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Burning Man: Randalierer wüten bei Hippie-Festival

Das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas ist für ausgefallene Kunstwerke und Hippie-Spirit bekannt
Das Burning Man Festival in der Wüste Nevadas ist für ausgefallene Kunstwerke und Hippie-Spirit bekannt (©CC: Wikimedia/Anne Gomez 2015)

Beim US-Kunstfestival Burning Man ist es zu Ausschreitungen gekommen: Festivalbesucher sollen ein exklusives Camp gestürmt und dort randaliert haben.

Eigentlich hat sich das Burning Man Festival die Ideale der Hippie-Kultur auf die Fahnen geschrieben: Friedfertigkeit, Kreativität und Nächstenliebe zählen zu den Grundsätzen des Events. Einmal im Jahr pilgern bis zu 70.000 Menschen aus aller Welt in die Wüste von Nevada, um dort eine Woche lang eine alternative Gesellschaft entstehen zu lassen.

Erreicht die Zweiklassengesellschaft das Burning Man Festival?

Doch die Utopie bröckelt: Weil das Festival in den vergangenen Jahren immer bekannter geworden ist, zieht es mittlerweile auch zahlreiche Stars, Firmenbosse und andere Gutbetuchte zum Burning Man. Weil sich diese Besucher gern in exklusiven, luxuriös eingerichteten Camps abschotten, sind sie manchen idealistischeren Burnern, wie sich die Festivalgänger selbst nennen, ein Dorn im Auge.

Gewaltausbrüche in der Wüste

Beim diesjährigen Festival, das am 5. September zu Ende gegangen ist, entlud sich diese Spannung in Gewalt: Wütende Burner stürmten das White Ocean-Camp, das von DJ Paul Oakenfold, dem russischen Milliardärssohn Timur Sardarov und dem Tech-Unternehmer Oliver Ripley gegründet wurde. Wie White Ocean via Facebook mitteilte, sollen Randalierer sämtliche Stromkabel durchgeschnitten, Wertgegenstände gestohlen, Wohnwagentüren zugeklebt und das Camp mit über 700 Litern Wasser geflutet haben. Man sei enttäuscht und fühle sich sabotiert, heißt es in dem Statement weiter. 

Die Organisatoren sollen die Schuld an dem Vorfall hingegen vor allem bei White Ocean gesehen haben: Dass das Camp nur exklusiven Gästen zugänglich gewesen sei, widerspreche dem Geist des Festivals zutiefst. Über die Sabotage solle man sich daher nicht wundern.

"Radikale Inklusion" steht in den zehn Prinzipien des Festivals an erster Stelle – der Satz "Jeder kann ein Teil von Burning Man sein" lässt sich aber offenbar recht unterschiedlich auslegen.

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