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"Sekiro": Diese Gameplay-Unterschiede müssen "Dark Souls"-Fans kennen

Jeder Gegner ist besiegbar – sogar in "Sekiro: Shadows Die Twice".
Jeder Gegner ist besiegbar – sogar in "Sekiro: Shadows Die Twice".

"Sekiro: Shadows Die Twice" ist ein sehr, sehr schweres Spiel – kein Wunder, stammt es doch von From Software, die ja auch schon die "Dark Souls"-Reihe und "Bloodborne" gemacht haben. Zwischen den Soulsborne-Spielen und "Sekiro" gibt es aber massive Unterschiede und die zu kennen, macht den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus. Unser Guide hilft Dir, die Grundlagen von "Sekiro" zu verstehen.

1. Vergiss "Dark Souls" und "Bloodborne"

Mit gezücktem Schild langsam nähern, einen flinken Treffer landen und sofort wieder in Deckung huschen – wer die Soulsborne-Games gezockt hat, für den ist dieses Kampfverhalten fast schon ein Instinkt geworden.

Und genau das ist der Fehler: "Sekiro" fordert ein viel aggressiveres und schnelleres Vorgehen von Dir. Anders als in den Spielen zuvor hast Du nun keinen Ausdauer-Balken mehr, Du kannst theoretisch also eine ganze Reihe von Attacken starten oder endlos oft in Sicherheit rollen. Das resultiert in einem völlig anderen Spielgefühl, an das ich mich als Soulsborne-Veteran erstmal gewöhnen musste.

Auch wenn es anfangs absolut unintuitiv und geradezu selbstmörderisch erscheint: Die höchsten Chancen, in diesem Spiel zu bestehen, hast Du, wenn Du immer ziemlich dicht dran am Gegner bleibst – egal, ob das nun ein einfacher Reisbauer mit einer Mistgabel ist oder ein riesiger ... aber das wirst Du schon noch sehen.

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Das kann nichts Gutes bedeuten.

2. Durchbrich die Haltung des Gegners

Hast Du "Dark Souls" und "Bloodborne" komplett aus Deinem Hirn gelöscht? Gut, dann schauen wir uns jetzt das komplexe Kampfsystem von "Sekiro" genauer an.

Deine Gegner haben zwei Balken: Einen roten für die Lebensenergie (hier Vitalität genannt) und einen gelben für die so genannte Haltung. Jeder Action-Spieler will nun natürlich sofort den roten Balken verringern, aber das ist nicht unbedingt Dein primäres Ziel. Wichtiger ist es, den gelben Balken Deines Gegenübers zu füllen. Ist er voll, ist die Haltung des Feindes durchbrochen, er blitzt rot auf und Du kannst ihm einen saftigen Todesstoß versetzen. Und der nagt wiederum ordentlich an der Lebensenergie – logisch.

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Mit unseren Tipps brauchst Du Dich vor so einem Lumpen nicht mehr fürchten.

Und wie durchbrichst Du die Haltung der Gegner? Auf verschiedene Arten:

  • Zwinge Deinen Kontrahenten zu blocken
  • Lande einen erfolgreichen Angriff
  • Verursache Status-Anomalien wie "Brennen"
  • Setze die Armprothesen-Module ein, die Du nach und nach freispielst
  • Kontere spezielle, gefährliche Angriffe
  • Pariere die Angriffe Deines Gegners

Wichtig: Lässt Du einen Feind in Ruhe, erholt sich seine Haltung
allmählich – greifst Du aber weiter an, dann nicht. Je niedriger
die Vitalität Deines Gegners, desto langsamer erholt sich
seine Haltung. Heißt für Dich: Reduziere seine Vitalität, um die Haltung leichter zu durchbrechen. Verwende alle oben genannten Techniken, um unablässig Druck auf den Feind auszuüben, seine Haltung zu zerstören und ihn mit einem Todesstoß zu erledigen.

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So sieht das Ende eines erfolgreichen Kampfes aus.

3. Parieren, parieren, parieren!

Das vermutlich wichtigste Werkzeug in Deinem Arsenal ist die Parade. Richtig eingesetzt, kann sie einen schweren Kampf in wenigen Augenblicken für Dich entscheiden. Drücke dafür die Block-Taste einen Sekundenbruchteil, bevor Dich der Angriff Deines Gegners trifft. Gut zu wissen: Du musst den Button zur Abwehr nicht zwingend antippen, Du kannst die Taste auch drücken und gedrückt halten. So werden alle feindlichen Angriffe auf Dich abgewehrt, während Du das Schwert hebst. Das ist gerade in der Anfangsphase des Spiels enorm hilfreich, wenn Du noch panisch versuchst, die Timings der Gegner zu lernen.

Eine erfolgreiche Parade fügt der Haltung Deines Feindes schweren Schaden zu. Meistens öffnet er sich für weitere Angriffe Deinerseits, die Lücke in seiner Deckung nach einer perfekten Parade solltest Du also unbedingt ausnutzen. Wenn Du schnell reagierst, kannst Du sogar eine saftige Fünfer-Combo landen! Schwächeren Lumpen kannst Du nach dem Parieren hingegen meist einfach den Todesstoß versetzen.

Zur Sicherheit sage ich es an dieser Stelle nochmal: Übe das Parieren, bis Du es im Schlaf beherrschst! Mit einfachem Blocken oder Wegrollen wirst du später im Spiel kein Land sehen. Klar ist aber auch: Nicht absolut jeder Angriff kann und sollte pariert werden, manche Attacken sind nahezu unmöglich abzuwehren. Hier hilft nur, ein Gefühl für den Kampfrhythmus zu bekommen und die Angriffsmuster der Feinde zu durchschauen. Was uns galant zum nächsten Tipp bringt ...

