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Gaming-Stuhl: Auf diese 7 Dinge solltest Du beim Kauf achten

Gaming-Stühle ähneln optisch in der Regel dem Corsair T1 Race.
Gaming-Stühle ähneln optisch in der Regel dem Corsair T1 Race. (©Corsair 2017)

Ein Gaming-Stuhl steht auf Deiner Einkaufsliste? Dann erfährst Du hier, wie Du an einen hochwertigen Gaming-Sessel zu einem guten Preis gelangst. Neben sieben Kriterien wie eine gute Sitzfläche, Rückenlehne und Co. verraten wir auch die Namen einiger der besten Gaming-Stühle.

1. Ist es ein Gaming-Stuhl?

Was ist überhaupt ein Gaming-Sessel? Könntest Du nicht ebenso einen normalen Chefsessel kaufen? Grundsätzlich schon – aber Gaming-Stühle sind tatsächlich speziell an die Bedürfnisse jener angepasst, die oft und lange Computerspiele zocken. Insbesondere sind sie für eine aufrechte Sitzhaltung im 90-Grad-Winkel optimiert.

Diese Haltung ist am besten für die Bedienung von Tastatur und Maus und für die konzentrierte Betrachtung des Geschehens auf dem Monitor geeignet. Außerdem sehen Gaming-Stühle im Gegensatz zu herkömmlichen Chefsesseln in der Regel so aus wie Autositze in Sportwägen – wobei das wohl eher eine Designfrage ist.

 Der Corsair T1 Race ist ein prototypischer Gaming-Stuhl. fullscreen
Der Corsair T1 Race ist ein prototypischer Gaming-Stuhl. (©Corsair 2017)

2. Gewicht und Körpermaße

Ein guter Gaming-Stuhl muss zu Deiner Körpergröße und zu Deinem Gewicht passen. Sofern Du unter 100 Kilogramm wiegst und zwischen 165 und 184 Zentimeter groß bist, sind die meisten Stühle für Dich geeignet. Andernfalls musst Du besonders auf die Herstellerangaben zu diesen Aspekten achten. Sehr vorbildlich ist in dieser Hinsicht der Anbieter Maxnomic, der genaue Angaben macht und auch Stühle anbietet, die für Spieler mit einer Größe zwischen 185 und 200 Zentimeter und bis zu 130 Kilogramm optimiert sind. Seine XL-Serie ist sogar an bis zu 2,10 Meter große Spieler mit einem Gewicht von 170 Kilogramm angepasst.

Bist Du zu schwer für einen Stuhl, wird er zwar in der Regel nicht gleich zusammenbrechen, aber die Standfestigkeit leidet, weil etwa zu viel Gewicht gegen die Lehne oder die Seite drückt. Außerdem werden Bauteile wie die Rollen und die Wippmechanik besonders beansprucht und können schneller das Zeitliche segnen.

 Auch für das Büro eignet sich ein Gaming-Stuhl wie der Maxnomic Classic Office. fullscreen
Auch für das Büro eignet sich ein Gaming-Stuhl wie der Maxnomic Classic Office. (©Maxnomic 2017)

3. Grundkonstruktion und Rollen

Das Material der Grundkonstruktion des Sitzes ist für die Verarbeitungsqualität maßgeblich. Sie sollte aus einem Stahlrohrrahmen mit Elastikbändern gefertigt sein, die am bequemsten und stabilsten ist. Der Gaming-Sessel sollte außerdem ein kippsicheres und stabiles Fußkreuz aus Metall- oder Alu-Druckguss besitzen. Optimal sind passende Rollen für Deinen Fußboden, also für Hartböden wie Stein oder für empfindliche Weichböden wie Parkett. Praktisch ist eine Feststellfunktion für die Rollen, damit Du nicht kurz vor dem Highscore aufgeregt davonrutscht.

4. Wippmechanik, Gasdruckfeder und Sitzfläche

Die Wippmechanik sollte sich in mehreren Stufen feststellen (arretieren) lassen, ohne dass der Stuhl wackelt. Diese Mechanik bestimmt, wie weit Du dich zum Monitor hin bewegen oder Dich zurücklehnen kannst.

