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Nintendo Switch vs. Huawei Mate 20 X: Schlägt das Phablet die Konsole?

Ist das Huawei Mate 20 X wirklich besser als die Nintendo Switch?
Ist das Huawei Mate 20 X wirklich besser als die Nintendo Switch? (©Youtube / All New Phones 2018)

Bei der Präsentation seiner neuen Produkte griff Hersteller Huawei unverholen die Nintendo Switch an: Angeblich sei das neue Huawei Mate 20 X das bessere Gerät für Mobile-Games. Kann ein Smartphone Gamern mehr bieten als die Hybrid-Konsole von Nintendo? Wir zeigen sieben Argumente für und gegen diese Idee.

In dieser Woche präsentierte Huawei-Manager Richard Yu auf einem Event  wieder einmal neue Smartphones. Dabei wurden auf einer riesigen Leinwand jeweils die Vorzüge der Geräte zur Konkurrenz dargestellt – etwa im Flaggschiff-Vergleich zwischen dem neuen Huawei Mate 20 Pro und Apples aktueller iPhone-Generation.

Relativ überraschend war dabei allerdings, dass Yu die Gaming-Variante seiner Produktlinie, das Mate 20 X, in gleicher Weise der Nintendo Switch gegenüberstellte. Ein so direkter Angriff auf einen Spielkonsolen-Hersteller mit einem Smartphone ist ungewöhnlich. Könnte das ein Zeichen dafür sein, dass die Zeit der Konsolen bald abläuft? Schauen wir uns die Argumente für und wider dem Ersatz durch ein Mobiltelefon mal genauer an:

1. Display: Schärfer und größer als Nintendo

Wie die meisten aktuellen Smartphones hat das Phablet von Huawei hier die Nase vorn: Statt den 6,2 Zoll der Nintendo Switch hat das Mate 20 X ganze 7,2 Zoll Displayfläche zu bieten. Im Handheld-Mode schafft die Switch eine Auflösung von 720p, wohingegen Huawei ganze 1080p bringt. Für viele Smartphone-Kenner allerdings ein Dorn im Auge: Das Mate 20 X kommt mit einer Display-Kerbe, auch bekannt als Notch.

2. Leistung: Huawei schweigt, liegt aber wahrscheinlich vorn

Einen direkten Leistungsvergleich zwischen Smartphone und Konsole wagte Huawei auf der Bühne nicht. Wie viel effektive Power im neuen Kirin-980-Chip steckt, lässt sich zurzeit auch noch nicht genau sagen. Da der Tegra X1 der Nintendo Switch allerdings schon etwas älter ist, liegt es nahe, dass Huawei sich in Sachen Leistung nicht verstecken muss.

Huawei Mate 20 X: Kann ein Phablet Ersatz für eine Spielekonsole sein? (© 2018 Youtube / All New Phones)

3. Batterie: Doppelt so lange mobil zocken?

Auch hier kann das Huawei Mate 20 X punkten: Angeblich schafft der 5000 mAh-Akku ganze 6,67 Stunden Spielzeit, wohingegen die Nintendo Switch nach durchschnittlich 3,03 Stunden schlapp macht. Noch dazu unterstützt es Fast Charge und lässt sich damit deutlich schneller laden als die Hybrid-Konsole.

4. Steuerung: Smartphone bleibt Smartphone

Streitbar: Huawei bietet für das Mate 20 X eine Art Gamepad-Add-on an – einen Aufsatz, der das Smartphone auf einer Seite mit Analogstick und Steuerkreuz ausstattet. Ob das "echten" Gamern reichen wird, ist eine Frage für sich, ganz neu ist die Idee nicht: Nintendo veröffentlichte bereits für den 3DS ein sehr ähnliches Accessoire, das Circle-Pad-Pro.

Dennoch kann man ein Android-Gerät wie das Mate 20 X selbstverständlich problemlos mit den meisten Wireless-Controllern verbinden. Die Auswahl bei der Nintendo Switch ist in dieser Hinsicht auf den Switch Pro Controller eingeschränkt, mit den Joy-Cons können von Haus aus allerdings gleich zwei Spieler an der Switch Spaß haben.

5. Software: Apps machen Android vielseitiger

Ein weiterer Vorteil gegenüber der Nintendo Switch: Auf dem Huawei Mate 20 X lassen sich problemlos Streaming-Apps wie Netflix, Youtube oder auch Instagram und Email-Programme nutzen. Das ist mit der Nintendo Switch bisher nicht möglich – mal ganz abgesehen davon, dass man mit der japanischen Hybrid-Konsole auch nicht telefonieren kann.

Kann "nur" spielen: Nintendo Switch. (© 2018 Nintendo of Europe)

6. Games: Mario, Link & Co. – Nintendo triumphiert in der Königsdisziplin

An einen ganz bestimmten Vorteil der Nintendo Switch wird Huawei beim besten Willen nicht vorbeikommen: Gaming-Smartphones der aktuellen Generation wie etwa auch das neue Razer Phone glänzen vielleicht mit besseren Specs. Blockbuster-Titel wie "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" wirst Du auf ihnen niemals aber nativ spielen können. Genau aus diesem Grund setzen Konsolenhersteller wie Nintendo und Sony auf Exklusivspiele, die nur auf den eigenen Plattformen spielbar sind.

Nintendos eigene Marken sind sehr wertvoll. (© 2016 CC: Flickr/BagoGames)

Auch neue Titel von externen Entwicklern erscheinen dazu in der Regel für PC und Konsolen, nur sehr selten aber für Smartphones. Neben jeder Menge Causal-Games sind Battle-Royale-Shooter wie "PUBG Mobile" und "Fortnite" oder MOBA-Umsetzungen wie "Arena of Valor" in Sachen Android-Gaming daher zurzeit das Höchste der Gefühle. Ob die Power des Huawei Mate 20 X bei für Android erhältlichen Klassikern wie etwa der "Final Fantasy"-Reihe verschwendet ist, sei mal dahingestellt.

Zukunftsmodell Streaming
Zukünftig geht es in Sachen mobiles Gaming möglicherweise eh mehr in Richtung Streaming: Unternehmen wie Google oder Microsoft arbeiten daran, Spiele per Cloud auch auf Mobilgeräten verfügbar zu machen, während der Dienst Shadow bereits PC-Spiele auf dem Smartphone ermöglicht. Aber auch Nintendo testet in Japan schon Cloud-Gaming auf der Switch – mit "Assassin's Creed Odyssey" und "Resident Evil 7". Hier geben sich beide Plattformen also bisher nicht viel. Allen Streaming-Ansätzen ist aber gemeinsam, dass die Hardware des genutzten Geräts nebensächlich ist, da das Spiel ohnehin in der Cloud berechnet wird.

7. Preis: All-in-one statt viel mehr Spiele-Auswahl?

Für viele der entscheidende Faktor: Das Huawei Mate 20 X kostet etwa 900 Euro und damit deutlich mehr als die Nintendo Switch, die lediglich 320 Euro aufruft. Natürlich, ein Phablet ist um einiges vielseitiger als es eine Spielekonsole es jemals sein könnte. Die Preisdifferenz ist dennoch immens, zumal das Mehr an Leistung das Defizit an guten Spielen leider nicht aufhebt.

Schon ab etwa 300 Euro gibt es aktuell gute Android-Smartphones am Markt. Kauft man sich also das solide Huawei P20 Lite und die Nintendo Switch hätte man immer noch fast 300 Euro für einen dicken Batzen Switch-Games oder eine PS4 über.

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