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Nächste Xbox: Alles, was wir über Project Scarlett wissen

Alles über die nächste Xbox.
Alles über die nächste Xbox.

Im Sommer 2019 hat Microsoft neue Xbox-Hardware angekündigt. Viele Details sind allerdings noch nicht offiziell bekannt. Was genau ist bereits klar und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Vermutungen stimmen? Wir klären auf.

Eigentlich ist es noch nicht lange her, dass Microsoft mit der Xbox One X die bisher stärkste Spielekonsole überhaupt veröffentlicht hat. Dennoch könnte bereits in Kürze neue Hardware erscheinen und damit die nächste Konsolen-Generation einläuten. Microsoft selbst will sich eigenen Angaben zufolge aber vom Konzept der Hardware-Generationen verabschieden: Bisher folgten neue Konsolen stets in Intervallen von etwa sieben Jahren aufeinander.

Wird die nächste Xbox kompatibel zur Xbox One sein?

Microsoft arbeitet bereits darauf hin, so viele ältere Spiele wie möglich auf der Xbox One zum Laufen zu bringen. Bereits zum Release der Xbox One X betonte das US-Unternehmen, dass es keine Games geben werde, die ausschließlich auf der neuesten Hardware spielbar seien. Microsoft stellt sich die Zukunft der Xbox eher als universelle Plattform über Hardware-Grenzen hinweg vor, nicht als Konsolen-Generation. Auf der E3 2019 verkündete Xbox-Chef Phil Spencer nun, dass "Tausende von Spielen aus allen vier Konsolengenerationen auf der kommenden Hardware spielbar" sein werden. Abwärtskompatibilität bleibe "Top-Priorität".

Welche Leistung wird die nächste Xbox-Konsole bringen?

Ursprünglich gab es Gerüchte darüber, dass sich hinter "Project Scarlett" gleich zwei verschiedene Xbox-Modelle verbergen: eine High-End-Konsole mit dem Codenamen "Anaconda" und eine abgespeckte Variante namens "Lockhart". Letztere wird nun aber doch nicht erscheinen.

Project Scarlett bezeichnet gegenwärtig also wieder nur eine Konsole und zwar die stärkere Variante "Xbox Anaconda". Auf der E3 2019 zählte das das Xbox-Team auch schon einige Specs auf:

  • Angepasster Prozessor mit Zen-2- und Radeon-RDNA-Architektur von AMD
  • GDDR6-RAM mit hoher Bandbreite
  • SSD-Laufwerk, das auch als virtueller Arbeitsspeicher eingesetzt wird
  • Raytracing mit Hardware-Beschleunigung
  • Variable Bildwiederholrate bis 120 FPS
  • 8K-Auflösung

Ein neuer AMD-Chip, der bereits in Benchmark-Datenbanken entdeckt wurde, könnte möglicherweise für die kommende Xbox vorgesehen sein.

Phil Spencer auf der E3 2019. fullscreen
Phil Spencer auf der E3 2019.

Wird die nächste Xbox auf Cloud-Streaming setzen?

Cloud-Gaming ist das "nächste große Ding" in der Spiele-Industrie. Microsoft hatte sein Projekt xCloud im Herbst 2018 offiziell vorgestellt. Dabei wird dem Kunden eine Xbox One in der Cloud per Abonnement zur Verfügung gestellt, Bild und Steuerung werden dabei zwischen Server und Client über das Internet übertragen. Eine physische Konsole wäre damit theoretisch nicht mehr nötig, um die Xbox-Plattform zu nutzen. Auf der E3 2019 hat Microsoft erstmals öffentliche Tests von xCloud durchgeführt, der offizielle Start soll Oktober 2019 erfolgen. Das entsprechende Preismodell wurde noch nicht verraten.

Außerdem hat das Unternehmen verkündet, dass die eigene Xbox One via xCloud dann auch kostenfrei als privater Cloud-Gaming-Server verwendet werden kann – eine interessante Idee, die das Streaming-Prinzip vielen Menschen näher bringen wird, die es bisher skeptisch sehen. Diese Funktion wird mit ziemlicher Sicherheit auch bei der neuen Xbox wieder an Bord sein.

Wann kann man die nächste Xbox kaufen?