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Viele Kämpfe in "Sekiro" funktionieren nach dem Prinzip Stein-Schere-Papier.

4. Trainiere mit dem Zombie

Grau ist alle Theorie, nur Übung macht den Meister. Zum Glück haben die Entwickler bei From Software geahnt, dass ironischerweise gerade Soulsborne-Veteranen mit dem neuen Kampfsystem so ihre Startschwierigkeiten haben werden – und uns freundlicherweise einen digitalen Sparringspartner an die Hand gegeben.

Auf dem Weg zum maroden Tempel findest Du den unsterblichen Samurai Hanbai, mit dem Du beliebig viele Trainingsrunden einlegen kannst. Nach den Grundlagen bringt er Dir auch fortgeschrittene Techniken wie Parierketten oder das Kontern von Stoßangriffen bei. Diese Übungskämpfe, die ganz stressfrei ohne jegliche Gegner-Einmischung abgehalten werden, lehren Dich alle wesentlichen Tricks und Kniffe, wie Du auf dem Schlachtfeld bestehst. Nimm Deinen Trainer in Anspruch, bis Du Dich auch mit den komplizierteren Manövern einigermaßen sicher fühlst.

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Sieht cool aus und fühlt sich noch besser an – Trainingseinheiten lohnen sich!

5. Nutze Stealth, wann immer es geht

"Sekiro" hat ein Stealth-System. Sieh Dich in der freien Erkundung genau um: Oft findest Du mannshohes Gras und ähnliche Objekte, in denen Du Dich prima verstecken und Dich unbemerkt an Deine Gegner anschleichen kannst. Bist Du nah genug, erscheint ein wunderschöner roter Punkt auf dem nichts ahnenden Feind – und drückst Du jetzt die Angriffstaste, machst Du ihm mit nur einem Hieb aus dem Hinterhalt den Garaus.

Besonders fein: Selbst Bosse sind nicht immun gegen Schleich-Attacken! Wenn Du es schaffst, Dich an einen Zwischengegner anzuschleichen, kannst Du Dir einen massiven Vorteil verschaffen. Das geht natürlich nur gelegentlich, aber es lohnt sich immer, die Umgebung genau auszukundschaften, bevor Du Dich unvorbereitet in das nächste Gefecht stürzt.

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"Nanu, ist da jemand...?" So ein Hinterhalt ist tödlich – für Deine Gegner.

6. Wiederbeleben – aber richtig

Schatten sterben zweimal, heißt es im Untertitel von "Sekiro". Damit ist die neue Wiederbelebungs-Mechanik gemeint: Sobald Du die Auferstehungsladung bekommst, kannst Du nach Deinem Tod ins Leben zurückkehren. Das geht aber natürlich nicht unbegrenzt: Du musst erst Feinde töten, um die Auferstehungsladung wieder aufzufüllen.

Willst oder kannst Du nicht wiederauferstehen, wachst Du an der letzten Buddha-Figur wieder auf, alle regulären Gegner sind wieder da und Du hast die Hälfte deiner Sen und Erfahrungspunkte bis zum nächsten Fähigkeitspunkt verloren. Ein System namens Göttliche Hilfe kann Dich manchmal vor diesem harten Los bewahren, aber das erfährst Du ganz automatisch im Spielverlauf.

Hämmere nicht wie irre auf die Taste, sobald Du ins Spiel zurückkehren kannst, sondern warte ein paar Sekunden ab. Viele Gegner schlendern langsam davon und verschwenden keinen Gedanken mehr an Dich. Erst jetzt ist Dein Moment gekommen, den Lazarus zu machen: Steh wieder auf, schleich Dich an den gedankenlosen Tölpel an und schalte ihn mit einem Stealth-Angriff aus.

Es gibt keine Faustregel, wann Du von den Toten auferstehen und wann Du einfach liegenbleiben und den Verlust schlucken solltest. Bei Bosskämpfen ist aber eine ganz gute Richtschnur, auf die rote Vitalitätsleiste des Feindes zu gucken: Wenn Du ihm quasi noch nichts abgezogen hast, bevor es Dich zerbröselte, ist es meist sinnvoller, endgültig zu sterben und einen frischen Versuch zu wagen.

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Du bist gestorben? Dann überlege Dir gut, ob Du sofort ins Spiel zurückkehren willst.

7. Die beste Waffe bist Du selber

Dir gefällt Dein Katana nicht? Du hättest gerne eine schickere Rüstung für Wolf? Tja, Pech gehabt: Dein Start-Equipment wird sich bis zum Ende des Spiels nicht ändern. Das ist erstmal eine herbe Enttäuschung für Item-Sammler, die sich in den Soulsborne-Spielen ganze Rüstungssets zusammengestellt haben.

Und ganz konkret bedeutet das für Dich, dass es wirklich nur an Deinen Kampfkünsten liegt, ob Du das Ende des Spiels erreichst oder nicht. Beherzige also meinen Tipp Nummer 4 und trainiere, bis Dir das Kampfsystem in Fleisch und Blut übergeht.

Aber immerhin gibt es drei Fähigkeits-Bäume, die Du relativ am Anfang des Spiels freischaltest und die Dir eine Menge wertvoller aktiver und passiver Boni verschaffen. Such Dir Deine Lieblings-Fertigkeit aus und passe Deinen Kampfstil somit Deinen ganz persönlichen Vorlieben an. Auch deine Shinobi-Armprothese kann (und wird) Dein Lebensretter sein: Probiere gefundene Updates sofort aus, indem Du sie beim Bildhauer in die Prothese einsetzen lässt.

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Im Bild: Alles, was Du zum Überleben in "Sekiro" brauchst.
Das sagt Wolf:
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