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Gamescom 2018: Unser Survival-Guide für den Messebesuch

Die Gamescom lockt auch 2018 wieder mit den heißesten Games-Neuerscheinungen der kommenden Monate.
Die Gamescom lockt auch 2018 wieder mit den heißesten Games-Neuerscheinungen der kommenden Monate. (©Gamescom 2017)

Die Gamescom ist die weltgrößte Videospielmesse und stellt auch an ausdauernde Großevent-Fans immer wieder neue Herausforderungen. Wir geben Dir einige praktische Tipps aus erster Hand, damit Du die Gamescom 2018 trotz der Menschenmassen in vollen Zügen genießen kannst.

Jeden Sommer pilgern Gamer aus der ganzen Welt nach Köln, um auf der Gamescom die neuesten Spiele hautnah erleben zu können. Mit den Jahren wurde die Messe aber nicht nur zu einem Kult-Event für Nerds, Cosplayer und Gamer – Videospiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, weswegen nun auch jede Menge “Normalos” vorbeischauen.

Als regelmäßiger Besucher habe ich über die Jahre die harte Schule der Messe-Fails durchlaufen. Vom Tagesticket über den Fachbesucher-Pass bis hin zum Ausstellerausweis durfte ich dabei schon alle Stufen des Gamescom-Nirvanas erleben. Zerschlissene Sneaker, durchgeschwitzte Nerd-Shirts und geplatzte Goodiebags sind stille Zeugen meines Werdegangs. Nun, mein lieber Padawan, ist der Zeitpunkt gekommen, mein Wissen mit Dir zu teilen. Mögen diese Überlebenstipps Dein nächstes Gamescom-Erlebnis etwas erleichtern!

TURN ON auf der Gamescom 2018
Auch wir von  TURN ON werden uns dieses Jahr wieder ins Messegetümmel stürzen. Alex & Meru sind vor Ort und begleiten das Event auf TURN ON-YouTube sowie auf all unseren anderen Kanälen. Wir freuen uns, Dich zu sehen!

1. Eintrittskarten vorher besorgen

Kauf Dir das Ticket zur Gamescom 2018 auf jeden Fall im Vorverkauf. Zwar ist das theoretisch auch vor Ort möglich, aber man sollte so vielen Schlangen wie möglich aus dem Weg gehen. Darüber hinaus bist Du so auf der sicheren Seite, falls der Messetag plötzlich doch ausverkauft ist. Es gibt jeweils am Nachmittag zwar noch Wildcard-Tickets für Nachrücker, für die solltest Du Dich aber sehr, sehr frühzeitig an der Kasse positionieren.

2. Meide das Wochenende!

Wenn es irgendwie möglich ist, besuche die Gamescom 2018 nicht am Freitag oder Samstag, sondern an den Tagen davor. Erfahrungsgemäß ist der Besucherandrang dann deutlich geringer und die meisten Goodies sind auch noch nicht vergriffen.

 Wer keine Menschenmassen mag, nimmt für die Gamescom lieber einen Tagt Urlaub. Leer wird's aber auch in der Woche nicht! fullscreen
Wer keine Menschenmassen mag, nimmt für die Gamescom lieber einen Tagt Urlaub. Leer wird's aber auch in der Woche nicht! (©Gamescom / Koeln Messe 2018)

3. Anreise mit Bus & Bahn: Nutze das Gratis-Ticket

Selbstverständlich empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu den gängigen Zeiten ist es zwar auch in Bussen und Bahnen sehr voll und Du musst am Messegelände einige Fußwege in Kauf nehmen. Wer nicht gerne läuft, hat auf der Gamescom aber sowieso nicht viel Spaß.

Das Messeticket beinhaltet eine kostenfreie Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr, gültig für die Länge des Aufenthaltes – äußerst praktisch! Hab aber unbedingt Deinen gültigen Personalausweis dabei, der zum Namen auf der Eintrittskarte passt! Die Kölner Kontrolleure sind mittlerweile Gamescom-Vollprofis und haben schon alles gehört, was man an kreativen Entschuldigungen so vortragen kann.

4. Anreise mit dem Auto: Großstadtdschungel Köln

Die Verkehrsführung in Köln ist für Touristen gewöhnungsbedürftig. Wer mit dem Auto anreist, sollte sich daher darüber im Klaren sein, dass der Kölner an sich offenbar ungern links abbiegt – zumindest wird Dir diese Option oft gar nicht gegeben. Wer einmal nicht aufpasst, findet sich ganz schnell auf der falschen Rheinseite wieder und dreht eine Extrarunde.

Hinzu kommt, dass Köln mit Blitzern gespickt ist – gerade auf den Rheinbrücken sollte auf gar keinen Fall die Höchstgeschwindigkeit überschritten werden. Genau wie die Hoteliers wittern die städtischen Ordnungshüter während der Gamescom Hochkonjunktur und packen ganz gern auch mal spontan die Laserpistole aus. Immerhin kann man den Strafzettel mittlerweile bequem per EC-Karte vom Fahrersitz aus zahlen.

