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12 miese Games-Nachfolger, die die Serie zerstört haben

"Crysis 3" wusste durch seine aufwändige Grafik, aber nicht durch genügend Innovationen zu begeistern.
"Crysis 3" wusste durch seine aufwändige Grafik, aber nicht durch genügend Innovationen zu begeistern. (©Crytek 2016)

Miese Games gibt es viele – aber einige davon haben im Alleingang hervorragende Spieleserien zu Grabe getragen. Neben alten Verdächtigen wie "Duke Nukem Forever" gehören auch beliebte Spiele wie "Crysis 3" zu den Schuldigen. Das sind die 12 miesesten Games-Nachfolger, die ihre Serie zerstört haben.

Fragt man Gamer nach misslungenen Nachfolgern, dann dauert es nicht lange, bis die Namen "Duke Nukem Forever" und "Dragon Age 2" fallen. Doch ein Spiel muss nicht schlecht sein, wie "Duke Nukem Forever", um eine Serie zu killen. Es reicht schon, wenn die Fortsetzung nicht die hohen Maßstäbe erfüllt, welche die Vorgänger aufgestellt haben. Diese 12 Games haben beliebte Spieleserien zunichte gemacht – oder doch nur vorerst?

1. Toll inszeniertes Bugfest: "Alone in the Dark (2008)"

 Nicht mehr zu retten: "Alone in the Dark (2008)" untergrub eine spannende Inszenierung mit schlechter Steuerung und vielen Bugs. fullscreen
Nicht mehr zu retten: "Alone in the Dark (2008)" untergrub eine spannende Inszenierung mit schlechter Steuerung und vielen Bugs. (©YouTube / Hinsten 2016)

"Alone in the Dark" von 1992 gilt als eines der ersten Survival-Horror-Spiele der Geschichte, noch vor "Resident Evil" von 1996. Selbst wenn "Resi" auf dem Survival-Horror-Spiel "Sweet Home" für die Famicom von 1989 beruht. "Alone in the Dark" beruht seinerseits auf dem "Cthulhu-Mythos" von H.P. Lovecraft. Als Privatdetektiv Edward Carnby löst man mysteriöse Kriminalfälle.

Seit "Alone in the Dark" von 2008 geht es mit der Reihe bergab.  Das actionbetonte Spiel bestach zwar durch eine hervorragende Inszenierung und frische Gameplay-Ideen, aber es wurde von allerlei Bugs und Steuerungsproblemen heimgesucht. Die PS3-Fassung "Alone in the Dark: Inferno" löste einige der Probleme, aber andere blieben bestehen. Der Nachfolger "Alone in the Dark: Illumination" wurde schließlich gleich in einem vollkommen unfertigen Zustand auf den Markt geworfen.

Wie es in Lovecrafts "Necronomicon" heißt: "In seinem Haus in R’lyeh wartet träumend der tote Cthulhu." Jedenfalls, bis endlich wieder ein tolles Cthulhu-Spiel erscheint – vielleicht das angekündigte "Call of Cthulhu" von den Machern der "Sherlock Holmes"-Adventures? Ein "Alone in the Dark"-Ableger ist das allerdings nicht. Und das ist wohl auch besser so.

2. Wo bin ich? "Dino Crisis 3"

 Die Kamera zeigt in "Dino Crisis 3" stets die denkbar unpraktischste Perspektive. fullscreen
Die Kamera zeigt in "Dino Crisis 3" stets die denkbar unpraktischste Perspektive. (©YouTube / Hikashido Otakemaru 2016)

Die ersten beiden "Dino Crisis"-Spiele waren an "Jurassic Park" angelehnte Dino-Abenteuer mit dem Gameplay der ersten "Resident Evil"-Ableger. Kein Wunder, stammen sie doch ebenfalls vom Entwickler Capcom. "Dino Crisis 1" spielte wie der Nachfolger auf einer Insel, wo Du Dich gegen Dinosaurier behaupten musst, die durch ein Tor aus der Vergangenheit anreisten. Inszenierung und Atmosphäre versprühten eine Menge "Jurassic Park"-Charme. Das kann man von "Dino Crisis 3" nicht behaupten, wo Du in einem verlassenen Raumschiff gegen Dinosaurier und unübersichtliche Kameraeinstellungen kämpft. Vielleicht bietet "Horizon: Zero Dawn" wieder ein wenig Futter für die vernachlässigten Dino-Fans.

