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Die 5 größten Flops der Games-Geschichte

Atari vergrub Tausende Exemplare von "E.T." in der Wüste von New Mexico.
Atari vergrub Tausende Exemplare von "E.T." in der Wüste von New Mexico. (©picture alliance / AP Photo 2016)

Schlecht programmierte Games und fürchterliche Marketing-Flops haben im Laufe der Jahre immer wieder Spiele-Fans enttäuscht. Welche 5 Reinfälle aus der Welt der Videospiele uns am meisten frustriert haben, erfährst Du hier.

Die noch junge Geschichte der Video- und Computerspiele ist von innovativen Meilensteinen und kreativen Perlen geprägt. Allerdings pflastern auch unzählige Flops den Weg zur aktuellen Generation digitaler Spielewelten. Einige Titel fielen schlecht geplanten Produktionsabläufen zum Opfer, andere waren einfach nur unterirdisch umgesetzt oder darauf ausgelegt, den Gamern ihr sauer verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen.  Wir bieten einen Überblick der fünf schlechtesten Spiele aller Zeiten.

1. "Tony Hawk: Shred" (2010)

Einst war die "Tony Hawk Pro Skater"-Reihe das Vorzeigekind der Sportsimulationen auf Gaming-Konsolen. Offenbar hatte die Zielgruppe extremen Spaß daran, verrückte Combos auf dem Gamepad zu vollziehen und dabei fantastische Highscores zu knacken. Mit "Tony Hawk: Ride" versaute es Activision dann aber grandios: Der Spieler sollte das Game nun mit einem Spezial-Controller in Form eines Skateboards steuern – also von der Couch aufstehen. Das Experiment ging natürlich in die Hose, die Steuerung ist ganz einfach fürchterlich und bringt schlichtweg keinen Spaß. Aber anstatt zu retten, was zu retten ist, setzte man mit "Tony Hawk: Shred" dann noch einen drauf. Seltsamerweise half dabei auch ein neuer Skateboard-Controller nicht, das Game war noch immer so gut wie unspielbar und verkaufte sich in den USA lediglich 3.000 mal. Der Misserfolg sorgte dafür, dass das Image der Reihe bis heute leidet, und das, obwohl man mittlerweile wieder auf herkömmliche Controller setzt.

2. "E.T." (1982)

Die Spielumsetzung von Stephen Spielbergs Kultfilm ist ohne Frage eines der schlechtesten Videospiele aller Zeiten. Das Game sollte aufgrund der bekannten Vorlage ein großer Erfolg auf dem Atari 2600 werden, die Verhandlungen über die Lizenz zogen sich jedoch in die Länge. Da das Spiel trotzdem pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen sollte, blieben insgesamt nur fünf Wochen Entwicklungszeit für "E.T." – das Resultat war erschütternd: Man steuert eine minimalistische E.T.-Figur, welche Teile eines Telefons einsammeln muss, durch eine sogar für Atari-Verhältnisse lieblos gestaltete Landschaft. Jede Bewegung kostet die Figur Lebenspunkte und sowohl Steuerung, Grafik als auch Gameplay sind dabei fürchterlich frustrierend. Traurige Berühmtheit erlangte das Spiel auch, weil Atari schließlich Tausende unverkaufter Exemplare in der Wüste von New Mexico verschwinden ließ, was erst nach Jahrzehnten durch eine Ausgrabung bewiesen wurde.

3. "Superman: The New Adventures" (1999)

Auch bei diesem Superman-Spiel für das Nintendo 64 verließ man sich wohl vollständig auf die namhafte Lizenz. Kritiker und Fans waren allerdings von der miesen Qualität des Games geschockt, welches auf der Animations-Serie zum Comic-Helden basiert. Superman und seine Freunde werden hier vom Bösewicht Lex Luthor in einer virtuellen Realität gefangen genommen. Der Mann aus Stahl muss nun im Wesentlichen auf unzähligen Hindernisparcours auf Zeit durch Ringe fliegen und zwischendurch armselige Minigames absolvieren. Das Gameplay wiederholt sich ständig und sogar Profis verzweifeln in höheren Leveln an der wabbeligen Steuerung. Hinzu kommt, dass die grottige Grafik und ständig auftretende Glitches das Spiel absolut unfertig erscheinen lassen.

4. "Ride to Hell: Retribution" (2013)

Lust auf ein spannendes Biker-Abenteuer mit jeder Menge Schlägereien, Bier und Babes? Dann schau Dir auf keinen Fall "Ride to Hell: Retribution" an, denn hier handelt es sich um eines der schlechtesten Videogames überhaupt. In Werbeanzeigen zum Spiel wurde noch ein Open-World-Adventure versprochen, tatsächlich ist das Gameplay aber kein Bisschen offen. Die Motorrad-Steuerung fühlt sich an wie eine miese Snowboard-Simulation und die hässlich animierten Figuren verblüffen uns in Sexszenen mit voller Bekleidung oder überflüssigen Schlägereien mit lieblos aneinandergereihten Quick-Time-Events. Darüber hinaus ist das Game überladen mit frauenfeindlichen Klischees und die Motorräder explodieren bei der geringsten Berührung mit Zäunen oder anderen Hindernissen. Damit sind sogar nur die offensichtlichsten Schwächen dieses Mega-Flops aufgezählt – Publisher Deep Silver versinkt hoffentlich bis heute in Scham, wenn der Titel genannt wird.

5. "Big Rigs: Over the Road Racing" (2003)

In diesem schlechten Witz von Videospiel haben wir die Aufgabe, in einem Truck mit zwielichtiger Ladung über US-Highways vor der Polizei zu flüchten. Nun ja, Polizeiwagen sind auf den lieblos dargestellten Strecken nirgends zu entdecken, alle anderen Autos bewegen sich nicht mal, sondern stehen wie angewurzelt auf den Straßen herum. Eine Ladung haben die Trucks in der Regel auch nicht, die Story steht hier also definitiv nicht im Mittelpunkt. Das ist aber noch nicht das Ende des Grauens: Rückwärts fahren die spielbaren Fahrzeuge schneller als vorwärts, eine Höchstgeschwindigkeit gibt es dann auch nicht (der Tacho dreht einfach durch). Das Spiel registriert zudem keinerlei Kollisionen, wenn man gegen Hindernisse fährt. Tatsächlich kann man mit seinem Truck also einfach querfeldein rasen.

Ach ja: Fährt man dabei einen Berg hinauf (90 Grad Steigung sind kein Problem) wird das Fahrzeug sogar noch schneller und Brücken auf der Strecke bestehen offenbar aus Luft. Die Entwicklung des Games kostete den Entwickler Stellar Stone damals lediglich 15.000 US-Dollar und es wurden sogar ganze 20.000 Kopien von "Big Rigs" verkauft – die Kunden wollten allerdings wahrscheinlich eher nach "18 Wheels of Steel" greifen, was ein paar Monate vorher erschien und um Längen besser ist. Mittlerweile ist "Big Rigs: Over the Road Racing" aufgrund seiner abgrundtief miesen Qualität schon fast eine Rarität und besitzt tatsächlich einen gewissen Sammlerwert.

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