Der Release von Project Scarlett wurde auf der E3 2019 für Weihnachten 2020 angekündigt. Neue Infos zur nächsten Xbox werden wahrscheinlich im Frühjahr veröffentlicht, mit einer Vorstellung und dem Start der Vorbestellungen ist zur E3 2020 zu rechnen.

Kommt die nächste Xbox mit Virtual-Reality-Support?

Schon für die Xbox One war ein eigenes Virtual-Reality-Headset geplant, das in Konkurrenz zu PlayStation VR hätte gehen sollen. Allerdings konnten die Prototypen die Ansprüche der Microsoft-Entwickler nicht erfüllen, das Projekt wurde eingestellt. Mike Nichols, Chief Marketing Officer von Microsoft Xbox, sagte dazu: "Wir haben keine Pläne mit VR oder Mixed Reality in Hinblick auf die Xbox-Konsolen". Die Pläne könnten sich allerdings seither verändert haben. Zumindest ist denkbar, dass sich die Plattform für die Verwendung mit Headsets von Drittherstellern öffnet.

Noch gar nicht so alt: Die Xbox One X erschien Ende 2017. fullscreen
Noch gar nicht so alt: Die Xbox One X erschien Ende 2017.

Was wird die nächste Xbox kosten?

Über die Preise der nächsten Xbox-Generation können wir bisher nur spekulieren. Die kommende Xbox  könnte zum Release das ursprüngliche Preissegment der Xbox One X von etwa 500 Euro anpeilen. Die aktuelle Konsolengeneration könnte dann zu niedrigeren Preisen im Portfolio verbleiben oder wegfallen – vielleicht mit Ausnahme der Xbox One S All Digital Edition.

Dass Microsoft die magische Preisgrenze von 500 Euro mit der nächsten Xbox sprengt, ist nur dann wahrscheinlich, wenn die Konsole über außergewöhnliche neue Features verfügt. Mit außerordentlich teuren Spielekonsolen machten die Hersteller bisher keine guten Erfahrungen – allen voran Sony mit der glücklosen PS3. Analyst Michael Pachter spricht von einer gewissen "Hartnäckigkeit bei Kunden, nicht mehr als 300 bis 400 Dollar für eine Konsole" zahlen zu wollen.

Die Positionierung der nächsten Xbox-Hardware am Markt wird aber auch maßgeblich davon abhängen, was die Konkurrenz vorhat. Es wird vermutet, dass auch Sony seine PS5 im Laufe des Jahres erstmalig zeigen könnte. Ebenso will Nintendo angeblich weitere Varianten der Nintendo Switch vorstellen. Weiterhin möchten auch andere Anbieter in den Gaming-Markt einsteigen. Vor allem Google scheint mit seinem Dienst Stadia einen ähnlichen Service anzupeilen, wie ihn Microsoft zukünftig mit einer Kombination aus Xbox Game Pass Ultimate und xCloud bieten könnte: eine komplette Gaming-Plattform im Abo-Modell.

Xbox Next: Was passiert auf der E3 2020?

Microsoft wird darauf achten, dass sich die fast traumatischen Ereignisse der E3 2013, auf der sowohl Xbox One als auch PS4 enthüllt wurden, nicht wiederholen. Damals konterte Sony bei der Präsentation der PlayStation 4 die wenige Stunden vorher enthüllte Xbox One aus: Online-Zwang, Beschränkungen beim Weiterverkauf von Spielen und der hohe Preis brachten Microsoft damals viel Kritik ein.

Sony verkündete dagegen, dass die PS4 im Offline-Betrieb nutzbar sein werde, kaum Beschränkungen in Sachen DRM (Digital Rights Management) mitbringe und etwa 100 Euro günstiger sei als die Xbox One. Obwohl Analysten zuvor starke Zweifel am Potenzial der PS4 hatten, war die Einführung der Konsole daraufhin ein großer Erfolg.

Vor diesem Hintergrund könnte Microsoft mit neuen Infos zur nächsten Xbox-Generation vorsichtiger umgehen und Sony vor allem preislich unterbieten wollen. Alternativ könnte das US-Unternehmen versuchen, Spieler in erster Linie mit einem großen Angebot an Zusatz-Services zu überzeugen:  Xbox Game Pass, xCloud und Xbox-Live-Angebote auf firmenfremder Hardware wie der Nintendo Switch könnten am Ende das Zünglein an der Waage sein, um Microsoft am Konsolen-Markt zukünftig wieder besser zu positionieren.

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