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"The Division"-Beta angespielt: Taktik-Shooter mit RPG-Flair

"The Divison" erscheint am 8. März für PS4, Xbox One und PC.
"The Divison" erscheint am 8. März für PS4, Xbox One und PC. (©Facebook/TheDivisionDE 2016)

Am vergangenen Donnerstag startete die geschlossene Beta zu Ubisofts neuem Open-World-Shooter "The Division", einen Tag später durften sich auch PS4-Besitzer und PC-Gamer ins zerstörte New York wagen. TURN ON war mit dabei und berichtet von der Front in Manhattan.

Am Wochenende fand die geschlossene Beta zu Ubisofts kommendem Taktik-Shooter "The Division" statt. Eingeladen waren sowohl Besitzer der aktuellen Konsolen Xbox One und PlayStation 4 als auch PC-Gamer. Xbox One-Zocker konnten aufgrund eines Exklusiv-Deals von Microsoft und Ubisoft jedoch schon am Donnerstag und somit einen ganzen Tag früher starten. Einen Vorteil gegenüber den anderen Gamern hatten sie dadurch jedoch nicht, für jede Plattform gab es eigene Server. Auch TURN ON stürzte sich auf der PS4 ins Gefecht und verrät, ob "The Division" tatsächlich das nächste große Ding am Multiplayer-Himmel werden kann.

"The Division": Einstieg mit Tücken

Der Einstieg in die Beta von "The Division" verlief zunächst etwas ruckelig. Das lag aber weniger an (seltenen) Performance-Schwierigkeiten oder (erwartbaren) Verbindungsabbrüchen, sondern am Spiel selbst. Nach einer kurzen Charaktererstellung und einem ebenso kurzen Intro-Video wird man an den Chelsea Piers in New York abgeladen und sofort mit unzähligen Infos, Tutorials und HUD-Elementen zugeballert. Nach ein bis zwei Stunden Eingewöhnung hat man zwar die meisten Spielelemente verstanden, Freunde eines sauberen Bildschirms dürften mit "The Division" aber wahrscheinlich nicht warm werden: Auf nahezu jedem Quadratzentimeter des Screens hat Entwickler Massive Entertainment irgendeine Anzeige untergebracht – das kann vor allem am Anfang etwas erschlagen. Etwas ärgerlich war zudem der Umstand, dass Ubisoft ausgerechnet am Samstagvormittag eine stundenlange Server-Wartung durchführte.

Tom Clancy's The Division Beta fullscreen
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Grafik: Die Endzeit-Atmosphäre stimmt

An der Grafik von "The Division" gibt es eigentlich wenig zu meckern. Klar, das Niveau des ersten E3-Trailers aus dem Jahr 2013 wird nicht erreicht. Allerdings ist "The Division" bei weitem nicht das einzige Spiel, das sich in den letzten Monaten solche Grafik-Downgrade-Vorwürfe gefallen lassen musste. Viel wichtiger ist eigentlich die Atmosphäre im verschneiten und halb verlassenen New York – und hier kann "The Division" wirklich punkten. Wenn man bei Sonnenaufgang die mit Autowracks übersäte 8th Avenue entlangläuft, fühlt man sich wirklich wie in einer Großstadt nach der Virus-Apokalypse. Größere technische Fehler sind in der Beta eigentlich nicht aufgefallen, auf der PS4 lief das Spiel zumeist absolut flüssig.

Tom Clancy's The Division Beta fullscreen
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Über die Story von "The Division" lässt sich nach dem ersten Test hingegen noch nicht viel sagen. In der Beta war nur der Bereich rund um die Chelsea Piers und den Madison Square Garden zugänglich, der Rest von Manhattan wird erst im finalen Spiel verfügbar sein. Zudem gab es nur eine einzige Story-Mission und eine Neben-Quest. Die Geschichte beschränkte sich dabei auf das übliche "Wir holen uns New York zurück". Hoffentlich zeigt sich das fertige "The Division" hier noch etwas abwechslungsreicher. Anders als in frühen Trailern zu sehen sind übrigens Stadtteile wie Brooklyn oder Staten Island zum Start des Spiels nicht mit dabei – möglich allerdings, dass Ubisoft diese in Form von DLC nachliefern wird.

Gameplay: Gewohnte Third-Person-Shooter-Kost + RPG-Elemente

Abgesehen von der atmosphärischen Spielwelt bietet "The Division" in Sachen Gameplay eigentlich nicht viel Neues oder Überraschendes. Im Grundprinzip ist der Ubisoft-Shooter nämlich eine Mischung aus "Gears of War 3" und "Uncharted 3". In der Third-Person-Ansicht erkundet man entweder allein oder mit einem Team von bis zu vier Spielern das durch einen Virusausbruch zerstörte New York und absolviert Story-Missionen.

Bei einer Begegnung mit Feinden (die in der Beta ruhig noch etwas häufiger hätten auftauchen können) kommt es dann zu den typischen Gefechten mit Deckung nehmen, hervorlugen und schießen sowie Blind-Fire. Ein Unterschied zu normalen Third-Person-Shootern: Da "The Division" auf ein RPG-lastiges System setzt, stecken gerade Gegner mit einem höheren Level durchaus viel Blei ein, was durch aufpoppende Schadenspunkte bei Treffern symbolisiert wird.

