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Diese 10 Games-Tode haben uns erschüttert

In "The Last of Us" stirbt Sarah in den Armen ihres Vaters.
In "The Last of Us" stirbt Sarah in den Armen ihres Vaters. (©YouTube / Naughty Dog 2016)

Wenn geliebte Charaktere plötzlich sterben, kann das auch einen gestählten Gamer ganz schön mitnehmen. Selbst wenn die eigene Figur im selben Spiel Tausende Gegner dahinrafft, gelingt es dramatischen Plotwendungen, die Tränen fließen zu lassen. Das sind die 10 schockierendsten Tode in Videospielen.

Computerspiele ähneln in puncto Storytelling zunehmend Filmen. Von daher wundert es nicht, dass manche Videospiele ähnlich überraschende Wendungen nutzen, wie man sie von Filmen kennt. Genau wie dort gibt es viele "überraschende" Twists, die eigentlich vorhersehbar waren und jede Menge Kitsch und Seifernopern-Tragödien. Manchmal überraschen Spiele jedoch auch mit dem Tod einer wichtigen Figur, den man überhaupt nicht kommen sah oder der zumindest auf eine erschütternde und mitreißende Art inszeniert wurde. Die 10 dramatischsten Spiele-Tode haben wir hier aufgelistet – aber Achtung: massiver Spoiler-Alarm!

1. Ethan Forrester in "Game of Thrones – Episode One: Iron from Ice"

Die Fernsehserie "Game of Thrones" ist für ihre überraschenden Tode bekannt. Dabei kann es auch gute und wichtige Charaktere treffen. Allerdings entwickelt selbst GoT in der sechsten Staffel Mitgefühl mit den Zuschauern und einige totgeglaubte Charaktere sind plötzlich wieder am Leben oder waren gar nicht wirklich tot. Das Telltale-Spiel zu "Game of Thrones" ist noch gnadenloser und übertrifft die Schock-Momente der TV-Serie manchmal sogar.

In der ersten Episode lernt man zum Beispiel den jungen Ethan Forrester näher kennen. Man übernimmt seine Steuerung, trifft Entscheidungen als Herr des Hauses Forrester und wird im Glauben gelassen, dass Ethans Charakterentwicklung im Verlauf der Spieleserie noch eine Rolle spielen wird. Doch plötzlich steckt ihm der sadistische Ramsay Bolton einen Dolch in die Kehle und Ethan verblutet.

2. Sarah in "The Last of Us"

Der Tod der kleinen Sarah in "The Last of Us" ist im Gegensatz zu Ethans Tod vorhersehbar. Schließlich weiß man schon durch einen Blick auf das Spielecover von "The Last of Us", dass hier die Geschichte von Joe und Ellie erzählt wird und nicht die Geschichte von Joe und seiner Tochter Sarah. Wie sie stirbt, kommt allerdings nicht ganz wie vermutet.

So wird Sarah kein Opfer eines Zombieangriffs, sondern ein Soldat erschießt das Mädchen, weil er den Befehl erhält, sicherheitshalber einen vielleicht infizierten Menschen mehr zu töten als einen zu wenig und so die weitere Verbreitung des Virus zu riskieren. Auch diese Wendung mag man schon einmal in einem Zombiefilm gesehen haben, aber die mitreißende Art, wie Sarah in den Armen ihres Vaters stirbt, ist so hervorragend inszeniert, dass man sie kaum aushalten kann.

3. Jenny in "The Darkness"

Der Ego-Shooter "The Darkness" lässt den Spieler tief in die Beziehung der Hauptfigur Jackie Estacado mit seiner Freundin Jenny eintauchen. Umso schmerzhafter ist der Moment, wenn Jenny von einem Mafioso zeremoniell hingerichtet wird, um Rache an Jackie zu nehmen. Man wird als Spieler bis zuletzt im Glauben gelassen, dass man Jennys Tod verhindern kann und selbst danach redet man sich ein, dass es wohl nur ein Albtraum war. Aber sie ist wirklich tot. Das war verdammt sadistisch von Entwickler Starbreeze Studios.

4. Dominic Santiago in "Gears of War 3"

Zumindest die ersten drei "Gears of War"-Spiele bestechen nicht gerade durch ihre Charakterzeichnung. Größtenteils hat man es mit holzschnittartigen Soldatenklischees zu tun, die nicht von der zentralen Action ablenken sollen. Doch in "Gears of War 3" wird die Charakterzeichnung an einer Stelle auf einmal gut und der Tod einer Figur ist dem Spieler plötzlich nicht mehr egal, sondern nimmt einen mit. Es geht um den Tod von Dominic Santiago alias "Dom", der sich selbst opfert, um seine Kameraden zu retten. Kurz zuvor trauert Dom um seine tote Frau und seine toten Kinder und er folgt ihnen schließlich. "Gears of War 3" ergreift das durch den Kampf gegen Mutantenhorden gestählte Spielerherz, kaut es durch und spuckt es aus.

