WTF? Diese 8 Retro-Shooter sind einfach nur seltsam

Nein, das ist nicht "Doom" – sondern der Ego-Shooter "Super Noah's Ark 3D", der Kindern spielerisch die Bibel nahebringen sollte!
Nein, das ist nicht "Doom" – sondern der Ego-Shooter "Super Noah's Ark 3D", der Kindern spielerisch die Bibel nahebringen sollte! (©YouTube/ DarkEvil87's Longplays 2017)
David Albus Überbrückt Ladepausen in PC-Games an der Nintendo Switch – und umgekehrt.

Mit Games wie "Doom" und "Wolfenstein 3D" traten Ego-Shooter in den 1990er-Jahren ihren Siegeszug an. Doch auf dem Weg zum populären Spielegenre entstanden nicht nur Klassiker, sondern auch einige richtig groteske Machwerke. Wir stellen acht skurrile FPS-Games aus den Neunzigern vor.

1. "Forbes Corporate Warrior" (1997)

In der Welt von "Forbes Corporate Warrior" hat ein genialer Wissenschatler eine VR-Brille erfunden, die den globalen Finanzmarkt als Arena darstellt. Das heißt: Du spielst hier eine Art virtuelle Wirtschafts-Simulation im Gewand eines Ego-Shooters und ballerst mit Waffen wie dem "Ad Blaster" oder dem "Legal Laser" auf seltsam aussehende Objekte, die deine Konkurrenten an der Börse darstellen. In der Logik des Games erhöhst Du so Deinen Marktanteil und stabilisierst Deine Aktienwerte. Als Vorbereitung auf eine BWL-Klausur ist "Forbes Corporate Warrior" aber wohl nicht zu empfehlen.

2. "Chex Quest" (1996)

Im Fahrwasser der ultrabrutalen Klassiker "Doom" und "Wolfenstein 3D" entstanden in den Neunzigern auch einige kindgerechte Ego-Shooter, die dem Geballer mit harmlosen Szenarien seinen Schrecken nehmen sollten. "Chex Quest" war im Grunde eine Total-Conversion -Mod für "Doom" und erschien 1996 als Werbemaßnahme für die Cornflakes-Marke Chex. Mit Frühstücksflocken hat das Game aber recht wenig zu tun: Du spielst den "Chex Warrior", einen Soldaten in einer waffelförmigen Rüstung, und Deine Gegner sind die Flemoids – schleimige grüne Außerirdische, die sich auf Deinem Planeten breit machen. Mit Deiner Waffe, dem Zorcher, teleportierst Du die Flemoids ganz gewaltfrei auf ihren eigenen Heimatplaneten zurück. So seltsam dieses Werbe-Game auch ist: Bis heute hat "Chex Quest" eine große Fangemeinde und ist unter all den skurrilen Neunziger-Shootern in dieser Liste noch einer der besseren. Ist ja auch eigentlich "Doom" im neuen Gewand ...

3. "H.U.R.L." (1995)

Auch "H.U.R.L." machte die Shooter-Formel kindgerecht – allerdings mit etwas anderen Mitteln. Du bist "bewaffnet" mit Reinigungsartikeln wie Wasserbomben, Seife und Deo und Deine Gegner sind menschengroße Tiere, die überall Müll und Dreck hinwerfen. Also schrubbst und putzt Du Dich durch die Levels und musst dabei darauf achten, selbst nicht zu dreckig zu werden. Der Endboss von "H.U.R.L." bewirft Dich als besonders perfide Taktik übrigens mit vollen Windeln und lässt ständig Furzgeräusche ab – der Humor dieses skurrilen Ego-Shooters passt also zum vorpubertären Setting. Das Verb "to hurl" bedeutet auf Englisch übrigens "sich übergeben".

