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Opera GX ausprobiert: Braucht man wirklich einen Gaming-Browser?

Mit Opera GX hat Opera nun einen Browser am Start, der mit seinen vielen Funktionen besonders für Gamer interessant sein soll. Ist das sinnvoll oder nur ein Marketing-Gag? Ich habe das Programm unter die Lupe genommen und sage Dir, ob sich Opera GX lohnt.

Gaming-Accessoires gibt es viele: Spezielle Mäuse und Tastaturen für Gamer, Bildschirme mit besonders hohen Bildwiederholraten oder auch wassergekühlte PCs, die in verschiedenen Farben leuchten. Aber hast Du jemals von einem Gaming-Browser gehört? Wahrscheinlich nicht. Doch genau so einen hat Opera mit Opera GX nun veröffentlicht. Dieser verfügt über eine Menge Features, die klassische Browsern wie Google Chrome oder Mozilla Firefox nicht besitzen. Doch sind sie wirklich sinnvoll?

Das Design: Typisch Gaming

Fangen wir mal bei den augenfälligsten Auffälligkeit an: der Optik. Nichts steht so sehr für Gaming wie grelle Farben auf dunklen Hintergründen. Mich würde wirklich mal interessieren, woher diese Faszination für Neon kommt. Überall pulsieren Mäuse und Tastaturen in grellen Farben und durch PCs wabern knallbunte Flüssigkeiten in Kühlschläuchen. Ich persönlich finde ja, dass die ganzen Farben und Lichter in erster Linie ablenken, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

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Sieht doch echt schick aus, oder?

Opera GX setzt natürlich auch auf Neonfarben, allerdings sehr dezent als Akzentfarbe, sodass es mich gar nicht stört. Ganz im Gegenteil, ich finde den Look sogar sehr edel. Die langsam verblassende Fensterumrandung, die schlichten Icons, farblich angepasste Schieberegler und eine Eingabeleiste, die beim Mouse-Over aufleuchtet – das gefällt mir. Das Ganze natürlich auf schwarzen Hintergrund – endlich mal ein Browser der standardmäßig mit Dark Mode kommt!

In welcher Farbe die Schaltflächen erstrahlen sollen, kann ich selbst entscheiden. Außerdem kann ich auch noch ein abgespacetes Hintergrundbild für den Homescreen auswählen. Da dieser aber zu großen Teilen von Inhalten verdeckt wird, ist es eigentlich egal, welches Bild man sich dort aussucht.

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Akzentfarbe und Hintergrund kannst Du bei Opera GX selbstverständlich selbst festlegen.

Das Design ist jedenfalls schon einmal stimmig, aber was bietet der Browser denn nun für coole Gaming-Features?

Die GX Corner: Nie mehr eine Gaming-News verpassen

Schauen wir uns zunächst einmal die Menüleiste auf der linken Seite an. Ganz oben links in der Ecke befindet sich das Opera-Symbol. Ein Klick darauf öffnet das gewöhnliche Browser-Menü: "Neuer Tab", "Neues Fenster", "Lesezeichen", "Einstellungen" – die üblichen Menüpunkte, wie sie auch jeder andere Browser bietet. Aber dann wird es interessant.

Auf der Startseite des Browsers befindet sich die sogenannte GX Corner. Hier findest Du alle wichtigen Infos zu Spielen, die gerade im Trend liegen, bald erscheinen oder momentan günstig in einem Sale zu haben sind. Das Ganze kannst Du Dir schön nach Plattform sortiert anzeigen lassen. Konsolen und Plattformen, die Dich nicht interessieren, kannst Du einfach ausblenden.

Dank Opera GX verpasst Du nie wieder wichtige Gaming-News. fullscreen
Dank Opera GX verpasst Du nie wieder wichtige Gaming-News.