5. Gemischte Anreise: Nutze Park & Rail

Wer es auf einen der gebührenpflichtigen Parkplätze geschafft hat, muss mit ungefähr 10 Euro pro Tag rechnen. Um auf das Messegelände zu kommen, ist zudem meist noch ein mittelschwerer Gewaltmarsch zu absolvieren. Zu empfehlen ist daher das Park & Rail-System der Kölner Verkehrsbetriebe: Einfach eine entsprechende Station heraussuchen, bequem parken und das letzte Stück Weg ohne Stau genießen. Die Eintrittskarte ist wie beschrieben gleichzeitig ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel.

6. Gepäck: Das muss mit

Die Gamescom hat in den letzten Jahren die Sicherheitsbestimmungen verschärft. Besucher werden gebeten, so weit es geht auf Taschen und Rucksäcke zu verzichten. An den Eingängen werden bereits ab 7 Uhr Sicherheitskontrollen durchgeführt, wer auf Gepäck verzichtet, spart sich und anderen also eine Menge Wartezeit.

 Wer wenig Gepäck hat, kann oft schneller zocken. Ein paar Must-Haves gibt es trotzdem. fullscreen
Wer wenig Gepäck hat, kann oft schneller zocken. Ein paar Must-Haves gibt es trotzdem. (© 2017)

Wer unbedingt die großen Blockbuster anzocken will, wird um lange Warteschlangen an den Messeständen nicht herumkommen. Ein gutes Buch oder eine Handheld-Konsole sind also keine schlechte Idee. Wer hat, packt auch einen Zusatz-Akku fürs Smartphone mit ein.

Unbedingt empfehlenswert sind ein Ersatz-Shirt und insgesamt bequeme Kleidung – im Rekordsommer 2018 ist es schließlich auch in Köln sehr warm. Wer noch Platz hat, sollte auch ein zweites Paar Schuhe mitbringen – ein Wechsel des Schuhwerks nach der Hälfte des Messetages kann bei schmerzenden Füßen wahre Wunder bewirken. Generell gilt hier: Je bequemer, desto besser!

7. Essen & Trinken: Brotdose dringend empfohlen

Am besten packst Du so viel Verpflegung wie irgend möglich ins Gepäck. Die Messe verbietet mitgebrachtes Essen und Getränke nicht (Ausnahme: Glasbehälter sind nicht erlaubt), und ganz ehrlich: Perfide Preise und teils mittelmäßige Qualität sprechen nicht gerade für die Messegastronomie.  Besonders wichtig: Viel Wasser trinken! Wer auch noch gern etwas halbwegs Gesundes zu sich nehmen möchte, hat es an den Imbiss-Ständen der Gamescom ohnehin schwer.

Zwar verfallen Tagestickets mit dem Verlassen des Geländes, aber wer sowieso länger da ist, sollte sich eher an den Schlangen der Fressbuden am Deutzer S-Bahnhof anstellen und so etwas Geld sparen.

8. Los geht's: Ab ins Getümmel

Um den Gamescom-Tag optimal auszunutzen, wollen viele Besucher möglichst früh an der Messe aufschlagen. Bei Einlass gibt es dann tumultartige Szenen und Wettläufe um die vordersten Plätze in den Warteschlangen. Wer nicht als Erster in den Hallen sein muss, kann sich nach dem Frühstück aber auch gerne etwas Zeit lassen. So oder so kommst Du um lange Schlangen meist nicht herum. Trotzdem gibt es einige Strategien, mit denen Du das Messe-Erlebnis tweaken kannst.

 Schon am Eingang der Gamescom ist in jedem Fall mit Wartezeit zu rechnen. fullscreen
Schon am Eingang der Gamescom ist in jedem Fall mit Wartezeit zu rechnen. (©Twitter / Frau Schattenspiel 2016)

Die größten Menschenmassen strömen durch den Eingang Süd am S-Bahnhof Deutz. Trotz der vermeintlichen Fast-Lane kann es aber hilfreich sein, lieber den Eingang Nord hinter dem Messekreisel zu nutzen. Hier musst Du auch nicht erst am Business-Bereich vorbeiwandern, sondern kommst direkt auf den zentralen Messe-Boulevard, von dem alle Hallen abgehen.

Wichtig: Vor der Messe werden verschiedenfarbige Bändchen verteilt, mit denen Du  je nach Alter in die entsprechenden FSK-Bereiche gelangst. Stell Dich dort nicht an – auch in den Hallen gibt es genügend Ausgabestellen.

9. Cosplayer: Erste Hilfe & Sicherheit

Die Gamescom ist ein Paradies für Cosplayer. Gut zu wissen: Vor Ort gibt es eine Reparaturwerkstatt für Kostüme mit erfahrenem Personal, das Dir gern mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn mal was kaputtgeht. Cosplayerinnen sollten sich übrigens vor zwielichtigen Fotografen in Acht nehmen, die die gute Stimmung als Vorwand nehmen, um Fotos von jungen Mädchen zu sammeln. Hier handelt es sich allerdings eher um Einzelfälle.

