Ratgeber

Diese Videospiel-Schurken verkörpern das ultimative Böse

Wir lieben es, sie zu hassen: Videospiel-Bösewichte. Wir stellen die zehn größten digitalen Fieslinge vor.
Der untote Pirat LeChuck ist der Bösewicht aus Monkey Island.
Der untote Pirat LeChuck ist der Bösewicht aus Monkey Island. (©YouTube/Cobra Commander 2014)

Jeder Held ist immer nur so gut wie sein Gegenspieler – das gilt ganz besonders für Videogames. Erst im Angesicht der Gefahr wachsen Mario und Co. über sich hinaus. Und mal ehrlich: Was haben wir doch in frühen Tagen vor manchem Schurken gezittert – oder ihn für seine Pläne und Taten gehasst? Wir stellen zehn Bösewichte vor, deren Präsenz in Videospielen wir für legendär halten.

1. LeChuck ("Monkey Island")

Man hat es nicht leicht als untoter Geisterpirat. Das erfährt LeChuck in den Spielen der "Monkey Island"-Reihe ein ums andere Mal. Mit schwarzer Voodoo-Magie und genial-größenwahnsinnigen Plänen will er endlich das Herz der schönen Elaine gewinnen. Dass er immer wieder vom tölpeligen Möchtegern-Helden Guybrush Threepwood überlistet wird, wurmt ihn nun schon seit dem Start der Serie im Jahr 1990 – und erheitert Adventure-Fans umso mehr.

2. Sephiroth ("Final Fantasy VII")

Ein hinabsausendes Schwert, ein Stich – und Millionen Spieler starrten 1997 geschockt auf den Bildschirm, als der weißhaarige Genmutant Sephiroth in "Final Fantasy VII" auf Sonys PlayStation den wohl traumatischsten Mord der Videospielgeschichte verübte. Da half kein Zetern und kein Schreien: Die süße Blumenverkäuferin Aeris, bis zu diesem Zeitpunkt immerhin ein Hauptcharakter des Spiels, war tot – vom weißhaarigen Superwesen beim Gebet erdolcht. Allein durch diese Szene wurde das Japano-Rollenspiel unsterblich.

3. Die Flood ("Halo")

"Halo" war 2001 der erste große Smash-Hit für Microsofts Xbox. Als wir das erste mal auf die Flood trafen – eine parasitäre, intelligente Lebensform, die jedes Lebewesen sofort assimiliert – war das wohl die größte Überraschung des Shooter-Meilensteins. Und der größte Schock. Grausiger Clou des Spiels: Der "Halo" war nicht nur die ikonische Ringwelt, auf der das Abenteuer spielte, sondern zugleich auch eine zerstörerische Superwaffe, mit der die Flood als letzte Rettungsmaßnahme vernichtet werden sollte. Und damit auch alles Leben in der Galaxis. Zum Glück rettete der Master Chief – nicht zum letzten Mal – die Menschheit vor der totalen Auslöschung.

4. "Onkel" Paulie Franchetti ("The Darkness")Half

Seinen Namen kennen wohl nur die wenigsten – aber wer das düstere Comic-Geballer "The Darkness" aus dem Jahr 2007 gespielt hat, kann sich garantiert an "Onkel" Paulie Franchetti erinnern. Hilflos mussten wir mit ansehen, wie er Jenny, die Freundin des Protagonisten Jackie Estacado, kaltblütig erschoss. Es war eine grausame Szene, die zwei Haupthemen des Spiels – Wut und Rache – auf besonders verstörende Art unterstrich. Einziger Trost: Der Verräter Paulie wird am Ende des Spiels zur Rechenschaft gezogen.