 Der Noblechairs Epic hat in Tests gut abgeschnitten. fullscreen
Der Noblechairs Epic hat in Tests gut abgeschnitten. (©Noblechairs 2017)

Die Gasdruckfeder muss das Sitzen so erlauben, dass Ober- und Unterschenkel mindestens einen Winkel von 90 Grad ergeben, wobei die Kniekehle beinahe auf der Höhe der vorderen Sitzkante liegen sollte. Die Sitzfläche muss groß genug sein, dass Du nicht an die Seitenwangen stößt und sie darf durchaus eine etwas härtere Polsterung haben – diese ist nämlich, wie beim Fahrradsattel, bei längerem Sitzen bequemer.

5. Armstützen und Rückenlehne

Die Armstützen sollten groß genug für Deine Arme und in der Höhe verstellbar sein, wobei sie sich im Optimalfall drehen sowie nach hinten und vorne bewegen lassen. Die sogenannten 4D-Armlehnen kannst Du obendrein von innen nach außen und andersrum verstellen. Beim Spielen sollten Deine Unterarme auf den Lehnen aufliegen, ohne dass Du sie für das Tippen und die Mausbedienung bewegen musst.

 Der Tesoro Zone Balance bietet schon für 170 Euro die wichtigsten Features wie einen stabilen Stahlrahmen. fullscreen
Der Tesoro Zone Balance bietet schon für 170 Euro die wichtigsten Features wie einen stabilen Stahlrahmen. (©Tesoro 2017)

Die Schulterwangen der Rückenlehne sollten die Schulter stabilisieren, ohne dass Du herumrutscht oder eingequetscht wirst. Echtleder ist übrigens nicht unbedingt das praktischste Material für einen Gamer-Stuhl, weil es regelmäßig gepflegt werden muss – genau wie Lederschuhe. Bestenfalls bietet der Gaming-Sessel zudem eine eingebaute Lordosenstütze alias Lendenstütze, die besser hält als ein Kissen.

6. Design: Geschmack und Nützlichkeit

Klar, das Design ist größtenteils Geschmacksfrage. Vielleicht findest Du die bunten Gaming-Sessel kindisch und bevorzugst einen gediegenen Chefsessel-ähnlichen Sitz wie den Noblechairs Icon. Umgekehrt ist Dir ein solcher Stuhl vielleicht zu langweilig und Du möchtest lieber einen sportlichen Sessel, womöglich mit ausgefallenen Farben, wie den Maxnomic Unicorns of Love OFC.

 Der Maxnomic Unicons of Love ist ein Gaming-Stuhl im Einhorn-Design. fullscreen
Der Maxnomic Unicons of Love ist ein Gaming-Stuhl im Einhorn-Design. (©Maxnomic 2017)

Behalte jedoch im Hinterkopf, dass Du im besten Fall nur einmal im Leben viel Geld für einen Gaming- oder Chefsessel ausgibst und sich der Einsatzort des Stuhls oder Dein Geschmack verändern könnten. Vielleicht macht sich der rosafarbene Einhorn-Stuhl in der Anwaltskanzlei nicht mehr so gut wie damals im Freundeskreis auf der Netzwerkparty?

7. Preis: Mehr ausgeben lohnt sich

Im Gegensatz zu Gaming-Mäusen, wo Du oft für mehr Geld überflüssige Features dazukaufst, lohnt sich die Mehrausgabe bei Gaming-Sesseln in der Regel tatsächlich. Gut, vielleicht nicht für das pflegebedürftige Echtleder, mit dem sich nicht jeder Zocker befassen möchte, aber sicher für eine höhere Verarbeitungsqualität, eine eingebaute Lendenstütze und eine stabile Wippmechanik.

 Der AKRacing Premium ist stabil genug für Spieler mit einem Gewicht von bis zu 150 Kilogramm. fullscreen
Der AKRacing Premium ist stabil genug für Spieler mit einem Gewicht von bis zu 150 Kilogramm. (©AKRacing 2017)

Ein gutes Einsteigermodell ist der Tesoro Zone Balance für rund 170 Euro. Für rund 340 Euro wäre der Noblechairs Epic zu nennen. Für 350 Euro lassen sich der Corsair T1 Race und der AKRacing Premium anführen und für 370 Euro gibt es den Maxnomic Classic Office mit eingebauter Lendenstütze, der auch für größere und schwere Gamer geeignet ist und der sich, wie der ebenfalls sehr gute Noblechairs Icon für denselben Preis, auch gut im Büro macht. Die Luxusklasse startet bei 600 Euro für den Maxnomic Understater MIG mit Vollausstattung, der zudem in Deutschland hergestellt wird.

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