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"Gemini Man": Ang Lee über die digitale Verjüngung von Will Smith

Regisseur Ang Lee und Hauptdarsteller Will Smith am Set von "Gemini Man"
"Uuuuund, Action!"

"Gemini Man" könnte ein klassischer Actionfilm sein: Will Smith spielt einen Auftragskiller, der plötzlich selbst zur Zielscheibe wird. Doch eines hebt den Film vom 08/15-Actioner ab: Ang Lee, der Mann hinter der Kamera. Bei einer Pressevorführung hat der Regisseur über die Technik hinter "Gemini Man" gesprochen und die Herausforderungen, die damit einhergehen.

"Gemini Man" handelt von einem 51-jährigen Scharfschützen. Er muss feststellen, dass er von seinem 23-jährigen Klon gejagt wird. Beide Rollen verkörpert Will Smith. Wie das geht? "Motion Capture" lautet das Zauberwort: Es ist das erste Mal, das ein Schauspieler in seiner ganzen Gestalt als menschliche Version seiner selbst auf der Leinwand zu sehen ist. Zuvor waren die Ergebnisse einer solchen Komplettverwandlung entweder Fabelwesen wie Gollum aus "Der Herr der Ringe" oder vermenschlichte Tiere wie der Affe Caesar aus den "Planet der Affen"-Filmen. Das Motion-Capture-Verfahren hatte das "Gemini Man" -Team vor ganz besondere Herausforderungen gestellt, wie "Life of Pi"-Regisseur Ang Lee beim ersten Presse-Screening des Films in New York erläuterte.

So wurde Will Smith wieder jung

"Wir bearbeiten den kompletten Körper, nicht nur das Gesicht", erklärte Ang Lee (via Indiewire). "Wir machen das von Grund auf. Darum nenne ich es nicht gern 'verjüngen'. Es ist nicht nur eine Auffrischung. Das Alter bringt mehr Mysterien mit sich als nur Falten. [...] Jede Hautschicht, alle Knochen, deine Augen, der Zahnschmelz zeigen, wie du alterst. All diese subtilen Veränderungen."

Um Junior, so der Name des jungen Smith-Klons, zum Leben zu erwecken, wurden Motion-Capture-Aufnahmen von Will Smith als Basis genommen. Diese wurden dann bearbeitet, wofür Material aus älteren Filmen des Schauspielers zur Hilfe genommen wurde, so Lee weiter. "Das ist wirklich herausfordernd."

"Gemini Man" wird in 3D und HFR gezeigt

Darüber hinaus hat Ang Lee bei „Gemini Man“ erneut auf die Technologien 3D und High Frame Rate gesetzt, die er schon für sein Drama "Die irre Heldentour des Billy Lynn" (2016) verwendete. "Ich glaube daran", hält der Regisseur fest. Diese neuen Technologien, bei denen 60 bis 120 Bilder pro Sekunde über die Leinwand flimmern, würden eine besonders intensive und authentisch wirkende Kinoerfahrung ermöglichen. Lee ist sich aber auch der Schwierigkeiten bewusst, die dieser hautnahe Realismus mit sich bringt: Die Darsteller können kein starkes Make-up tragen, künstliche Kulissen sind leicht als solche zu erkennen.

Kinostart
"Gemini Man" ist ab dem 3. Oktober 2019 in den deutschen Kinos zu sehen.

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