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Nvidia Shield K1 und Predator 8: Gaming-Tablets im Vergleich

Mit dem Nvidia Shield K1 und dem Acer Predator 8 buhlen derzeit zwei Gaming-Tablets um die Gunst der Käufer. Wir haben uns beide Geräte gemeinsam mit dem aktuellen iPad Mini 4 für einen Vergleichstest geschnappt und verraten Dir, welches das perfekte Tablet für Gamer ist.

Was früher der GameBoy war, ist heute bei vielen das Tablet. Für das Zocken unterwegs sind gerade 8-Zoll-Geräte hervorragend geeignet. Sie bieten die perfekte Kombination aus Größe und Kompaktheit. Das erkennen auch die Hersteller und bieten mittlerweile auch Tablets an, die als dedizierte Gamer-Geräte verkauft werden.

Zwei aktuelle Tablets, die in diese Kategorie fallen, sind das Nvidia Shield K1 und das Acer Predator 8. Beide haben den Anspruch, Gaming-Tablets zu sein und verfolgen dabei unterschiedliche Konzepte. Ebenfalls im Testfeld befindet sich das aktuelle Apple-Gerät iPad Mini 4.

 Nvidia Shield K1, iPad Mini 4 und Acer Predator 8. fullscreen
Nvidia Shield K1, iPad Mini 4 und Acer Predator 8. (©TURN ON 2016)

Doch Moment Mal! Das iPad Mini 4 in einem Vergleich zwischen Gaming-Tablets? Ja genau! Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, das Apple-Gerät in diesen Test zu berücksichtigen. Denn auch wenn das iPad Mini 4 nicht als Gaming-Tablet beworben wird, passt es doch rein vom 8 Zoll-Formfaktor und von der Leistung perfekt in unser Beuteschema. Zudem gehören die Mini-iPads zu den populärsten Tablets auf dem Markt und eignen sich deshalb perfekt als Vergleichsgeräte.

Das Design: Wie muss ein Tablet für Gamer aussehen?

Wer sich die Gaming-Maschinen im PC-Bereich anschaut, stellt fest, dass die meisten Gamer eine gewisse Design-Sprache bevorzugen. Dort geht es nicht um unauffällige Farben oder möglichst schlanke Gehäuse, sondern um eine Design-technische Machtdemonstration. Im Tablet-Bereich sind dedizierte Gaming-Geräte hingegen ein neues Phänomen und bislang auch eine absolute Seltenheit. Design-technisch gibt es deshalb keine etablierte Formel, an die sich die Hersteller halten können.

iPad 4 Mini: Über das Design des iPad Mini 4 bracht man eigentlich keine großen Worte zu verlieren, denn es orientiert sich an Apples etablierter Formensprache. Schick, aber unspektakulär, könnte daher die Devise lauten. Das Unibody-Aluminiumgehäuse macht eine gute Figur und ist hervorragend verarbeitet und das Tablet liegt generell gut in der Hand. Durch besondere Griffigkeit fällt das iPad aufgrund der Alu-Schale allerdings nicht auf.

Eine Eigenheit der Apple-Geräte ist nach wie vor das Display im 4:3-Verhältnis. Die Konkurrenz setzt hier mit 16:9 auf ein Gaming-taugliches Format. Als Entschuldigung könnte man allerdings anbringen, dass das iPad Mini 4 ja auch nicht explizit als Gaming-Tablet vermarktet wird.

Ikonisches Design: Das iPad Mini 4 kommt im klassischen Apple-Look daher. fullscreen
Ikonisches Design: Das iPad Mini 4 kommt im klassischen Apple-Look daher. (©TURN ON 2016)
Das Display bietet ein ungewöhnliches 4:3-Format. fullscreen
Das Display bietet ein ungewöhnliches 4:3-Format. (©TURN ON 2016)
Der schlanke Aluminium-Body liegt ohne Schutzhülle etwas rutschig in der Hand. fullscreen
Der schlanke Aluminium-Body liegt ohne Schutzhülle etwas rutschig in der Hand. (©TURN ON 2016)

Predator 8: Acer übernimmt mit dem Predator 8 ganz klar das Design seiner Predator Gaming-Laptops. Damit ist das Tablet rein optisch klar das spannendste Gerät im Testfeld. Allerdings dürfte die wenig dezente Formgebung sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen. Besonders auffällig wirken die vier frontseitig angebrachten Lautsprecher, die aus dem eigentlichen Gehäuse herausragen. Auf der Rückseite mischen sich Aluminium, Kunststoff und Gummi als Gehäuse-Materialien. Das Ergebnis ist ein sehr eigenständiges Gerät, dass die Blicke auf sich zieht.

