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Diese 5 Technologien haben das Gaming revolutioniert

Gran-Turismos-Sport-PlayStation-VR
Gran-Turismos-Sport-PlayStation-VR (©Sony 2017)

Vom einfachen Ping-Pong-Spiel über den Racing-Sitz in der Spielhalle bis zur immersiven Virtual-Reality-Erfahrung: Gaming-Innovationen haben unser liebstes Hobby über Jahrzehnte immer weiter nach vorne gebracht – mit Gaming-Technologien, die sich rasant weiterentwickeln. Hier ist ein kleiner Überblick über die wichtigsten Schritte bisher.

1. Künstliche Intelligenz

 Immer dann, wenn auch nur ein einziger Computergegner im Spiel ist, wird Künstliche Intelligenz zum Muss. fullscreen
Immer dann, wenn auch nur ein einziger Computergegner im Spiel ist, wird Künstliche Intelligenz zum Muss. (©Nintendo of Europe 2017)

Mit ihr steht und fällt bis heute alles: Kein Solospiel kommt ohne Künstliche Intelligenz (KI) aus. Seit den 1980er-Jahren experimentieren Spieleentwickler mit der KI und versuchen, sie zu perfektionieren. Dabei geht es nicht einmal bloß um mehr emotionale Tiefe oder Interaktionsmöglichkeiten mit vom Computer gesteuerten Figuren und NPCs (Non-playable-Characters): Selbst beim einfachsten Rennspiel muss irgendwer schließlich die anderen Autos steuern.

Die aus einer Schachsimulation weiterentwickelte Gaming-Innovation ist bis heute entscheidend für den Spielspaß, denn die KI bestimmt den Schwierigkeitsgrad. Wer bei einem Rollenspiel vom Endboss gnadenlos eins auf die Mütze bekommt, kann sich nur bei den Entwicklern beschweren. Auch für Spielekritiker ist immer wieder die entscheidende Frage: Wie gut ist die KI, wie reagieren die nicht spielbaren Figuren, haben sie gute Antworten parat, verhalten sie sich realistisch? Wer nicht nur auf Online-Spiele schwört, muss daher immer auf eine gute und ausbalancierte KI hoffen.

2. Augmented Reality

 "Pokémon Go" verknüpfte sehr erfolgreich Schnitzeljagd und Smartphone-Hightech. fullscreen
"Pokémon Go" verknüpfte sehr erfolgreich Schnitzeljagd und Smartphone-Hightech. (©TURN ON 2016)

Der Hype um "Pokémon GO" hat dem Trend der Augmented Reality (AR) den letzten Kick in den Mainstream verpasst. Zuvor wurde bei Insidern bereit fleißig "Ingress" gezockt, aber die Minimonster kennt eben jeder. AR hat es dank Smartphones möglich gemacht, die reale Welt ins Spielgeschehen mit einzubeziehen. Die durch die Kamera erfasste Umwelt wird zur Spielwelt, es ist physische Bewegung des Spielers nötig, um voranzukommen. Damit wurde Müttern und Vätern aus aller Welt das Argument "Du sitzt ja nur drinnen und zockst!" ein für alle Mal genommen.

Im Sommer 2016 erreichte der Trend seinen Höhepunkt und weltweit wurde über Pokémontrainer berichtet, die Hunderte Kilometer über Wochen zurücklegten, um mit einem Tap auf den Bildschirm die seltensten Nintendo-Viecher einfangen zu können. Mancherorten sorgten sie dabei leider sogar für Unfälle und Verkehrsbehinderungen. Allerdings zeigt Augmented Reality auch, dass sich Spieler wegen des Bewegungs-Trackings auch mehr Gedanken um Datenschutz machen müssen. Zudem ist die Akkuleistung der Gaming-Innovation noch nicht gewachsen: Ohne Powerbar währt das Outdoor-Zockvergnügen meist nur wenige Stunden.

