Von wegen "Rumgehüpfe": Diese 8 Jump'n'Run-Spiele sind bockschwer

Der Indie-Hit "Super Meat Boy" verlangt Dir alles ab – aber es geht noch härter.
Der Indie-Hit "Super Meat Boy" verlangt Dir alles ab – aber es geht noch härter. (©YouTube/Nintendo 2017)
David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.

Jump'n'Runs sind fiese kleine Dinger: Sie locken Dich mit niedlicher Comicgrafik – und machen Dich dann mit toughen Endgegnern, Zeitdruck und völlig unschaffbaren Sprung-Passagen fertig. Trotzdem können wir nicht genug von ihnen kriegen. Hier sind acht besonders hinterhältige Exemplare.

1. "Super Mario Bros.: The Lost Levels"

Mit "Super Mario Bros" traten Hüpfspiele mit niedlichen Comicfiguren einen Siegeszug rund um die Welt an – wohl auch, weil der erste Hauptrollen-Auftritt von Nintendo-Maskottchen Mario von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen geschafft werden konnte. Anders sah es bei "Super Mario Bros.: The Lost Levels" aus, das in Japan als "Super Mario Bros. 2" erschien: Hier drehte Nintendo ordentlich am Schwierigkeitsregler und führte Fiesigkeiten wie starken Wind oder schädliche Giftpilz-Items ein. Besonders charmant: Warp-Röhren, die nicht wie gewohnt in neue Levelabschnitte führen, sondern zurück zum Spielbeginn. Argh!

2. "Super Meat Boy"

Das Leben als Fleischwürfel ist hart – davon kann Meat Boy ein Lied singen. In seinem eigenen Spiel will dem etwas blutigen, aber herzensguten und oft doch erstaunlich fröhlich dreinblickenden Protagonisten einfach alles an den Kragen. Die Levels sind gespickt mit Abgründen, Lavaströmen und scharfen Kreissägen, die den kleinen Kerl in Nullkommanix zu Hackfleisch verarbeiten. Dass er sich an Wänden festhalten und dadurch höhergelegene Areale erreichen kann, ist da weniger eine Hilfe, als eher ein Anlass für noch gemeineres Leveldesign.

3. "Ninja Gaiden"

Welches Kind will nicht gern ein sagenumwobener Ninja sein? Von denen, die Anfang der 1990er-Jahre mit dem NES-Game "Ninja Gaiden" in Berührung kamen, sicher keines mehr: Der Protagonist Ryu Hayabusa verfügte zwar über ein cooles Waffenarsenal und lässige Bewegungs- und Kletter-Skills. Dafür waren aber auch perfektes Timing und absolute Präzision nötig, um in den richtigen Momenten zwischen fiesen Gegnern auf kompliziert verteilten Plattformen zu landen. Wenn das der Preis für ein Leben als kultiger Geheimagent ist – nein danke!

4. "Ghosts 'n Goblins"

"Ghosts 'n Goblins" erschien 1985 zuerst für Arcade-Automaten in Spielhallen – der Wahnsinn hat hier also Methode: Je schneller der Spieler verliert, desto eher wirft er schließlich vielleicht eine Münze nach, um es noch einmal zu probieren. Später erschien das Game um einen Ritter, der seinen unzähligen Widersachern auf der Suche nach der zu rettenden Prinzessin natürlich hoffnungslos unterlegen ist, auch für das NES und den Commodore 64. Da sorgte er dann endlich auch im Wohnzimmer für Frust, Wutschreie und Heulkrämpfe, aber wenigstens nicht mehr für leere Geldbeutel.

5. "Battle Kid: Fortress of Peril"

Retro-Fans wissen: Früher waren Jump'n'Runs einfach grundsätzlich viel schwerer als neuere Entwicklungen – das erklärt auch, warum viele Einträge auf dieser Liste aus den 1980ern und 1990ern stammen. Das Indie-Game "Battle Kid", eine Homebrew-Entwicklung für das NES, stammt zwar aus dem Jahr 2010, nimmt sich die Brutalität der alten Klassiker aber zum Vorbild – und legt noch eine Schippe drauf: Als Mega-Man-Verschnitt kämpfst Du Dich durch mehr als 500 (!) Räume voller Plattformen, Gegner und Gefahren und darfst dabei immer nur genau ein Mal sterben, bevor Du wieder beim letzten Speicherpunkt anfängst. Kauf lieber schon einmal einen Ersatz-Controller – hier besteht akute Wutanfall-Gefahr.

6. "Mega Man 9"

Retro ist im Trend – das erkannte 2008 auch Publisher Capcom und beschloss, "Mega Man 9" bewusst auf alt zu trimmen. Und was braucht es dazu? Na klar: Eine pixelige 8-Bit-Grafik wie zu alten NES-Zeiten, dazu das passende klassische Gameplay sowie – natürlich – einen unerbittlich fordernden Schwierigkeitsgrad. Und siehe da, die Rechnung ging auf: "Mega Man 9" war ein kommerzieller Erfolg und wurde von Kritikern gefeiert – nicht trotz, sondern eher wegen seiner anspruchsvollen Platformer-Passagen. Eine gute Dosis Frust gehört zum Nostalgie-Paket eben einfach dazu.

7. "VVVVVV"

Ist es eigentlich noch ein Jump'n'Run, wenn die Spielfigur nicht springen kann? Diese Frage stellt sich bei "VVVVVV", denn tatsächlich kriegt der Protagonist Captain Viridian aus eigener Kraft nicht die Füße vom Boden. Stattdessen kann er die Schwerkraft auf Knopfdruck umkehren und fällt dann zur Decke oder wieder zurück zum Boden. Das ungewöhnliche Spielkonzept sorgt für ein ganz eigenes Gameplay-Flair, stiftet aber auch jede Menge Verwirrung. Bis Du verstanden hast, wie Du Captain Viridian heil durch einen Levelabschnitt bekommst, bist Du in der Regel Dutzende Male zwischen Gegnern und Fallen verendet.

8. "Cuphead"

Im Gaming-Jahr 2017 war "Cuphead" eine der positivsten Überraschungen. Das liebevoll handgezeichnete Spiel begeisterte die Spieler mit seinem Cartoon-Stil und dem schmissigen Swing-Soundtrack, spielerisch verlangte es ihnen aber alles ab: YouTube ist voll von Videos verzweifelter Gamer, die versuchen, gegen die zahlreichen Bossgegner zu bestehen – und es werden täglich mehr. Kleine Anmerkung für Spitzfindige: Streng genommen ist "Cuphead" mit seinem Fokus auf Bosskämpfe eigentlich ein sogenanntes Run-and-Gun-Game in der Tradition von bockschweren Spielen wie "Contra". Neben den Boss-Levels gibt es aber auch einige typische Jump'n'Run-Passagen – und die haben es ebenso in sich.

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