Was ich persönlich besonders interessant finde, sind die News zu Spielen, Technologie und Unterhaltung. Dort werden aktuelle Nachrichten zu den genannten Themen aufgelistet. Leider lassen sich die Webseiten, deren Artikel angezeigt werden, nicht auswählen, aber Du kannst zumindest die Herkunftsländer aussuchen. Mit den aktuellen Gaming-News aus Deutschland, den USA und dem UK fühle ich mich momentan aber schon sehr gut informiert. Das Hinzufügen eigener Seiten oder die Möglichkeit, bestimmte Quellen abzuwählen, würde ich mir dennoch wünschen.

GX Control: Endlich den Ressourcen-Hunger des Browsers eindämmen

Moderne Browser sind heutzutage kaum noch darauf optimiert, mit möglichst wenig Ressourcen auszukommen. Schließlich hat ja mittlerweile fast jeder Rechner starke Prozessoren und dicken Arbeitsspeicher zur Verfügung. Deshalb reservieren sich Browser schon im Vorfeld eine ganze Menge Arbeitsspeicher und Prozessorleistung, damit es beim Surfen im Netz nicht zu langen Ladezeiten kommt. Eigentlich eine ganz coole Sache, solange RAM und CPU nicht von anderen Prozessen benötigt werden – wie beispielsweise von Games.

Nun will man aber auch nicht gleich jedes Mal seinen Browser schließen, nur um mal eine Runde zu zocken. Vielleicht schaust Du ja gerade einen Stream, hörst Musik oder hast sonstige wichtige Tabs in Deinem Browser geöffnet. Und hier kommt Opera GX ins Spiel.

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Mit GX Control lassen sich ganz einfach Grenzen für die Hardware-Auslastung des Browsers festlegen.

Ein Klick auf das Tachometer am linken Bildschirmrand bringt Dich zum Punkt GX Control. Dort kannst Du genau festlegen, wie viel RAM und Prozessorleistung der Browser maximal verwenden darf. Beim Arbeitsspeicher kannst Du eine Grenzen in 2-GB-Schritten setzen, bei der Prozessorleistung sind es jeweils 25-Prozent-Anteile. Mit der Option "Harte Grenze" kann außerdem festgelegt werden, ob das Limit temporär überschritten werden darf, um beispielsweise einen Stream am Laufen zu halten.

Funktioniert das auch in der Praxis? Und ob! In meinem Test habe ich Opera GX mit vielen Tabs vollgeknallt, die ordentlich RAM und Prozessorleistung ziehen: Mehrere YouTube-Videos in 4K-Auflösung, Spotify, einige Seiten mit vielen Medienelementen und den Browser-Benchmark Basemark Web 3.0. So bin ich auf eine RAM-Auslastung von ungefähr 3 GB gekommen (geprüft im Task-Manager von Windows 10). Danach habe ich in Opera GX die Limitierung für den Arbeitsspeicher auf 2 GB gesetzt und siehe da: Der Browser blieb brav unter der festgelegten Grenze und pendelte zwischen 1,8 und 1,9 Gigabyte Auslastung.

Viele geöffnete Tabs benötigen eine Menge Arbeitsspeicher. fullscreen
Viele geöffnete Tabs benötigen eine Menge Arbeitsspeicher.
Auch die Prozessorauslastung kann bei zu vielen Tabs durch die Decke schießen. fullscreen
Auch die Prozessorauslastung kann bei zu vielen Tabs durch die Decke schießen.
Aber mit festgelegten Grenzen ist alles wieder in Butter. fullscreen
Aber mit festgelegten Grenzen ist alles wieder in Butter.
Viele geöffnete Tabs benötigen eine Menge Arbeitsspeicher.
Auch die Prozessorauslastung kann bei zu vielen Tabs durch die Decke schießen.
Aber mit festgelegten Grenzen ist alles wieder in Butter.

Der Test zur Limitierung der Prozessorauslastung verlief ebenfalls positiv. Im gleichen Setup kam der Browser auf maximal 45 Prozent CPU-Last, nach Aktivierung des CPU-Limiters blieb Opera GX konstant unter 25 Prozent.

