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Razer Ripsaw HD im Test: Capture-Karte ohne Killer-Feature

Klein aber fein: Die Razer Ripsaw HD im Test.
Klein aber fein: Die Razer Ripsaw HD im Test.

Mit der Capture-Card Razer Ripsaw HD präsentiert der Hersteller für Gaming-Peripherie eine Alternative zur Hardware von Elgato & Co. Als Besonderheit bietet das Gerät 4K-Passthrough, wodurch man das eigene Spiel in UHD verfolgen kann, während Aufnahme oder Stream in Full-HD laufen. Kann die Karte im Test überzeugen?

Bereits vor einigen Jahren brachte Razer mit der Ripsaw eine erste Capture-Card für Gaming-Livestreams auf den Markt, nun kommt das Produkt-Update namens Razer Ripsaw HD. Das Besondere: Im Gegensatz zur Konkurrenz von Elgato in dieser Preisklasse bietet die Karte 4K-Passthrough bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Ich kann also beispielsweise Games von meiner Konsole streamen ohne dabei auf meinem eigenen Bildschirm auf eine höhere Auflösung verzichten zu müssen.

Trotz 4K-Bild günstiger als Elgato HD60 S

Dabei ist die Razer Ripsaw HD ab 170 Euro erhältlich – mit der Elgato Game Capture HD60 S für 180 Euro bekomme ich dagegen beim Streamen auf meinem Bildschirm maximal eine Auflösung von 1080p geboten. Will ich nach der Übertragung wieder zum besseren Bild wechseln, muss ich die Verkabelung der Elgato-Hardware außerdem ändern und zum Beispiel die Konsole wieder direkt ans 4K-Display anschließen. Es mag faul klingen, aber ich bevorzuge feste Setups – vor allem aus diesem Grund hat mich das Versprechen hinter der neuen Razer-Hardware gereizt.

Nötige Kabel liegen der Ripsaw HD bei, Software dafür kaum. fullscreen
Nötige Kabel liegen der Ripsaw HD bei, Software dafür kaum.

Alternative mit 4K-Passthrough

Mit der Avermedia Live Gamer Extreme 2 gibt es eine weitere Capture-Karte, die 4K-Passthrough bei 60 FPS unterstützt und dabei Aufnahme oder Streaming in Full-HD bietet. Das Gerät wird inklusive Capturing-Software und Schnittprogramm geliefert und ist bereits für etwa 150 Euro erhältlich, allerdings fehlen separate Ein- und Ausgänge für Audiogeräte. Ich habe die Avermedia LGX2 bisher nicht testen können, empfehle nach Möglichkeit aber dennoch vor dem Kauf der Razer Ripsaw HD einen Vergleich.

Die Installation verläuft unkompliziert. Wer optional die Software Razer Synapse verwendet, kann darin die Audio-Laustärke von Mikrofon-Eingang, Kopfhörer-Ausgang und HDMI-Eingang getrennt regeln. Mehr Möglichkeiten, um per Einstellungen auf die Razer-Hardware Einfluss zu nehmen, gibt es nicht. Der Hersteller liefert auch keine eigene Capturing-Software mit, hier muss auf Drittanbieter-Programme zurückgegriffen werden.

Keine Capturing-Software enthalten

Daran kann man sich stören – vor allem, wenn man in erster Linie Spielszenen aufnehmen möchte und keine ausladende Software wie das kostenlose OBS nutzen will. Die meisten Streamer werden aber ohnehin bereits entsprechende Programme verwenden. Ich kann die Entscheidung gegen die Entwicklung einer eigenen Razer-Software, die vom Hersteller auch Support erfordern würde, daher durchaus nachvollziehen.

Die grüne LED zeigt den Betrieb an. fullscreen
Die grüne LED zeigt den Betrieb an.
Die Razer Ripsaw HD ist Minimalismus pur. fullscreen
Die Razer Ripsaw HD ist Minimalismus pur.
Die grüne LED zeigt den Betrieb an.
Die Razer Ripsaw HD ist Minimalismus pur.

Der Anschluss an den PC via USB-C 3.0 erlaubt Übertragung mit sehr geringer Latenz, wenn auch nicht völlig verzögerungsfrei. Der Stream zu Plattformen wie Twitch oder Youtube kann rein theoretisch mit bis zu 60 FPS bei 1080p erfolgen – die Grenzen werden dabei, wie auch bei Konkurrenz-Produkten, eher von der Datenübertragung und nicht von der Hardware gesetzt. Die Bildqualität ist, je nach Einstellung in der verwendeten Software, sehr gut.

