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7 Point-and-Click-Adventures für Knobler & Querdenker

Im Adventure "Deponia" reist Du als selbstgefälliger Chaot Rufus über einen Schrottplaneten.
Im Adventure "Deponia" reist Du als selbstgefälliger Chaot Rufus über einen Schrottplaneten. (©Daedalic Entertainment 2017)

In den Neunzigern waren Point-and-Click-Adventures eines der größten Genres überhaupt. Heute fristen die storylastigen Rätsel-Spiele eher ein Nischendasein, doch von ihrem Charme haben sie nichts verloren. Hier stellen wir Dir sieben besonders sehenswerte Games vor.

1. "Grim Fandango"

Was für eine Story: Als Angestellter eines Reisebüros im Jenseits willst Du Dir in "Grim Fandango" den Weg ins Paradies erarbeiten und zu Lebzeiten angehäufte Karma-Schulden begleichen. Doch dann wirst Du in einen schwunghaften Schwarzmarkthandel mit Schnellzugtickets in die ewige Seligkeit hereingezogen und plötzlich ist die Totenruhe alles andere als ruhig. Mit seinem unverwechselbaren Grafikdesign und seiner originellen Handlung war das Game von LucasArts Ende der 1990er-Jahre ein Kritikerliebling und gilt bis heute als eines der besten Adventures überhaupt. 2015 ist es als Remastered-Edition, die Grafik, Sound und Spielbarkeit verbessert, erneut erschienen.

Plattformen (Remastered Edition): Windows, Linux, OS X, iOS, Android, PlayStation Vita, PlayStation 4

2. "Deponia"

Der Planet Deponia ist eine einzige gigantische Müllkippe, auf der die Bewohner ein eher trostloses Leben führen. Einer davon ist Rufus, den Du in diesem skurrilen Point-and-Click-Adventure vom deutschen Entwickler Daedalic Entertainment steuerst. Der abenteuerlustige Tüftler, der für seine stets katastrophal scheiternden Pläne berüchtigt ist, will sich mit seinem Schicksal nicht abfinden und plant, in die hoch über Deponia schwebende Stadt Elysium zu fliehen, wo die Reichen ein Leben im Luxus führen. Das ist gar nicht so einfach: Nicht nur ist der Weg dorthin mit zahlreichen kniffligen Rätseln und verrückten Charakteren gesäumt. Rufus selbst ist auch noch ein ziemlich eingebildeter Tunichtgut, der stets nur auf den eigenen Vorteil aus ist und sich damit mehr als einmal selbst im Wege steht. Wer mit kantigen Antihelden und ziemlich schwarzem Humor etwas anfangen kann, bekommt in der vierteiligen "Deponia"-Reihe einen modernen Vertreter des klassischen Adventure-Genres, der durch bildhübsches Design und jede Menge Witz besticht.

Plattformen: Windows, Linux, macOS, iOS, PlayStation 4

3. "Machinarium"

Während klassische Point-and-Click-Adventures viel Wert auf ausgefeilte und oft ziemlich witzige Dialoge legen, kommt "Machinarium" ganz ohne Sprache aus. Hauptfigur ist hier der Roboter Josef, der die liebevoll gezeichnete Maschinenstadt Machinarium durchstreift und dabei einer Verschwörung auf die Spur kommt. Um seine Heimat zu retten, muss er – na klar – eine Reihe knackiger Rätsel lösen. Dabei kommuniziert er ausschließlich über Handlungen sowie kleine Bilder in Sprechblasen mit seiner Umwelt, den anderen mechanischen Charakteren und dem Spieler. Nur wer alle Fähigkeiten des kleinen Blechkameraden richtig kombiniert und anwendet, wird in diesem ungewöhnlichen, aber wunderschönen Adventure zum Erfolg gelangen.

