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Sennheiser GSP 670 im Test: König der Wireless-Gaming-Headsets?

Andreas hat das Sennheiser GSP 670 auf Herz und Nieren geprüft.
Andreas hat das Sennheiser GSP 670 auf Herz und Nieren geprüft.

Das Sennheiser GSP 670 ist ein kabelloses Gaming-Headset für PC und PS4 aus der Oberklasse. Es bietet eine Soundübertragung mit geringer Latenz, ein hochwertiges Mikrofon und dank Bluetooth lässt sich auch das Smartphone koppeln. Im Test haben wir geprüft, ob das GSP 670 seinen Preis wert ist.

Design: Weniger aufdringliches GSP 600

Das Sennheiser GSP 670 orientiert sich am Design des schon länger erhältlichen GSP 600. Es ist also sehr stabil gebaut und sieht ungewöhnlich und eigenständig aus für ein Gaming-Headset – oder für irgendeinen Kopfhörer. Dafür sorgt vor allem das einzelne Metallscharnier, an dem jeweils eine Hörmuschel flexibel aufgehängt ist. Bei den meisten Kopfhörern sind die Hörer mit jeweils zwei Scharnieren am Kopfbügel befestigt.

Der praktische Vorteil besteht darin, dass die Hörer so einfacher passend auf die Ohren aufgelegt werden können. Es handelt sich aber eher um einen kleinen Vorzug. Für die Bequemlichkeit wäre ein geringeres Gewicht entscheidender gewesen, denn bei längerem Einsatz spürt man das Headset am Kopf und muss es in eine andere Position rücken, damit es nicht drückt. Immerhin liegen die Hörer tatsächlich sehr angenehm auf den Ohren auf.

Die Hörer sind über einen flexiblen Metallarm mit dem Kopfbügel verbunden. fullscreen
Die Hörer sind über einen flexiblen Metallarm mit dem Kopfbügel verbunden.

Im Vergleich zum GSP 600 fällt das Design zurückhaltender aus, denn die roten Akzente und die optisch auffällige Befestigung der Mikrofonarms sind verschwunden. Das GSP 670 wirkt so wie das "seriösere" Gaming-Headset. Dank Bluetooth-Funktion lässt es sich theoretisch auch draußen mit dem Smartphone einsetzen. Dafür wirkt es allerdings  zu schwer und klobig und der große Mikrofonarm will nicht recht in die Öffentlichkeit passen. Das ist aber auch nicht der Gedanke hinter der Bluetooth-Option – dazu später mehr.

Fazit: Das Sennheiser GSP 670 ist stabil verarbeitet und liegt bequem auf den Ohren auf, hat aber ein recht hohes Gewicht, das irgendwann auf dem Kopf drückt. Das schwarze Design wirkt seriös, doch für den Außeneinsatz via Bluetooth am Smartphone eignet sich das klobige Headset mit großem Mikrofonarm eher nicht.

Technik und Ausstattung: Doppelt kabellos

Das GSP 670 unterstützt Soundübertragung mithilfe des mitgelieferten USB-Funktransmitters und über Bluetooth. Per USB-Kabel lässt sich das Headset mit dem PC verbinden und/oder darüber aufladen. Angesichts des Preises von 350 Euro wäre zusätzlich ein Klinkenanschluss wünschenswert gewesen – damit ließe sich noch einmal mehr aus dem Sound herausholen, etwa mit einem zwischengeschalteten DAC oder einer Soundkarte.

Der Klang wird über einen kleinen USB-Transmitter von der PS4 oder dem PC übertragen. fullscreen
Der Klang wird über einen kleinen USB-Transmitter von der PS4 oder dem PC übertragen.

Das Koppeln klappt jeweils schnell und problemlos. Die Reichweite via Funk beträgt laut Hersteller bis zu zehn Meter, im Test hatten wir aber schon im anliegenden Raum einen aussetzenden Empfang. In der Regel nutzt man das Headset aber im selben Raum, also ist das nicht dramatisch.

Der Akku hält bei Bluetooth-Verbindung rund 20 Stunden, nach sieben Minuten Ladezeit soll das Headset laut Hersteller wieder genug Saft für zwei weitere Gaming-Stunden haben. Bei Funkverbindung beträgt die Akkulaufzeit des GSP 670 rund 16 Stunden. Zum Vergleich: Das vergleichbare Gaming-Headset SteelSeries Arctis 7 2019 Edition schafft hier laut Hersteller gut 24 Stunden. Somit überstehen beide Headsets auch die ausgiebigsten Zockernächte, wobei das Arctis dennoch klar vorne liegt.

