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Gaming in den 2010ern: Die größten Wins, Fails & WTFs der Dekade

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Die 2010er waren wild!

Aus, vorbei – die 2010er sind rum. Was bleibt? Ein Haufen Spiele von genial bis grottig, ein Koffer voll Anekdoten über fantastische und furchtbare Spiele-Momente – und unsere Liste mit den besten Features, dümmsten Ideen und komischsten Kuriositäten der vergangenen zehn Gaming-Jahre.

Kultigste Spielanweisung

Jetzt bitte mal betroffen sein! "Call of Duty: Advanced Warfare" goss 2014 die roboterhafteste Ehrenbezeugung seit Erfindung des Ingame-Soldatenbegräbnisses in die legendäre Spielanweisung "Press F to pay respects". Knapp dahinter: ein Vorgänger im Geiste. "Heavy Rain" ließ Deine Spielfigur schon 2010 auf Knopfdruck den Namen "Jason!" rufen. Das Internet hat die beiden absurden Meisterleistungen des Spielanweisungs-Designs mittlerweile in Meme-Form zusammengeführt. Natürlich.

Wichtigster Controller-Button

R2 regierte die Dekade! Der rechte Trigger am Controller ist im Zeitalter der Konsolen-Shooter das Versprechen blanker Baller-Action. Mit L2 wird nur gezielt oder gebremst, aber R2 heißt "Feuer frei" und "Vollgas!" – außer Du spielst "Death Stranding". Da steht die Taste für "Nicht so weit links, Du Idiot!" Ist aber auch wichtig.

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Schau ihn Dir an. Ist er nicht schön?

Unnötigstes Sequel

Ganz klar: "Duke Nukem Forever". Angekündigt wurde das Spiel 1997, erschienen ist es erst 14 Jahre später – zu einem Zeitpunkt, an dem sich so gut wie niemand mehr an den Duke erinnerte. Zudem erntete das Spiel 2011 haufenweise schlechte Kritiken: Die Grafik war schon zum Release veraltet, der Humor stupide, die Steuerung hakelig und das Spiel ruckelte sogar auf modernen Rechnern. Hätte man sich echt schenken können. (Michael)

IMBAste Waffe

Ja, okay, EIGENTLICH gehört die BFG 9000 aus "DOOM" (2016) nicht zu den krassesten Waffen der letzten Dekade, da es sie schon im Original "Doom" gab. Aber nenn' mir eine Waffe, die noch ikonischer ist und so fetten Schaden austeilt wie dieses Monster. Die BFG 9000 verschießt grüne Plasmaladungen, die Gegner bei Kontakt vollkommen zerfetzen. Ein direkter Treffer verursacht 6000 Schaden, was jede Kreatur, die kein Boss ist, direkt zurück in die Hölle schickt. Laut dem "Doom"-Film steht die Abkürzung "BFG" angeblich für "Bio Force Gun". Wir wissen aber alle, dass das Quatsch ist – in Wahrheit steht BFG für "Big Fucking Gun"! (Michael)

Verpatztester Game-Launch

Niemand hatte nach einem "Fallout" mit Online-Multiplayer gefragt, Bethesda hat sich trotzdem nicht von "Fallout 76" abbringen lassen. Spieler, die dem Spiel 2018 eine Chance gaben, durften sich sehr lange mit Bugs und Cheatern herumschlagen, bis das Spiel einigermaßen spielbar war. Dazu bekamen Käufer der Sammlereditionen statt versprochenen hochwertigen Tragetaschen billige Nylonbeutel. Bethesdas letzter Coup setzte dem Ganzen dann die Krone auf: eine VIP-Mitgliedschaft für die postapokalyptische Dauer-Baustelle, die stolze 120 Euro pro Jahr kostet. Uff. (Michael)

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Erste Reaktionen auf "Fallout 76" (Symbolbild).

