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Mixer & Twitch im Vergleich: Das sind die größten Unterschiede

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Streaming-Plattformen im Vergleich: Ist Mixer eigentlich besser als Twitch?

Bisher stand die Video-Plattform Mixer im Schatten von Twitch. Spätestens seit dem Wechsel von Streaming-Megastar Ninja erhält Microsofts Video-Plattform aber deutlich mehr Aufmerksamkeit. In unserem Vergleich liest Du, warum das Portal längst nicht mehr nur für Hardcore-Xbox-Fans interessant ist.

Gaming-Livestreams sind längst nicht mehr hauptsächlich auf YouTube zuhause. Die Amazon-Tochter Twitch wurde vor allem durch neue Verdienstmöglichkeiten und interaktive Features zur ersten Wahl für viele Streamer. Aber das Microsoft-Portal Mixer holt auf: Viele neue Features hatten die Attraktivität der Plattform zuletzt enorm gesteigert. Der Wechsel von Tyler "Ninja" Blevins von Twitch zu Mixer ist zudem ein Marketing-Coup, der viel Aufmerksamkeit schafft.

Vergleich der Streaming-Plattformen in Zahlen

Zahlen von Stream Elements zufolge (via Techcrunch) stellt Twitch im zweiten Quartal 2019 mit 72,2 Prozent den Löwenanteil aller angesehenen Stunden an Live-Videos. Darauf folgt Googles Youtube mit 19,5 Prozent. Wenig Marktanteil haben dagegen Facebook Gaming mit 5,3 Prozent und Mixer mit nur 3 Prozent.

Insgesamt wurden im zweiten Jahresquartal 2019 etwa 3,77 Milliarden Stunden Livestreams angesehen.

Wie viel Microsoft sich den Mixer-Deal mit Ninja hat kosten lassen, ist zwar unbekannt – es wird sich aber gelohnt haben. Bereits nach fünf Tagen hatte der Streamer eine Million Abonnenten gesammelt, wobei zu beachten ist, dass es die eigentlich zahlungspflichtigen Subscriptions zunächst kostenfrei gab. Die Aufmerksamkeit könnte sich auszahlen, wenn Zuschauer mit den Funktionen in Kontakt kommen, die Mixer von Twitch abheben.

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Mit "Season 2" führte Mixer weitere interaktive Features ein.

Auf Mixer ist es deutlich ruhiger – noch ...

Die oben aufgeführten Zahlen zeigen, dass Mixer deutlich weniger Nutzer hat als Twitch. Bei vielen Streams geht es daher viel ruhiger zu, was angenehm sein kann – etwa, wenn man ernsthaft versucht, bei großen Streamern den Chat mitzulesen. Für neue Streamer sind die wenigen Benutzer zugleich Fluch und Segen: Einerseits gibt es viel weniger Konkurrenz, gegen die man "anstreamen" muss, andererseits sind aber eben auch weniger Zuschauer da.

Durch Ninja sind die Zahlen nun zwar ein wenig gestiegen, ob Mixer der Konkurrenz gefährlich werden kann, muss sich aber noch zeigen. Interessant wird es zum Release von "Halo Infinite" im nächsten Jahr: Ninja begann seine Karriere als "Halo"-Spieler und der Deal mit ihm könnte ein Teil der Marketing-Strategie zur nächsten Xbox sein – "Halo Infinite" wird ein Launch-Titel der neuen Konsole. Die neue Hardware und der neue Shooter könnten dann viele neue Zuschauer auf Mixer locken.

Interaktivität zwischen Streamern und Zuschauern

Auch Twitch bietet interaktive Features und Overlays, Mixer treibt es jedoch auf die Spitze: Viele Streamer nutzen hier sogenannte Mixplay-Funktionen, mit denen Zuschauer den Stream aktiv beeinflussen können. Das geht von einfachen Spenden-Buttons bis hin zur Möglichkeit, neue Gegner im Spiel des Streamers spawnen zu lassen oder ihm gegen ein Entgelt neue Lebensenergie zu verschaffen. Sogenannte Rallies erlauben sogar komplette Minispiele für die Zuschauer eines Livestreams.

Grundlegend für die interaktiven Mixplay-Features ist die deutlich geringere Verzögerung zwischen Streamer und Zuschauer, die auf anderen Plattformen schon mal 10 bis 20 Sekunden betragen kann. Mixer reduziert diese Werte durch spezielle Übertragungsprotokolle auf ein bis zwei Sekunden, was Streamern fast verzögerungsfreie Kommunikation mit ihren Zuschauern ermöglicht. So werden interessante Features möglich, wie "Share Controller"-Streams, bei denen Zuschauer die Steuerung über das Spiel des Streamers übernehmen können.