Das Acer Predator 8 besitzt ein eher aggressives Design. fullscreen
Das Acer Predator 8 besitzt ein eher aggressives Design. (©TURN ON 2016)
Die Rückseite besticht mit Gummi und Kunststoff-Teilen. fullscreen
Die Rückseite besticht mit Gummi und Kunststoff-Teilen. (©TURN ON 2016)
Insgesamt wirkt das Tablet sehr eigenwillig. fullscreen
Insgesamt wirkt das Tablet sehr eigenwillig. (©TURN ON 2016)
Immerhin hebt sich das Design deutlich von der Konkurrenz ab. fullscreen
Immerhin hebt sich das Design deutlich von der Konkurrenz ab. (©TURN ON 2016)

Shield K1: Das Shield K1 kommt mit einem unauffälligen Design daher. Im Vergleich zum iPad Mini 4 ist das Gerät dicker und setzt vor allem auf Kunststoff und Gummi. Beim in die Hand nehmen wirkt das Shield dann allerdings deutlich wertiger, als die Materialwahl vermuten lässt. Alles wirkt hochwertig verarbeitet und die gummierten Griffflächen an der Vorderseite verleihen dem Tablet zudem einen eigenständigen Look.

Als etwas störend erwies sich im Test allerdings die ebenfalls gummierte Rückseite. Diese fasst sich zwar sehr angenehm an, scheint jedoch auch Flecken und Fingerabdrücke magisch anzuziehen. In der seitlichen Gaming-Haltung sorgt diese Gummierung allerdings für einen hervorragenden Halt. Insgesamt liegt das Shield K1 auch dank seiner Form sehr gut in der Hand.

Das Shield K1 kommt unauffällig daher. fullscreen
Das Shield K1 kommt unauffällig daher. (©TURN ON 2016)
Die gummierte Rückseite zieht Fingerabdrücke magisch an. fullscreen
Die gummierte Rückseite zieht Fingerabdrücke magisch an. (©TURN ON 2016)
Die gummierten Seiten an der Front sorgen für optimalen Halt. fullscreen
Die gummierten Seiten an der Front sorgen für optimalen Halt. (©TURN ON 2016)

Im PC-Segment spielen Gaming-Rechner in einer völlig eigenen Leistungsklasse und warten mit den schnellsten Prozessoren und Grafikkarten auf. Das Ergebnis ist in der Regel eine blitzsaubere Performance selbst bei aufwendigen 3D-Szenerien, die normale Arbeits- und Bürorechner einfach nicht bieten können. Im Tablet-Bereich sieht die Situation hingegen anders aus. Hier sind Entwickler von Gaming-Apps darauf bedacht, dass ihre Spiele auf möglichst vielen Geräten sauber laufen. Wirkliche Grafik-Monster, die nur auf absoluten High-End-Tablets laufen, gibt es nicht – oder zumindest kaum, wie sich an anderer Stelle zeigen wird.

iPad Mini 4: Das Apple-Tablet zählt zu den leistungsfähigsten Geräten seiner Klasse. Der hauseigene A8-Prozessor erreicht im Benchmark-Test von AnTuTu 80.413 Punkte, was ein sehr gutes Ergebnis ist. Das Retina-Display bietet nicht nur eine enorm hohe Auflösung sondern auch eine sehr natürlich Farbdarstellung.