3. Wireless

 Heute nur noch bei Retro-Konsolen wie dem NES Classic Mini (rechts) vorstellbar: Kabel am Controller! fullscreen
Heute nur noch bei Retro-Konsolen wie dem NES Classic Mini (rechts) vorstellbar: Kabel am Controller! (©TURN ON 2016)

Neben der Revolution durch Smartphones, die nicht nur Gamer betraf, kann man den Gewinn an Mobilität auch im eigenen Zockerzuhause beobachten. Angehörige der Generation Millennials, also quasi ab dem Jahr 2000 Geborene, werden darüber schmunzeln, wie Gamer damals an langen verhedderten Kabeln direkt vom dem Röhrenfernseher kauerten. Noch vor rund 20 Jahren war der klobige und in Mittelstandsfamilien trotzdem nicht besonders große TV-Apparat der einzige Bildschirm, auf dem gespielt werden konnte – neben dem PC, aber der war meist tabu und im Arbeitszimmer weggesperrt. Auch wer ein eigenes Gerät im Zimmer stehen hatte, musste sich mit kabelgebundenen Controllern begnügen. Erst mit der Konsolengeneration um PlayStation 3, Xbox 360 und Wii zog mehr Freiheit in die Spielzimmer ein – und mit ihr die immerwährende Frage: Wo ist der Controller?

4. Virtual Reality

 VR-Brillen lassen un in andere Welten eintauchen. fullscreen
VR-Brillen lassen un in andere Welten eintauchen. (©Samsung 2016)

Ob der wirkliche Beginn des virtuellen Gamings tatsächlich der gescheiterte Virtual Boy von Nintendo aus dem Jahr 1995 ist, bleibt strittig. Fakt aber ist: Vom hydraulischen Rennsimulator-Sitz in der Spielhalle bis zur jüngsten Gaming-Innovation durch bezahlbare Virtual-Reality-Brillen für den Hausgebrauch versuchen Spieleentwickler schon länger, uns das völlige Eintauchen in Spielwelten schmackhaft zu machen.

So richtig klappen will das leider immer noch nicht: Für eine klobige VR-Brille muss der Spieler immer noch mindestens 300 Euro auf den Tisch legen, also ungefähr den Preis einer kompletten Konsole. Neuere VR-Spiele haben sich technisch zwar gemausert und bieten spannende Erfahrungen, die sich aber sehr schnell abnutzen und zudem auch flott durchgespielt sind. So ungern die Spieleindustrie das hören möchte: Bisher ist VR vor allem eine nette kleine Spielerei, aber wenig mehr. Die Revolution bleibt also bislang eine rein technische.

5. Free to play

 "Clash of Clans" ist eines der populärsten Free-to-Play-Spiele. fullscreen
"Clash of Clans" ist eines der populärsten Free-to-Play-Spiele. (©Supercell 2016)

Sie schossen wie gierige Start-up-Pilze in den letzten zehn Jahren aus dem Boden, und viele verschwanden auch schnell wieder: Firmen wie Bigpoint, Zynga, Goodgame Studios oder Supercell. Ihre Spezialität: Free-to-play-Software, also Spiele, deren Anschaffung nichts kostet und die unkompliziert vor allem auf Smartphones und PCs laufen. Auch etablierte Spieleentwickler wie EA sprangen bald auf den Zug auf. Das Geheimnis zum Gewinnerfolg: auf die Spieler zugeschnittene Werbung und natürlich Mikrotransaktionen, also Spielgegenstände oder -vorteile, die gegen kleine Echtgeld-Beträge erworben werden können.

Die Kontroversen darum nehmen kein Ende, aber eine Revolution sind diese Spiele dennoch: Schließlich wird mit ihnen jedes Jahr laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware etwa eine halbe Milliarde Euro umgesetzt. Gerade Gelegenheitszocker und Smartphone-Daddler wurden mit Free-to-Play-Games mit ins Boot geholt und dadurch das Hobby Videospiele stärker in die Mitte der Gesellschaft gerückt.

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