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8 Gaming-Trends, die 2020 geprägt haben

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Tolle Neuauflagen, digitales Miteinander, spektakuläre Neuerscheinungen: Das war das Gaming-Jahr 2020. Bild: © Square Enix/Screenshot TURN ON, Nintendo of Europe, CD Projekt Red 2020

Im Großen und Ganzen war 2020 durchwachsen, aber Videospiele erlebten einen Boom – als sozialer Kitt, digitale Treffpunkte, willkommene Ablenkung und Spielwiese für neue Technologien. Hier sind acht Gaming-Trends und -Themen, die das Jahr geprägt haben.

1. Soziales Spielen

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Objektiv betrachtet wohl das Spiel des Jahres 2020: "Among Us". Bild: © InnerSloth 2020

Es ist nicht schön, aber es ist nun einmal so: 2020 war vor allem Corona-Jahr und "kontaktlos" plötzlich nicht mehr nur beim Bezahlen ein Stichwort. Gaming-Fans waren vergleichsweise fein raus: Sich in virtuellen Welten treffen und per Chat kommunizieren hatten sie schließlich seit Jahren geübt! Besonders Spiele mit großem sozialen Aspekt gingen daher durch die Decke. "Animal Crossing: New Horizons" wurde zur niedlichen digitalen Realitätsflucht ins Inselparadies. "Fall Guys" kreuzte Gameshow und familienfreundliches Battle Royale und wurde mit Hype in den ersten Wochen nach Release belohnt. Größter Gewinner war das Indie-Spiel "Among Us", das Spielprinzip des Partyspiels "Werwolf" (auch bekannt als "Mafia") schon vor zwei Jahren als Game umsetzte und jetzt ein Millionenpublikum erreicht.

2. Ladezeiten sind auf einmal wichtig

Bisher machten sich Konsolen-Fans eher selten Gedanken darüber, ob nun eine HDD, eine SSD oder gar eine NVMe-SSD in ihrem Spielgerät steckt. 2020 änderte sich das: PS5 und Xbox Series X/S machten schnellen SSD-Speicher, der bisher vor allem eine Domäne des PC-Gamings war, zum Massenphänomen. Das Marketing der Next-Gen-Konsolen setzte voll auf die Versprechungen tollerer Spielwelten und kürzerer oder gar eliminierter Ladezeiten. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Teraflops, sondern auch um Sekunden. Ladebildschirme waren 2020 nicht mehr nur nötiges Übel, sondern offensiver Teil des Spiele-Diskurses.

3. Raytracing auch

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Doppelter Spidey: Raytracing in "Marvel's Spider-Man: Miles Morales". Bild: © Screenshot TURN ON 2020

Raytracing nimmt seit der Präsentation der ersten Nvidia-RTX-Grafikkarten im Jahr 2018 an Bedeutung zu. Im Jahr 2020 kamen die neuen Spielekonsolen PS5 und Xbox Series X auf den Markt, die Raytracing einsetzen können – das sorgt für mächtigen Aufwind für das Grafikfeature. Raytracing ermittelt, wie ein von Licht angestrahltes Objekt oder eine Oberfläche beleuchtet werden muss und wie Schatten, Farben und Spiegelung auszusehen haben. Dank Raytracing sehen Spielwelten viel realistischer aus.

4. Xbox Game Pass

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Der Xbox Game Pass ist ein wichtiges Argument für die Xbox-Konsolen. Bild: © Microsoft 2019

Mit dem Xbox Game Pass Ultimate bekommst Du regelmäßig Spiele zum Herunterladen und Zocken für Xbox-Konsolen und den PC. 2020 hat der Xbox Game Pass mit dem Release der Xbox Series S und Series X mächtig Aufwind erfahren. Wichtige Gründe sind auch die Einverleibung bedeutender Entwicklerstudios wie Bethesda durch Microsoft und der Umstand, dass Spiele von Electronic Arts nun auch zum Game Pass gehören. Ohnehin bekommen Abonnenten alle Spiele der Xbox Game Studios wie die "Halo"-Serie und "Gears of War". Der Game Pass ist ein entscheidendes Argument der Xbox Series S und X im Vergleich zur PlayStation 5 – 2021 wird zeigen, ob Microsofts Rechnung aufgeht.