  • A8-Prozessor
  • 2 GB RAM
  • 16, 64 oder 128 GB Speicher
  • 7,9 Zoll (2048 x 1536 Pixel)

 Das iPad Mini 4 ist ein echter Kraftprotz. fullscreen
Das iPad Mini 4 ist ein echter Kraftprotz. (©Screenshot AnTuTu/ TURN ON 2016)

Predator 8: Das Predator 8 setzt mit dem Intel Atom x7 Z8700 auf eine recht ausgefallene Hardware-Ausstattung. Im AnTuTu-Benchmark erreicht dieser 75.980 Punkte. Das ist zwar weniger als beim iPad Mini 4, aber trotzdem noch ein sehr guter Wert. Auch die Display-Auflösung fällt mit 1920 x 1200 Pixeln geringer aus als beim iPad. Allerdings sind einzelne Pixel mit dem bloßen Auge trotzdem nicht zu erkennen und auch die Farbdarstellung wirkt sehr natürlich.

  • Intel Atom x7 Z8700-Prozessor, Quad-Core mit 2,4 GHz
  • 2 GB RAM
  • 32 GB Speicher (erweiterbar)
  • 8 Zoll (1920 x 1200 Pixel)

 Laut Benchmark hat das Predator 8 ausreichend Power. fullscreen
Laut Benchmark hat das Predator 8 ausreichend Power. (©Screenshot AnTuTu/ TURN ON 2016)

Shield K1: Das Shield K1 ist trotz der identischen Größe deutlich günstiger als die Tablets der Konkurrenz. An der verbauten Hardware hat Nvidia allerdings nicht gespart. Der Tegra K1,-Prozessor, von dem sich das Tablet seinen Namen borgt, Im Inneren werkelt ein Tegra K1-Prozessor, von dem sich das Tablet auch seinen Namen borgt. Dieser schafft im AnTuTu-Benchmark 87.154 Punkte und ist damit noch stärker als der A8 im iPad Mini 4.

  • Nvidia Tegra K1 Quad-Core-Prozessor mit 2,2 GHz
  • 2 GB RAM
  • 16 GB Speicher (erweiterbar)
  • 8 Zoll (1920 x 1200 Pixel)

 Das Shield K1 ist der klare Benchmark-Sieger. fullscreen
Das Shield K1 ist der klare Benchmark-Sieger. (©Screenshot AnTuTu/ TURN ON 2016)

Die Software: Was erwartet der Gamer?

Wer sich für mobiles Gaming interessiert, dürfte sich sowohl mit Android als auch mit iOS pudelwohl fühlen. Beide Plattformen bieten eine ähnlich große Auswahl an Games, was natürlich auch daran liegt, dass die meisten Entwickler ihre Spiele plattformübergreifend veröffentlichen. Gerade bei der großen Ähnlichkeit ist es jedoch umso interessanter, welche Extras die selbsternannten Gaming-Tablets für echte Gamer bieten können.

iPad Mini 4: Das Apple-Tablet kommt natürlich mit iOS daher. Zum Testzeitpunkt nutzen wir Version 9.2.1, die butterweich über den Screen flutscht. Spiele gibt es ausschließlich im offiziellen App Store von Apple. Dort ist die Auswahl natürlich riesig und umfasst auch aufwändige 3D-Games. Wer auf dem Tablet zocken möchte, kommt also keineswegs zu kurz.

 iOS bietet eine riesige Auswahl an Games. fullscreen
iOS bietet eine riesige Auswahl an Games. (©TURN ON 2016)

Predator 8: Acer setzt beim Predator 8 aktuell auf Android 5.1.1 und hat damit noch nicht die aktuellste Version des Betriebssystems am Start. Großartig problematisch ist das allerdings nicht, denn Benutzeroberfläche und Menüs machen auf dem Tablet keinerlei Probleme. Spiele gibt es im Google Play Store, der eine ähnlich umfangreiche Auswahl bietet wie der App Store von Apple.

Zusätzlich sind auf dem Predator 8 einige kleinere Game-Stores von einzelnen Publishern wie Gameloft oder Wild Tangent Games vorinstalliert. Diese bieten jedoch keine exklusiven Titel, sondern erleichtern nur den Zugriff auf einzelne Titel, die sonst erst im Play Store gesucht werden müssten. Abgesehen davon sind diese Stores aber leider ziemlich überflüssig. Schön ist hingegen, dass Acer mit der App Media Master auch eine Anwendung auf das Tablet gepackt hat, mit der sich Display-Darstellung und Audio-Wiedergabe an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen.

