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Xbox Scorpio & PS4 Pro im Vergleich: Welche Spielekonsole kaufen?

PS4 Pro und Xbox Scorpio im Vergleich: Welche Spielekonsole soll man kaufen?
PS4 Pro und Xbox Scorpio im Vergleich: Welche Spielekonsole soll man kaufen? (©Microsoft 2017)

Microsoft und Sony haben in Sachen Spielekonsolen treue Fans. Gerade Neueinsteiger fragen sich nach der Vorstellung der Xbox Scorpio aber: Welche der High-End-Konsolen soll ich kaufen? Mit einem Vergleich von PS4 Pro und Xbox Scorpio versuchen wir eine Antwort zu geben.

Auf den ersten Blick ist klar: die Xbox Scorpio wird zum Release im Herbst 2017 deutlich mehr virtuelle Pferdestärken unter der Haube haben als die PlayStation 4 Pro. Beim Kauf spielen allerdings auch noch andere Faktoren eine Rolle: Neben Preis und Funktionsumfang machen auch die verfügbaren Spiele den Nutzen einer Spielekonsole aus. Im Vergleich zeigen wir, wo die beiden Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und geben eine Antwort auf die Frage: Lohnt sich das Warten auf die Xbox Scorpio?

1. Technik: 4K, GPU-Power und Speicherbandbreite

Nach der Präsentation der finalen Specs der Xbox Scorpio zeigten sich Experten beeindruckt – für eine Spielekonsole verfügt das System über immense Ressourcen. Auch wenn die präzisen technischen Details für viele Laien böhmische Dörfer sind – dass die PS4 Pro den direkten Vergleich hier deutlich verliert, sollte klar sein. Beim Stresstest konnte die Xbox Scorpio aktuelle Games bei absoluten Ultra-Settings in nativ berechneter 4K-Auflösung darstellen und hatte dabei sogar noch jede Menge Ressourcen frei.

Im technischen Vergleich liegt die PS4 Pro, die allerdings auch schon vor einem halben Jahr in den Verkauf ging, also erkennbar hinten. Einzig in Sachen Festplatte liegen beide Spielekonsolen gleichauf – allerdings lässt sich die Xbox One bereits jetzt mit bis zu zwei externen USB-Festplatten erweitern, die PS4 Pro nur mit einer einzigen. Virtual Reality will unterdessen auch die Xbox Scorpio bieten, bisher besetzt Sony hier mit PlayStation VR noch das Monopol im Wohnzimmer.

Xbox Scorpio

  • CPU: 8 Custom x86-Kerne mit 2,3 GHz
  • GPU: 40 Custom Compute-Units mit 1172 MHz
  • RAM: 12 Gigabyte GDDR5
  • Speicherbandbreite: 326 Gigabyte pro Sekunde
  • Festplatte: 1 Terabyte 2,5 Zoll

PS4 Pro

  • CPU: 8 Jaguar-Kerne mit 2,1 GHz
  • GPU: 36 angepasste GCN Compute-Units mit 911 MHz
  • RAM: 8 Gigabyte GDDR5
  • Speicherbandbreite: 218 Gigabyte pro Sekunde
  • Festplatte: 1 Terabyte 2,5 Zoll

2. Performance älterer Spiele-Titel

Mit dem eingebauten Boost Mode profitieren auch ältere Games von der besseren Leistung der PS4 Pro. Allerdings wird dadurch in der Regel lediglich die Bildwiederholrate stabilisiert. Ansonsten nutzen nur Spiele, die durch einen Pro-Patch speziell an das überarbeitete System angepasst wurden, die Ressourcen der PS4 Pro. Allerdings ist davon auszugehen, dass mit der Zeit immer mehr Entwickler ihre Spiele entsprechend programmieren.

Bei der Xbox Scorpio dagegen erhalten sämtliche Games Zugriff auf die Power der Spielekonsole und werden dadurch in Sachen Leistung zum Teil stark aufgewertet. Spiele, die über dynamische Auflösung verfügen, können so theoretisch sogar in 4K spielbar werden, da die Xbox Scorpio sie automatisch auf die maximale Auflösung anpasst. Durch die Abwärtskompatibilität von Xbox Scorpio zu Xbox One und sogar Xbox 360 wird es so möglich sein, geliebte Klassiker mit deutlich stärkerer Performance zu erleben. Die PS4 Pro ist nur sehr eingeschränkt abwärtskompatibel, der Vergleich sieht die Xbox Scorpio in Bezug auf ältere Spiele also vorn.

3. Optisches Laufwerk: Ist 4K UHD Blu-ray die Zukunft?

Sowohl bei der Xbox Scorpio als auch bei der PS4 Pro handelt es sich nicht um eine neue Konsolengeneration, sondern um ein sogenanntes Mid-Cycle-Upgrade. Microsoft und Sony rüsten also die bestehende Generation auf, sie reagieren damit auf aktuelle Entwicklungen auf dem Gaming- als auch allgemein auf dem Heimelektronik-Markt. Aus diesem Grund stehen Themen wie 4K-Auflösung immer wieder im Mittelpunkt der Berichterstattung zur Xbox Scorpio: Es ist zu erwarten, dass mittelfristig ein Großteil der Haushalte ein Fernsehgerät mit 4K- und UHD-Support sein Eigen nennen wird.