Bester Ladebildschirm

Ladebildschirme sind momentan leider noch ein notwendiges Übel beim Zocken. Clevere Entwickler haben aber zumindest Wege gefunden, die Zeit einigermaßen sinnvoll zu gestalten. In "Bayonetta" oder "Devil May Cry" kannst Du während der Ladezeit ein paar Combos üben, andere Spiele verraten in Ladezeiten überlebenswichtige Tipps. Besonders gute Ratschläge bekommst Du in "Far Cry 3: Blood Dragon". Das nicht ganz so ernst gemeinte Spin-Off aus 2013 verrät dort beispielsweise, dass Granaten explodieren oder Handfeuerwaffen perfekt in die Hand passen. Mir hat das immer sehr geholfen. (Michael)

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No shit, Sherlock!

Bestes Essen

Kopf-an-Kopf-Zieleinlauf von "Final Fantasy 15" und "Monster Hunter World". Zwar habe ich wahrscheinlich mehr Zeit damit zugebracht, Food-Videos von "FF 15" anzusehen, als es zu spielen. Aber die Katzenküche aus "Monster Hunter" ist weniger vielfältig und weitaus fantastischer, und so machen Ignis' kulinarische Kreationen letztlich das Rennen. Das Essen im Spiel aus 2016 ist so realistisch dargestellt, dass man es fast riechen kann. Kein Wunder: Die Entwickler ließen Hunderte von Gerichten in einer echten Campingküche zubereiten um sie danach zu digitalisieren – und ich werde jetzt den Rest des Tages brutzelnde "Toadsteak Drumsticks" vor Augen haben. (Meru)

Offensichtlichster Story-Twist

Wenn es nicht um den schlechtesten, sondern den offensichtlichsten Story-Twist geht (und das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied), dann kann es nur eine Antwort geben: Cereza in "Bayonetta" (2010). Sie sieht aus wie Bayonetta als Kind, sodass man beim Spielen unweigerlich denkt: "Das ist Bayonetta als Kind!" Und dann denkt man: "Nein, da muss mehr dahinter stecken, das ist ZU offensichtlich." Und dann die krasse Enthüllung: Cereza ist Bayonetta als Kind! Und ich frage mich, für wie bescheuert Hersteller Platinum Games uns eigentlich hält. "Bayonetta" war eines der besten Actionspiele der Dekade, aber dieser "Twist" wäre selbst M. Night Shyamalan zu panne gewesen. (Wolf)

Bestes nachträglich eingepatchtes Feature

Fotomodus, New-Game-Plus, Battle-Royale-Modus – jaja, alles schick. Patch-Features dieser Welt, grüßt euren Meister: "Final Fantasy 14" versemmelte 2010 den Release, 2014 überschrieben die Entwickler das komplette Spiel mit einer umfassenden Überarbeitung namens "A Realm Reborn". Hat sich gelohnt: Heute läuft das MMORPG rund. (David)

Modischste Frisur

Wie soll man über Haare und Videospiele sprechen, ohne zwangsläufig auf Hexe und Stilikone Bayonetta zu kommen? Ihre Haarpracht bildet nicht nur ihr Outfit, sondern kann sich auch in gewaltige Fäuste oder furchterregende Dämonen verwandeln, die ihre Gegner zermalmen. Man stelle sich die zahllosen Styling-Möglichkeiten vor! Zum Glück kehren die Haare nach der Beschwörung jedes Mal wieder an den nackten Körper von Bayonetta zurück. Wäre ja auch kalt sonst – und schlecht für die USK-Einstufung. (Meru)

Größter Cliffhanger

"It's not a lake – it's an ocean." Mit dieser bedeutungsschwangeren Erkenntnis endete eines der besten Grusel-Abenteuer der Dekade – "Alan Wake" von 2010. Darin erkennt Horror-Schriftsteller Alan Wake, dass seine Vorstellungskraft ein tödliches Eigenleben entwickelt hat. Der filmreife Mix aus "Twilight Zone" und "Twin Peaks" hat bis heute keine Fortsetzung bekommen, was eine schreiende Ungerechtigkeit ist, denn die Story fing am Ende des Spiels erst so richtig an. Klar, da waren noch zwei ganz gute DLCs, die den Plot abgerundet haben, aber ein bisschen Bonus-Content ist eben keine vollwertige Fortsetzung. Also, Remedy: "Control" war ja schön und gut, aber ich will zurück nach Bright Falls! (Wolf)

