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Multi:Playcon im Test – Multiplayer-Switch-Gamepads im schrägen Design

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Können es die Multi:Playcons mit Nintendos Joy-Cons aufnehmen? Bild: © TURN ON 2020

Mit den Multi:Playcons veröffentlicht Snakebyte Gamepads, die ausschließlich für lokale Multiplayer-Games auf der Switch geeignet sind. Ob die Controller mit dem schrägen Look etwas taugen und ob sie eine lohnende Alternative zu Nintendos Joy-Cons sind, erfährst Du in unserem Test.

Design: Eigentlich ein schickes Design, aber dieses Gesicht!

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Hey, was gibt's denn da zu grinsen? Bild: © TURN ON 2020

Okay, bevor wir hier über das Gamepad-Design im Allgemeinem reden, müssen wir erst einmal über dieses fies grinsende Gesicht auf den Multi:Playcons sprechen. Snakebyte, was habt ihr euch dabei nur gedacht? Soll diese Grimasse mit den blau leuchtenden Zähnen speziell Kinder ansprechen? Oder soll ich da Ähnlichkeiten zu einem Halloween-Kürbis entdecken? Egal was die Beweggründe für diese Fratze waren, besonders ästhetisch ist sie nicht. Aber zum Glück starrt man beim Zocken ja nicht ständig auf den Controller.

Abgesehen davon sind die Multi:Playcons nämlich echt hübsch. Die orange-hellblaue Farbkombination harmoniert wirklich gut. Alternativ ist das Controller-Paar auch in der Farbkombination Schwarz-Grau erhältlich, ich persönlich finde unsere hellblau-orangen Testexemplare aber deutlich hübscher.

Grundsätzlich bietet der Multi:Playcon die gleichen Buttons wie Nintendos Joy-Cons: ein Analogstick, vier Aktionstasten, zwei Schultertasten sowie -/+- und Home-Button. Lediglich auf die Tasten L & ZL bzw. R & ZR wurde verzichtet. Da diese bei horizontaler Verwendung der Joy-Cons aber auch nicht zum Einsatz kommen, ist der Verzicht darauf sinnvoll. Aus den gleichen Gründen fehlt übrigens auch das Infrarotmodul, Vibrationsmotoren sind aber vorhanden.

Verarbeitung & Ergonomie: Ein Segen für die Finger

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Die Verarbeitung der Controller kann überzeugen. Bild: © TURN ON 2020

An der Verarbeitung des Multi:Playcon gibt es wenig auszusetzen: Die Plastikschale macht einen robusten Eindruck und ist sauber verarbeitet. Die Oberfläche des Gamepads ist minimal angeraut, was bei mir immer ein Pluspunkt ist.

Anders als bei Nintendos Joy-Cons ist der Analogstick leider nicht gummiert, was ich ein wenig schade finde. Ein kleiner Plastikrand sorgt jedoch dafür, dass der Daumen nicht vom Stick rutscht –nicht ganz so edel, aber es funktioniert. Der Widerstand beim Bewegen des Sticks fühlt sich etwas stärker an als bei den Joy-Cons. Das gefällt mir gut, ich gehe aber davon aus, dass die Sticks wie bei den meisten Controllern mit der Zeit ein wenig "ausleiern" und der Widerstand geringer wird. Der Druckwiderstand der Buttons ist beim Multi:Playcon und Nintendos Joy-Cons nahezu identisch.

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Der Widerstand des Sticks ist ein wenig größer als bei den Joy-Cons von Nintendo. Bild: © TURN ON 2020
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Ein Segen für die Zeigefinger: Die Schultertasten bei den Multi:Playcons sind größer und liegen weiter auseinander. Bild: © TURN ON 2020
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Die Gamepads im Größenvergleich. Bild: © TURN ON 2020
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Der große Vorteil der Multi:Playcons liegt in ihrer Ergonomie. Ja, die Joy-Cons von Nintendo sind hinsichtlich ihrer vielseitigen Verwendungsweise absolut genial, aber als "vollwertige" Mini-Gamepads eigenen sie sich eher schlecht als recht. Der Analogstick und die Aktionstasten liegen zu dicht beieinander, mit dem flachen Design liegen sie nicht optimal in der Hand und die Schultertasten sind asymmetrisch angeordnet. Und genau hier punktet der Multi:Playcon von Snakebyte.

Dank seiner Wölbungen an der Unterseite liegt das kleine Gamepad deutlich angenehmer in der Hand. Die größere Distanz zwischen Analogstick und Aktionstasten ist ein wahrer Segen für die Daumen. Und auf den größeren, symmetrisch angeordneten Schultertasten liegen auch die Zeigefinger ganz entspannt und unverkrampft. In ihrer Funktion als Multiplayer-Gamepad ziehen die Joy-Cons von Nintendo gegen Snakebytes Multi:Playcons deutlich den Kürzeren.

Kompatibilität: Nur für einige Multiplayer- & Retro-Games geeignet

Bevor ich Dir meine Erfahrungen mit den schräg aussehenden Controllern schildere, muss ich erwähnen, dass die Multi:Playcons einen sehr begrenzten Anwendungsbereich haben. Die Controller funktionieren nur in Spielen, die sich mit einem einzigen Joy-Con in horizontaler Haltung spielen lassen. Dazu gehören einige Games mit lokalem Multiplayer sowie NES- und SNES-Classics, die über Nintendo Switch Online verfügbar sind.

