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Gaming-PC 2017 zusammenstellen: Die 6 wichtigsten Komponenten

Auch wenn Gaming-PCs gern schick aussehen: Die inneren Werte sind wichtiger!
Auch wenn Gaming-PCs gern schick aussehen: Die inneren Werte sind wichtiger! (©Acer 2017)

Wenn Du Dir Deinen Gaming-PC selbst zusammenstellst, kommst Du oft günstiger weg und bekommst auch noch mehr Spieleleistung durch ein auf Dich zugeschnittenes System. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Bestandteile Deiner Games-Maschine und erklären, worauf Du beim Kauf achten solltest.

PCs von der Stange gelten in der Gaming-Szene als verrufen, weil sie meistens überteuert und unausgewogen zusammengestellt sind. Du kannst diese Probleme durch eine eigene Konfiguration vermeiden und bekommst auch noch weitere Vorteile: Du kannst in Ruhe die Preise für die einzelnen Komponenten vergleichen und den PC nach Deinen Vorstellungen möglichst günstig gestalten. Bastlernaturen haben am Ende auch noch eine Menge Spaß beim Zusammenbauen.

Nun schreitet die Technik aber recht schnell voran und es erscheinen laufend neue Geräte. Auch die Vielfalt der Hersteller macht es schwierig, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben. Doch wenn Du Dich an die folgenden generellen Einkaufstipps für die wichtigsten PC-Komponenten hältst, bist Du auf der sicheren Seite.

1. Prozessor: Höherer Takt (noch) wichtiger als Anzahl der Kerne

Bisher profitieren Spiele noch mehr von hohen Taktraten als von vielen CPU-Kernen. Vier Kerne genügen, der Takt sollte jedoch über 3,5 Gigahertz betragen. Doch genau das ändert sich so langsam: Schon jetzt werden künftige Spiele und Programme so entwickelt, dass sie ihre Rechenlast besser auf mehrere Kerne aufteilen. In der Summe führt das dann auch zu einer besseren Leistung. Wer also vorsorgen möchte, der greift zu einer CPU mit mehr als vier Kernen.

 Der Ryzen Threadripper von AMD richtet sich explizit an Gamer und Streamer. fullscreen
Der Ryzen Threadripper von AMD richtet sich explizit an Gamer und Streamer. (©Twitter/AMD 2017)

Beim Neukauf macht es außerdem wenig Sinn, sich Vorgängermodelle zuzulegen, da diese meist mehr Strom verbrauchen und oft auch bestimmte Techniken nicht beherrschen. Bei AMD hört die aktuelle Serie auf den Namen "Ryzen", bei Intel ist es die achte Core-Generation, wie zum Beispiel der Intel Core i5-8400. Der Prozessor für einen Gaming-PC muss nicht mehr als 120 Euro kosten, wenn Du nicht gerade alle Top-Spiele in 4K zocken willst.

2. Grafikkarte: Elementar für Gaming-PCs

Die Grafikkarte entscheidet noch viel mehr als der Prozessor, ob ein Spiel in den höchsten Grafikeinstellungen flüssig laufen wird oder zu einer stotternden Diashow mutiert. Kalkuliere für eine spieletaugliche Grafikkarte also über 250 Euro ein und Du kannst locker auch aktuelle Spiele bei maximaler Grafik in Full-HD (1920x1080 Pixel) daddeln. Auch hier raten wir Dir, zu den aktuellen Grafikmodellen zu greifen – also etwa einer Radeon RX 500 oder Vega oder einer Geforce GTX 1000.

 Die GeForce GTX 1080 Ti gehört zum High-End-Segment der 1000er-Reihe. fullscreen
Die GeForce GTX 1080 Ti gehört zum High-End-Segment der 1000er-Reihe. (©Nvidia 2017)

Beim Grafikspeicher sollten mindestens vier Gigabyte vom Typ GDDR5 vorhanden sein. Nur sehr teure High-End-Modelle setzen auf noch flotteren VRAM (Video-RAM) wie HBM2 oder GDDR5X. Wer zumindest Filme in Ultra-HD oder 4K flüssig wiedergeben möchte, der braucht bei den Videoanschlüssen mindestens HDMI 2.0 oder Displayport 1.2.

3. Mainboard: Muss zur CPU passen

Das Mainboard bildet die Grundlage eines jeden PCs. Alle Komponenten werden mit dieser Hauptplatine verbunden und sie ermöglicht die Kommunikation zwischen allen Hardware-Bestandteilen. Wichtig hierbei ist, dass der sogenannte Sockel, also die Einbauposition des Prozessors, mit Deiner CPU übereinstimmen muss, denn Sockel sind nur sehr selten auf- oder abwärtskompatibel. Hast Du zum Beispiel einen AMD Ryzen 5 1600X, dann benötigst Du ein Mainboard mit AM4-Sockel – daran führt kein Weg vorbei.