Bester NPC

Schnell: Wie viele Videospiele kennst Du, die wirklich lustig sind? Ich meine nicht einen mittelwitzigen Spruch alle paar Spielstunden, sondern reines, echtes Comedy-Gold? "Portal 2" hat uns 2011 mit Wheatley bekannt gemacht, und Wheatley ist der beste NPC der vergangenen Dekade. Er startet als etwas zerstreuter, aber hilfreicher Berater, um sich später als – Storytwist! – Gegenspieler zu entpuppen. Und als kompletter, unrettbarer Trottel, immerhin wurde er so designt. Wheatley wurde vertont vom englischen Comedian Stephen Merchant, und zwar absolut perfekt. Es braucht nicht immer fotorealistische Grafik und aufwendige Animationen, um eine Figur für die Ewigkeit zu schaffen. Manchmal reichen ein Weltklasse-Skript und ein Profi am Mikro. Der Rest ist Comedy-Geschichte. (Wolf)

Beste Menü-Musik

Stress? Aufgewühlt? Kopfschmerzen? Glaub mir, dann gibt es kaum etwas heilsameres als sich das Map Theme aus "Mass Effect 3" (2012) mit wohlig weichen Overear-Kopfhörern in den Schädel zu pumpen. Diese Musik fühlt sich an, wie ein digitaler Regenschauer, der an den Schultern Deines Raumanzuges herab läuft, während Du an einem extraterrestrischen Gebirgsbach rastest. Der Sound schafft spirituelle Entspannung, während die Synthieklänge im endlosen Loop durch Deinen Geist schwappen, und Du denkst Dir: "Könnte ich mir glatt 'ne Stunde am Stück anhören". Hier. Gern geschehen. (Meru)

Schönster Soundeffekt

Laut Eigenbeschreibung der Entwickler ist das VR-Spiel "Accounting +" aus 2016 eine Albtraum-Abenteuer-Comedy. Diese Beschreibung ist genauso (un)zutreffend wie jede andere, aber die völlig beknackte Minispiel-Sammlung im Detail zu erklären, wäre sinnlos. Du musst eigentlich nur wissen: Justin Roiland spricht viele, viele Figuren im Spiel. Und den kennst Du – als die Stimme von Rick und Morty. Sein enthusiastisches "Hahahaha yeah!" ist der beste Soundeffekt der letzten Dekade. Ich habe ihn als Benachrichtigungston in meinem Smartphone. Er passt einfach auf alles. Ich kann mich nicht satt hören daran. Hahahaha yeah! (Wolf)

Frustrierendster Endgegner

Hat irgendjemand außer mir 2012 Konamis Mega-Flop "NeverDead" gespielt? Nein? Na ja, Du hast nichts verpasst. Der finale Sargnagel in diesem kreuzdämlichen Kompott aus ödem Geschnetzel, fummeliger Steuerung, sagenhaft unsympathischen Charakteren und katastrophalen Design-Entscheidungen war der letzte Bosskampf. Der war genau so, wie Du dir einen schlechten Endkampf vorstellst: Spielerisch eintönig, unfair, VIEL ZU LANG und so unterhaltsam wie 'ne Steuererklärung. "NeverDead" – ein Spiel, das einem bis zum Schluss zeigt, warum man keine Videospiele spielen sollte. (Wolf)

Bester Abspann

Dein Indie-Studio passt komplett in einen Kleinbus? Du willst den Hartgesottenen, die es bis in die Credits Deines Games schaffen, aber was bieten? Dann mach's wie Motion Twin: Das elfköpfige "Dead Cells"-Team beendet sein prozedural generiertes Roguevania 2017 mit einer prozedural generierten und (fast) endlosen Laufschrift. Stilvoll!

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