Außen an der rechten Hörmuschel des Sennheiser befindet sich ein großes Drehrad, das die Lautstärke des Klangs reguliert. Außerdem gibt es an der Seite darunter ein kleineres Rädchen, das die Lautstärke des Chat-Klangs regelt. Für den PC steht eine spezielle Software zum Download bereit. Diese erlaubt die Anpassung des Klangs sowie der Stimme an die eigenen Wünsche: So kann der Klang etwa für Multiplayer-Shooter optimiert werden, indem die Software die Höhen verstärkt. PlayStation-4-Zocker müssen ohne die App auskommen.

Das Headset lässt sich dank Bluetooth auch zum Musikhören draußen einsetzen – aber das Design passt nicht zu dieser Einsatzoption. fullscreen
Das Headset lässt sich dank Bluetooth auch zum Musikhören draußen einsetzen – aber das Design passt nicht zu dieser Einsatzoption.

Die Bluetooth-Verbindung dient laut Sennheiser in erster Linie dazu, das Headset beim Zocken mit dem Smartphone zu koppeln. So verpasst man keinen Anruf. Nach dem Gespräch geht es dann nahtlos wieder ins Spiel. Die Bluetooth-Verbindung kann aber auch unabhängig von der Funkverbindung genutzt werden – so dient das Headset als Kopfhörer für das Smartphone.

Fazit: Dank Funk-, USB- und Bluetooth-Verbindung ist das GSP 670 optimal aufgestellt für ein kabelloses Headset. Für den Preis hätten wir uns aber auch einen Klinkeneingang gewünscht – etwa für die Anbindung an eine Hi-Fi-Soundkarte.

Klang: Hi-Fi

In Ego-Shootern (hier der Klassiker "Half Life 2: Lost Coast") lassen sich Gegner gut orten. fullscreen
In Ego-Shootern (hier der Klassiker "Half Life 2: Lost Coast") lassen sich Gegner gut orten.

Das Headset ist neutral abgestimmt. Es werden also keine Frequenzen (etwa Tiefen oder Höhen) betont, was bei Gaming-Headsets lange Zeit gerne gemacht wurde. Der ausgewogene Sound klingt obendrein sehr detailliert und lässt sich durchaus als Hi-Fi-Klang bezeichnen. Qualitativ liegt er noch etwas über dem Sound des sehr guten SteelSeries Arctis 7 2019 Edition, das dynamischer und basskräftiger abgestimmt ist. Letztlich ist das aber auch eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Davon abgesehen fällt auf, dass sich die Tonquellen mit dem GSP 670 auch ohne Surround-Simulation gut im Raum orten lassen, was vor allem bei Multiplayer-Ego-Shootern praktisch ist. In der Software lässt sich ein virtueller 7.1-Surround-Sound zuschalten, der den Klang etwas breiter erschallen lässt und den Hall verstärkt. Surround-Simulationen funktionieren bei verschiedenen Benutzern unterschiedlich gut, gehen aber zulasten der Soundqualität. Persönlich bin ich kein Freund davon, aber manche Gamer genießen den unter Umständen räumlicheren Eindruck.

In der PC-Software lässt sich unter anderem der virtuelle 7.1-Sound aktivieren. fullscreen
In der PC-Software lässt sich unter anderem der virtuelle 7.1-Sound aktivieren.

Sennheiser bewirbt explizit die "Low Latency"-Soundübertragung mit dem USB-Funktransmitter. Ich habe mit mehreren Filmen, Serien, Spielen auf PC und PS4 versucht, einen Unterschied zwischen dieser Übertragung mit geringer Latenz und der Funkübertragung mit meinem weniger als halb so teuren Arctis 7 2019 Edition und dessen "geringen Latenzen" (Hersteller) herauszuhören. Ich sehe und höre absolut keinen Unterschied, in beiden Fällen ist der Sound parallel zum Geschehen auf dem Bildschirm auszumachen.

Fazit: Das GSP 670 bietet einen detailreichen, neutralen Hi-Fi-Klang, der der Oberklasse der Gaming-Headsets würdig ist.

Mikrofon: Tolle Geräuschunterdrückung

Das Mikrofon wird durch Herunterklappen des Arms aktiviert. fullscreen
Das Mikrofon wird durch Herunterklappen des Arms aktiviert.