5. PlayStation-Exclusives

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Malerischer Abschied von der PS4: "Ghost of Tsushima". Bild: © Sony Interactive Entertainment / Screenshot TURN ON 2020

Seit dem Launch der PS5 ist die PlayStation 4 offiziell Last Gen, doch Sony bereitete ihr einen Abschied nach Maß: Einige der besten Exklusivspiele für die Konsole erschienen im Jahr 2020. "The Last of Us Part 2" holte noch einmal alles aus der alten Hardware raus. "Ghost of Tsushima" begeisterte mit einer tollen offenen Spielwelt. "Marvel's Spider-Man Miles Morales" setzte die bewährte Formel des Vorgängers als Cross-Gen-Spiel auf neuer und alter PlayStation fort. Vielleicht das beeindruckendste PS4-Projekt ist aber "Dreams": Die Kreuzung aus Spiel und umfassendem Spiele-Baukasten macht Game-Entwicklung so einfach und intuitiv wie nie zuvor – und das auf einer Konsole! PC-Spieler freuten sich 2020 ebenfalls über Sony-Spiele: "Horizon Zero Dawn" erschien für Windows-Rechner – ein absolutes Novum für ein PS4-Exclusive und hoffentlich nicht das letzte Mal.

6. Remakes & Remasters

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So schön war's 2009 noch nicht: "Demon's Souls" auf der PS5. Bild: © Sony Interactive Europe 2020

"Resident Evil 3", "Final Fantasy 7", "Mafia", "Demon's Souls", "Crysis", "Tony Hawk's Pro Skater": 2020 brachte eine ganze Reihe alter Spiele als Remakes oder Remastered-Versionen zurück. Viele davon waren auch noch ziemlich gut und zeigten, dass kreative Spiele nicht nur in ihrer jeweiligen Zeit begeistern können. Manchmal reicht schon eine zeitgemäßere Optik, damit Klassiker wie neu erscheinen. Gefahrlos ist das Unterfangen aber nicht: Ausgerechnet Blizzard setzte sich zum Jahresanfang mit "Warcraft 3: Reforged" komplett in die Nesseln – auch, weil lieb gewonnene Features in der Neuauflage aufgeweicht oder gestrichen wurden.

7. Verschiebungen & Crunch-Probleme

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Kam spät und mit schlechtem Gewissen im Gepäck: "Cyberpunk 2077". Bild: © CD Projekt Red 2020

Die Corona-Pandemie zwang auch Entwicklerstudios ins Home Office und legte gewohnte Produktionsprozesse lahm. Kein Wunder, dass Verschiebungen von Spielen 2020 regelmäßig bekannt wurden. Der lang erwartete Release von "Cyberpunk 2077" wurde ganze dreimal verlegt – zum Leidwesen wartender Fans, noch mehr aber wohl zum Leidwesen der Entwickler, die entgegen Versprechungen des Managements in Crunch-Phasen an dem Rollenspiel schufteten. Nicht als einziges Studio, wohlgemerkt, aber als eines der prominentesten. Immerhin: Die Debatte um problematische Arbeitsbedingungen in der Spieleindustrie wurde dadurch 2020 wieder etwas lauter geführt. Falls sich CD Projekt Red im Besonderen und die Spieleindustrie im Speziellen für 2021 einen guten Vorsatz setzen wollen: Hier wäre reichlich Potenzial für Verbesserung.

8. Cyberpunk-Ästhetik

Erst kurz vor Jahresschluss kam "Cyberpunk 2077" dann doch noch raus, aber ästhetisch gesehen prägte es, sicher nicht zufällig, das gesamte Jahr. Vom Ego-Slasher "Ghostrunner" über den schicken Voxel-Indie "Cloudpunk" und das leider nicht sehr überzeugende "Disintegration" bis hin zur Next-Gen-Neuauflage des Detektivdramas "Observer" – im bunt glühenden Neonlicht wollten 2020 alle ein bisschen baden. Ein paar Neuankündigungen sorgen außerdem dafür, dass uns die grellen Dystopien allzu bald nicht ausgehen: Zu nennen sind hier etwa das Cyber-"Diablo" "The Ascent" und das isometrische Rollenspiel "Gamedec".

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