Reingefallen! 5 Tricks, mit denen Dich Deine Lieblingsspiele betrügen

Wenn Du in "Uncharted" im letzten Moment der Gefahr entkommst, liegt das nicht nur an Deinen Skills ...
Wenn Du in "Uncharted" im letzten Moment der Gefahr entkommst, liegt das nicht nur an Deinen Skills ... (©Sony/Naughty Dog 2016)
David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.

Über Fairness in Games wird gern gestritten, aber weißt Du was gar nicht fair ist? Die Tricks, mit denen Dich Spieleentwickler im Dienste des Spielspaßes hinter's Licht führen! Hier sind fünf geniale Design-Kniffe, die beweisen, dass in Videospielen nichts so ist, wie es scheint ...

Videospiele sind extrem komplexe Programme, in denen Spielmechaniken, Steuerung, Grafik, Sound und vieles mehr unter einen Hut gebracht werden müssen – und am Ende soll das Ganze dem Konsumenten dann möglichst auch noch Spaß machen! Damit das der Fall ist, greifen die Entwickler zu einer Menge von Tricks, von denen Du als Spieler zumeist gar nichts mitbekommst – ein bisschen wie ein Bühnenmagier bei einer Zaubershow, von dem man sich ja auch gern reinlegen lässt.

Manchmal sorgen diese cleveren Kniffe nur dafür, dass das Spiel besser und flüssiger läuft, manchmal manipulieren sie Dich aber auch regelrecht, damit Du ein besseres Spielgefühl hast. Hier sind fünf Einfälle, vor deren Genialität wir den Hut ziehen.

1. Der "Gerade noch geschafft"-Moment

Kennst Du das? Du kämpfst gegen eine Horde von Gegnern, Dein Lebensbalken sackt immer weiter in den Keller, Du glaubst den Kampf schon verloren – und im allerletzten Moment, kurz bevor der Balken auf Null fällt, schaffst Du den Kampf doch noch! Ein tolles Gefühl, oder? Und mit voller Absicht so designt: Von Spielen wie "Doom" und "Assassin's Creed" ist bekannt, dass der Lebensbalken am unteren Ende eigentlich länger ist als er angezeigt wird. Du hast also mehr Leben als Du siehst – und bekommst so mehr dieser herrlichen "Gerade noch geschafft"-Momente.

Ganz knapp überlebt? In "Doom" ist das kein Zufall, sondern Design.
Ganz knapp überlebt? In "Doom" ist das kein Zufall, sondern Design.

Ein ähnliches System gibt es übrigens auch in den "Uncharted"-Games: Wenn Nathan Drake einer brenzligen Situation entgehen muss und etwa über eine zusammenstürzende Brücke flieht, passt sich das Tempo des Einsturzes ein Stückweit Deinem Lauftempo an. So hast Du immer das Gefühl, gerade so entkommen zu sein.

2. Noob-Bonus in "Gears of War"

Wenig frustriert so sehr, wie in einem Multiplayer-Shooter von Anfang an nur auf die Mütze zu kriegen, ohne eine Chance, ein Bein auf den Boden zu bekommen. Weil die Entwickler von "Gears of War" herausfanden, dass 90 Prozent der Spieler aufhören zu spielen, wenn sie nicht in ihrem ersten Match einen Kill landeten, griffen sie zu einem ziemlich fragwürdigen Trick: Neulinge haben einen unsichtbaren Bonus und verursachen etwas mehr Schaden bei ihren Gegnern. So werden Erfolgserlebnisse wahrscheinlicher und mehr Gamer bleiben im Spiel.

Als "PUBG Mobile", die Smartphone-Version des Battle-Royale-Hits "Playerunknown's Battlegrounds", startete, beobachteten viele Spieler übrigens etwas Ähnliches: Neulinge kämpfen hier nicht nur gegen menschliche Gegner, sondern auch gegen ziemlich tumbe Bots, die erste Erfolgserlebnisse zum Kinderspiel machen.

3. "Horizon Zero Dawn" existiert nur, wenn Du hinschaust

"Horizon Zero Dawn" für die PS4 ist bekannt für seine malerische, riesengroße Spielwelt – aber wusstest Du, dass der Großteil davon die meiste Zeit überhaupt nicht existiert? Ein technischer Kniff sorgt dafür, dass immer nur der Teil der Welt berechnet wird, den Du auch sehen kannst – ein paar Meter hinter Aloy herrscht also immer gähnende digitale Lehre. Nur was in Deinem kegelförmigen Sichtfeld angezeigt wird, ist in diesem Moment auch existent. Dieser fast schon philosophische Trick ist tatsächlich relativ häufig in rechenintensiven Spielen anzutreffen – aber bemerken wirst Du ihn so gut wie nie.

4. "Fallout: New Vegas" hat ein geheimes Kino

Um Cutscenes in ein Game einzubauen, ist mehr Arbeit nötig, als Du vielleicht denkst: Schließlich muss die Filmsequenz von außerhalb des Spiels ins Spielgeschehen hineingeladen und dann über das Gameplay gelegt werden.

Bei "Fallout: New Vegas" machten es sich die Entwickler mit einem witzigen Trick ein bisschen einfacher: In einem unzugänglichen Teil der Karte existiert tatsächlich ein geheimes Kino, in das Dein Charakter immer dann teleportiert wird, wenn eine Filmsequenz ansteht. Er steht dann so knapp vor der Leinwand, dass Du den Rest des Raums nicht sehen kannst, sondern nur das Bild, was Du während der Cutscene sehen sollst. Außerdem wird die Steuerung der Spielfigur deaktiviert und alle Anzeigen ausgeblendet. Besonders lustig: Der Ton der Zwischensequenz kommt von einem NPC namens "Ron der Erzähler", der hinter Deiner Spielfigur steht und – erzählt.

Warum wir das alles wissen? Weil findige Spieler einen Glitch entdeckt haben, der Dir in dem Kino die Kontrolle über Steuerung und Kamera zurückgibt und den genialen Schwindel so auffliegen ließ.

5. Stormtrooper-KI in "BioShock"

Von Videospiel-Gegnern aus dem Nichts beschossen zu werden, ist purer Stress, weil Du oft nicht direkt entdecken kannst, von wo der Angreifer zuschlägt. In "BioShock" griffen die Entwickler daher zu einem simplen aber sehr effektiven Trick, um die Spieler einerseits aus dem Nichts überfallen zu können, ihnen aber andererseits eine faire Chance zu geben: Alle Gegner schießen mit ihrem ersten Schuss immer daneben. So registrierst Du, dass Du angegriffen wirst, bekommst aber ein bisschen Zeit, Dich zu orientieren und hast sogar noch das Gefühl, rechtzeitig ausgewichen zu sein – schlau!

Wenn Dich ein Gegner in "BioShock" überfällt, zielt er beim ersten Schuss immer daneben.
Wenn Dich ein Gegner in "BioShock" überfällt, zielt er beim ersten Schuss immer daneben.

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