebook trotz der kompakten Bauweise recht stabil gefertigt. Leider ist das gebürstete Aluminium ein echter Fingerabdruckmagnet. An verschiedenen Stellen wie am Rand des Touchpads und an den Scharnieren setzt das Notebook schöne Goldakzente, auch das Drachen-Logo hinten auf dem Deckel macht einiges her. Der Bildschirm wippt leider bei Erschütterungen leicht nach, was etwa bei einer Bahnfahrt stören kann. Auch lässt sich die Base, wo Tastatur und Touchpad sitzen, an manchen Stellen eindrücken. Um Fehleingaben auszulösen, müsste man allerdings gezielt eine größere Kraft aufwenden, insofern stört das im Alltag nicht.

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Dank der kräftigen Scharniere lässt sich das Display nicht mit einer Hand aufklappen, es wippt bei Berührung aber dennoch etwas nach.

Die Steelseries-Tastatur setzt auf eine RGB-Beleuchtung jeder einzelnen Taste. Diese lässt sich in der vorinstallierten Software einrichten und an verschiedene Spiele anpassen. Die Tasten des Touchpads können an der Oberseite nur mit größerer Kraft betätigt werden, aber drückt man weiter unten darauf, funktionieren die Eingaben sehr angenehm. Da das Touchpad ausladend ist und sich direkt unter der Tastatur befindet, könnten manche Nutzer beim Schreiben mit dem Handballen versehentlich Eingaben darauf auslösen. Mit meinen Riesenhänden war dies aber kein Problem.

Das Multitouch-Touchpad erlaubt angenehmes Surfen im Internet sowie die Bedienung von Office-Programmen und ersetzt dabei eine Maus. Mit der Tastatur komme ich selbst als Vielschreiber gut klar, auch wenn es keine ThinkPad-Tastatur ist. Oberhalb des Keyboards ist eine dicke Leiste für die "Dynaudio"-Stereolautsprecher angebracht. Weiter unten erfährst Du, wie gut sich diese schlagen.

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Tastatur und Touchpad des MSI GS75 Stealth sind größtenteils gelungen.

Fazit Design und Verarbeitung: Das MSI GS75 Stealth überzeugt vor allem durch sein leichtes und kompaktes Design. Das Metallgehäuse ist zwar kein solider, fester Block, wie man es etwa von den Razer-Blade-Laptops kennt, aber in der Praxis gibt es mit der Stabilität keine Probleme. Auch die Eingabegeräte gefallen.

Technik und Ausstattung: Vorbildliche Anschlussvielfalt

MSI hat zum Glück nicht mit Anschlüssen gespart. So finden sich auf der linken Seite der Eingang für das Netzteil, ein Ethernet-Port von Killer, ein USB-3.1-Typ-A-Port, ein microSD-Kartenslot, ein Mikrofonanschluss sowie ein Kopfhöreranschluss. Dieser wird von einem Hi-Fi-DAC angesteuert – dazu später mehr. Auf der rechten Seite finden Anschlussfreudige einen HDMI-2.0-Port, einen Thunderbolt-3-Port (mit 4 Lanes, gut für externe Grafikkarten), zwei USB-3.1-Anschlüsse sowie einen USB-C-3.1-Gen-1-Port.

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Die Anschlussvielfalt kann sich sehen lassen.

Welche Technik im Inneren steckt, hängt von der Konfiguration ab. Die Modelle teilen sich allerdings das 17,3 Zoll große 144-Hz-IPS-Display mit Full-HD-Auflösung, den Intel Core i7-8750H sowie einen 82-Wattstunden-Akku. Es werden bis zu 32 GB DDR4-2666-Arbeitsspeicher unterstützt und neben einem M.2-SSD-Anschluss gibt es einen weiteren M.2-SSD-Comboport.

Unser Testsystem war das "8SG" genannte Modell mit Maximalausstattung, darunter die Nvidia GeForce RTX 2080 Max-Q – zu der Grafikkarte später mehr. Der 80-Watt-Akku sorgt beim Surfen im Internet dank der Grafikumschaltung Optimus für eine ordentliche Laufzeit von um die sechs Stunden. Fürs Spielen sollte das Gerät an die Strippe – aber das gilt für alle Gaming-Laptops.

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Auch ein LAN-Port ist vorhanden – bei Razer-Blade-Laptops fehlt er.