5. König Panther ("Conker's Bad Fur Day")

Der passionierte Vollmilchtrinker König Panther hat es auf Eichhörnchen Conker aus dem Klassiker "Conker's Bad Fur Day" abgesehen. Und zwar aus einem einzigen Grund: Er braucht ein neues Bein für seinen Tisch, der wackelt immer so. Und Conker hat genau die richtigen Maße. Also sendet der Pantherkönig seine Schergen auf die Jagd nach dem lebenden Tischbein. Das kunterbunte Hüpfabenteuer für Nintendos N64 war anarchisch, völlig durchgeknallt und im Jahr 2001 wegen exzessiver – wenn auch in Knuddelgrafik dargestellter – Sex- und Gewalteinlagen nur etwas für Erwachsene.

6. Pyramid Head ("Silent Hill 2")

Der mysteriöse Schlächter mit dem dreieckigen Helm trat das erste Mal 2001 im Horror-Meisterwerk "Silent Hill 2" auf. Dort terrorisierte er den gequälten Helden James Sunderland. Seitdem ist Pyramid Head eine Art Maskottchen für die Serie geworden, was ihm ein bisschen von seiner undurchschaubaren Faszination nimmt. Wer mehr über ihn erfahren will – etwa, welche Rolle er im Spiel verkörpert, warum er die unglückliche Mary drei Mal (!) ermordet und was DAS nun überhaupt bedeuten soll – der findet massenweise Interpretationsansätze und Analysen im Internet.

7. Der Purpur-Tentakel ("Day of the Tentacle")

Was macht ein intelligenter Tentakel, der versehentlich giftiges Wasser trinkt und dem daraufhin zwei kümmerliche Ärmchen wachsen? Klar: Die Weltherrschaft an sich reißen. Oder es zumindest versuchen. "Day of the Tentacle" aus dem Jahr 1993 ist der inhaltliche Nachfolger des Adventure-Klassikers "Maniac Mansion" und gilt vielen Fans als eines der besten Spiele aller Zeiten. Die originelle Zeitreise-Geschichte in Verbindung mit der liebevoll gezeichneten Pixelgrafik und dem messerscharfen Humor sorgen bis heute für Lachtränen.

8. Dr. Breen ("Half Life 2")

"Wenn Du sie nicht besiegen kannst, dann verbünde Dich mit ihnen". Nach genau dieser Maxime verfährt Dr. Breen, der Gegenspieler in "Half-Life 2" von 2004. Um die Vernichtung der Menschheit abzuwenden, geht er mit den außerirdischen Combine einen Pakt ein und herrscht fortan als alleiniger Machthaber über die Erde. Was selbstlos und edel scheint, verdammt die Überlebenden aber zu einem Leben als Sklaven. Fans warten jetzt schon seit gefühlten Ewigkeiten auf "Episode 3", die die Handlung des Spiels endgültig abschließen soll. Hersteller Valve schweigt aber eisern – das ist reinste Folter!

9. GLaDOS ("Portal")

Sie ist genauso intelligent wie wahnsinnig, von Forscherdrang beseelt und bis ins Mark sarkastisch: GLaDOS, das "Genetic Lifeform and Disc Operating System". Das Computersystem mit der kalten Frauenstimme wurde mit dem Erscheinen des Knobel-Hits "Portal" im Jahr 2007 sofort ein Liebling unter Spielern. Welcher andere Bösewicht verspricht einem schon "Kuchen", wenn man es durch eine Handvoll tödlicher Testkammern schafft?

10. Bowser ("Super Mario Bros.")

Es gibt wohl keinen Videospieler, der ihn nicht kennt? Bowser ist seit nunmehr rund 30 Jahren der erbitterte Erzfeind des Nintendo-Klempners Mario. Seine "Pläne" bestehen meistens daraus, Prinzessin Peach zu entführen, um Mario aus der Reserve zu locken – und er scheitert regelmäßig damit. Das hält ihn aber nicht davon ab, es wieder und wieder zu versuchen. Bowser ist vielleicht nicht sonderlich erfolgreich als Bösewicht. Aber seine Entschlossenheit und seine unbedingte Liebe zum Böse-Sein muss man einfach bewundern.

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