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Grafikkarte tauschen und einbauen: Beachte diese 8 Dinge

Beim Tausch Deiner Grafikkarte musst Du zunächst einige Dinge beachten.
Beim Tausch Deiner Grafikkarte musst Du zunächst einige Dinge beachten. (©Nvidia 2017)

Wenn Du Deine Grafikkarte gegen ein neues Modell tauschen möchtest, solltest Du zunächst einige Fragen beantworten. Ist genug Platz im Gehäuse, passt die Karte zu Deinen anderen Bauteilen, welche Features braucht die GPU? In unserer Anleitung erfährst Du, welche acht Fragen Du vor dem Einbau Deiner neuen Grafikkarte beantworten solltest.

1. Ist genug Platz im Gehäuse?

Je nach Größe passen nicht unbedingt alle Grafikkarten in Dein Gehäuse. Die Gehäuse-Hersteller geben in der Regel genaue Daten an, etwa die "Grafikkartenlänge", Breite und Höhe. Du solltest die Größe Deiner gewünschten Grafikkarten mit dem Raum in Deinem Gehäuse abgleichen. In der Regel stellen Gehäuse für ATX-Mainboards oder darüber kein Problem für alle möglichen Grafikkarten dar. Von Pico-ITX bis Micro-ATX kann es aber Probleme geben.

2. Liefert das Netzteil genügend Strom?

Zum Glück verbrauchen Grafikkarten seit der Nvidia Maxwell-Generation deutlich weniger Strom als zuvor. Trotzdem: Vor allem, wenn Du einen Office-PC hast, wäre es gut möglich, dass Dein Netzteil Deine Grafikkarte nicht mit genügend Saft beliefern kann. Wir empfehlen hier ein Netzteil mit einer etwas höheren Kapazität zu nehmen, als Du sie unbedingt benötigen würdest.

 Netzteile mit 80 Plus Gold-Zertifikat (oder höher) wie das LC-Power GP4 Series LC6650 sind effizienter und oftmals von besserer Qualität. fullscreen
Netzteile mit 80 Plus Gold-Zertifikat (oder höher) wie das LC-Power GP4 Series LC6650 sind effizienter und oftmals von besserer Qualität. (©LC-Power 2017)

Für aktuelle Grafikkarten inklusive der High-End-GPU Nivida GTX 1080 Ti genügt ein Netzteil mit 400 bis 500 Watt. Wir empfehlen ein Netzteil mit einem "80 Plus Gold" oder einem "80 Plus Platinum"-Zertifikat, weil diese Netzteile nicht nur energiesparender sind, sondern oftmals auch hochwertigere Bauteile einsetzen. Billige Netzteile sind häufig der Grund, warum PCs nicht mehr funktionieren, also spare nicht an der falschen Stelle.

3. Passt die Karte zu anderen Bauteilen?

Für aktuelle Grafikkarten brauchst Du ein Mainboard mit einer PCIe 2.0 x16- oder PCIe 3.0 x 16-Schnittstelle. Der Leistungsunterschied zwischen diesen beiden Steckplätzen fällt eher gering aus. Du brauchst außerdem mindestens 8 GB Arbeitsspeicher für aktuelle Spiele und einen Mittelklasse-Prozessor, etwa aus den Serien AMD Ryzen 5 oder Intel Core i5. Eine High-End-Karte wie die Nvidia GTX 1080 Ti mit einem alten Intel Core i3 zu kombinieren, ergibt nicht viel Sinn. Grundsätzlich ist die Grafikkarte für die meisten Spiele aber viel wichtiger als der Prozessor, also benötigst Du auch keinen High-End-Prozessor für das Gaming.

4. Wie viel Grafikleistung brauchst Du?

Mit der aktuellen GPU-Einsteigerklasse kannst Du aktuelle Spiele in Full HD (1920 x 1080 Pixel) in den höchsten Einstellungen flüssig spielen. Dazu gehören die Nvidia GTX 1060 und die AMD Radeon RX 480. In der Mittelklasse findest Du Karten, die für Spiele in der QHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) geeignet sind, darunter die Nvidia GTX 1070 und die AMD Radeon RX 580. Für Spiele in der 4K-Auflösung bietet aktuell nur Nvidia Grafikkarten an, nämlich entweder übertaktete Modelle der GTX 1080 oder die 1080 Ti.