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Horizontale Haltung geht klar, vertikale Haltung eher nicht. Bild: © Snakebyte 2020

Das Koppeln der Controller ist kinderleicht. Dazu gehst Du einfach in die "Einstellungen > Controller und Sensoren". Halte dann die Mode-Taste (das ist die Nase des Controllers) drei Sekunden lang gedrückt, bis die LEDs schnell blinken. Die Multi:Playcons sollten dann von der Switch erkannt werden und mit dem Drücken beider Schultertasten bestätigst Du den Koppelungsvorgang.

Performance: So schlagen sich die Multi:Playcons beim Zocken

Und dann kann der wilde Multiplayer-Spaß auch eigentlich schon losgehen. Für den Test habe ich mir meine Frau mit ins Boot geholt, die eigentlich fast nie zockt und damit auch die perfekte Kandidatin für die Beurteilung der Controller aus der Sicht eines Anfängers ist. Gespielt haben wir verschiedene Multiplayer-Games wie "Brawlhalla", "Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen" und "Brawlout" – sowohl mit den Joy-Cons von Nintendo als auch mit den Multi:Playcons von Snakebyte.

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Gerade beim Zocken von Brawlern sind die Mini-Gamepads komfortabler als Nintendos Originale. Bild: © TURN ON 2020

Unser Gaming-Test bestätigte meinen ersten Eindruck: Die Multi:Playcons sind deutlich komfortabler als die Joy-Cons. Meine Frau empfand die Joy-Cons besonders beim Zocken der Brawler als sehr unbequem, mit den Multi:Playcons kam sie hingegen besser klar. Diesen Eindruck konnte ich bestätigen. Klar, die Joy-Cons funktionieren, gemütlich sind sie gerade bei längeren Sessions aber nicht. Hier treten schnell Ermüdungserscheinungen in den Fingern auf. Bei den Multi:Playcons nicht.

Allerdings empfand meine Frau den Widerstand des Sticks als ein wenig zu stark. Das äußerte sich beispielsweise bei einigen Disziplinen in "Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020", in denen es auf Präzision mit dem Stick ankommt. So erzielte sie beim Bogenschießen mit den Multi:Playcons mehrfach ein schlechteres Ergebnis als mit den Joy-Cons. Ich konnte trotz des härteren Widerstand ähnliche Ergebnisse wie mit den Joy-Cons erzielen. Wer schon mehr Stunden Gaming auf dem Tacho hat, dürfte mit dem höheren Widerstand gut klarkommen, ihn vielleicht sogar vorziehen. Anfänger und Gelegenheitsspieler sind mit den Joy-Cons besser beraten oder sollten eine kleine Eingewöhnungsphase einplanen.

Preis-Leistung: Als reine Multiplayer-Controller unschlagbar

Preislich sind die Multi:Playcons von Snakebyte durchaus eine attraktive Alternative zu den offiziellen Controllern von Nintendo. Legt man für zwei Joy-Cons 69,99 Euro (UVP) auf den Tisch, bekommt man zwei Multi:Playcons bereits für 34,99 Euro (UVP), also exakt für die Hälfte. Na klar, man kann sie nicht an die Switch anstecken und ihr Anwendungsmöglichkeit ist begrenzt, aber bei dem Preis kann man nun wirklich nicht meckern.

Fazit: Für wen lohnen sich die Multi:Playcons?

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Gerade für Spiele mit einem lokalen Multiplayer für bis zu vier Spielern sind die Multi:Playcons eine Überlegung wert. Bild: © TURN ON 2020

Im Großen und Ganzen haben mir die Multi:Playcons von Snakebyte gut gefallen. Die Mini-Gamepads sind sauber verarbeitet und liegen sehr gut in der Hand. Die "echten" Schultertasten und der größere Abstand zwischen Analogstick und Buttons sind ein echter Segen. Der Nachteil der Multi:Playcons liegt ganz klar in ihrem beschränkten Einsatz. Das lässt sich aber nur schwer ankreiden, denn schließlich bewirbt Snakebyte die Controller eindeutig als Multiplayer-Gamepads.

Und für wen lohnen sich die Dinger jetzt? Wenn Du gelegentlich mal mit Deinem Freund oder Deiner Freundin im lokalen Multiplayer zockst, dann kommt Ihr mit den Joy-Cons vom Nintendo gut hin. Seid Ihr jedoch häufiger mal im Koop am Start, können sich die Multi:Playcons schon lohnen, Eure Finger werden es Euch danken. Suchst Du nach einem dritten und vierten Controller für eine gepflegte Prügelei in "Super Smash Bros. Ultimate", für einen Grand-Prix bei "Mario Kart 8 Deluxe" oder eine wilde Küchenschlacht in "Overcooked 2"? Worauf wartest Du noch, greif zu! Der Fairness halber solltet Ihr die Controller aber zwischendurch untereinander tauschen oder Ihr holt euch gleich vier Multi:Playcons.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir nicht so gut gefallen
+ Schöne Farbkombination - DAS GESICHT!
+ Gute Verarbeitung - Kein gummierter Analogstick
+ Liegt gut in der Hand
+ Angenehmer Abstand zwischen Stick und Buttons

 

Multi:Playcon
Multi:Playcon
  • Datenblatt
  • Unterstützte Plattformen
    Nintendo Switch
  • Signalübertragung
    Bluetooth
  • Anschlüsse
    USB-Type-C
  • Akkulaufzeit
    bis zu 10 Stunden
TURN ON Score:
4,3von 5
  • Design
    3,5
  • Handling
    4,5
  • Preis-Leistung
    5,0
  • Ausstattung
    4,0
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