Minimale Systemvoraussetzungen

  • Windows 8 (64-bit)
  • USB-3.0-Port
  • CPU: Intel Core i3-6100 (Desktop) oder Intel Core i7-4810MQ (Laptop)
  • GPU: Nvidia GeForce GTX 660 (Desktop) oder Nvidia GeForce GTX 870M (Laptop)
  • RAM: 4 Gigabyte

Kleine Black-Box: Minimalismus pur

Angenehm finde ich das unscheinbare Design der kleinen schwarzen Box. Razer verzichtet bei der Ripsaw HD auf so gut wie alle Extras, lediglich eine unscheinbare Gravur auf der Oberseite verrät den Hersteller. Dafür ist die Unterseite mit rutschfestem Gummi ausgestattet und die Anschlüsse sehen widerstandsfähig aus. Neben HDMI-Ein- und Ausgang sowie der USB-C-Buchse stehen jeweils ein Klinkenanschluss für Mikrofon und Kopfhörer zur Verfügung. Razer verzichtet auf den Komponenten-Eingang, der das Vorgängermodell auszeichnete und das Capturing älterer Spielekonsolen erlaubte.

Die Anschlüsse der Razer Ripsaw HD. fullscreen
Die Anschlüsse der Razer Ripsaw HD.
Separate Audio-Anschlüsse sind vorhanden. fullscreen
Separate Audio-Anschlüsse sind vorhanden.
Die Anschlüsse der Razer Ripsaw HD.
Separate Audio-Anschlüsse sind vorhanden.

Neben der Box selbst sind ein USB-3.0-Typ-C-auf-Typ-A-Kabel, ein HDMI-Kabel und ein 3,5-Millimeter-Klinke-Audiokabel enthalten.

HDR-Passthrough: Das Killer-Feature fehlt

Wie bereits beschrieben: Ich mag feste Setups. In einer perfekten Welt schließe ich meine Konsole, den 4K-HDR-TV und die Capturing-Hardware einmalig an. Bei Bedarf stöpsele ich dann maximal noch den Streaming-Rechner per USB an und gehe online. Nichts finde ich anstrengender, als die Verkabelung in meinem TV-Möbel fürs Streaming regelmäßig auseinanderzurupfen. Gleichzeitig bin ich großer Fan von HDR in aktuellen Top-Games, auf 4K-Auflösung kann ich dagegen notfalls auch verzichten.

Aber: Leider bietet die Razer Ripsaw HD zwar UHD- aber kein HDR-Passthrough. Entsprechende Hardware der Konkurrenz ist erst jenseits der 200-Euro-Marke erhältlich. Daher schrammt die Ripsaw HD knapp daran vorbei, mein neues Must-have-Gadget in Sachen Capturing zu werden. Ich muss also tiefer in die Tasche greifen, auf HDR verzichten oder weiterhin vor und nach jedem Stream neu verkabeln. Da 4K mir aber gar nicht so wichtig ist, kann ich dann auch gleich auf noch günstigere Streaming-Hardware zurückgreifen.

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"God of War" ohne HDR? Für mich undenkbar.

Fazit

Wer auf schlichtes Design und hohe Auflösung steht, bekommt mit der Razer Ripsaw HD eine unkomplizierte Hardware geliefert. Im Gegensatz zur günstigeren Konkurrenz, die ebenfalls 4K-Passthrough bietet, verfügt die Capture-Karte über separate Audio-Anschlüsse, was für verschiedene Szenarien nützlich sein kann. Qualitativ gibt es wenig zu beanstanden, allerdings ist es schade, dass auf der Razer-Support-Seite bisher keine Infos, Treiber oder FAQ zur Ripsaw HD auffindbar sind.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Kompaktes Design - Kein HDR-Passthrough
+ Einfaches Setup - Bisher keine Support-Doku
+ Niedrige Latenz

 

Razer Ripsaw HD
Razer Ripsaw HD
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Capturing-Hardware
  • Farbe
    Schwarz
  • Preis
    169 Euro
  • Anschlüsse
    HDMI, USB-C, Klinke
TURN ON Score:
4,1von 5
  • Preis-Leistung
    4,2
  • Ausstattung
    3,5
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