Plattformen: Windows, Linux, OS X, iOS, Android, Windows Phone, PlayStation 3, PlayStation 4, PlayStation Vita

4. "Thimbleweed Park"

Ron Gilbert ist eine absolute Ikone auf dem Feld der Point-and-Click-Adventures und zeichnet unter anderem für Klassiker wie "Maniac Mansion" und "The Secret of Monkey Island" (siehe unten) verantwortlich. 2017 legte er mit "Thimbleweed Park" ein neues Game vor, in dem Du in der Rolle von sechs verschiedenen Charakteren mit jeweils eigenen Fähigkeiten einen Mord in einer Kleinstadt aufklären musst. Rein optisch hätte "Thimbleweed Park" dabei auch problemlos in den Neunzigern erscheinen können: 8-Bit-Pixelgrafik und eine Steuerung über neun eingeblendete Verben wie "Anschauen", "Öffnen" oder "Benutzen" lassen das Game aussehen wie einen Retro-Klassiker. Trotzdem ist die Moderne nicht spurlos an ihm vorübergegangen, wie uns Gilbert auch im Interview erklärte: Der Soundtrack etwa tauscht Chiptune-Sounds gegen echte Instrumente und die Animationen sind flüssiger und deutlich zahlreicher, als es bei den "echten" Klassikern der Fall ist. Früher war eben auch bei Adventures nicht alles besser. Aber vieles war gut – und das holt "Thimbleweed Park" ins Heute.

Plattformen: Windows, Linux, macOS, iOS, Android, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch

5. "The Secret of Monkey Island"

Wer Point-and-Click-Adventures sucht, kennt diesen Klassiker vermutlich, aber er darf auf dieser Liste einfach nicht fehlen: Mit dem wilden Seemannsgarn um dem grünschnäbligen Piraten Guybrush Threepwood setzte sich Entwickler LucasArts ein Denkmal der Videospiel-Erzählkunst. Unvergessen bleiben die Beleidigungsduelle gegen andere, meist deutlich raubeinigere, Freibeuter sowie die zahlreichen Running Gags, die teilweise sogar Einzug in die Popkultur gehalten haben. Mindestens genauso kultig wie "The Secret of Monkey Island" ist der Nachfolger "Monkey Island 2: LeChuck's Revenge". Beide Teile wurden 2009 und 2010 als Special Edition mit modernisierter Grafik und verbesserter Steuerung neu aufgelegt

Plattformen (Special Edition): Windows, OS X, iOS, PlayStation 3, Xbox 360

6. "The Walking Dead"

Wenn es um moderne storygetriebene Adventures geht, ist das Studio Telltale Games ganz vorne mit dabei. Mit "The Walking Dead" haben die Entwickler ihr vielleicht eindrücklichstes Abenteuer abgeliefert, das in der düsteren Welt der populären Zombieserie spielt. Viel gerätselt wird hier zwar nicht. Dafür ringt das Game den Spielern immer wieder schwere Entscheidungen ab, die den Spielverlauf entscheidend beeinflussen. Das Schicksal der vielschichtig geschriebenen Überlebenden der Zombieapokalypse steht dabei im Mittelpunkt. Und auch, wenn "The Walking Dead" in Sachen Gameplay keine großen Herausforderungen bereithält, kann es emotional doch sehr fordernd sein. Ein Adventure-Game für Spieler, denen Handlung bei Videospielen wichtiger als alles andere ist.

Plattformen: Windows, macOS, iOS, Android, PlayStation Vita, PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One

7. "Discworld"

Fans von Terry Pratchetts kultigen "Scheibenwelt"-Romanen kommen um dieses Spiel nicht herum: "Discworld" erschien bereits 1995 und ist grafisch entsprechend ganz schön retro unterwegs. Dafür begeistert es mit unnachahmlichem Scheibenwelt-Humor und einer skurrilen Story um den trotteligen Zauberer Rincewind, der einen gefährlichen Drachen im Zaum halten muss. Dabei trifft er auf zahlreiche irre Charaktere, muss völlig abgedrehte Rätsel lösen und zwischenzeitlich sogar rückwärts durch die Zeit reisen, um die Gegenwart in seinem Sinne zu beeinflussen. Kein Wunder, dass "Discworld" nicht nur für seinen absurden Witz, sondern auch für seinen brutalen Schwierigkeitsgrad bekannt ist. Bonus-Kaufgrund für "Monty Python"-Fans: Eric Idle leiht Rincewind im englischen Original seine Stimme.

Plattformen: DOS, MAC, PlayStation, Sega Saturn (per Emulator auch auf modernen Systemen spielbar)

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