 Cosplay – die offizielle Religion der Gamescom. fullscreen
Cosplay – die offizielle Religion der Gamescom. (©Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld 2018)

Auch in Sachen Cosplay wurden die Sicherheitsbestimmungen der Gamescom angepasst. Realistische Waffennachbildungen sind laut de Kostümgestaltungsregeln verboten und werden bereits am Eingang einbehalten. Auch im gesamten Stadtgebiet von Köln wird darum gebeten, auf waffenähnliche Elemente bei Kostümen zu verzichten. Scharfe oder spitze Werkzeuge, Pyrotechnik, Elektroschocker und Reizgas oder gar echte Waffen sind natürlich ebenfalls nicht erlaubt.

10. Morgen ist auch noch ein Tag

Nimm Dir nicht zu viel vor: Der Andrang an den Ständen ist nicht zu unterschätzen und auch zwischendurch gibt es vieles zu entdecken, für das es sich lohnt, kurz stehen zu bleiben. Eine gute Strategie ist es, am ersten Besuchstag erstmal die Hallen zu erkunden und sich die wichtigsten Wegpunkte für später zu merken. So kannst Du besser abwägen, wofür es sich am Ende lohnt, die eine oder andere Stunde anzustehen.

Plane unbedingt großzügige Pausen in den Messebesuch ein. Hierzu eignen sich besonders etwas abgelegene Teile der Messe, überall sind dafür entsprechende Ruhezonen vorgesehen. Gut zu wissen: Einige Hallen haben zwei Etagen, im unteren Stockwerk ist es mitunter deutlich leerer. Natürlich kannst Du auch unter freiem Himmel pausieren und dabei die vermeintlich frische Luft genießen. Raucher, fehlender Schatten und schwer zu findende Sitzgelegenheiten machen die klimatisierten Hallen aber sehr attraktiv.

Der Zustand der Toiletten ist auf der Gamescom immerhin passabel, wer ein besonders stilles Örtchen sucht, sollte sich in Richtung der am Rande gelegenen Messehallen orientieren. Dort ist es unter Umständen ein wenig sauberer und wer Glück hat, muss auch nicht anstehen. Trotzdem: Schieb den Gang zum Klo nicht zu lange hinaus, sonst stehst Du eventuell trotz größter Not noch eine Viertelstunde an. Wer Zugang zum Business-Bereich hat, geht aufgrund des geringeren Andrangs ohnehin lieber dort.

11. Prioritäten setzen: Was will ich hier eigentlich?

 Bitte recht freundlich: Für kostenlose Goodies muss kräftig gejubelt werden. fullscreen
Bitte recht freundlich: Für kostenlose Goodies muss kräftig gejubelt werden. (©Youtube / CentiXo 2016)

Wichtige Grundregel: Nicht blind an einem Stand anstellen. Auch wenn hier der neueste Blockbuster gezeigt wird, stehen mitunter unzählige Leute an, ohne überhaupt zu wissen, was geboten wird. Niemals blind der Masse folgen – gerade auf der Gamescom merkt man immer wieder, was für Herdentiere wir Menschen eigentlich sind. Wer nach vier Stunden Schlangestehen nicht lediglich einen gerenderten Trailer ansehen will, fragt vorher freundlich am Stand nach.

An den Ständen vieler kleinerer Studios lassen sich auch ohne langes Anstehen oft tolle Titel anspielen. Hier ist es auch viel einfacher, mit den Entwicklern ins Gespräch zu kommen oder sich Features erklären zu lassen. Da die Mitarbeiter sich oft tagelang an ihren Ständen die Beine in den Bauch stehen, freuen sie sich manchmal sogar über eine freundliche Konversation mit angenehmen Besuchern.

Einige Gamer widmen ihren Besuch tatsächlich größtenteils dem Abgreifen von Goodies und Give-Aways. Hierzu gibt es auf der Gamescom viele Möglichkeiten. Vor den entsprechenden Show-Bühnen muss man sich dafür aber meist ziemlich zum Affen machen und dann auch noch gut fangen können. Infos darüber, wann sich die Mühe an welchem Stand lohnt, gibt es am besten über die kostenlose Gamescom-App fürs Smartphone, die es für iOS und Android gibt.

Wer statt Zeit und Nerven lieber Geld investiert, kann die Goodies auch käuflich erwerben: In einer eigenen Halle findet der Merchandise-Verkauf statt, hier gibt es alles Mögliche an Kuriositäten. Günstige Preise sind dabei allerdings nicht unbedingt zu erwarten! Thematisch ist das Angebot dafür nicht ausschließlich auf Games beschränkt, ein geekiges Mitbringsel für die Daheimgebliebenen findet sich also bestimmt. Fast alle Stände akzeptieren Kartenzahlung, spar Dir das Bargeld also lieber für wichtigere Gelegenheiten.

12. Ein guter Rat zum Schluss

Damit Dir die Gamescom auch in diesem Jahr in guter Erinnerung bleibt, abschließend noch ein gut gemeinter Rat: Trotz der tollen Stimmung und den vielen netten Leuten treiben sich auch manchmal Langfinger unter den Messebesuchern herum. Achte daher immer gut auf Deine Sachen, damit Taschendiebe leer ausgehen.

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