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"Yooka-Laylee"-Preview: Jump-'n-Run-Klassiker in neuem Gewand

Mit "Yooka-Laylee" erhält "Banjo-Kazooie" einen spirituellen Nachfolger.
Mit "Yooka-Laylee" erhält "Banjo-Kazooie" einen spirituellen Nachfolger. (©Team 17 Digital 2017)

Mit dem 3D-Platformer "Yooka-Laylee" wollen die ehemaligen Entwickler des N64-Klassikers "Banjo-Kazooie" einen spirituellen Nachfolger auf den Markt bringen. Überholt und altmodisch? Unzählige Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sehen das anders – wir durften die Abenteuer des Chamäleons Yooka-und der Fledermaus Laylee bereits unter die Lupe nehmen.

Anfang April steht der Release von "Yooka-Laylee" auf allen aktuellen Konsolen sowie PC, Mac und Linux an. Zusätzlich war eine Version für die Nintendo Wii U vorgesehen, diese wurde nun aber abgesagt – stattdessen wird der Open-World-Platformer etwas später auf der Nintendo Switch erscheinen. Das Spiel steht vor allem im Zeichen des Retro-Charmes beliebter Jump 'n' Run-Klassiker in 3D und soll zudem mit außergewöhnlichem Umfang überzeugen. Wir durften "Yooka-Laylee" bereits anspielen und konnten uns dabei einen guten Eindruck der ersten Level machen.

Schön durchgeknallt: Yooka und Laylee suchen nach den Pagies

Die durchgeknallte Atmosphäre und die bunten Figuren des Spiels machen von Anfang an klar, dass sich "Yooka-Laylee" nicht sonderlich ernst nimmt. Das Game ist gespickt mit charmanten Anspielungen auf Spieleklassiker und jeder Menge Humor. Dass die Story dabei nur bedingt Sinn ergibt, ist so schon fast selbstverständlich: Der böse Capital B und sein Assistent Dr. Quack saugen mit einer großen Fabrik sämtliche Bücher aus der Heimatwelt des Chamäleons Yooka und dessen Freundin, der Fledermaus Laylee, ab. Auf der Suche nach Seiten aus einem speziellen Buch, den goldenen Pagies, erkunden die beiden im Duo verschiedene Welten und treffen dabei allerlei verrückte Kreaturen. Dabei setzt sich Laylee auf den Kopf von Yooka, beide werden als Einheit gesteuert, wodurch sie ihre jeweiligen Fähigkeiten kombinieren.

 Mit fortlaufendem Spielfortschritt erlernen Yooka und Laylee immer neue Fähigkeiten und Moves. fullscreen
Mit fortlaufendem Spielfortschritt erlernen Yooka und Laylee immer neue Fähigkeiten und Moves. (©Team17 Digital 2017)

Die Verwandtschaft von "Yokaa Laylee" und "Banjo-Kazooie" ist unübersehbar: Viele Spielelemente, Figuren oder Objekte werden Retro-Liebhabern sehr bekannt vorkommen. Die Entwickler hätten wohl am liebsten direkt ein Sequel zu ihrem Spiel "Banjo-Tooie" herausgebracht, allein die Lizenzfrage ließ das nicht zu: Das Entwicklerstudio Rare, welches die Rechte an "Banjo-Kazooie" hält, gehört mittlerweile zu Microsoft und setzt andere Schwerpunkte – etwa den Multiplayer-Titel "Sea of Thieves". Einige ehemalige Entwickler der "Banjo-Kazooie"-Reihe schlossen sich also zusammen und arbeiten nun als Playtonic Games an "Yooka-Laylee". Finanziert wurde das Projekt über eine Crowdfunding-Kampagne: Dessen ursprüngliches Ziel von 175.000 britischen Pfund wurde innerhalb von gerade mal 38 Minuten erreicht, das ursprüngliche Maximum von einer Million Pfund war bereits nach 21 Stunden finanziert. Nachdem das Ziel weiter erhöht wurde, kamen letztendlich über zwei Millionen Pfund für die Entwicklung zusammen, ein wahnsinniger Erfolg.

