"Herr der Ringe" als Zwei-Stunden-Version von Quentin Tarantino?

"Herr der Ringe" als Zwei-Stunden-Version? Kaum vorstellbar!
"Herr der Ringe" als Zwei-Stunden-Version? Kaum vorstellbar! (©Facebook/lordoftheringstrilogy 2017)
Christin Ehlers Würde ein "König der Löwen"-Remake mit Benedict Cumberbatch notfalls aus eigener Tasche zahlen.

Rund zwölf Stunden dauert es, alle drei "Herr der Ringe"-Teile am Stück zu gucken. Doch beinahe hätte ein anderer Regisseur die unheilvolle Aufgabe gehabt, das Fantasyspektakel auf zwei (!) Stunden zu verkürzen: Harvey Weinstein drohte damit, die Regie von Peter Jackson an Quentin Tarantino weiterzugeben!

Regisseur Peter Jackson stand Ende der 1990er-Jahre vor der schwierigen Aufgabe, über 1.200 Buchseiten auf Band zu bringen. Dass das nicht innerhalb eines Filmes abgehandelt werden könne, verstand sich eigentlich von selbst.

"Herr der Ringe" von Quentin Tarantino?

Allerdings gibt es jetzt neue Informationen über den Entstehungsprozess des Films – und die verraten, dass Peter Jackson offenbar um seinen Job bangen musste. In dem Buch "Anything You Can Imagine: Peter Jackson & The Making of Middle-Earth" schreibt der britische Autor Ian Nathan, dass Produzent Harvey Weinstein mit Jacksons Arbeitsweise nicht zufrieden gewesen sei.

Harvey Weinstein drohte mit Rausschmiss

Weinstein habe bemängelt, dass Peter Jackson 12 Millionen US-Dollar für ein Drehbuch "verschwendet" hat, das zwei Filme abdecken soll. Harvey Weinstein habe daraufhin dem "Herr der Ringe"-Regisseur gesagt, dass er das Skript auf eine Zwei-Stunden-Version kürzen möge – anderenfalls werde Weinstein John Madden oder Quentin Tarantino engagieren.

"Harvey sagte 'Entweder machst du das oder nicht. Dann bist du raus. Und ich hole Quentin, um den Film zu beenden", erzählte Weinstein-Produzent Ken Kamins dem Autoren, wie The Guardian berichtet.

Peter Jackson setzte sich durch!

Peter Jackson habe am 17. Juni 1998 einen Notizzettel erhalten, auf dem stand, dass der Regisseur eine "radikalere, gestrafftere Herangehensweise" verfolgen solle, durch die die Geschichte in einem Film erzählt werden könne.

"Es wäre garantiert gewesen, dass jeder, der das Buch gelesen hat, vollkommen enttäuscht gewesen wäre", sagte Peter Jackson im Gespräch mit Ian Nathan. Er habe Ken Kamins daraufhin angerufen und ihm gesagt, dass er den Film entweder auf seine Weise mache oder gar nicht.

Wie gut, dass Peter Jackson am Ende offenbar seinen Willen bekommen hat. Immerhin zählt die "Herr der Ringe"-Trilogie zu einer der erfolgreichsten Literaturverfilmungen aller Zeiten mit insgesamt 17 Oscar-Auszeichnungen.

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