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Zuschauer können ihre Sparks bei Minispielen ausgeben.

Aufleveln, XP, Embers und Sparks

Mixer macht das Ansehen von Gaming-Livestreams selbst zu einem Spiel: Als Zuschauer verdienst Du sogenannte Sparks und Erfahrungspunkte (XP) für das Ansehen von Streams. Sammelst Du genügend XP, steigst Du ein Level auf, was neue Emotes und Fähigkeiten freischaltet.

Auch durch eigene Übertragungen und das Ansehen von Streams verdienst Du Sparks, eine Währung, die Du zum Beispiel zum Anklicken von Overlay-Buttons oder Auslösen von Fertigkeiten (meist Chat-Sticker und -Effekte) benötigst. Der Streamer erhält einen Teil der Einnahmen, die durch eingesetzte Sparks generiert werden, die Währung ist daher den Bits von Twitch sehr ähnlich.

Darüber hinaus gibt es die Premium-Währung Embers, die besondere Fertigkeiten freischaltet und an Streamer gespendet werden kann.

Das Abo-System

Neben dem kostenfreien Folgen können Twitch-Nutzer Streamer auch abonnieren. Abos sind in mehreren Stufen erhältlich, die zu höheren Preisen mehr Privilegien auf dem Kanal des Streamers freischalten. Twitch hatte zuletzt beispielsweise die Möglichkeit für Content Creator eingeführt, exklusive Streams nur für Abonnenten anzubieten.

Auch auf Mixer verdienen die Streamer an Abos, folgen kann man ihnen ebenfalls kostenlos. Mehrstufige Abos gibt es bisher jedoch nicht.

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Zuschauer können Streamer auf verschiedene Weise unterstützen.

Gemeinsame Livestreams

Twitch ermöglicht sogenannte Squad Streams, bei denen bis zu vier Streamer in einem Fenster live sind, erst seit März 2019. Mixer hat das Co-Streaming-Feature bereits seit 2017 mit an Bord. Damit lassen sich zum Beispiel Koop-Spiele aus verschiedenen Perspektiven genießen, während ein gemeinsamer Chat die Streams begleitet.

HypeZone: Der Highlights-Stream

Zu den beliebtesten Games gibt es auf Mixer eigene HypeZone-Kanäle. Diese schalten automatisch zwischen Streamern hin und her, die am nächsten am Gewinn einer Spielrunde sind. Das kann sowohl für Zuschauer und für Streamer interessant sein: Letztere kommen mit einem größeren Publikum in Kontakt, Zuschauer können dagegen einfacher neue Streamer entdecken.

Apps & Programme: Übertragungs-Software für Konsolen und PC

Software, mit denen sich das eigene Spiel auf Plattformen wie Mixer oder Twitch übertragen lässt, gibt es kostenfrei und in unterschiedlichem Umfang. Das Gratis-Programm OBS ist dabei wohl die gängigste Lösung, stellt für Einsteiger aber auch eine Herausforderung dar. Twitch stellt mittlerweile eine eigene Software bereit, die vor allem Anfängern das Streamen erleichtern soll.

Mixer dagegen bietet auf Xbox One und Windows 10 native Apps, mit denen man seinen Stream online bringen kann. Das Problem: Wer eine PS4 nutzt, schaut in die Röhre, denn eine Mixer-App für die PlayStation gibt es nicht. Um auf Mixer zu streamen, wird dann eine extra Capturing-Hardware benötigt. Dafür kann man auf der Sony-Konsole mit wenigen Handgriffen direkt auf Youtube oder Twitch live gehen. Mixer bietet dagegen sogar die Möglichkeit per App Deine Mobile-Games vom Smartphone zu übertragen.

Mixer oder Twitch – was ist besser für Dich?

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So viele Buttons: Mixer-Zuschauer können interaktiv mitwirken.

Sollst Du nun also auf Twitch streamen, wo bereits eine gigantische Gaming-Community existiert? Oder ist vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, um den "Ninja-Effekt" zu nutzen und Mixer eine Chance zu geben?

Für Mixer sprechen folgende Argumente:

  • Weniger Konkurrenz
  • Mehr Interaktivität und fast verzögerungsfreie Übertragung
  • Attraktive Belohnungssysteme für Deine Zuschauer

Twitch dagegen bietet:

  • Deutlich mehr potenzielle Zuschauer
  • Mehrstufige Abonnements für Twitch-Partner
  • Einnahmen durch vorgeschaltete Werbung für Twitch-Partner

Ein wichtiges Argument, das wir hier bisher nicht berücksichtigt haben, ist die Community an sich: Tolle Leute, mit denen Du Dich über Dein Game austauschen kannst, gibt es auf beiden Plattformen. Wo es Dir besser gefällt, musst Du daher selbst entscheiden.

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