 Auch beim Predator 8 und Android gibt es keine Spiele-Knappheit. fullscreen
Auch beim Predator 8 und Android gibt es keine Spiele-Knappheit. (©TURN ON 2016)

Shield K1: Pünktlich zu unserem Vergleichstest gab es für das Shield K1 ein Update auf Android 6.0. Damit gehört das Device zu den ersten Tablets, für die das neue Android bereits verfügbar ist. Hier können sich die gestandenen Hersteller wie Samsung, Sony oder Asus gern eine Scheibe vom Newcomer Nvidia abschneiden. Performance-Probleme waren im Test weit und breit nicht zu erkennen.

Für Gamer bietet Nvidia abseits vom gut sortierten Google Play Store mit dem Shield Hub noch einen eigenen Store an. Dort finden sich vor allem Android-Spielen, die speziell für das Shield und seinen Tegra K1-Prozessor optimiert wurden. Dabei handelt es sich in einigen Fällen sogar um Exklusivtitel, die aktuell nur auf dem Shield laufen. Games wie "Doom 3: BFG Edition", "Half Life 2", "Mount & Blade: Warband" oder "The Talos Principle" sucht man auf dem iPad und auf anderen Android-Tablets vergeblich.

 Das Shield K1 sticht die Konkurrenz mit einigen Exklusivtiteln aus. fullscreen
Das Shield K1 sticht die Konkurrenz mit einigen Exklusivtiteln aus. (©TURN ON 2016)

Gaming auf dem iPad Mini 4

Optik und Ausstattung hin oder her – wichtig ist natürlich, was die Tablets am Ende tatsächlich an Games auf das Display zaubern. Das iPad Mini 4 hat hier schon Mal einen großen Vorteil: Neben dem iPad Air 2 und dem iPad Pro ist es eines von gerade einmal drei aktuellen Tablets für die iOS-Plattform. App-Entwickler haben damit natürlich leichtes Spiel, ihre Games ganz explizit auf die Hardware des 8-Zöllers abzustimmen. Groß tricksen müssen sie dabei auch nicht, denn die Hardware-Ressourcen des iPad Mini 4 sind groß genug.

Das macht sich dann auch in der Praxis bemerkbar. Ganz gleich ob "Galaxy on Fire 2 HD" oder "Modern Combat 5" - das iPad Mini 4 spult alles ab, was man ihm vorsetzt. Lediglich bei "Asphalt 8: Airborne" traten an einigen Stellen Micro-Ruckler auf. Insgesamt lief das Spiel jedoch flüssig. Am Detailgrad der einzelnen Games gab es im Test überhaupt nichts auszusetzen. Auch die hohe Display-Auflösung sorgt dafür, dass Spiele auf dem Pad generell eine gute Figur machen.

Shooter laufen flüssig und sehen gut aus. fullscreen
Shooter laufen flüssig und sehen gut aus. (©Screeshot Gameloft/ TURN ON 2016)
Auch Weltraum-Action flutscht butterweich über den Screen. fullscreen
Auch Weltraum-Action flutscht butterweich über den Screen. (©Screenshot Deep Silver/ TURN ON 2016)
Lediglich in "Asphalt 8" gab es wenige Micro-Ruckler. fullscreen
Lediglich in "Asphalt 8" gab es wenige Micro-Ruckler. (©Screenshot Gameloft/ TURN ON 2016)
Andere Rennspiele machten eine sehr gute Figur. fullscreen
Andere Rennspiele machten eine sehr gute Figur. (©Screenshot Sega/ TURN ON 2016)
Am besten eignet sich ein Tablet natürlich für Strategie- und Aufbauspiele. fullscreen
Am besten eignet sich ein Tablet natürlich für Strategie- und Aufbauspiele. (©Screenshot EA/ TURN ON 2016)

Hinzu kommt, dass das Tablet sehr leicht ist und gut in der Hand liegt, was das Zocken generell angenehm gestaltet. Seine eigentliche Stärke spielt das iPad Mini 4 jedoch nicht bei Action-Titeln mit komplizierter Steuerung aus, sondern bei Strategie- und Knobelspielen, die generell besser für eine Touchscreen-Bedienung ausgelegt sind. Für Shooter oder Action-Adventure empfiehlt sich hingegen ein Gamepad. Das trifft aber prinzipiell auf alle Tablets zu.

