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SMACH Z und GPD Win im Vergleich: Was können die Handhelds?

Auf der Gamescom 2016 spielten auch Handhelds wie der GPD Win eine Rolle.
Auf der Gamescom 2016 spielten auch Handhelds wie der GPD Win eine Rolle. (©TURN ON 2016)

Auf der Gamescom 2016 gab es neben zahlreichen Spiele-Neuheiten auch den SMACH Z und den GPD Win zu sehen. Beide sind Handheld-Konsolen der neuesten Generation – während das eine Gerät mit den Touchpads des Steam-Controllers kommt, setzt das andere Gerät auf analoge Sticks wie die PS Vita von Sony. Wir haben auf der Messe einen ersten Vergleichs-Test gemacht.

Design: Klobiges SMACH Z, schlanker GPD Win

Auf der Gamescom 2016 haben wir einen der ersten Prototypen des SMACH Z ausprobieren können. Dieser ist noch ziemlich dick und klobig, doch das Design ist auch noch nicht final. Die fertige Version soll später flacher werden und eine matte Oberfläche bekommen. Der Prototyp hatte noch einen glänzenden Mantel und war dadurch schnell übersät mit Fingerabdrücken. Das Gerät ist noch sehr breit, was wir uns beim längeren Spielen als ermüdend vorstellen. Aber vielleicht wird auch diese Dimension der Größe noch verändert.

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Die SMACH Z ist zumindest als Prototyp noch ganz schön klobig. (©TURN ON 2016)

Der Prototyp des GPD Win ist dagegen kaum größer als die alten Games für den Super Nintendo und so flach, dass er in eine Hosentasche passt. Wie beim Nintendo DS hat der GPD einen Bildschirm, den ihr zuklappen könnt. Doch im Gegensatz zum SMACH Z kommt er mit einer vollständigen Daumen-Tastatur. Auch hier ist das Design noch nicht komplett – um Überhitzungsprobleme zu vermeiden, wollen die Entwickler noch einen Lüfter einbauen.

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Der GPD Win ist in etwa so groß wie ein SNES-Spiel. (©TURN ON 2016)

Technische Details der Handhelds im Vergleich

Die Spezifikationen des SMACH Z lesen sich sehr gut: FullHD-Display, vier bis acht Gigabyte RAM, einen AMD-Grafikchip mit zwei Gigabyte Speicher, 64 bis 128 Gigabyte internen Speicher und einen Prozessor von AMD aus der Falcon-Reihe. Welcher genau zum Einsatz kommt, ist noch nicht entschieden. Beim Display ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Im Prototyp war mit sechs Zoll ein eher großer Bildschirm verbaut. In einer Umfrage unter den Fans hatten die meisten für 5,5 Zoll abgestimmt.

Der GPD Win basiert dagegen auf Intel-Technik. Der 5,5-Zoll-Bildschirm hat nur eine Auflösung von 720p, verbaut sind vier Gigabyte Arbeitsspeicher und der interne Speicher liegt bei 64 Gigabyte. Als Prozessor wird Intels Z8750 mit dem Grafikchip HD 405 zum Einsatz kommen.

Beide Konsolen bieten einen Slot für Micro-SD-Karten, um den internen Speicher zu erweitern. Während der GPD nur Wifi-fähig ist, kann die Pro-Version des SMACH Z auch LTE unterstützen. Als Betriebssystem kommt bei beiden Versionen Windows 10 zum Einsatz. Beim SMACH Z soll es außerdem eine Version mit Steam OS geben – vorausgesetzt Entwickler Valve ist mit dem Endprodukt zufrieden und unterstützt es. Ansonsten wird eine normale Linux-Variante zur Verfügung stehen.

Anschlüsse und Ausstattung

Beim SMACH Z kommen die Touchpads des Steam-Controllers zum Einsatz. Daneben finden wir einen Analogstick und die ABXY-Tasten. Oben sind Trigger- und Bumpertasten und hinten, wo wir das Handheld festhalten, sind links und rechts ebenfalls zwei Tasten untergebracht. Neben einem USB-Typ-C-Anschluss finden wir einen HDMI-Ausgang. Der Kopfhörereingang befindet sich auf der Unterseite.

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Auf der Gamescom 2016 spielten auch Handhelds wie der GPD Win eine Rolle. fullscreen
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Beim GPD ist eine komplette Tastatur verbaut, die sich aber nur sehr schwer bedienen lässt. Darüber befinden sich zwei Analogsticks, das Steuerkreuz und die ABXY-Tasten. Es gibt an der hinteren Seite oben auch Knöpfe für R1 und R2, aber die fühlen sich bei Weitem nicht so gut an wie richtiger Bumper und Trigger. Oberhalb der Tastatur gibt es noch einen Schalter, der den Steuerungsmodus der Analogsticks auf Maussteuerung umstellt, sodass wir unter Windows besser navigieren können. Denn die Symbole und Menüs sind auf dem Touchscreen schon ziemlich klein. Der GPD hat einen USB 3.0 Anschluss, ein Mal USB-Typ C, einen HDMI-Ausgang und einen Kopfhörereingang.

Durch technische Schwierigkeiten gab es beim SMACH Z im Test noch Probleme mit der Framerate bei den Games, sodass wir noch nicht beurteilen können, wie gut die Performance am Ende ist. Die Entwickler werben immerhin damit, dass man zum Beispiel „Bioshock Infinite“ ohne Probleme zocken können soll.

Beim Test des GPD konnten wir das alte „Mirror‘s Edge“ und „Psychonauts“ sehr flüssig spielen. „Minecraft“ hat allerdings aus unerklärlichen Gründen gar nicht funktioniert. Doch auch hier handelt es sich ja noch um einen Prototyp. In der fertigen Version wird ein anderer Prozessor zum Einsatz kommen.

Preise und Release-Termin der Modelle

Der SMACH Z geht im September bei Kickstarter in seine zweite Kampagne. Die erste hatten die Entwickler nach viel Feedback aus der Community abgebrochen, um zunächst einen Prototyp zu bauen. Private Investoren hatten dann jetzt dafür gesorgt, dass dieser hergestellt werden konnte. Die günstigere Version mit vier Gigabyte RAM und 64 Gigabyte internen Speicher soll dort ab 299 Euro zu haben sein. Die Pro-Variante mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher, 128 Gigabyte internen Speicher und LTE wird bei 499 Euro liegen.

Der GPD Win wurde bereits per Indiegogo-Kampagne finanziert und kann bisher für 330 Euro vorbestellt werden. Ausgeliefert wird er laut Plan ab Oktober.

Fazit des Vergleichs: Für jeden was dabei

Bei den beiden Handhelds gibt es keinen klaren Gewinner. Wer lieber eine Tastatur an Bord haben möchte, ist beim GPD besser aufgehoben. Wem vor allem die Touchpads des Steam-Controllers gefallen und wer nicht so gern mit den Analogsticks der PS Vita spielt, sollte sich den SMACH Z näher ansehen. Beide versprechen, die momentanen Probleme zu fixen, sodass am Ende PC-Games flüssig und gut spielbar sein werden. Da müssen wir uns noch ein wenig gedulden, um diese Aussagen zu überprüfen.

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