Fazit Technik und Ausstattung: Bei Anschlüssen und Technik werden die meisten Nutzer nichts vermissen. Eine noch stärkere Technik wie ein Core-i9-Prozessor oder eine mobile RTX-Grafikkarte ohne "Max-Q" würden im schlanken Gehäuse nicht funktionieren.

Display und Sound: 144 Hz und Hi-Fi-DAC

Das 17,3 Zoll große Display hat eine Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln. Das klingt zwar nicht nach viel, aber bei Laptops machen höhere Auflösungen meist keinen Sinn und alle Inhalte sehen in Full HD scharf aus. Das IPS-Display wird sehr hell und eignet sich für den Einsatz draußen. Die Farbdarstellung wirkt akkurat, 100 Prozent des sRGB-Farbraums werden abgedeckt und daher sollte sich das Panel für die Foto- und Videobearbeitung einsetzen lassen.

Die Bildrate von 144 Hz bemerkt man schon beim Scrollen durch Websites. Das Surfen funktioniert dank schnellerem Bildaufbau flüssiger als mit 60-Hz-Panels. Eine hohe Bildwiederholrate ist bei der Internetnutzung und in Office-Programmen allerdings eher ein visueller Luxus als ein großer praktischer Vorteil. Die 144 Hz spielen ihre Stärken vor allem beim Spielen von schnellen und kompetitiven Games aus, wobei leider kein G-Sync geboten wird. Das hätte auch bei niedrigen FPS-Zahlen für einen fehlerfreien Bildaufbau gesorgt.

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Die "Dynaudio"-Lautsprecher sind größer als ihr Klang.

Die Stereolautsprecher erzeugen leider einen eher dünnen Klang. Er ist zwar klar und nicht blechern, aber wenig dynamisch und der Bass ist schwach ausgeprägt. So viel Platz hätten die Lautsprecher daher nicht einnehmen müssen, dafür hätte MSI den Abstand zwischen Tastatur und Touchpad vergrößern dürfen. Der ESS Sabre Hi-Fi-DAC hingegen zahlt sich voll aus.

Wie MSI zutreffend schreibt, muss man nicht audiophil sein, um den Unterschied zu bemerken: Der Sound mit Headset überzeugt durch Detailreichtum, Klarheit und Dynamik. Der Lüfter ist zwar unter Last relativ laut, wie das bei Gaming-Laptops oft so ist, aber er surrt angenehm und kreischt nicht wie ein Fön – selbst mit offenen Kopfhörern hat er mich nicht gestört.

Fazit Display und Sound: Das schnelle Display weiß zu überzeugen, leider unterstützt es aber kein G-Sync. Die Lautsprecher klingen eher dünn. Dafür stimmt der Klang via Headset dank Hi-Fi-DAC.

Leistung: Selbst die schwächere RTX 2080 Max-Q ist stark

Die RTX 2080 der "Max-Q"-Serie ist das niedriger getaktete Modell für dünnere Gaming-Laptops. Es gibt auch noch eine "normale" RTX 2080 für Laptops und natürlich das mächtigste Modell der Serie, die RTX 2080 für Desktop-PCs. Hier hört es aber nicht auf, tatsächlich befinden sich zwei Versionen der RTX 2080 Max Q auf dem Markt, worauf Notebookcheck.com hinweist: Eine 80-Watt-Edition mit einer Taktrate von 735 - 1095 MHz und eine stärkere 90-Watt-Edition mit einer Taktung von 990 - 1095 MHz.

Leider steckt im MSI GS75 Stealth die schwächere RTX 2080 Max-Q der 80-Watt-Version. Im Vergleich zum 90-Watt-Modell bedeutet das bis zu 10 FPS in Spielen weniger. Alternativ ist das Notebook auch mit der RTX 2070 Max-Q sowie mit der RTX 2060 erhältlich, das 2080-Max-Q-Modell bleibt aber trotzdem klar das leistungsfähigste.

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Der große Bildschirm sorgt beim Zocken (hier von "Everybody's Gone to the Rapture") für mehr Immersion.

Mit "Doom" (2016) lassen sich die 144 Hz dank einer entsprechenden FPS-Zahl bei hohen Einstellungen gut ausnutzen. "Bioshock Infinite" läuft sogar bei Ultra-Einstellungen mit über 250 FPS über den Bildschirm. Andere Spiele haben wir noch mehr gefordert und den Laptop an einen 4K-Bildschirm angeschlossen. Mit maximalen Einstellungen inklusive HDR läuft "Shadow of the Tomb Raider" immerhin mit rund 30 FPS. Das kratzt zwar an der Spaßgrenze, aber ist gerade noch spielbar.