Für Gamer gemacht? Das Predator 8

So kompromisslos, wie sich das Predator 8 äußerlich gibt, ist es im Gaming-Betrieb leider nicht. Dem Acer-Tablet gelingt es nämlich nicht immer, die immense Leistung des Intel Atom-Prozessors in eine gute Performance umzumünzen. Während die meisten Spiele ebenso gut laufen und so schick aussehen wie auf dem iPad Mini 4 oder dem Shield K1, trifft das eben nicht für alle zu.

Für das Predator 8 ist das ein riesiges Problem. Es möchte nämlich ein Gaming-Tablet sein und leistet sich dann ausgerechnet in diesem Bereich Schwächen. Das fängt unverständlicherweise schon beim vorinstallierten Rennspiel "Asphalt 8: Airborne" an, welches praktisch ununterbrochen ruckelt. Warum ausgerechnet dieses Spiel auch noch auf der Verpackung als "Feature" beworben wird, ist ein Rätsel.

Das vorinstallierte "Asphalt 8" läuft auf dem Predator 8 nicht flüssig. fullscreen
Das vorinstallierte "Asphalt 8" läuft auf dem Predator 8 nicht flüssig. (©TURN ON 2016)
Auch "Galaxy on Fire 2 HD" ruckelt stark. fullscreen
Auch "Galaxy on Fire 2 HD" ruckelt stark. (©TURN ON 2016)
"Modern Combat 5" läuft  problemlos. fullscreen
"Modern Combat 5" läuft problemlos. (©TURN ON 2016)
"Sonic" gibt auf dem Predator Gas. fullscreen
"Sonic" gibt auf dem Predator Gas. (©TURN ON 2016)

Ausschlaggebend könnte letztlich die Tatsache sein, dass viele Android-Games vor allem für Snapdragon- und Exynos-Prozessoren optimiert sind, nicht jedoch für Intels Atom-Chips. Wirklich trösten dürfte das die meisten Predator-Besitzer jedoch nicht. Der Umstand, dass einige 3D-Spiele selbst auf deutlich schwächer ausgerüsteten Smartphones zum Teil flüssiger laufen, ist für ein Gaming-Tablet faktisch ein K.o.-Kriterium.

Haptisch schlägt sich das Predator beim Spielen sehr gut. So hat man tatsächlich das Gefühl, dass der Hersteller das Tablet in diesem Punkt gezielt auf Gamer abgestimmt hat. Die gummierten Seitenteile auf der Rückseite sind nämlich keineswegs nur Zierde, sondern sorgen für einen optimalen Halt. Weniger elegant macht sich das Tablet dank seiner scharfen Ecken allerdings hochkant. Hier wird klar, dass Acer den Fokus klar auf das Querformat und damit dem Gaming-Modus legt.

Shield K1: Das Tablet mit Gaming-Ökosystem

Nvidia kleckert bei der Gaming-Performance nicht. Ganz im Gegenteil: Praktisch alle Games, die für Android-Geräte verfügbar sind, laufen auf dem Hochleistungs-Tablet problemlos. So konnten wir Rennspiele wie "Asphalt 8: Airborne" oder "Need for Speed: No Limits" ebenso problemlos zocken wie den Fun-Racer "Sonic & Sega All Stars Racing". Einige andere Games, wie etwa der Weltraum-Shooter "Galaxy on Fire 2 HD" wurden speziell für das Shield K1 überarbeitet und an den Nvidia-Prozessor angepasst. Das sorgt dann auch dafür, dass dieser Titel anders als auf dem Predator 8 sauber über das Display flutscht.

