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VR-Abenteuer für PS4: "Robinson: The Journey" im Test

Prähistorisches Adventure: "Robinson: The Journey".
Prähistorisches Adventure: "Robinson: The Journey". (©Crytek 2016)

Mit "Robinson: The Journey" will das deutsche Entwicklerstudio Crytek zeigen, was aus PlayStation VR herauszuholen ist. Als gestrandeter Weltraumsiedler Robin erkundet man in dem Adventure eine virtuelle Dinosaurier-Welt. Ob sich die Reise lohnt, zeigen wir in unserem Test.

Die meisten bisher erschienenen Spiele für Sonys neues Virtual-Reality-Headset PlayStation VR sind nicht viel mehr als erweiterte Demos mit wenigen Stunden Spielzeit. Auch "Robinson: The Journey" ist bereits nach etwa fünf Stunden zu Ende, wirkt aber aufwendig produziert und bietet ein Urzeiterlebnis zum Vollpreis. Ob Crytek hier mehr abliefert als eine Tech-Demo ihrer leistungsfähigen CryEngine, soll unser Test zeigen.

Darum geht's: Gestrandet im Weltall

Der kleine Robin ist auf dem prähistorischen Planeten Tyson 3 gestrandet: Seit über einem Jahr haust er zu Spielbeginn bereits in einer Rettungskapsel. Eine KI namens Higs in Form einer fliegenden Kugel bemuttert ihn rührend und gibt wertvolle Tipps, während Laika, ein T-Rex-Junges, auf Robins Zuruf einfache Befehle ausführen kann. Wir steuern den Jungen durch sein kleines Camp und erkunden den Planeten, wobei wir auf eindrucksvolle Dinosaurier und knifflige Rätsel stoßen, die gelöst werden wollen. Das Tempo des Games ist dabei angenehm ruhig und ermöglicht dem Spieler, sich ausführlich mit der Welt von Tyson 3 auseinander zu setzen.

 Mit dem Multitool können Objekte gescannt werden. fullscreen
Mit dem Multitool können Objekte gescannt werden. (©Youtube / R-e3-F 2016)

Dabei können wir bestimmte Objekte mit einer Art Multitool verschieben oder damit alternativ Lebewesen und Questgegenstände scannen, indem grüne Punkte mit dem Blick markiert und rote wiederum vermieden werden müssen. In einer Bibliothek werden so gescannte Tiere dann wie Achievements gespeichert, was unseren Forscherdrang herausfordert. Darüber hinaus besteht das Gameplay fast ausschließlich aus Umgebungsrätseln. In einigen Situationen muss der Spieler in Higs' Perspektive wechseln, was einen faszinierenden Überblick über die Umgebung ermöglicht. So müssen beispielsweise in Minigames Stromkreise geschlossen werden um Maschinen zum Laufen zu bringen.

Steuerung per Move-Controller nicht möglich

Wichtiger Bestandteil von "Robinson: The Journey" sind außerdem Abschnitte, in denen man teils waghalsige Kletterpartien bestreiten muss. Hier offenbart sich eine der größten Schwächen des Spiels: Die Move-Controller der PlayStation können nicht verwendet werden, dabei sieht Robins Multitool diesen zum Verwechseln ähnlich – in den Kletter-Sequenzen steuern wir die beiden Hände der Figur, was bestimmt vorzüglich mit den Move-Controllern funktioniert hätte. Stattdessen werden hier die Schultertasten des DualShock Controllers verwendet um zuzugreifen, die Blickrichtung bestimmt, wohin die Hände sich bewegen. Die Fortbewegung von Robin erfolgt über den linken Stick, mit dem rechten können wir den Blick zusätzlich zur Steuerung durch das PlayStation VR-Headset in groben Schritten drehen.

 Higs ist die KI, welche Robin mit elterlichem Rat zur Seite steht. fullscreen
Higs ist die KI, welche Robin mit elterlichem Rat zur Seite steht. (©Crytek 2016)

Im Vergleich zu vielen anderen Titeln für PlayStation VR sieht "Robinson: The Journey" in der Tat deutlich besser aus. Gerade in der Gegenwart großer Dinosaurier packt einen im ersten Moment die Ehrfurcht, die Vegetation ist lebendig dargestellt und wirkt sehr detailreich. Auf der PlayStation 4 Pro sind sogar noch ein paar höher aufgelöste Texturen zu sehen. Per Supersampling wird eine höhere Auflösung für die PlayStation VR herunterskaliert – das Ergebnis sorgt für ein dezent besseres Bild.

Fazit: Gameplay & Steuerung mit Schwächen

Für "Robinson: The Journey" verlangt Crytek trotz der knappen Spielzeit von gerade einmal fünf Stunden ungefähr 60 Euro. Lohnt sich die Anschaffung des optisch hochwertigen Virtual-Reality-Games also? Die Story ist sehr schön, wenn auch nicht besonders komplex. Leider hat das Gameplay definitiv Schwächen – auch wenn die Rätsel vom Schwierigkeitsgrad her problemlos zu meistern sind, versäumt Higs es oft, im richtigen Moment Hinweise zu geben. Das verursacht immer wieder Frust, häufige Clippingfehler bei der Steuerung tun ihr Übriges.

 Kletterpartien sind ein wichtiges Element von "Robinson: The Journey". fullscreen
Kletterpartien sind ein wichtiges Element von "Robinson: The Journey". (©Youtube / R-e3-F 2016)

Vor allem eines störte mich beim Test: Nach einiger Zeit wurde mir bewusst, dass Virtual Reality kaum Einfluss auf das Gameplay hat. Auch wenn das Erlebnis optisch schön anzuschauen ist und die Immersion wunderbar funktioniert, hätte man "Robinson: The Journey" wohl genauso ohne PlayStation VR umsetzen können. Das Spiel ist somit kaum mehr als ein sehr guter und optisch beeindruckender Walking Simulator.

Die fehlende Integration der Move-Controller verstärkt diesen Eindruck nur – fast bekommt man das Gefühl, dass dieses Feature es aus unbekannten Gründen nicht in das fertige Game geschafft hat. Vor allem, weil die Hände und das Multitool von Robin förmlich nach der Nutzung der leuchtenden Bewegungs-Controller schreien. Vielleicht fand man bei Crytek einfach keinen sinnvollen Weg die Fortbewegung ohne die Sticks des Dualshock umzusetzen – ein Problem, mit dem sich Entwickler von Virtual-Reality-Spielen immer wieder auseinandersetzen müssen. Wer trotzdem sehen will, was jetzt schon mit PlayStation VR grafisch möglich ist und die Kosten nicht scheut, kann sich auf eine spannende Erkundungstour unter Dinos freuen.

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