4. "Super Noah's Ark 3D" (1994)

Und noch ein dritter Kandidat aus der Kategorie "Shooter für Kinder":  "Super Noah's Ark 3D" erschien 1994 als einziges nicht offiziell von Nintendo lizenziertes Spiel für das SNES. Du steuerst darin den biblischen Noah durch seine Arche und musst den unruhigen Tieren mithilfe verschiedener Schleudern Futter zuschießen, damit sie einschlafen. Dafür, dass "Super Noah's Ark 3D" vom dezidiert christlichen Entwickler Wisdom Games geschaffen wurde, ist es aber seltsam unakkurat: Wenn Noah doch von jeder Tierart nur zwei Exemplare auf seine Arche geholt hat – wo kommen dann die unzähligen wütenden Ziegen her, die ihn angreifen wollen?

5. "Xmas-Carnage" (1994)

Ganz und gar nicht kindgerecht ist "Xmas-Carnage", das beweist, dass Ego-Shooter-Machern  in den Neunzigern absolut gar nichts heilig war – nicht einmal Weihnachten. Die "Story" ist ebenso kurz wie irre: Du bist der Osterhase und hasst Weihnachten. Also müssen alle sterben, die auch nur am Rande etwas damit zu tun haben: Wichtel. Weihnachtsmänner. Engel. Sogar Schneemänner. Als Waffen hast Du unter anderem eine Axt und eine Pistole, im Hintergrund ertönt düstere 16-Bit-Musik und die Spielwelt ist abwechselnd schneeweiß, matschgrau oder rot vom Blut Deiner dahinsiechenden Gegner. Da kommt doch richtig Adventsstimmung auf!

6. "Tekwar" (1995)

"Tekwar" war eine Sci-Fi-Fernsehserie von und mit "Captain Kirk" William Shatner, deren 22 Folgen von 1994 bis 1996 erstausgestrahlt wurden. Die Story war eine Art "Blade Runner"-Abklatsch und handelte von einem in Ungnade gefallenen Polizisten in einer dystopischen Zukunft, der aus seinem Kälteschlaf-Gefängnis geweckt wird, um die gefährliche High-Tech-Droge Tek unschädlich zu machen. Das Spiel zur Serie bot einige Gameplay-Neuerungen wie eine große, einigermaßen frei begehbare Stadt-Umgebung, war mit seiner miesen KI, grottigen Animationen und rätselhaften Missions-Briefings aber ansonsten eher seltsam als gut. Dass Du die schlecht erklärten Aufträge von William Shatner höchstpersönlich bekommst, macht den Braten da auch nicht mehr fett.

7. "Revolution X" (1994)

In der dystopischen Zukunft von "Revolution X" hat ein korruptes Regime die Kontrolle übernommen und jede Art von Jugendkultur verboten. Aus irgendeinem Grund sah sich die schon zum Release dieses SNES-Shooters eher zu den älteren Semestern zählende Rockband Aerosmith als Repräsentant dieser Jugend, denn die Föhnwellen-Rocker stehen hier im Mittelpunkt der Story und werden von den Bösen eingekerkert. Das kannst Du als Fan natürlich nicht zulassen und ballerst Dich durch Levels rund um den Globus, um schließlich im Wembley Stadion die Oberschurkin Helga zu besiegen und die Musiker zu befreien. Deine "Belohnung" ist eine Aerosmith-Performance, die dank des Soundchips des SNES alles andere als ein klanglicher Hochgenuss ist.

8. "Virus" (1997)

Die Grundidee von "Virus" ist gleichermaßen cool wie verstörend: Das Game spielt in Deiner Festplatte, wo Du mit gezogener Cyberwaffe Jagd auf Viren machst. Die Ordnerstruktur Deines Rechners bildet die Grundlage für die Räume, durch die Du läufst; dazu scannt das Spiel Deine tatsächlich auf Deinem PC gespeicherten Dateien, tapeziert die Levels mit Deinen Fotos und spielt Deine Sounddateien als Hintergrundmusik ab. Leider ist das Shooter-Gameplay nicht gerade eine Offenbarung ...

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