 Eine Mittelklasse-Grafikkarte wie die MSI GTX 1060 Gaming X sollte noch für ein paar Jahre flüssige Full HD-Games ermöglichen. fullscreen
Eine Mittelklasse-Grafikkarte wie die MSI GTX 1060 Gaming X sollte noch für ein paar Jahre flüssige Full HD-Games ermöglichen. (©MSI 2017)

5. Wie viel Grafikspeicher brauchst Du?

Um aktuelle Titel flüssig spielen zu können, benötigst Du mindestens 4 GB Grafikspeicher (GDDR5, GDDR5X oder HBM ). Diese genügen aber schon nicht mehr für beispielsweise "Rise of the Tomb Raider" bei "sehr hohen" Textureinstellungen. Bei dieser Einstellung ruckelt das Spiel selbst mit der GTX 980 Super Jetstream bei Full HD vor sich hin, obwohl die Karte das Spiel in QHD mit den höchstens Einstellungen gut bewältigen kann, ausgenommen nur die höchste Texturauflösung. Zukunftsfähig werden Karten also erst ab 6 GB Grafikspeicher.

6. Sollte die Grafikkarte DirectX 12 können?

 DirectX 12 bietet noch keinen allzu großen Mehrwert, aber die Karte ist zukunftsfähiger mit der aktuellen Grafikschnittstelle. fullscreen
DirectX 12 bietet noch keinen allzu großen Mehrwert, aber die Karte ist zukunftsfähiger mit der aktuellen Grafikschnittstelle. (©YouTube / Windows, Microsoft 2017)

Nach aktuellem Stand bietet DirectX 12 keine großen Vorteile, bei einigen Spielen sogar Nachteile. Es ist schwer abzusehen, wie sich die Lage entwickeln wird. Im Zweifelsfall ist DirectX 12-Support zukunftsfähiger als keiner. Hier erklären wir, was es mit DirectX 12 auf sich hat.

7. Welche Art von Lüfter soll die Karte haben?

Man unterscheidet zwischen den "Referenzkühlern" und den "Custom-Design-Kühlern". Die Referenzkühler geben die Wärme nach hinten aus dem Gehäuse ab, während die Custom-Design-Kühler Lüfter auf der Oberfläche haben, welche die warme Luft durch Lüftungsschlitze an der Gehäuseseite hinaus pusten.

 Karten mit Referenzkühlern wie hier die Nvidia GTX 1080 Ti sind haltbarer, aber auch lauter als jene mit Custom Design-Kühlern. fullscreen
Karten mit Referenzkühlern wie hier die Nvidia GTX 1080 Ti sind haltbarer, aber auch lauter als jene mit Custom Design-Kühlern. (©Nvidia 2017)

Grafikkarten mit Referenzkühler haben eine höhere Haltbarkeit, weshalb die Grafikkartenhersteller wie Nvidia auch zuerst ihre neuen Karten mit diesem Kühlerdesign präsentieren. Allerdings kühlen die Custom Designs besser und so erreichen die Grafikkarten eine höhere Leistung. Vor allem aber sind die Custom-Design-Kühler viel leiser. Außerdem gibt es noch Wasserkühler, die eingebaut sind oder die man ergänzen kann, aber diese sind eher für Bastler und Übertakter geeignet, die eine besonders hohe Leistung aus ihrer Karte herausholen wollen.

8. Brauchst Du SLI oder Crossfire?

Via SLI verbindest Du zwei Nvidia-Grafikkarten und via Crossfire zwei AMD-Grafikkarten. So erhältst Du eine höhere, allerdings keine doppelte Grafikleistung. Leider unterstützen die Spiele SLI beziehungsweise Crossfire unterschiedlich gut und häufig laufen Games damit weniger stabil als auf einer einzelnen Grafikkarte. Aus diesem Grund ist tendenziell eine einzelne starke Grafikkarten eine bessere Wahl als zwei verbundene Karten.

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