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Nintendo Switch Lite im Test: Die bessere Switch für unterwegs

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Kleiner, aber oho: Die Nintendo Switch Lite macht viel richtig.

Kleiner, leichter, aber mit weniger Funktionen: Die Nintendo Switch Lite reduziert das Hybrid-Konzept auf kompakte Handheld-Maße. Am Fernseher lässt sich das neue Modell nicht mehr nutzen, wer ohnehin nur unterwegs spielen will, bekommt aber eine bessere Konsole zum günstigeren Preis, wie unser Test verrät.

Schaffen wir eines gleich aus dem Weg: Nein, der Name "Switch Lite" ergibt überhaupt keinen Sinn. Eine Switch, die nicht "switcht", ist nur ein Bildschirm mit einem Controller dran. Auf das innovative Wechseln zwischen kleinem und großem Bildschirm muss man bei der kleinen Schwester von Nintendos aktueller Konsole ersatzlos verzichten. Trotzdem ist die Switch Lite im Ganzen das schlüssigere Gerät.

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Keine Kompromisse: die Nintendo Switch Lite.

Stabile Klein-Konsole, die gut in der Hand liegt

Wo das Original für seine Wandelbarkeit Kompromisse machen muss, kann sich die Mini-Variante ganz darauf konzentrieren, ein guter Handheld zu sein. Mechanische Kleinteile wie abnehmbare Joy-Cons oder wacklige Plastik-Ständer an der Rückseite gibt's hier nicht. Stattdessen: grundsolide Technik. Hier wackelt und knarzt nichts, alle Teile sind fest verbaut und in ein stabiles Gehäuse integriert. Trotz Plastik-Optik fühlt sich die Konsole dabei wertig an – die leicht aufgeraute Oberfläche liegt sogar angenehmer in der Hand als die glatten Joy-Cons und die polierte Rückseite der großen Switch.

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Bei Tasten und Anschlüssen ist die Switch Lite identisch mit der NIntendo Switch.
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Oben ist Platz für Spielmodule und Kopfhörer.
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Unten passt eine SD-Karte hinein, um den internen Speicher zu erweitern. 32 Gigabyte sind nämlich schnell voll ...
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Griffige Haptik mit Steuerkreuz

Der gute Eindruck vom Griffgefühl des Gehäuses gilt auch für die Bedienelemente. Buttons, Sticks und Trigger sind in Größe und Form identisch mit denen der Joy-Cons, trotzdem fühlen sie sich anders an: Die Ansprache ist weicher, es gibt kaum hörbare Klicks beim Drücken. Meiner subjektiven Meinung nach ist das Spielgefühl dadurch angenehmer, das ist aber vielleicht Geschmackssache – genau wie die Frage, ob das verbaute klassische Steuerkreuz anstelle einer Vier-Button-Lösung einen merklichen Unterschied macht. Ich finde es angenehmer, Retro-Fans werden es eh lieben, viele andere merken vielleicht keinen Unterschied.

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Das Steuerkreuz lässt Game-Boy-Feeling aufkommen.

Joy-Con Drift
Da die gleichen Sticks wie in der Switch verbaut sind, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass auch die Switch Lite irgendwann vom sogenannten Joy-Con-Drift-Problem betroffen ist. Dabei registrieren die Sticks fehlerhaft Eingaben, sodass etwa eine Spielfigur im Spiel plötzlich einen Linksdrall bekommt. Da das Problem aber oft erst nach mehreren Monaten auftritt (wenn überhaupt), konnten wir es nicht testen.

Kleines Manko der Sticks und Knöpfe: Da sie bei den Standard-Editionen der Switch Lite weiß sind, wird Schmutz schnell sichtbar. Wer das nicht mag, sollte in ein Case investieren und die Konsole nicht einfach in der Tasche herumtragen.

Passt in jede Jackentasche

Wer sich nicht an ein paar grauen Stellen stört, kann die kleine Konsole aber problemlos jederzeit einstecken. Die Größe ist jackentaschenfreundlich, das Gewicht ein weiterer großer Pluspunkt: Gut 125 Gramm weniger als die rund 400 Gramm schwere Switch bringt das kleinere Modell auf die Waage. Das sieht nicht nach viel aus, macht aber den entscheidenden Unterschied, wenn man etwa auf dem Rücken liegend spielt oder die Ellbogen aufstützt. Dann drückt die Switch Lite merklich weniger auf die Handballen – beim großen Modell konnte das in längeren Sitzungen durchaus unangenehm werden.

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Die Switch Lite ist angenehm leicht und fühlt sich gut an.