3. Von "Call of Duty" abgehängt: "Medal of Honor: Warfighter"

 In "Medal of Honor: Warfighter" steuerst Du verschiedene Fahrzeuge und alles fliegt in die Luft – "Call of Duty" und "Battlefield" tun dasselbe, nur besser. fullscreen
In "Medal of Honor: Warfighter" steuerst Du verschiedene Fahrzeuge und alles fliegt in die Luft – "Call of Duty" und "Battlefield" tun dasselbe, nur besser. (©Electronic Arts 2016)

Die "Medal of Honor"-Ego-Shooter für die PlayStation 1 galten als Meilensteine des Militär-Shooter-Genres. Die ersten Teile spielten im Zweiten Weltkrieg und orientierten sich an der bombastischen Inszenierung von Filmen wie "Der Soldat James Ryan" und "Der schmale Grat". Bereits das "Medal of Honor" von 2010, das vor dem Hintergrund des Afghanistan-Einsatzes spielte, galt als eher mittelmäßig und mit "Medal of Honor: Warfighter" war die Luft endgültig raus. Das einfallslose Spiel wirkte wie eine Kopie anderer Militär-Shooter wie "Call of Duty" und "Battlefield". Sein Misserfolg brachte dem Publisher Electronic Arts finanzielle Probleme ein.

4. Davon gab es eine Fortsetzung? "Crash: Herrscher der Mutanten"

 Die Wii-Version von "Crash: Herrscher der Mutanten" war hübsch anzusehen. fullscreen
Die Wii-Version von "Crash: Herrscher der Mutanten" war hübsch anzusehen. (©YouTube / Rafeku1 2016)

Bitte, es gab einen Nachfolger von "Crash Bandicoot: Warped"? Ja, und nicht nur einen. Viele Spieler erinnern sich aber kaum an die Games rund um das verrückte Beuteltier nach dem Abschluss der ersten Trilogie für die PlayStation 1, weil Star-Entwickler Naughty Dog ("The Last of Us", "Uncharted"-Reihe) nicht mehr an der Serie beteiligt war. Jedenfalls bis auf den frühen Fun-Racer-Ableger "Crash Team Racing". Und das bemerkte man auch.

Die Nachfolger wie "Der Zorn des Cortex" und "Crash: Twinsanity" waren zwar keine schlechten Spiele, aber sie waren auch nichts Besonderes. Mit "Crash: Herrscher der Mutanten" wurde die Jump 'n' Run-Serie dann endgültig zu Grabe getragen. Das Spiel sah auf der Wii zwar schön aus und es war recht witzig, aber das genügte nicht für eine Wiederbelebung der inzwischen ideenlosen Reihe. Aktuell wird an einem Remake der ersten drei Teile für die PS4 gearbeitet. Ein neuer Anfang? Oder doch nur eine weitere Wiederholung?

5. 15 Jahre hat das gedauert? "Duke Nukem Forever"

 "Duke Nukem Forever" ist nur noch eine Sammlung von Macho-Posen und kein gutes Spiel mehr. fullscreen
"Duke Nukem Forever" ist nur noch eine Sammlung von Macho-Posen und kein gutes Spiel mehr. (©YouTube / SilentQix 2016)

"Duke Nukem 3D" wurde zwar auch für die primitiven Macho-Sprüche des Hauptprotagonisten kritisiert, aber beim Klassiker mit seinen bunten Popkultur-Anspielungen, dem flotten Shooter-Gameplay und generell dem augenzwinkerndem Unsinn, den das Spiel auf den Zocker loslässt, passt das alles irgendwie zusammen. Man kann den postmodernen Zirkus nie wirklich ernst nehmen. Zudem stand die Figur des Dukes nicht so sehr im Vordergrund, sondern fügte sich in die aberwitzige Welt ein.

