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"Doom", "Dota", "Dark Souls": Diese 8 Games prägten ganze Genres

Riesige Gegner, harte Kämpfe und keine Toleranz für Fehler? Dafür ist "Dark Souls" berüchtigt und hat mit dieser Formel viele Entwickler zu Nachahmern inspiriert, die oft Soulslike-Spiele genannt werden.
Riesige Gegner, harte Kämpfe und keine Toleranz für Fehler? Dafür ist "Dark Souls" berüchtigt und hat mit dieser Formel viele Entwickler zu Nachahmern inspiriert, die oft Soulslike-Spiele genannt werden. (©Bandai Namco Entertainment 2017)

Videospiele aller Arten gibt es wie Sand am Meer, doch nur ab und zu kommt eines vorbei, das ein paar entscheidende Dinge anders macht und manchmal ein gesamtes Genre umkrempelt. Hier sind acht Games, die in nachfolgenden Spielen tiefe Spuren hinterlassen haben – oder sogar ihre eigenen Genres begründeten.

1. "Street Fighter II" (Beat'em Up)

Das 1991 veröffentlichte "Street Fighter II" ist nicht umsonst der beliebteste und erfolgreichste Teil der gesamten Spieleserie: Entwickler Capcom machte mit dem Game zahlreiche Mechaniken populär, die für so gut wie alle Beat 'em ups nach ihm Standard wurden. Darunter: ein vielfältiger Cast an spielbaren Figuren, knallige Spezialattacken, die zu Kombos zusammengefügt werden können und selbst kleine Innovationen – wie eine prominent am oberen Bildschirmrand platzierte Gesundheitsanzeige für jeden Kämpfer.

2. "Super Mario Bros." (Jump'n'Run)

"Super Mario Bros." aus dem Jahr 1985 war nicht das erste Jump 'n' Run – dieser Titel gebührt eher Games wie "Donkey Kong" oder "Pitfall". Nintendos wehrhafter Klempner verhalf dem Genre aber zu einer Popularität, die damals ihresgleichen suchte. Die für Plattformer heute selbstverständliche Kombination aus dem typischen Sidescroller-Bildschirm, den zu Welten verknüpften, oft grundverschiedenen Levels und einer liebevollen grafischen und akustischen Aufmachung verdanken spätere Genrevertreter in erster Linie dem durchschlagenden Erfolg von "Super Mario Bros."

3. "Doom" (First-Person-Shooter)

Ego-Shooter, in denen von der Spielfigur nur der Waffenlauf sichtbar ist, sind heute eines der populärsten Videospiel-Genres überhaupt. Bis zur Hochglanz-Online-Multiplayer-Action eines "Call of Duty" oder "Destiny" war es aber ein weiter Weg – und ein wichtiger Meilenstein ist dabei die Veröffentlichung von "Doom" im Jahr 1993. Die Idee, den Spieler durch die Ego-Perspektive direkt durch die Augen des Protagonisten blicken zu lassen, kombinierte das Game mit für die Zeit beeindruckender Pseudo-3D-Grafik und einem blutigen Horror-Szenario. Das Spielprinzip teilte es sich zwar mit dem nur wenige Monate vorher erschienenen "Wolfenstein 3D", doch der größere Erfolg von "Doom" machte den Shooter jahrelang zum Bezugspunkt für Entwickler und Gamer.

4. "Dune II: Kampf um Arrakis" (Echtzeitstrategie)

Die Neuerungen, die "Dune II: Kampf um Arrakis" 1992 ins Echtzeitstrategie-Genre einführte, waren so grundlegend, dass spätere Klassiker wie "Age of Empires", "Starcraft" oder "Command & Conquer" ohne sie überhaupt nicht vorstellbar wären. Der wohl größte Meilenstein: die direkte Steuerung der Einheiten per Mausklick. Auch unterschiedliche spielbare Fraktionen und der Aufbau einer wirtschaftlich funktionierenden Basis als Gameplay-Element waren Ideen, die das Game von Westwood Studios fest mit dem Genre verknüpfte. Apropos: Selbst der englische Genrebegriff "real-time strategy" soll erstmals für das Spiel verwendet worden sein – als Marketing-Terminus, den Westwood-Mitbegründer Brett Sperry für "Dune II" entwarf.