 Mainboards gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, aber eines haben alle gemeinsam: Sie sind das Herzstück eines PCs. fullscreen
Mainboards gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, aber eines haben alle gemeinsam: Sie sind das Herzstück eines PCs. (©Pexels 2017)

Als nächstes kommt der Chipsatz, der gleich in der Modellbezeichnung der Hauptplatinen mit aufgeführt wird. Es handelt sich dabei meist um eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen, wie etwa B350 von AMD oder Z370 von Intel. Der Chipsatz entscheidet darüber, wie viele USB-, SATA-, Netzwerk- und Audioanschlüsse Dir letztendlich zur Verfügung stehen. Wenn Du also viele Anschlüsse brauchst, dann achte vor allem darauf.
Natürlich gibt es hier auch unterschiedlich ausgestattete Chipsätze, die den Preis in die Höhe treiben. Teurere Varianten bieten beispielsweise umfangreichere Einstell- und Kontrollmöglichkeiten für die Hardware oder komfortable Optionen fürs Übertakten. An Letzteres sollten sich aber nur Nutzer wagen, die sich schon recht gut mit PCs auskennen.

4. Arbeitsspeicher: Mindestens 8 GB-RAM müssen sein

Beim Arbeitsspeicher sollten nicht weniger als acht Gigabyte vom Typ DDR4 im Rechner stecken, was aktuell mit rund 140 Euro zu Buche schlägt. Mit 16 Gigabyte bist Du aber auch für die Zukunft gut gerüstet. Außerdem sollte sich der Arbeitsspeicher auf zwei Speichermodule verteilen, da dann der sogenannte Dual-Channel-Modus genutzt wird und der RAM dadurch etwas flotter arbeiten kann. Achte außerdem auf die DIMM-Bauweise, die für Desktop-PCs gedacht ist. SO-DIMM ist kleiner und wird in Notebooks verwendet. Ein weiterer Tipp: Wenn Du einen Ryzen-Prozessor verbaust, dann wähle einen Arbeitsspeicher mit möglichst hohen Taktraten, da diese Modelle besonders gut davon profitieren.

 Der Arbeitsspeicher sollte beim Gaming-PC nicht zu knapp bemessen sein. fullscreen
Der Arbeitsspeicher sollte beim Gaming-PC nicht zu knapp bemessen sein. (©Thinkstock/iStockphoto/Achim Prill 2017)

5. Festplatte: SSD oder HDD? Beides!

Bei den Festplatten setzt Du idealerweise auf die Kombination aus SSD als Systemspeicher und HDD als Datenablage. Systemspeicher bedeutet, dass sich darauf das Betriebssystem befindet und durch die schnell arbeitenden Flash-Bausteine (ähnlich einer Speicherkarte) innerhalb der SSD besonders flott reagiert und hochfährt. Allerdings ist dieser Flash-Speicher recht teuer. Unserer Meinung nach genügen aber 128 Gigabyte, die für rund 60 Euro zu haben sind. Darauf passen neben dem Betriebssystem dann nur einige wenige wichtige Programme wie der Browser und Produktiv-Anwendungen wie Word, Excel und Photoshop.

 SSDs sind teuer, aber schnell. Es reicht aber, wenn Du von einer solchen Festplatte Dein System bootest. fullscreen
SSDs sind teuer, aber schnell. Es reicht aber, wenn Du von einer solchen Festplatte Dein System bootest. (©Pixabay / pagefact 2017)

Als Datenspeicher für Deine Games dient aber ohnehin eine zweite Festplatte, und zwar eine herkömmliche HDD mit rotierenden Magnetscheiben. Die arbeitet etwas langsamer als eine SSD, bietet dafür aber viel Speicherplatz für wenig Geld. Die Kapazität der HDD sollte sich auf mindestens ein Terabyte belaufen, die aktuell rund 50 Euro kosten.

6. Netzteil: Finger weg von "Chinaböllern"!

Wie viel Watt Du aus Deinem Netzteil benötigst, hängt von der Zusammenstellung des Gaming-PCs ab. Je nach Ausstattung sind das üblicherweise 400 bis 500 Watt. Mach aber nicht den Fehler, ein zu starkes Netzteil zu verbauen, sondern passe die Watt-Zahl möglichst passend an den Stromverbrauch der Komponenten an.

Beim Kauf gilt hier: Entscheide Dich beim Netzteil für Markenhersteller. Weitaus günstigere Modelle, die genauso viel Watt liefern wie teurere Marken-Netzteile, mögen im ersten Moment zwar verlockend klingen, aber sind auf lange Sicht eine Fehlentscheidung: In der Regel sind solche Geräte mit schwächeren Schutzmechanismen ausgestattet, die im schlimmsten Fall das ganze System rösten könnten. Außerdem arbeiten sie meist ineffizienter: Sie ziehen also viel Strom aus der Steckdose, der aber nur in geringen Teilen tatsächlich im PC ankommt – der Rest verpufft nutzlos als Abwärme. Das sogenannte 80PLUS-Siegel zeigt Dir anhand von verschiedenen Edelmetallen wie Silber oder Gold, wie effizient der Stromspender tatsächlich arbeitet. Je wertvoller das Edelmetall, desto effizienter!

 Ist das Netzteil energieeffizient? Das 80PLUS-Siegel verrät's! fullscreen
Ist das Netzteil energieeffizient? Das 80PLUS-Siegel verrät's! (©LC-Power 2017)

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