Test

"Resident Evil 7" im Preview-Test: Charakterstark!

Wünscht man sich nicht unbedingt als Nachbarn: die Baker-Familie aus "Resident Evil 7".
Wünscht man sich nicht unbedingt als Nachbarn: die Baker-Familie aus "Resident Evil 7". (©Capcom 2016)

Wer auf Horrorspiele steht, kommt an verrückten Charakteren kaum vorbei. "Resident Evil 7" bietet davon gleich mehrere, die zwar gruselig, aber auch witzig geschrieben sind. Im Preview-Test verbrachten wir die ersten paar Spielstunden im Horror-Haus der Bakers, einer durchgeknallten Familie, die uns am liebsten in Stücke reißen will. Spannend, verrückt und total creepy!

Den Moment, in dem unsere Preview begann, kennst Du aus einem der Trailer: Die Angehörigen einer zombieähnlichen Familie, die durchgeknallten Bakers, sitzen am Tisch. Vater, Mutter, Sohn und Oma sind versammelt und wollen uns zum Essen von etwas zwingen, das sehr stark nach menschlichen Innereien aussieht. Der Spieler übernimmt die Rolle von Ethan, der sich auf der Suche nach seiner Frau Mia in dieser Szene an einen Stuhl gefesselt wiederfindet. Nachdem der erste Ekel überwunden ist, geht der Familienvater mit einem Messer auf seinen Sohn los und hackt ihm kurzerhand den Arm ab. Dann will er uns verstümmeln und die Mutter rennt schreiend nach draußen, weil wir ihr so besonders toll gekochtes "Essen" nicht mögen. Zum Glück klingelt das Telefon, sodass der Vater von uns ablässt und wir mit der Oma allein bleiben. Sie wirkt, als würde sie schlafen oder als sei sie tot, ihre weißen Augen verfolgen uns aber.

Zurück zum Survival-Ursprung

Die Mitglieder der Baker-Familie sind mehr tot als lebendig. fullscreen
Die Mitglieder der Baker-Familie sind mehr tot als lebendig. (©Capcom 2016)
Sie sind nicht nur verrückt, sondern wollen Dir auch immer wieder an den Kragen. fullscreen
Sie sind nicht nur verrückt, sondern wollen Dir auch immer wieder an den Kragen. (©Capcom 2016)
Neben dem Überleben hast Du in "Resident Evil 7" zahlreiche Rätsel zu lösen. fullscreen
Neben dem Überleben hast Du in "Resident Evil 7" zahlreiche Rätsel zu lösen. (©Capcom 2016)
Erst dadurch erschließt sich die Story des Games. fullscreen
Erst dadurch erschließt sich die Story des Games. (©Capcom 2016)
Damit kehrt die Resi-Reihe endlich wieder zu ihren Wurzeln zurück. fullscreen
Damit kehrt die Resi-Reihe endlich wieder zu ihren Wurzeln zurück. (©Capcom 2016)
Häufig ist Detektivarbeit gefragt. fullscreen
Häufig ist Detektivarbeit gefragt. (©Capcom 2016)
Was könnten Dir die Gegenstände im Raum verraten? fullscreen
Was könnten Dir die Gegenstände im Raum verraten? (©Capcom 2016)

Danach können wir und endlich bewegen und müssen in diesem Irrenhaus irgendwie einen Ausgang suchen. Das Spiel erlebst Du komplett in der Ego-Perspektive. Wer die vergangenen "Resident Evil"-Teile kennt, weiß sicherlich, dass sich die "Resi"-Reihe von einem Survival-Horror-Spiel immer mehr Richtung Action-Adventure entwickelte. Mit diesem jetzt siebten Teil geht es wieder zurück zu den Wurzeln und das wird vor allem am Gameplay und dem Setting deutlich. Es gibt unvorhersehbare Schockmomente und Jump Scares und Du kannst allerhand Puzzle lösen. Oft finden wir auch in späteren Abschnitten noch Gegenstände, die wir mit etwas kombinieren müssen, das wir vorher schon mal irgendwo gesehen haben. Viele Räume sind verschlossen. Mal musst Du Schlüssel mit Symbolen finden, mal aber auch einen Klotz so vor einen Projektor halten, dass sein Schatten ein Motiv vervollständigt. Nicht gerade realistisch, aber wir befinden uns ja auch in einer verrückten Umgebung. Die Story entwickelt sich über allerhand Notizen und Videokassetten, die Du unterwegs findest. Auch kommen ab und zu Anrufe von einer mysteriösen Frau, die uns Hinweise gibt, was wir als nächstes tun sollten. Da das Spiel auch vom Entdecken der Umgebung lebt, möchten wir Dir an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten.