Apropos längere Sitzungen: Der Akku hält laut Nintendo länger durch als beim Release-Modell der Original-Switch, letztlich ist die Laufzeit aber stark vom Spiel abhängig und liegt irgendwo zwischen 3 und 7 Stunden. Mein Fazit fällt pragmatisch aus: In jedem Fall hält der Akku lang genug für den normalen Gebrauch und notfalls kommt die Konsole eben beim Spielen ans Ladegerät.

Kleiner, aber mindestens genauso fein

Dass der Bildschirm der Konsole mit 5,5 Zoll Diagonale ein Stück kleiner ist als beim größeren Modell (6,2 Zoll), fällt dagegen erstaunlich wenig auf. Ich habe das größere Display beim Spielen zu keiner Zeit vermisst, der kleine Bildschirm ist sogar eher ein Vorteil: Da die maximale Auflösung ebenfalls 1280 x 720 Pixel beträgt, das Bild aber auf weniger Fläche dargestellt wird, wirkt es in manchen Spielen schärfer. Und wer Games wie "Zelda: Breath of the Wild" in epischer Breite genießen will, greift wohl eh zur ausgewachsenen Switch und spielt im TV-Modus. Spaß machen sie aber auch auf dem kleinen Bildschirm.

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Größenvergleich: Switch Lite und Nintendo Switch.

Nintendo spart Features ein

Das geht mit der Lite natürlich nicht. Die fehlende "Switch-Funktion" ist im Grunde aber schon der größte Mangel – und zählt eigentlich nicht, weil die Konsole eben nur ein Handheld sein will. Die Liste der Switch-Games, in denen der TV-Modus notwendig oder empfohlen ist, ist kurz. Die meisten Games kann man ohne Nachdenken auch für die Lite kaufen.

Ein paar weitere Feature-Einbußen muss man trotzdem hinnehmen: Die Vibrations-Funktion HD Rumble fehlt, was bei manchen Spielen auffallen kann. Dass keine Infrarot-Sensoren verbaut sind, ist dagegen locker verschmerzbar, da sie für die wenigsten Spiele essenziell sind. Treu bleibt sich die Switch Lite leider bei einem Feature, das auch das große Modell hätte gebrauchen können: Bluetooth-Kopfhörer lassen sich nicht mit der Konsole koppeln, Audio unterwegs gibt's nur über die integrierten Lautsprecher oder den Klinkenanschluss.

Joy-Cons und der Pro Controller lassen sich trotzdem problemlos mit der Konsole verbinden. Viel Sinn ergibt das zwar nicht, denn die Switch Lite auf dem Tisch an einen Stapel Bücher zu lehnen und mit externen Controllern zu spielen, ist wesentlich umständlicher als sie einfach in der Hand zu halten. Aber: Es geht.

Fazit: Wer nicht "switchen" muss, braucht diese Switch!

Dass die Nintendo Switch generell eine ziemlich gute Konsole ist, hat sich mittlerweile ja herumgesprochen. Das größte Manko der Anfangstage – der Mangel an Spielen – ist doppelt und dreifach behoben, vor großen und kleinen Games kann man sich dieser Tage kaum retten. Wer die alle spielen will, kann mit der Switch Lite nun wirklich jede freie Minute nutzen.

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Egal, ob Blockbuster oder Indie: Spiele gibt es für die Switch (und damit auch für die Lite) mittlerweile jede Menge.

Die abgespeckte Konsole erscheint nur auf den ersten Blick wie ein unnötiges Zweitprodukt. Ja, die "große" Switch ist schon eine tragbare Konsole und kann dazu noch mehr. Sie ist aber auch teurer und unterwegs spielen fühlt sich mit dem kleinen Modell einfach besser an. Wer ohnehin nicht plant, den TV-Modus oft zu nutzen, bekommt deshalb das in fast jeder Hinsicht überlegene Spielerlebnis und die derzeit beste Handheld-Konsole.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Stabiler Handheld - keine Vibrations-Funktion
+ kompakt und leicht – perfekt zum Mitnehmen - weiße Buttons/Sticks bekommen schnell graue Ränder
+ angenehme Haptik trotz Plastik - kein Bluetooth-Audio
+ gutes Spielgefühl, Steuerkreuz

 

Nintendo Switch Lite
Nintendo Switch Lite
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Spielekonsole
  • Farben
    Türkis, Grau, Gelb
  • Preis
    215 Euro
  • Anschlüsse
    USB-C, Klinke
TURN ON Score:
4,5von 5
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