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Darum setzt Netflix viele beliebte Serien nach kurzer Zeit ab

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Auch "Altered Carbon" bekam von Netflix keine Gnadenfrist ... Bild: © Diyah Pera/Netflix 2020

No time to say goodbye: In den vergangenen Monaten hatten es Fans zahlreicher Netflix-Shows nicht einfach. Der Streamingdienst machte unter anderem mit "Der Dunkle Kristall" und "Altered Carbon" kurzen Prozess. Die Serien wurden nach nur einer beziehungsweise zwei Staffeln abgesetzt, finale Folgen für einen würdigen Abschied wird es trotz Fan-Protesten nicht geben. Aber warum das frühe Aus?

Tatsächlich sind "Der Dunkle Kristall" und "Altered Carbon" keine Ausnahmen: Neue Daten der Medienanalyse-Firma Ampere Analysis zeigen, dass eine Netflix-Original-Serie im Durchschnitt nicht mehr als zwei Staffeln bekommt, bevor sie gecancelt wird (via Wired). Den Experten zufolge fällt Netflix seine Entscheidung für oder (meistens) gegen neue Staffeln einer Serie anhand von vier verschiedenen Zahlen.

Eingefleischte Fans allein reichen nicht aus

Der erste Grund für das schnelle Aus einer Serie bei Netflix ist eine traditionelle TV-Richtlinie. Zwar veröffentlicht der Streamingriese keine offiziellen Zuschauerzahlen, intern werden die aktuellen Zuschauerzahlen dennoch ins Verhältnis zu den Kosten für eine weitere Staffel gesetzt. Einfach gesagt, stellt sich die Frage: Hat die Serie genug Zuschauer, um die Produktionskosten zu rechtfertigen? Idealerweise schaut jeder Netflix-Nutzer zumindest einmal in die Show hinein – eine treue Fangemeinde allein reicht nicht.

Alles entscheidet sich in den ersten vier Wochen

Das Zuschauer-Kosten-Verhältnis allein ist jedoch nicht ausschlaggebend. Hinzu kommen drei weitere Werte, die darüber entscheiden, ob eine Serie verlängert wird oder nicht. So wird zum einen die Anzahl der "Starters" erhoben, Personen oder Haushalte, die mindestens eine Folge gesehen haben. Zum anderen zählen die "Completers", Personen oder Haushalte, die eine komplette Staffel einer Serie geschaut haben. Beide Zahlen werden sowohl sieben Tage nach dem Release neuer Folgen als auch 28 Tage nach dem Release betrachtet. Der dritte Wert ist die Anzahl der "Watcher", die Gesamtzahl der Personen und Haushalte, die eine Serie gesehen haben.

Demnach wird Netflix' Entscheidung für oder gegen eine TV-Show maßgeblich durch Werte bestimmt, die innerhalb des ersten Monats nach dem Erscheinen beeinflusst werden.

Alles eine Frage des Geldes

Tom Harrington, seines Zeichens Analyst von Enders Analysis, hält zudem fest, dass Shows auf Netflix nach Staffel 2 teurer werden und nach Staffel 3 sogar noch einmal teurer. Schließlich steigen die Gehälter der Darsteller und des Teams im Laufe der Zeit. "Deshalb werden immer mehr Shows nach zwei Staffeln gecancelt, weil es Netflix mehr kostet."

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