Derweil erreicht "Jurassic World Evolution" in 4K über 40 FPS. Nur mit dem "Spaziergangsimulator" namens "Everybody's Gone to the Rapture" war die Karte aufgrund von Slowdowns im 30-FPS-Bereich bei 4K etwas überfordert – wer hätte das gedacht? Zu unserem Erstaunen hat sich Throttling – also eine Reduktion der Leistung bei längerer Last – nicht als Problem erwiesen. Allenfalls ein paar FPS werden geopfert, um eine Überhitzung der Karte zu vermeiden.

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Die RTX 2080 Max-Q bietet genügend Leistung, um die 144 Hz auszunutzen.

Fazit Leistung: Insgesamt liegt die Leistung der RTX 2080 Max-Q zwischen der einer RTX 2070 und einer RTX 2080 für Laptops. Sie dürfte nur jene Gamer enttäuschen, die die neuesten Titel in hohen Einstellungen auf einem externen 4K-Monitor zocken wollen. Es ist zwar schade, dass MSI die niedriger getaktete 80-Watt-Version der Max-Q-Karte verbaut hat anstelle der 90-Watt-Ausgabe – aber dafür ist Throttling kaum ein Problem.

Gesamtfazit: In einer anderen Konfiguration sehr empfehlenswert

Das MSI GS75 Stealth ist ein sehr guter Gaming-Laptop, der eine mächtige Leistung in einem dünnen und leichten Gehäuse unterbringt. Verarbeitung, Ausstattung und Design überzeugen weitgehend, der Bildschirm ist hell, farbecht und rasant, der Hi-Fi-DAC sorgt für einen tollen Klang via Kopfhörer. Es gibt nur Kleinigkeiten wie die relativ schwachen Lautsprecher zu kritisieren. Und den Preis: In unserer Konfiguration ist der MSI GS75 bei Händlern für 3800 Euro gelistet.

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Die Maximalkonfiguration dürfte für die meisten Spieler den Preis nicht wert sein – das Modell mit der RTX 2060 vielleicht schon.

Zu diesem Preis tragen allerdings auch Luxus-Features wie die 1-TB-SSD sowie die 32 GB Arbeitsspeicher bei. Für die meisten Gamer wird sich die Konfiguration mit der RTX 2060 nebst Core i7-8750H, 16 GB RAM und 512 GB M.2-SSD ab rund 2000 Euro eher lohnen. Konkurrenten wie der Dell Alienware M17 kosten in einer vergleichbaren Konfiguration ähnlich viel. Klar: 2000 Euro sind eine Stange Geld, aber für RTX-Laptops ist der Preis normal. Wer es sich leisten kann und mag, der macht mit dem MSI GS75 Stealth nichts verkehrt.

MSI GS75 8SG
MSI GS75 8SG
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Gaming-Laptop
  • Preis (Handel)
    3800 Euro
  • Release
    März 2019
  • Farben
    Schwarz
  • Lieferumfang
    MSI GS75 8SG, Netzteil, Quick-Start-Guide, Unterlagen, Staubtuch
  • Display-Größe
    17,3 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    1920 x 1080 Pixel, IPS, 144 Hz
  • Prozessor
    Intel Core i7-8750H
  • Arbeitsspeicher
    32 GB DDR4-RAM
  • Speicherkapazität
    1 TB M.2 PCIe (2 x 512 GB RAID 0)
  • Betriebssystem
    Windows 10
  • Anschlüsse und Steckplätze
    1 x USB-C 3.1, 1 x Thunderbolt 3, 3 x USB-A 3.1, 1 x Gb LAN (Killer E2500), microSD, HDMI 2.0
  • Konnektivität
    ac-WLAN (Killer Doubleshot Pro), Bluetooth 5.0
  • Akkukapazität
    82 Wh
  • Besondere Merkmale
    144 Hz, Nvidia Optimus, RGB-Tastatur
Turn-On Score:
4,5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    4,0
  • Handling
    4,5
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Hardware
    4,5
  • Ausstattung
    4,5
  • Klang
    3,5
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