Klassischer 3D-Platformer in neuem Gewand

Klar, die Zeiten von Nintendo 64 liegen weit hinter "Yooka-Laylee" – technisch macht der Open-World-Platformer einen viel besseren Eindruck und wirkt selbst auf der PS4 recht hochwertig. Für ein System wie die Nintendo Switch scheint das Game wie geschaffen, vor allem, da der Release von "Super Mario Odyssey" offenbar noch etwas auf sich warten lässt. Playtonic Games kündigte zwar bereits an, dass es keinen physischen Release für "Yooka-Laylee" auf der neuen Konsole geben wird – schafft man es aber, das Jump 'n' Run möglichst früh nach dem Nintendo-Switch-Release auf den Markt zu bringen, könnte es sich definitiv zum Geheimtipp entwickeln.

 Die Pagies müssen wir in "Yooka-Laylee" einsammeln um weitere Welten freizuschalten. fullscreen
Die Pagies müssen wir in "Yooka-Laylee" einsammeln um weitere Welten freizuschalten. (©Team17 Digital 2017)

In den frei erkundbaren Welten, die man über verschiedene Portale erreicht, gibt es schon zu Beginn sehr viel zu entdecken. Springend, rollend und rennend bewegen wir uns durch die Landschaft. Später kann man diese Level sogar noch im Tausch gegen gefundene Pagies erweitern. Auch Federn, die als Währung für neue Fähigkeiten gehandelt werden müssen, gibt es überall einzusammeln. Dazu kommen weitere Items und Figuren, die in den großen Welten gefunden werden wollen. Gerade Jäger und Sammler werden an "Yooka-Laylee" daher einen Heidenspaß haben. Dazu gibt es in jedem Level Minispiele und einen Endgegner, den zu besiegen jede Menge Geschicklichkeit erfordert. Alles Elemente, die Retro-Fans schon bei "Banjo-Kazooie" geliebt haben – tatsächlich ist sogar eine Quiz-Challenge mit witzigen Fragen wieder im Spiel zu finden.

Genre-Fans müssen "Yooka-Laylee" haben

Durch die erfolgreiche Kickstarter-Kampagne konnte Playtonic Games zudem viele zusätzliche Features verwirklichen, die von den Fans gewünscht wurden, aber nur durch zusätzliche Mittel realisiert werden konnten. Ein lobenswertes Prinzip, denn so erhält das fertige Spiel von Koop-Multiplayer über Minigames bis hin zu einem N64-Shader-Mode für authentischen Retro-Look zahlreiche Funktionen. In Zeiten schnelllebiger Produktionszyklen und gewinnorientierter Budgets blieben solche Features normalerweise wohl eher auf der Strecke oder würden über kostenpflichtigen DLC ergänzt. Auch diesen soll es nach Release noch geben, für Genre-Liebhaber und Games-Nostalgiker wird "Yooka-Laylee" aber so oder so definitiv ein Pflichtkauf.

Riesige Welten wollen bis in den letzten Winkel erkundet werden. fullscreen
Riesige Welten wollen bis in den letzten Winkel erkundet werden. (©Team17 Digital 2017)
Darin warten jede Menge Herausforderungen auf die beiden Helden. fullscreen
Darin warten jede Menge Herausforderungen auf die beiden Helden. (©Team17 Digital 2017)
Zusätzlich gibt es einige Mini-Games für mehrere Spieler. fullscreen
Zusätzlich gibt es einige Mini-Games für mehrere Spieler. (©Team17 Digital 2017)

"Yooka-Laylee" kann mit bis zu vier Spielern gezockt werden.
Die Musik für das Retro-Spektakel wurde von den Schöpfern des Soundtracks von "Donkey Kong Country" und "Banjo-Kazooie" beigesteuert und auch das Charakter-Design ist völlig authentisch. Ob das Game allerdings auch bei Spielern ankommt, die dieses Retro-Feeling nicht zu schätzen wissen und entsprechende Elemente als überholt ansehen, ist eine andere Frage: Wen stört, dass anstatt Sprachausgabe nur minimalistisches Gegrunze und Geraune zu hören ist oder wer sich für ein Open-World-Game etwas mehr als charismatische Comic-Grafik wünscht, für den wird "Yooka-Laylee" vielleicht eher nichts sein.

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