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Die 5 unglaublichsten herausgeschnittenen Games-Enden

Das Ende von "Mass Effect 3" ist wahrlich enttäuschend.
Das Ende von "Mass Effect 3" ist wahrlich enttäuschend. (©YouTube / J.C.'s Channel, Electronic Arts 2016)

Die Reapers aus "Mass Effect 3" sind eigentlich die Guten? Aerith aus "Final Fantasy VII wird nicht ermordet?  Einige der dramatischsten Wendungen der Spielegeschichte waren ursprünglich gar nicht so geplant. Das sind die 5 unglaublichsten Games-Enden, die einfach geschnitten wurden.

Achtung Spoiler: Wer eines der Spiele in dieser Auflistung selbst noch spielen möchte, sollte den entsprechenden Absatz beim Lesen einfach überspringen.

1. Die Reapers sind die Guten: "Mass Effect 3"

Das Ende von "Mass Effect 3" gilt weithin als herbe Enttäuschung. Auf einmal erhalten die seit dem ersten Teil als Feinde mit mysteriösen Motiven bekannten Maschinenwesen namens Reapers einen Sprecher: Eine Künstliche Intelligenz in Person eines menschlichen Kindes, das sie zuvor getötet hatten, und das eine eher zweifelhafte Erklärung für die Taten der Reapers auf Lager hat. So zerstören die Wesen jede fortschrittliche Zivilisation, bevor diese Maschinen entwickelt, die sich notwendigerweise gegen ihre eigenen Schöpfer auflehnen. Den (anderen) Maschinen die Arbeit abzunehmen, scheint aber niemandem wirklich zu helfen.

Der Autor Drew Karpyshyn ist für die Storys berühmter PC-Rollenspiele wie "Baldur's Gate 2: Thron des Bhaal", "Neverwinter Nights", "Star Wars: Knights of the Old Republic" und nicht zuletzt "Mass Effect" sowie "Mass Effect 2" mitverantwortlich. Außerdem verfasste er drei Romane zu "Mass Effect". Beim dritten Teil der Serie war er nicht an Bord, kann also nichts für das schräge Ende. An "Mass Effect: Andromeda" schreibt er dagegen wieder mit. Karphyshin erklärte in einem Interview mit Talk Radio AM640, wie das Ende von "Mass Effect 3" während der Arbeiten am zweiten Teil ursprünglich geplant war. Das Ende war damals zwar noch nicht fertig, aber die geplanten Konzepte klingen auch so plausibler als das tatsächliche Ende der epischen Spieleserie.

 Die Reapers aus "Mass Effect 3" sind in einem alternativen Ende die Retter des Universums. fullscreen
Die Reapers aus "Mass Effect 3" sind in einem alternativen Ende die Retter des Universums. (©YouTube / James Fuston 2016)

"Die Dunkle Energie sollte etwas sein, was nur organische Lebensformen haben [...]", so der Autor. "Eventuell würde der Gebrauch dieser Dunklen Energie das Raum-Zeit-Gefüge durcheinander bringen. Vielleicht würden die Reapers darum immer wieder organische Lebensformen auslöschen, weil sich diese regelmäßig bis zu einer Stufe entwickeln, in der sie biotische Fähigkeiten und Dunkle Energie verwenden, was einen entropischen Effekt hat, der das Ende des Universums beschleunigen könnte. Als sterbliche Wesen könnten die Reapers so etwas nicht begrüßen."

Offenbar gab es aber nicht nur ein alternatives Ende, das für "Mass Effect 3" geplant war. Karphyshin erwähnt noch folgende Idee: "[...] Die Reapers könnten vielleicht nach einer Möglichkeit suchen, das Ende des Universums aufzuhalten. Vielleicht entwickelt sich das Universum unaufhaltsam in die Richtung des Gegensatzes zum Big Bang (dem Big Crunch) und die Reapers finden heraus, dass man dieses nur mit der Hilfe von biotischen Fähigkeiten aufhalten kann. Da sie selbst keine biotischen Fähigkeiten einsetzen können, bauen sie immer wieder eine Zivilisation auf und suchen dabei nach der perfekten Spezies, die biotische Fähigkeiten zu diesem Zweck einsetzen kann. Die Asari waren nahe dran, aber noch nicht ganz geeignet, und die Protheaner waren auch nahe dran."

2. Aerith lebt: "Final Fantasy VII"

 Wahrscheinlich war der Tod von Aerith ursprünglich nicht geplant. fullscreen
Wahrscheinlich war der Tod von Aerith ursprünglich nicht geplant. (©YouTube /navgtr 2016)

Aerith (oder Aeris) Gainsborough aus "Final Fantasy VII" zählt zu den typischen "Love Interests" von japanischen Rollenspielen. Sie ist eine junge Blumenverkäuferin aus Midgar, die in der Kirche in den Slums von Sektor 5 ihre Blumen pflegt. Die Hauptfigur von "Final Fantasy VII", Cloud Strife, verliebt sich in sie und versucht sie stets erfolglos davon zu überzeugen, Zuhause zu bleiben und ihn nicht auf seinen gefährlichen Abenteuern zu begleiten. Schließlich wird sie von Sephiroth mit einem Schwertstich in den Rücken ermordet.