Der nach 15 Jahren Entwicklungszeit erschienene Nachfolger "Duke Nukem Forever" hingegen konzentrierte sich ganz auf den Duke. Und ein Spiel, bei dem sich alles um einen primitiven Macho dreht und das sich einfallslos an Gameplay und Grafik anderer Shooter der Zeit orientiert, macht einfach keinen Spaß mehr.

6. Der verlorene Reiz: "Jak and Daxter: The Lost Frontier"

 "Jack and Daxter The Lost Frontier" scheiterte an mangelnder Originalität. fullscreen
"Jack and Daxter The Lost Frontier" scheiterte an mangelnder Originalität. (©YouTube / IGN 2016)

"Jack and Daxter: The Lost Frontier" leidet am selben Problem wie die Nachfolger der "Crash Bandicoot"-Trilogie: mangelnder Einfallsreichtum. Und wie dort könnte es auch diesmal daran liegen, dass nicht länger Naughty Dog für die Entwicklung zuständig war, sondern jemand anderes, in diesem Fall High Impact Games. Diese haben sich eng an den Vorgängerspielen orientiert.

Das Ergebnis fällt zwar ordentlich aus, aber nicht mehr als das. Die Dark Dexter-Level wirkten aufgesetzt und das Spiel hätte insgesamt mehr Feinschliff vertragen können. Seitdem hat man nichts mehr von Jak und seinem witzigen Ottsel (Mischung aus Otter und Wiesel)-Kumpan Daxter gehört.

7. Ständiges Aufwärmen: "Dragon Age 2"

 "Dragon Age 2" wärmt immer wieder dieselben Orte und Dungeons auf. fullscreen
"Dragon Age 2" wärmt immer wieder dieselben Orte und Dungeons auf. (© 2016)

"Dragon Age 2" setzte auf mehr Action und Effekte als der Vorgänger, aber dafür wurde an Story, Plot und Charakterentwicklung gespart. Obendrein ist man für verschiedene Quests immer wieder an denselben Orten unterwegs, das Recycling nimmt hier unverschämte Ausmaße an. Schließlich gab es keine vergleichbar großen und dramatischen Entscheidungen mehr zu treffen wie noch im Vorgänger mit seinem legendären Ende.

Mit "Dragon Age: Inquisition" wurde die Serie zwar fortgesetzt, aber ganz nach Hollywood-Maßstäben: Mehr Action, mehr Spielfläche-Quadratmeter mit unsinnig viel Kram zum Aufsammeln und mehr Bombast – dafür weniger Tiefgang. Immerhin können Gamer mit Allmachtsfantasien nun als reicher Inquisitor die ganze Spielwelt beherrschen, während Du im ersten Teil noch als kleiner, aufopferungsvoller Held unterwegs warst.

8. Wie der Name schon sagt: "Banjo & Kazooie: Schraube locker"

 "Banjo & Kazooie Schraube Locker" ist ein Rennspiel, das ein Jump'n'Run sein sollte. fullscreen
"Banjo & Kazooie Schraube Locker" ist ein Rennspiel, das ein Jump'n'Run sein sollte. (©YouTube / LETSPLAYmarkus 2016)

"Banjo-Kazooie" und dessen Nachfolger "Banjo-Tooie" galten als zwei der besten Jump 'n' Runs für den Nintendo 64. Sie konnten es sogar fast mit "Super Mario 64" aufnehmen. Würde der Entwickler Rare im Jahr 2008 wieder einen solchen Hit veröffentlichen, nachdem Microsoft ihn für Xbox 360-Spiele eingekauft hatte? Leider nein. Rare machte aus dem dritten Teil eine Mischung aus Hüpf- und Rennspiel, mit dem Fokus auf Rennspiel-Aspekten wie Wettrennen und dem Bau von Fahrzeugen. Grafik und Humor erinnerten an die alten Erfolge, aber das neue Gameplay-Konzept wirkte fehl am Platz.