In einem Punkt gehen die beiden Hersteller allerdings unterschiedliche Wege: Microsoft spendiert der Xbox Scorpio ein 4K UHD Blu-ray Laufwerk, welches die neueste Generation an optischen Disks abspielen kann. Sony dagegen setzt voll auf Streaming – die Japaner gehen davon aus, dass der weltweite Markt für physische Datenträger im Rahmen des Netzausbaus immer unwichtiger wird und spart darum am optischen Laufwerk. Die PS4 Pro frisst daher lediglich herkömmliche Blu-rays. Für Filmliebhaber, die ihre Sammlung auch zukünftig physisch aufstocken wollen, ein sehr wichtiger Punkt. Objektiv gewinnt also auch hier die Xbox Scorpio unseren Vergleich.

4. Die Spiele: Keine Exklusivtitel für Xbox Scorpio

Nein, auch für die PS4 Pro wird es keine Exklusiv-Titel geben – Entwickler haben von Sony die Vorgabe bekommen, sämtliche Games auch auf der Standard-PS4 spielbar zu machen. Allerdings ist dieses Versprechen in Hinblick auf den viel größeren Leistungsabstand zwischen Xbox One und Xbox Scorpio Fluch und Segen zugleich: Wird es überhaupt Spiele geben, die die Power des 6 Teraflop-Monsters voll ausnutzen können, wenn sie dabei auch einigermaßen ordentlich auf der Xbox One laufen müssen? Am ehesten wird sich diese Lücke wohl im Bereich Virtual Reality schließen lassen. Wie genau VR auf der Xbox Scorpio umgesetzt werden soll, ist allerdings noch nicht enthüllt worden.

Das Thema Exklusiv-Spiele ist ohnehin eine der größten Herausforderungen für Microsoft. So hat man zuletzt eingestanden, dass man vor allem auch die Entwickler mit der Xbox Scorpio zurückgewinnen will. Ohne Frage hat die PS4 Pro nämlich in Sachen erstklassiger Games die Nase vorn. Blockbuster-Titeln wie "The Last of Us", "Uncharted", "Horizon Zero Dawn" oder bald "Gran Turismo Sport" stehen auf Xbox One zwar "Gears of War", "Halo", "Forza" und "Dead Rising" gegenüber. Microsoft gibt aber an, Spieleprogrammierern mit der Xbox Scorpio gleichzeitig verbesserte Entwickler-Tools an die Hand zu geben, um das Software-Angebot dadurch stark zu verbessern. Insgesamt schlägt das Pendel hier aber noch definitiv in Richtung Sony aus. Im Vergleich liegt die PS4 Pro hier also vorn.

5. Preis: Premium-Produkt gegen Marktführer

Nach der Enthüllung der Specs der Xbox Scorpio vermuteten die Kollegen von Digital Foundry aufgrund der Komponenten einen ungefähren Release-Preis von 500 US-Dollar. In dem Fall dürfte Microsoft das Gerät mit Verlust in den Verkauf geben. Strategisch sicherlich die richtige Entscheidung, um gegen die PlayStation 4 anzukommen, die weltweit deutlich weiter verbreitet ist. Die PS4 Pro geht zurzeit für etwa 400 Euro über den Ladentisch – zum Angriff der deutlich leistungsstärkeren Xbox Scorpio noch vor Weihnachten 2017 ist allerdings mit einer Preissenkung zu rechnen. Denn trotz des Vorsprungs der PS4 Pro in Sachen Games würden im Vergleich wohl die meisten Kunden zur etwas teureren, aber dafür deutlich fortschrittlicheren Xbox Scorpio greifen. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, gewinnt Microsoft den Konsolen-Vergleich, auch wenn man die PS4 Pro ab Herbst wohl sehr günstig erhält.

Xbox Scorpio wieder vorn: Legt Sony also bald nach?

 Konzeptbild: Könnte die PlayStation 5 so aussehen? fullscreen
Konzeptbild: Könnte die PlayStation 5 so aussehen? (©YouTube/GoNect 2016)

Klar, die PlayStation 5 befindet sich hinter verschlossenen Türen längst in Entwicklung. Mit der Enthüllung der Xbox Scorpio ist der Druck auf Sony beträchtlich gestiegen, wenn man den Anschluss hier nicht verlieren will. Schließlich sieht es so aus, als habe Microsoft begriffen, an welchen Schrauben man drehen muss, um auf dem Konsolen-Markt wieder die Oberhand gewinnen zu können. Nicht nur Leistung muss stimmen, auch die Herzen der Entwickler und Spieler müssen mit hochwertigen Titeln zurückerobert werden. Bisher sieht es allerdings aus, als ob die PS5 nicht vor 2020 in den Verkauf geht. Bis dahin könnte die Xbox Scorpio viel Boden gut machen.

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