Das Mikrofon ist als großer, drehbarer Arm am linken Hörer angebracht. Es wird durch Herunterklappen aktiviert, wobei ein Klicken zu hören ist. Für das Mikro lässt sich in der Software eine Geräuschunterdrückung in zwei Stufen zuschalten. Da das Programm zum Testzeitpunkt noch unfertig war, konnten wir das Feature aber nicht ausprobieren – das Noise Cancelling war immer an.

Dabei funktionierte es aber hervorragend: Sogar eine direkt im Hintergrund ratternde Spülmaschine war in der Aufzeichnung des Mikrofon-Klangs nicht auszumachen. Die Stimme klang stets gut verständlich – für Spiele optimal. Podcaster und YouTuber besorgen sich vorzugsweise jedoch ein Kondensatormikrofon mit einer noch höheren Soundqualität, wie es etwa Beyerdynamic zusammen mit dem Gaming-Kopfhörer TYGR 300 R im "Team TYGR"-Set anbietet.

Fazit: Das Mikrofon bietet eine sehr gute Geräuschunterdrückung und fängt die Stimme stets gut ein.

Fazit: Sehr gut, aber hoher Preis

Das Sennheiser GSP 670 ist ein stabil verarbeitetes Gaming-Headset, das mit Hi-Fi-Klang und einer äußerst guten Geräuschunterdrückung für das Mikrofon überzeugt. Manche werden es als Nachteil ansehen, dass es sich aufgrund des sperrigen Designs nicht sinnvoll in der Öffentlichkeit als Headset für das Smartphone nutzen lässt, das ist aber offensichtlich nicht das angedachte Einsatzgebiet.

Das GSP 670 ist sehr gut, aber der Preis ist hoch für das Gebotene. fullscreen
Das GSP 670 ist sehr gut, aber der Preis ist hoch für das Gebotene.
Die Polster für die Hörer lassen sich auswechseln. fullscreen
Die Polster für die Hörer lassen sich auswechseln.
Das GSP 670 ist sehr gut, aber der Preis ist hoch für das Gebotene.
Die Polster für die Hörer lassen sich auswechseln.

Ein Makel ist aber das hohe Gewicht, denn irgendwann drückt das Headset beim Zocken ein wenig auf dem Kopf und man muss es in eine neue Position bringen. Das ist etwa beim leichteren SteelSeries Arctis 7 nicht der Fall. Im Vergleich zu den Mitbewerbern fällt dann auch der größte Makel auf: der Preis von 350 Euro. Er bedeutet ein eher verbesserungswürdiges Preis-/Leistungsverhältnis, selbst für ein gutes Oberklasse-Modell. Daher können wir das GSP 670 nicht ganz zum König der kabellosen Gaming-Headsets krönen.

Das hat mir gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Ausgewogener Hi-Fi-Klang

+ Verbindung über Funk und Bluetooth

+ Gute Verarbeitung

+ Gutes Mikrofon

+ Sehr gute Mikro-Rauschunterdrückung

- Hohes Gewicht, drückt auf Dauer

- Hoher Preis

- Kein Klinkenanschluss

Sennheiser GSP 670: Die Alternativen

Aufgrund des Preises von 350 Euro beißt sich das Sennheiser GSP 670 an der Konkurrenz die Zähne aus. So ist das kabellose SteelSeries Arctis 7 2019 Edition bereits für 130 Euro zu haben und obendrein bequemer. Es bietet zur Verbindung zwar nur Funk und kein Bluetooth, hat dafür aber einen Klinkenanschluss. Die Sound- und Mikrofonqualität des GSP 670 ist noch etwas höher, aber keine 220 Euro Aufpreis wert.

Für den Preis von 350 Euro ist das Beyerdynamic Team TYGR ein heftiger Konkurrent. Zu diesem Set gehören nämlich ein hochwertiges Kondensatormikrofon und ein ähnlich gut klingender Kopfhörer, der allerdings nicht kabellos ist. Das ist dafür das ausgezeichnete Astro Gaming A50 Wireless, das für um die 300 Euro zu haben ist.

Sennheiser GSP 670
Sennheiser GSP 670
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Gaming-Headset (Wireless)
  • Farbe
    Schwarz
  • Preis
    350 Euro (UVP)
  • Anschlüsse
    Micro-USB (Laden)
  • Betriebsdauer
    16 Stunden (Funk), 20 Stunden (Bluetooth)
  • Besonderheiten
    Geräuschunterdrückung für das Mikrofon
  • Lieferumfang
    Headset, USB-Receiver für PS4 und PC, USB-Ladekabel
TURN ON Score:
4,0von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    4,0
  • Preis-Leistung
    2,5
  • Ausstattung
    4,0
  • Klang
    4,5
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