Auf dem Shield K1 liefen alle Spiele im Test ohne Probleme. fullscreen
Auf dem Shield K1 liefen alle Spiele im Test ohne Probleme. (©Screenshot EA/ TURN ON 2016)
Strategietitel sind für den Touchscreen wie gemacht. fullscreen
Strategietitel sind für den Touchscreen wie gemacht. (©Screenshot YesGnome/ TURN ON 2016)
Aber auch "Galaxy on Fire 2 HD" spielte sich butterweich. fullscreen
Aber auch "Galaxy on Fire 2 HD" spielte sich butterweich. (©Screenshot Deep Silver/ TURN ON 2016)
Ebenso wie mehrere Rollenspiele... fullscreen
Ebenso wie mehrere Rollenspiele... (©Screenshot EA/ TURN ON 2016)
...und Rennspiele. fullscreen
...und Rennspiele. (©Screenshot Sega/ TURN ON 2016)

Wie bereits erwähnt, gibt es zudem einige hochkarätige Exklusivtitel, die Besitzer anderer Tablets zumindest derzeit nicht zocken können. Angeboten werden diese über die vorinstallierte App Shield Hub, die als zentrale Anlaufstelle für den Gamer gedacht ist. Vergleichen lässt sich der Shield Hub vielleicht am ehesten mit dem Steam-Client auf dem PC. Doch damit nicht genug: Im Hub findet sich nämlich auch der Dienst GeForce Now, der das Shield K1 endgültig in andere Gaming-Sphären katapultiert.

GeForce Now: Das Netflix für Spiele

Ursprünglich sollte der Dienst GeForce Now in diesem Vergleichstest in zwei bis drei Sätzen abgehandelt werden. Während des Tests hat sich aber recht schnell herauskristallisiert, dass dies nicht ausreichen würde. Tatsächlich hat Nvidia mit seinem Game-Streaming-Dienst ein ziemlich interessantes Feature auf die Beine gestellt.

Geboten wird ein Streaming-Dienst für Spiele, der – ähnlich wie Netflix – über ein Abo-Modell funktioniert. Im Klartext bedeutet das: Für 9,99 Euro im Monat bietet GeForce Now Zugriff auf aktuell 52 Spiele, die beliebig oft gezockt werden können. Dabei handelt es sich jedoch nicht um klassische Android-Apps, sondern um vollwertige PC-Spiele. Diese werden auch nicht auf dem Shield K1 installiert, sondern per Internetverbindung in Echtzeit von einem Nvidia-Server auf das Tablet gestreamt.

GeForce Now bringt PC-Spiele auf das Tablet. fullscreen
GeForce Now bringt PC-Spiele auf das Tablet. (©TURN ON 2016)
Games wie "Street Fighter IV"... fullscreen
Games wie "Street Fighter IV"... (©TURN ON 2016)
...und "The Witcher 3" lassen sich auf dem Shield K1 zocken. fullscreen
...und "The Witcher 3" lassen sich auf dem Shield K1 zocken. (©TURN ON 2016)
Gesteurt werden diese über den Shield-Controller. fullscreen
Gesteurt werden diese über den Shield-Controller. (©TURN ON 2016)
Das Pad orientiert sich am Xbox 360-Controller für den PC. fullscreen
Das Pad orientiert sich am Xbox 360-Controller für den PC. (©TURN ON 2016)

Zum Portfolio von GeForce Now gehören beispielsweise Titel wie "Darksiders 2", "Batman: Arkham Origins" oder "Ultra Street Fighter IV". Aktuellere PC-Titel gibt es auch. Diese lassen sich zusätzlich per Einzelkauf erwerben. Angeboten werden etwa Titel wie "The Witcher 3", "Mad Max" oder "Resident Evil: Revelations 2". Preislich bewegen sich diese Spiele in einer Spanne zwischen 30 und 60 Euro.

Um die PC-Spiele am Tablet zocken zu können, wird allerdings zwingend ein Controller benötigt. Nvidia bietet zu diesem Zweck einen eigenen Shield-Controller an, der stark an das Xbox 360-Gamepad angelehnt ist. Alternativ lassen sich jedoch auch andere Pads per USB (mit einem entsprechenden Adapter) oder via Bluetooth verbinden. Eine App zum Einrichten der Controller hat Nvidia zum Glück gleich mit auf das Tablet gepackt. Last, but not least lässt sich das Shield per HDMI-Port zusätzlich auch noch mit Fernseher oder Konsole verbinden, wodurch das Gerät dann endgültig zum Konsolen-Ersatz mutiert.

