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Besser als erwartet: Diese 6 Games überraschten alle Skeptiker

"Mario + Rabbids: Kingdom Battle" klang erst wie eine Schnapsidee, entpuppte sich dann aber als ziemlich gutes Spiel.
"Mario + Rabbids: Kingdom Battle" klang erst wie eine Schnapsidee, entpuppte sich dann aber als ziemlich gutes Spiel. (©Nintendo of Europe 2018)

Berühmte Spiele-Marken und bekannte Konzepte zum Erfolg bringen – das ist keine Geheimwissenschaft. Viel schwieriger dagegen ist es, Games zum Durchbruch zu verhelfen, die besonders schräg daherkommen oder eine bekannte Marke völlig auf den Kopf stellen. Hier sind sechs mutige Gaming-Hits, die unerwartet großartig geworden sind.

1. "Splatoon"

Wenn man eines von Nintendo nicht erwartet, dann wohl einen kompetitiven Multiplayer-Shooter. Entsprechend skeptisch waren Fans des japanischen Gaming-Riesen, als auf der E3 2014 mit "Splatoon" genau das vorgestellt wurde. Zwar schaffte es das Game, dem Shooter-Genre einen kindgerechten (Farb-)Anstrich zu geben und einige clevere Spielmechaniken – etwa das Einfärben möglichst großer Areale als Siegbedingung – einzuführen. Insgesamt überzeugte das Konzept aber längst nicht alle Spieler.

Dann kam "Splatoon" auf den Markt und erwies sich nicht nur auf der Wii U als absoluter Hit. Mit "Splatoon 2" gibt es mittlerweile schon ein Sequel auf der Nintendo Switch. Die "Inklinge" genannten Hauptfiguren – halb Teenager, halb Tintenfisch – haben Maskottchen-Status erreicht und fallen zwischen Mario, Link und den Pokémon längst nicht mehr negativ auf.

2. "Batman: Arkham Asylum"

Superhelden-Spiele haben es traditionell schwer und daran sind sie in der Regel selbst Schuld: Weil sie lange Zeit nur schnell den Hype um einen neuen Film abgreifen wollten und deshalb qualitativ fragwürdig bis unterirdisch daherkamen, versprachen sich viele Fans auch von "Batman: Arkham Asylum" nicht allzu viel.

Als das Action-Adventure dann 2009 erschien, sorgte es für handfeste Überraschungen: Grafik, Story und Vertonung waren auf Top-Niveau, das Gameplay überzeugte mit flüssigen Parcour-Passagen, spannenden Stealth-Missionen und einem packenden Kampfsystem. Näher dran ans Superhelden-Gefühl brachte die Spieler kaum ein Game vorher. Konsequenterweise ging "Arkham Asylum" als eines der besten Spiele seiner Art in die Geschichte ein und bekam eine Reihe ebenfalls hochgeschätzter Fortsetzungen.

3. "The Legend of Zelda: The Wind Waker"

Link als knuffige Comic-Figur? Das konnten und wollten sich "Zelda"-Fans Anfang der 2000er-Jahre beim besten Willen nicht vorstellen. Als erste Bilder klar machten, dass sich Nintendos ikonische Adventure-Reihe von einem halbwegs realistischen Grafik-Ideal verabschieden und in "The Wind Waker" auf quietschbunte  Cel-Shading-Optik setzen würde, fing sich Nintendo dafür viel Kritik ein.

Der traditionell sturköpfige Konzern zog das Projekt trotzdem durch – und behielt am Ende Recht: Das Gameplay und die Animationen des von manchem Kritiker boshaft "Celda" genannten Spiels überzeugte trotz des gewöhnungsbedürftigen Stils. "The Legend of Zelda: The Wind Waker" holte Top-Noten und reihte sich in vielen Bestenlisten als eines der Highlights des Jahres 2003 und eines der besten Spiele für den GameCube überhaupt ein. Zehn Jahre später erschien es sogar als Remake für die Wii U und wurde erneut mit offenen Armen empfangen.

4. "Resident Evil 4"

"Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht", lautet ein altes Sprichwort und auf "Resident Evil 4" trifft es mustergültig zu. Das 2005 erschienene Game sollte das traditionsreiche Horror-Franchise mit einigen wohlplatzierten Änderungen in die Zukunft führen, doch viele Fans konnten damit so gar nichts anfangen. Eine neue Schulterkamera-Perspektive, mehr Action als Horror und keine Zombies? Das kam im Vorfeld nicht gut an.

Dann kam der Release – und plötzlich heimste das gescholtene Game Lobeshmynen ohne Ende ein. Die kinoreife Präsentation und die revolutionäre Kameraführung begeisterten, der Action-lastigere Ansatz stand dem Franchise bestens zu Gesicht. Das Ende vom Lied: "Resident Evil 4" gilt heute als Gaming-Meilenstein und protzt auf der Website Metacritic mit einem Score von fantastischen 96 Punkten. Nicht übel für einen vorab prophezeihten Fehltritt ...

5. "Mario + Rabbids: Kingdom Battle"

Nintendo-Held Mario kämpft mit Feuerwaffen an der Seite einer Horde alberner Möchtegern-Maskottchen von Ubisoft um die Freiheit des Pilz-Königreichs – welcher Verrückte hat sich das denn ausgedacht? Zugegeben: Auf dem Papier klingt die Prämisse von "Mario + Rabbids: Kingdom Battle" wirklich weniger nach Erfolgsrezept als nach einem ziemlich erbärmlichen Crossover-Versuch.

Nach seinem Release für die Nintendo Switch entpuppte sich das Game dann aber als etwas ganz anderes – nämlich als erstaunlich tiefgängiges Taktik-Strategiespiel, das rundenbasierte Schlachten á la "X-COM" in ein kindgerechtes Grafik-Gewand packte und trotzdem auch erfahrenen Spielern die ein oder andere Nuss zum Knacken bot. Die anarchische Albernheit der Rabbids harmonierte außerdem erstaunlich gut mit dem Mario-Kosmos, weshalb neben dem ausgefeilten Gameplay auch der charmante Humor von "Mario + Rabbids: Kingdom Battle" zum schlagkräftigen Verkaufsargument wurde.

6. "Wolfenstein: The New Order"

Die Anfänge der "Wolfenstein"-Reihe sind story-mäßig eher simpel: Held B.J. Blazkowicz ballert sich im Zweiten Weltkrieg durch Horden von Nazis und schreckt dabei weder vor okkulten Monstrositäten noch dem Jugendschutz-Index zurück. Nachdem dieses Modell Ende der 2000er-Jahre nicht mehr ganz so gut zog wie in den Neunzigern, entschlossen sich Entwickler Machine Games und Publisher Bethesda für einen Neuanfang: Sie verfrachteten das Geschehen kurzerhand in ein alternatives Amerika, in dem die Nazis (in der deutschen Fassung: "das Regime") den Krieg gewonnen haben und setzten neben brutaler Action vermehrt auf Charakterzeichnung und Story.

Dass das bei Fans der alten Ballerorgien nicht allzu gut ankam, kann man sich ausmalen. Letztlich überwogen aber der positive Eindruck und die neuen Chancen, die "The New Order" einem ausgewrungenen Franchise eröffnete. "Wolfenstein 2: The New Colossus" schrieb die Blazkowicz-Saga 2017 fort und konnte die meisten Kritiker ebenfalls überzeugen.

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