So etwas passiert normalerweise nicht mit netten Blumenmädchen. Darum war dieser Plot-Twist damals ein großer Schock für die Spieler, ähnlich wie im Filmbereich die Enthüllung, dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker ist. Es gibt aber eine Reihe von Hinweisen darauf, dass ihr Tod ursprünglich gar nicht vorgesehen war und es vielleicht ein alternatives Ende gab. So entdeckten einige Computernerds auf der PlayStation 1-Disc eine Menge Dialogzeilen von Aerith, die im Spiel nicht vorkommen und darauf hinweisen, dass das Ende geschnitten wurde. In der gedruckten Anleitung zum Spiel befindet sich außerdem ein Bild, auf dem Aerith zum Highwind-Luftschiff aufblickt. Eine passende Szene trägt sich im Spiel jedoch erst nach ihrem Tod zu. Schlussendlich ist beim Endkampf gegen Sephiroth noch Platz auf der Fläche für sie frei, auf der die übrigen Spielfiguren stehen.

3. Conker begeht Selbstmord: "Conker's Bad Fur Day"

 Im ursprünglichen Ende von "Conker's Bad Fur Day" kommt Conker nicht lebend aus der Kneipe. fullscreen
Im ursprünglichen Ende von "Conker's Bad Fur Day" kommt Conker nicht lebend aus der Kneipe. (©YouTube / Jakester12621, Rare 2016)

Das Action-Adventure "Conker's Bad Fur Day" für Nintendo 64 und die erste Xbox sollte ursprünglich mit dem Selbstmord der Hauptfigur enden. Das trinkende und fluchende Eichhörnchen galt einst als Bad Boy-Alternative zu Helden wie Mario und Sonic. Nach Conkers Sieg über den bösen Endgegner Heinrich wird Conker zum König ernannt. Er kann aber den Tod seiner Freundin Berri nicht bewältigen, die mit einem Maschinengewehr voller Blei gepumpt wurde.

Im Ende der im Handel erhältlichen Version betrinkt sich Conker deshalb in einer Kneipe und torkelt dann nach Hause. Ursprünglich sollte er sich in der Toilette der Kneipe mit einem Gewehr in den Kopf schießen, dieses drastische Ende wurde aber geschnitten. Vielleicht war das Spiel den Machern auch so schon bitter-sarkastisch genug.

4. Der Fall des Big Boss: "Metal Gear Solid V: The Phantom Pain"

 Vergaß Hideo Kojima bei all den Klonen und überraschenden Wendungen das eigentliche Thema von "Metal Gear Solid V"? fullscreen
Vergaß Hideo Kojima bei all den Klonen und überraschenden Wendungen das eigentliche Thema von "Metal Gear Solid V"? (©Konami 2016)

"Metal Gear Solid V" sollte ursprünglich den Fall des Big Boss zeigen. Damit sind die Geschehnisse gemeint, die den Big Boss vom Helden zu dem Schurken machen, den man aus dem ersten "Metal Gear" von 1990 kennt. Wie sich im Spielverlauf herausstellt, spielt man nicht einmal wirklich den Big Boss, sondern lediglich einen Klon. Einige "MGS"-Nerds haben in den Daten der PC-Version eine Menge Zwischensequenzen, Dialoge und ein Gebiet für das unveröffentlichte Spielende entdeckt, die darauf hinweisen, dass der Entwickler Hideo Kojima ursprünglich andere Pläne hatte.

Außerdem gibt es da noch das Originalende, das auf der Bonus-Disc der Special Edition auf die Fans wartet. Eine Verbindung zwischen dem ersten und letzten Spiel der Serie wäre eine erzählerisch elegante Lösung gewesen, auf die man schließlich verzichtet hat – vielleicht aufgrund des berüchtigten Streits zwischen Hideo Kojima und dem Publisher Konami.

5. Endkampf auf der Erde: "Halo 2"

 Der Master Chief möchte am Ende von "Halo 2" den Kampf beenden – tut es aber nicht. fullscreen
Der Master Chief möchte am Ende von "Halo 2" den Kampf beenden – tut es aber nicht. (©YouTube / GameRiot / Bungie 2016)

"Halo 2" hatte ein recht abruptes Ende. Der Master Chief sagt dort, er würde den Kampf beenden und tut es dann aber nicht. Das war ursprünglich gar nicht so gedacht, wie der Komponist Marty O'Donnell aus dem damaligen Halo-Team in einem Interview mit IGN erklärte: "Wir konnten unser Vorhaben einfach nicht mehr umsetzen, es war unmöglich. [...] Schließlich hatten wir den ultimativen Cliffhanger am Ende."

Und so sollte das Spiel laut O'Donnell ursprünglich enden: "Du und der Gebieter jagen den Propheten der Wahrheit durch die Arche und dann gibt es ein großes und glorreiches Ende auf der Erde, wo der Kampf seinen Abschluss findet".

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