 Grafisch wirken die PC-Games auf dem Tablet absolut beeindruckend. fullscreen
Grafisch wirken die PC-Games auf dem Tablet absolut beeindruckend. (©TURN ON 2016)

Im Test konnte uns GeForce Now überzeugen. Selbst bei einer Internetleitung mit 25 MBit/s konnten wir "The Witcher 3" und andere Games flüssig auf dem Tablet spielen. Gut gefallen hat mir, dass praktisch nichts installiert oder konfiguriert werden muss - Starten und Spielen, scheint die Devise zu sein. Als PC- oder Konsolen-Spieler kann man da direkt neidisch werden.

Fazit: Welches ist das beste Tablet für Gamer?

Dass das Ergebnis unseres Vergleichstests so deutlich ausfallen würde, hätte ich vorher nicht gedacht. Nach rund zwei Wochen Tablet-Gaming hat sich jedoch das Shield K1 ganz klar als Sieger herauskristallisiert. Hier zeigt der Grafikkarten-Spezialist Nvidia, wie ein Gaming-Tablet auszusehen hat. So hat der Hersteller genau an den richtigen Stellschrauben gedreht und bietet mit dem Shield Hub und GeForce Now sowie dem optionalen Zubehör ein komplettes Gaming-Ökosystem an, das im Tablet-Bereich (und teilweise auch darüber hinaus) seinesgleichen sucht. Ähnlich wie ein Gaming-PC, der auch Games abspielt bei denen andere Rechner in die Knie gehen, hat so auch das Shield seine "Exklusivtitel", die aktuell kein anderes Device packt. Doch auch für Nicht-Gamer ist das Shield K1 ein richtig guter 8-Zöller zu einem derzeit unschlagbaren Preis.

Das iPad Mini 4 erreicht im Test einen guten zweiten Platz und bewegt sich beim Gaming fast auf Augenhöhe mit dem Nvidia-Gerät. Preislich ist das Apple-Tablet allerdings keine Konkurrenz, denn selbst die Grundausstattung des kleinen iPads kostet laut UVP fast doppelt so viel wie das Shield K1. Selbst ein Extra wie der praktische Fingerabdruckscanner kann diesen Preisunterschied nicht egalisieren. Zudem fehlen natürlich die ganzen Gaming-Optimierungen, die Nvidia seinem Shield spendiert.

Enttäuschend schneidet leider das Predator 8 ab. Zwar gibt sich Acer bei Design so kompromisslos wie kein anderer Hersteller – im tatsächlichen Gaming-Betrieb muss der Nutzer dann allerdings ein paar Kompromisse zu viel hinnehmen. Das fängt bei der Performance an und endet damit, dass das Predator 8 eigentlich nur Standard-Software abspielt. Somit empfiehlt sich das Acer-Tablet eigentlich nur für Tablet-Nutzer, die ein Gerät möchten, das sich optisch vom Einheitsbrei abhebt.

Meinung des Autors
Sorry Acer und auch sorry Apple: Mehr als 200 Euro muss man für ein gutes Tablet mit leistungsfähiger Hardware, aktueller Software und einigen Killer-Features derzeit nicht ausgeben. Das Nvidia Shield K1 ist nicht nur das mit Abstand beste Tablet für Gamer, sondern auch ganz allgemein ein sehr gutes Gerät. Die einzigen größeren Kritikpunkte sind für mich die gummierte Rückseite, die leider sehr schnell deutliche Benutzungsspuren zeigt und das nicht im Lieferumfang enthaltene Netzteil. Das iPad Mini 4 ist ebenfalls ein sehr gutes, aber eben auch ein sehr teures Tablet. Bis auf den praktischen Fingerabdrucksensor kann mir das Apple-Gerät aber nichts bieten, was das Shield K1 nicht auch könnte. Enttäuscht bin ich hingegen vom Acer Predator 8. Abgesehen vom martialischen Äußeren wird das Gerät dem Anspruch als Gaming-Tablet leider kaum gerecht.
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