5. John Marston in "Red Dead Redemption"

In "Red Dead Redemption" spielt man John Marston, der im Wilden Westen Kriminelle bekämpft. Er kann seine Frau und seinen Sohn am Ende vor einer Bande retten, doch er selbst wird von Kugeln durchsiebt. Man hätte als Spieler nicht vermutet, dass Rockstar einen der wenigen moralisch guten Charaktere aus ihrer Spieleschmiede sterben lassen würde. Andererseits passt es doch wieder zum Konzept, da man in den Rockstar-Spielen wie GTA meist mit Schwerkriminellen unterwegs ist und auf deren Erfolg hofft oder hoffen soll. In "Red Dead Redemption" gewinnen konsequenterweise mal wieder die Kriminellen, nur dass man hier erlebt, wie es sich anfühlt, wenn man in den Schuhen des getöteten Helden steckt.

6. Lee Everett in "The Walking Dead"

Der Tod von Lee Everett in "The Walking Dead" übertreibt es fast schon mit dem Tränendrüsen-Faktor. Lee ist der Hauptprotagonist des Zombie-Spiels und wird die meiste Zeit vom Spieler durch das Abenteuer gesteuert. Nach dem Ausbruch des Zombie-Virus nimmt sich Lee der kleinen Clementine an und beschützt sie vor bösen Menschen und gefräßigen Untoten. Am Ende muss Lee jedoch selbst daran glauben. Man kann sich entscheiden, ihn von dem kleinen Mädchen erschießen oder ihn zu einem Zombie mutieren zu lassen. Voll krank.

7. Booker DeWitt in "Bioshock Infinite"

Das Ende des philosophischen Ego-Shooters "Bioshock Infinite" ist nicht so leicht zu verstehen. Es ist eigentlich ein positives Ende, aber sieht man sich die Endszene nach den Credits nicht an, glaubt man, der Hauptcharakter Booker DeWitt wäre gerade von seiner Tochter Elizabeth alias Anna DeWitt ertränkt worden. Tatsächlich zerstört er mit dieser tödlichen Taufe am Ende jedoch nur die parallele Realität, in der Booker zum selbst ernannten Propheten und Diktator Comstock wird. Das heißt, dass Anna nun in der verbliebenen Realität als Bookers Tochter aufwächst. Im DLC "Seebestattung" nimmt die Geschichte wieder eine tragische Wendung, aber vielleicht sollte man "Bioshock Infinite" als abgeschlossene Geschichte betrachten. Jedenfalls, wenn man ein Freund von Happy Ends ist.

8. Noble Team in "Halo Reach"

In "Halo Reach" spielt man einen Soldaten einer Einheit, der wie seine Kameraden letztlich zum Tod verdammt ist. "Reach" ist der Name einer irdischen Kolonie, welche die Einheit gegen eine Alien-Invasion verteidigen soll. Die Soldaten sterben einer nach dem anderen, inklusive Noble 6, den man selbst steuert. Am Ende sieht man, dass Reach 40 Jahre später nach dem Ende des Krieges gegen die Aliens wieder von Menschen bewohnt wird. Trotzdem ist es schockierend, dass die eigene Spielfigur inklusive ihres gesamten Teams im Spiel stirbt.

9. Der Joker in "Batman: Arkham City"

Der Joker ist der wichtigste Gegenspieler von Batman. Es war kaum vorherzusehen, dass er am Ende von "Batman: Arkham City" wirklich sterben würde. Normalerweise gelingt es Comichelden nur, ihre Feinde kurzzeitig außer Gefecht zu setzen, bei Batman landen sie normalerweise im Gefängnis oder in der Irrenanstalt Arkham. In diesem Spiel leidet der Joker an einem tödlichen Virus und zwingt Batman, das Gegengift aufzutreiben. Als Batman am Ende überlegt, ob er ihm das Mittel überreichen soll, greift der Joker ihn mit einem Messer an und dabei zerbricht das Glas mit dem Gegengift.

Schließlich trägt Batman den Leichnam des Jokers zur eingetroffenen Polizei. Der Joker ist in diesem Spiel also wirklich tot. Das war ein großer Schock für die Fans. Auch wird der Tod des verrückten Massenmörders so inszeniert, dass er fast schon traurig ist. Nicht so sehr wegen dem Tod des Mörders selbst, sondern weil er bis zum Ende schreckliche Entscheidungen getroffen hat, die letztlich dazu geführt haben.

10. Naia in "Brothers: A Tale of Two Sons"

Das Adventure "Brothers: A Tale of Two Sons" erzählt ein ergreifendes Märchen über zwei Brüder, die sich zu einem gefährlichen Abenteuer aufmachen um ein Heilmittel für ihren kranken Vater zu finden. Gegen Ende verliebt sich der große Bruder Naia in ein Mädchen, das sich schließlich in eine gefährliche Riesenspinne verwandelt. Die Spinne hatte den großen Bruder nur in Mädchengestalt verführt, um ihn töten und verschlingen zu können.

Naia besiegt zwar die Spinne, wird dabei aber verwundet und stirbt schließlich . Als sein Bruder Naiee muss man ihn begraben. Naiee gewinnt nun die Fähigkeiten seines Bruders, er ist durch seine Hilfe während des Spielverlaufs gereift und kann seinen Vater am Ende heilen. In der letzten Szene bricht der Vater weinend zusammen und trauert um den toten Naia. Insbesondere die Szene, in der man als Naiee seinen Bruder zu dessen Grab schleppen muss, ist geradezu grausam und sadistisch seitens der Entwickler. Und warum musste Naia überhaupt sterben? Als Strafe dafür, dass er sich zum ersten Mal verliebt hat? Das ist eine sehr fragwürdige Botschaft. Märchen könnten ruhig auch einmal märchenhaft enden.

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