Wie sehr sich das Feature lohnt, kommt natürlich ganz auf Deine Hardware und Deine Surfgewohnheiten an. Verfügt Dein PC über viel Arbeitsspeicher und einen starken Prozessor, wird Dir diese Funktion wahrscheinlich nur wenig bringen. Für Nutzer mit schwächerer Hardware, die während des Zockens nicht auf ihren Browser verzichten wollen, könnte das Feature aber Gold wert sein. Jedenfalls ist damit gesichert, dass der Browser nicht mehr Leistung reserviert, als Du es ihm erlaubst, und es dadurch nicht zu Lags und Einbrüchen der Framerate beim Zocken kommt.

Clevere Features bringen noch mehr Komfort

Neben der Funktion zur Limitierung des Leistungshungers hat Opera GX aber noch ein paar weitere clevere Gaming-Features an Bord. So gibt es beispielsweise einen Twitch-Tab, in dem alle von Dir abonnierten Channel aufgelistet sind. Geht ein Twitch-Stream online, erhältst Du direkt im Browser eine Benachrichtigung und gelangst über einen Klick auf das Profilbild direkt zum Stream – komfortabler geht's nicht.

Dank Video-Pop-out kann ich bei der Arbeit jetzt auch ein bisschen "Dota 2" gucken, aber pssst! fullscreen
Dank Video-Pop-out kann ich bei der Arbeit jetzt auch ein bisschen "Dota 2" gucken, aber pssst!

Das nächste nützliche Feature ist Video-Pop-Out. Damit lassen sich Videos von Twitch und YouTube aus der Webseite in ein kleines, schwebendes Fenster verfrachten, das immer im Vordergrund bleibt. Das Fenster lässt sich vergrößern und verkleinern und an jeder beliebigen Position auf dem Bildschirm positionieren.

Und schließlich hat Opera auch noch einige Messenger direkt in den Browser integriert, darunter WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram. Du musst also nicht zwingend Dein Smartphone neben Dir liegen haben, wenn Du über diese Apps mit Deinen Freunden beim Zocken kommunizierst. Über die Web-Varianten der Messenger ist dies zwar generell über jeden Browser möglich, aber eine native Unterstützung ist doch immer eine feine Sache.

Und schließlich bietet Opera GX natürlich auch noch einige praktische Funktionen, die das Leben im Netz erleichtern. Darunter sind ein Werbeblocker, ein kostenloser VPN-Dienst, Unterstützung für Erweiterungen von Opera und Chrome und noch viele weitere Mini-Features, die ich nicht mehr missen möchte.

Fazit: Der nahezu perfekte Browser

Ich habe eigentlich gedacht, dass Google Chrome mir alles Nötige zum Surfen im Internet bietet, aber da kannte ich Opera GX noch nicht. Sicherlich kann ich mir auch in anderen Browsern Newsfeeds zu Games anlegen, Web-Versionen von Messengern nutzen und mir mit Erweiterungen einen Gaming Browser basteln. Aber bei Opera GX ist das bereits alles von Anfang an dabei und funktioniert ohne viel Fummelei.

Zudem ist der Browser schnell und zuverlässig. Bis auf ein paar kleinere Bugs in der Nutzeroberfläche konnte ich bisher keine größeren Probleme feststellen und da sich Opera GX noch im Early Access befindet lässt sich das verschmerzen. Davon abgesehen macht die App einen sehr guten Eindruck – besonders, aber nicht nur beim Spielen.

Das sagt Michael:
Noch bin ich nicht komplett auf Opera GX umgestiegen, der praktische Browser ist bei mir aber bereits regelmäßig im Einsatz. Da ich aber von Operas Gaming-Browser voll überzeugt bin, wird der Umzug wohl in nächster Zeit erfolgen.
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