9. Testfahrt der Enttäuschung: "Test Drive Unlimited 2"

 "Test Drive Unlimited 2" hätte so schön werden können. Aber das Spiel wurde verhunzt. fullscreen
"Test Drive Unlimited 2" hätte so schön werden können. Aber das Spiel wurde verhunzt. (©Atari 2016)

"Test Drive Unlimited" war ein gelungenes Open-World-Rennspiel, in dem man andere Spieler auf einer schönen Insel zu Wettrennen herausfordern konnte. Der Nachfolger "Test Drive Unlimited 2" bot wieder einen gewaltigen Umfang, war aber ansonsten verhunzt. Die Fahrphysik war träge, die Technik veraltet, die Wettbewerbe langweilig, die KI schlecht, das Balancing mies und was um alles in der Welt möchte uns der Entwickler mit diesen furchtbaren Zwischensequenzen sagen? Aber egal. Als viel besseren Ersatz gibt es jetzt "Forza Horizon 3".

10. Und schon vorbei: "Star Wars: The Force Unleashed 2"

 Ist "Star Wars: The Force Unleashed 2" der Dunklen Seite auf den Leim gegangen? fullscreen
Ist "Star Wars: The Force Unleashed 2" der Dunklen Seite auf den Leim gegangen? (©YouTube / ComboBreakah 2016)

Nach nur gut fünf Stunden ist das Actionspiel "Star Wars: The Force Unleashed 2" auch schon vorüber. Die Präsentation überzeugt bis dahin zwar, nicht aber die belanglose Story, die plötzlich endet. Als Actionspiel funktioniert der "Star Wars"-Ableger halbwegs, aber ansonsten sieht es danach aus, als wären die Entwickler zur Dunklen Seite des Spieldesigns gewechselt.

11. Machos mit Pfeil und Bogen: Crysis 3

 "Crysis 3" springt auf den "Pfeil und Bogen"-Zug auf, hat aber sonst kaum Neuerungen zu bieten. fullscreen
"Crysis 3" springt auf den "Pfeil und Bogen"-Zug auf, hat aber sonst kaum Neuerungen zu bieten. (©Crytek 2016)

"Crysis 1" zog die Spieler einst mit einer fantastischen Grafik in den Bann – aber nicht nur damit. Die Story um eine von den Nordkoreanern in ihre Gewalt gebrachte Insel, auf der plötzlich Aliens auftauchen, übte eine gewisse Faszination aus. In "Crysis 2" rücken die Aliens aufgrund der Geschichte um den machthungrigen Nanosuit-Hersteller in den Hintergrund.  In "Crysis 3" kämpft man weiter gegen Aliens und das böse Nanosuit-Unternehmen.

Aber es ist ein Ego-Shooter, also was erwartet man davon? Jedenfalls mehr als Pfeil und Bogen als neues Gameplay-Feature, nur weil es gerade im Trend war. Und mehr als stumpfe Soldaten als Figuren mit ihren üblichen Macho-Sprüchen und nichts dahinter. Mit "Crysis 3" erreichte die einfallslose B-Movie-Handlung einen traurigen Höhepunkt und auch das Spieldesign bot kaum Innovationen.

12. Hollywoodisierung: "Dead Space 3"

 Während die Vorgänger das Survival-Horror-Genre unsicher machten, ist "Dead Space 3" zum Action-Shooter mutiert. fullscreen
Während die Vorgänger das Survival-Horror-Genre unsicher machten, ist "Dead Space 3" zum Action-Shooter mutiert. (©YouTube / SHN Survival Horror Network 2016)

Platte Action statt Survival Horror, garniert mit Ingame-Shop. Während die ersten "Dead Space"-Spiele als Meisterwerke des gruseligen Sci-Fi-Horrors gelten, artet "Dead Space 3" ziemlich bald zu einem simplen und nicht sonderlich gut funktionierenden Actionfest aus. Die Präsentation ist noch immer hervorragend, aber das Gameplay hat man den außerirdischen Mutanten geopfert. "Dead Space 3" beschritt somit denselben Weg wie "Resident Evil" mit dem sechsten Teil der Serie. Die beiden Serien waren ursprünglich aber nicht auf Action ausgelegt – und das macht ihre neuesten Ableger zu halbgaren Vertretern des Genres.

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