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EU-Beschluss: Streaming auch bald im Urlaub möglich

Die Lieblingsserie auch im Urlaub gucken? Dank dem neuen EU-Beschluss bald kein Problem mehr.
Die Lieblingsserie auch im Urlaub gucken? Dank dem neuen EU-Beschluss bald kein Problem mehr. (©TURN ON/Amazon/Netflix/Sky/Watchever/Maxdome /Unsplash 2016)

Die EU ist sich einig: Künftig sollen Abonnenten von bezahlten Streaming-Angeboten auch im europäischen Ausland auf ihre gewohnten Inhalte zugreifen können. Das ist aktuell nämlich nicht möglich ... 

Wer schon mal im Urlaub auf seine abonnierten Streaming-Inhalte von Netflix, Amazon Prime und Co. zugreifen wollte, schaute nicht selten in die Röhre: Die Serie oder der Film war nicht abspielbar. Verantwortlich dafür ist in der Regel das sogenannte Geoblocking, was verhindert, dass zum Beispiel Inhalte aus Deutschland auch in Frankreich oder Spanien angesehen werden können.

Verbessertes Streaming in EU-Ländern ab 2018

Die EU-Kommission, das Europaparlament sowie die Mitgliedsstaaten haben sich nun auf einen neuen Beschluss geeinigt, der schon Anfang 2018 in Kraft treten soll. "Wer zu Hause seine Lieblingsserien, Musik und Sportereignisse abonniert hat, wird diese nun auch auf Reisen in Europa anschauen und anhören können", wird EU-Kommissar Andrus Ansip in einer offiziellen Pressemitteilung zitiert.

Um festzustellen, aus welchem Land der jeweilige Nutzer kommt, werden die Anbieter auf die Zahlungsdaten oder Angaben beim Vertragsabschluss zurückgreifen. Zusatzkosten für das Streamen im Ausland sollen nicht anfallen. Von dieser Regelung ausgenommen sind jedoch frei verfügbare Streaming-Inhalte. In diesem Fall obliegt es den jeweiligen Anbietern, ob sie sich an diesem Abkommen beteiligen möchten. Das würde unter anderem die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender betreffen, wie die ARD- oder ZDF-Mediathek.

Geoblocking ist noch lange nicht vom Tisch

Auf Anfrage von n-tv reagierte der Pay-TV-Sender Sky bereits positiv auf den EU-Beschluss: "Wir freuen uns, dass unsere Kunden – aus all unseren Märkten – ihre Inhalte über unsere mobilen TV-Plattformen zukünftig überall in Europa ansehen können."

Gänzlich vom Tisch ist das Thema Geoblocking damit aber noch nicht. Denn auf die Inhalte aus anderen (EU-)Ländern haben Streaming-Abonnenten noch immer keinen Zugriff. Das jedoch hängt in erster Linie mit den länderspezifischen Urheberrechten zusammen. Bis dort eine Einigung gefunden wird, dürfte es noch einige Zeit dauern. Julia Reda, EU-Abgeordnete der Piratenpartei, äußerte sich kritisch dazu: "Dadurch werden genau die Verbraucherinnen und Verbraucher bestraft, die legale Streaming-Angebote nutzen wollen."

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