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Kämpfe laufen in "The Division" nach dem üblichen Third-Person-Shooter-Prinzip ab. (©Screenshot TURN ON 2016)

Von Rollenspielen inspiriert ist auch das Erfahrungspunkte- und Loot-System von "The Division". Für getötete Gegner, absolvierte Missionen oder Hilfe für Zivilisten gibt es XP, die man in die Skills seines Kämpfers investieren kann. Allerdings verbessert man nicht etwa Werte wie Stärke oder Intelligenz, sondern wählt eine Fertigkeit aus den drei Bereichen Medizin, Technik oder Sicherheit aus. Um neue Skills freizuschalten, muss zudem die Heimatbasis durch Missionen ausgebaut werden. Zur Belohnung darf man dann mit einem Scan nach Gegnern suchen oder einen ballistischen Schild auspacken. Diese Skills können später durch Mods noch verbessert werden.

Tom Clancy's The Division Beta fullscreen
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Auch die Waffenverbesserung läuft über Loot und Mods ab: Ganz wie in "Diablo" findet man eigentlich ständig neue Schießeisen, Aufsätze oder Visiere, deren Qualität durch unterschiedliche Farben sofort erkennbar ist. Nach ein wenig Einfuchsen macht das RPG-System in "The Division" durchaus Spaß und dürfte einer der größten Anziehungspunkte für das Spiel werden.

Multiplayer-Aspekt: Immer online und trotzdem allein

"The Division" ist auf Neudeutsch ein Massively Multiplayer Online Third-Person Shooter (MMOTPS) und benötigt daher eine ständige Internetverbindung. Eine klassische Singleplayer-Kampagne hat das Spiel nicht. Dennoch kann man auch als "Lone Wolf" durch New York streifen und Story-Missionen absolvieren. Der Übergang zum Multiplayer-Teil ist dabei nahtlos möglich – wer also eine Mission nicht schafft und lieber mit Koop-Unterstützung angehen will, muss einfach nur das Matchmaking anwerfen. Natürlich steht und fällt der Spielspaß in "The Division" wie in vielen Multiplayer-Titeln mit der Zusammenarbeit der Spieler. Wer mit Freunden und Voice Chat unterwegs ist, ist also klar im Vorteil.

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Story-Missionen kann man im Koop-Modus angehen. (©Screenshot TURN ON 2016)

Dark Zone: Alle gegen alle

Auch gegen menschliche Mitspieler darf man in "The Division" antreten, diese Kämpfe laufen jedoch in einem separaten Gebiet namens Dark Zone ab, das sogar ein eigenes Rang- und Erfahrungspunkte-System hat. Dieser Teil des Spiels ist tatsächlich der bisher Ungewöhnlichste und bietet viel Potenzial – sowohl für spannende Player-versus-Player-Gefechte als auch für reichlich Frust. In der Dark Zone kann man nämlich auch gegen Computergegner antreten, welche nach ihrem Ableben sehr gute Ausrüstungsgegenstände abwerfen. Um diese kontaminierten Gegenstände jedoch im restlichen Spiel nutzen zu können, müssen sie erst aus der Dark Zone ausgeflogen werden.

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In der Dark Zone kann auch gegen andere Spieler angetreten werden. (©Screenshot TURN ON 2016)

Der Knackpunkt: Sobald man den Helikopter ruft, werden alle anderen Spieler in der Dark Zone darüber alarmiert. Sie können nun ebenfalls zum Hubschrauberlandeplatz eilen und schiedlich-friedlich ihren Loot ausfliegen – oder Dich einfach niederschießen und Deine Beute klauen! Dann werden sie als "abtrünnige Agenten" markiert und mit einem Kopfgeld versehen. Wer als "Rogue Agent" in der Dark Zone stirbt, verliert mehr XP und Geld als ein normaler Agent. Im Test der Beta war bereits zu beobachten, dass Gruppen von abtrünnigen Agenten an den Landeplätzen auf arglose Spieler warteten und diese gnadenlos niederschossen – alleine hat man in der Dark Zone also kaum eine Chance. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Problematik im fertigen Spiel entwickelt und ob Ubisoft hier noch gegensteuert.

Fazit: Mächtig Potenzial – und viele offene Fragen

Der zweitägige Test der Beta von "The Division" hat jede Menge Fragen beantwortet – und zugleich jede Menge Neue aufgeworfen. Das Spielprinzip ist recht eingängig und die Steuerung, das Kampfsystem sowie die Charakterentwicklung schnell erlernt. Das von einem Virus zerstörte New York wirkt sehr atmosphärisch und die Grafik ist schön, aber nicht atemberaubend.

Bleibt die große Frage nach der Langzeitmotivation. Immer gleiche Gefechte gegen ähnlich aussehende Gegner und die x-te Mission nach dem Motto "Töte alle Feinde im Bereich" können nämlich sehr schnell langweilig werden. Bleibt zu hoffen, dass Ubisoft hier noch deutlich mehr Ideen in der Hinterhand hat. Ansonsten droht "The Division" ein ähnliches Schicksal wie "Destiny".

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Der Erfolg von "The Division" dürfte vor allem von der Langzeitmotivation abhängen. (©Screenshot TURN ON 2016)

Trotz dieser möglichen Probleme muss ich sagen, dass mich "The Division" nach dem zweitägigen Beta-Test voll infiziert hat. Zu gut funktioniert mal wieder das bekannte Jagen-und-Sammeln-System. Ich wollte immer wieder "nur zehn Minuten" weiterspielen, um noch den nächsten Levelaufstieg zu schaffen oder einen besseren Mod für meine Waffe zu finden. Nach dem Ende meines Beta-Tests habe ich auch gleich zwei Freunde dazu angestiftet, "The Division" nach dem Release im März mit mir zu zocken – Potenzial für unzählige spannende Koop-Stunden ist jedenfalls vorhanden. "The Division" erscheint am 8. März für die Xbox One, die PlayStation 4 und den PC.

Alex und Jens haben ebenfalls die Beta von "The Division" auf der Xbox One angezockt und auf Twitch gestreamt. Den Stream in voller Länge gibt es auf dem YouTube-Kanal von TURN ON.

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