Charaktere sind unberechenbar – eben verrückt

Das Irrenhaus, in dem wir starten, ist recht groß. Die Oma taucht mit ihrem Rollstuhl immer mal irgendwo auf und erschreckt uns mit ihrer bloßen plötzlichen Anwesenheit. Jack, der Vater der Baker-Familie, schleicht mit einer Schaufel bewaffnet durch die Zimmer und Gänge und wir gehen ihm lieber aus dem Weg. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn die Entwickler haben sich mit der künstlichen Intelligenz viel Mühe gegeben. Jack verhält sich immer anders, hat seinen eigenen Kopf. Mal schlendert er durch die Gänge und spielt mit uns Katz und Maus, redet mit uns wie mit einem Baby ("Wo ist denn mein kleiner Ethan? Ich komm und hoooool dich!"), mal prescht er durch die Wand oder schlägt Tische kaputt und ist total aggressiv. Wir können ihn auch provozieren und so richtig wütend machen. Allerdings wissen wir nie, was dann passiert bzw. was er mit uns macht, sollte er uns doch finden – oder riechen. Das sorgt schon für einiges an Spannung und Schockern, bis wir uns dann irgendwann in der Garage einen erbitterten Kampf mit ihm liefern. Im Keller gibt es neben Jack auch noch die "Molded", eine Art fehlgeschlagenes Experiment der Familie. Diese verschimmelten Wesen wollen uns umbringen. Das schaffen sie auch, wenn wir sie nicht vorher mit ein paar Kopfschüssen erledigen.

Überleben ist gar nicht so einfach

Egal ob Wohnzimmer oder Keller: ... fullscreen
Egal ob Wohnzimmer oder Keller: ... (©Capcom 2016)
... Die Räume des Baker-Hauses wirken allesamt nicht gerade einladend. fullscreen
... Die Räume des Baker-Hauses wirken allesamt nicht gerade einladend. (©Capcom 2016)
Irgendwie musst Du doch herauskommen. fullscreen
Irgendwie musst Du doch herauskommen. (©Capcom 2016)
Hast Du es geschafft, geht der Horror allerdings im Garten weiter. fullscreen
Hast Du es geschafft, geht der Horror allerdings im Garten weiter. (©Capcom 2016)
Das gesamte Anwesen vermittelt Gruselatmosphäre. fullscreen
Das gesamte Anwesen vermittelt Gruselatmosphäre. (©Capcom 2016)
Aus der Ego-Perspektive gruselt es sich gleich noch mehr. fullscreen
Aus der Ego-Perspektive gruselt es sich gleich noch mehr. (©Capcom 2016)

Haben wir es schließlich geschafft zu fliehen, geht es im Garten und im Seitenhaus weiter. Hier treibt die Mutter Marguerite Baker ihr Unwesen. Wenn wir uns vor den Verrückten verstecken, treibt es uns die Angst in die Glieder. Werden sie uns entdecken oder kommen wir davon? Es sorgt immer wieder für einen besonderen Kick, da die Charaktere meist keine Lauflinien haben, sich auch einfach umentscheiden können und einen anderen Weg gehen. Wenn wir dann keine Option zum Fliehen haben, wird es sehr ungemütlich.

Ethan ist im Gegensatz zu den mit Waffen überladenen Resi-Helden aus den letzten Teilen eher schwach und verwundbar – wir würden sagen: endlich wieder menschlich. Wir können weder klettern noch haben wir super viel Munition für die Waffen (falls wir überhaupt welche finden). Davon mal abgesehen sind die Bakers eh nahezu unverwundbar. Fliehen, verstecken und wegschleichen sind meist die richtigen Entscheidungen. Die Ego-Perspektive sorgt außerdem dafür, dass wir unsere Panik und Hilflosigkeit auf den Charakter übertragen. Dadurch, dass wir so ein beschränktes Blickfeld haben, können wir nur durch Hören abschätzen, was hinter uns passiert und ob wir unseren Verfolger abgeschüttelt haben. So laufen wir natürlich auch ab und zu in eine Falle. Aber genau das macht das Spiel so spannend.

Fazit: Tolle Umgebung und super Charaktere!

Die ersten paar Stunden werfen uns in eine sehr schöne, detailliert gestaltete Umgebung, wie wir sie uns in einem Haus von durchgeknallt kranken Leuten nicht besser vorstellen könnten. Hier passt alles zusammen und die Baker-Familienmitglieder sind Gegner, die uns in einem Moment faszinieren und im nächsten wieder Angst machen. Ja, es gibt gruseligere Spiele, aber wenn der Rest von "Resident Evil 7" genauso interessant weitergeht, sind wir sehr zuversichtlich, dass Fans der ersten Teile der Reihe wieder neuen Spaß an Resi finden werden. Und: Wen das Spiel in der normalen Version nicht genug gruselt, kann sich ja an der Playstation die Virtual-Reality-Brille aufsetzen und das virtuelle Zerfleischen dort hautnah "genießen".

"Resident Evil 7" erscheint am 24. Januar 2017 für PS4 (PSVR), Xbox One und PC.

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