5. "Warcraft 3: Defense of the Ancients" (MOBA)

Das populärste MOBA-Game der Gegenwart ist "League of Legends", doch ohne den "Warcraft 3"-Mod "Defense of the Ancients" – kurz "Dota" – gäbe es vermutlich das ganze Genre nicht. Das Spielprinzip ist seit dem Release des Mods im Jahr 2002 nur in Details verändert worden, die Grundzüge bleiben bei so gut wie allen MOBA-Games gleich: Zwei Teams treten mit mehreren Helden auf einer Karte gegeneinander an und versuchen, die Basis des Gegnerteams zu zerstören. Dazu muss einem stetigen Fluss von computergesteuerten Mini-Monstern – sogenannten "Creeps" – über unterschiedliche Laufstrecken ein Weg ins feindliche Lager gebahnt werden und das Kräftegleichgewicht durch cleveren Einsatz von Helden-Fähigkeiten zugunsten der eigenen Mannschaft verschoben werden. Die zahlreichen existenten "Dota"-Nachahmer sind leicht zu verstehen, aber schwer zu meistern – und gerade deshalb wohl so beliebt.

6. "Rogue" (Roguelike)

"Rogue" war in den 1980er-Jahren ein extrem populäres Game, das grafisch aus heutiger Sicht nicht viel hermacht, aber spielerisch Maßstäbe setzte: Der Spieler muss in einem zufällig generierten Höhlensystem ein magisches Amulett finden und dabei gegen allerlei Monster kämpfen oder ihnen ausweichen. Das Gameplay läuft rundenbasiert ab, eine Permadeath-Mechanik sorgt dafür, dass mit dem Ableben der Spielfigur auch der Spielfortschritt unwiederbringlich weg ist. Im Fahrwasser des Games entstand das wenig subtil benannte Genre Roguelike, in dem insbesondere diese beiden Merkmale typischerweise mit anderen Genres wie Jump 'n' Runs oder Action-Rollenspielen verknüpft werden.

7. "Metroid"/"Castlevania" (Metroidvania)

Wie viele genreprägende Games in dieser Liste waren auch die "Metroid"-Reihe und das "Castlevania"-Franchise nicht die ersten, die vermeintlich charakteristische Gameplay-Elemente verwendeten. Im Fahrwasser ihrer Popularität wurden Games mit großen, verwinkelten Level-Welten voller versteckter Geheimnisse, einem Schwerpunkt auf Entdecken und Experimentieren, hohem Wiederspielwert und bombastisch inszenierten Bosskämpfen aber bald mit dem Etikett Metroidvania versehen. Vor allem bei Indie-Entwicklern erfreut sich das Genre bis heute ungebrochener Beliebtheit und hat zum Beispiel Spiele wie "Ori and the Blind Forest" oder "Hollow Knight" hervorgebracht. Über die verbliebene Nähe zu den beiden Eltern-Spielen "Metroid" und "Castlevania" darf bei vielen ihrer Kinder natürlich – wie immer bei Genrebezeichnungen – gestritten werden.

8. "Dark Souls" (Soulslike)

Ob der Genrebegriff Soulslike wirklich seine Berechtigung hat, wird in der Gaming-Community heiß diskutiert. Es kann aber nur schwer bestritten werden, dass die "Dark Souls"-Reihe einige Eigenheiten aufweist, die von zahlreichen späteren Spielen fast schablonenhaft übernommen wurden. Dazu zählt vor allem das langsame, als bockschwer berüchtigte, aber im Grunde faire Kampfsystem, in dem geduldiges Beobachten und Parieren belohnt werden. Die ausgeteilten Schläge sind wuchtig, die Gegner oft gigantisch und mit der Ausdauer muss sorgsam umgegangen werden. Auch die Idee von sammel- und einlösbaren Erfahrungspunkten, die beim Tod des Spielcharakters wieder verloren gehen, haben Spiele wie "Bloodborne" oder "The Surge" dankbar übernommen. Reicht das für ein eigenes Genre? Die Zeit wird es zeigen. Einflussreich ist "Dark Souls" aber ohne Zweifel.

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