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Konkurrenz für Netflix? RTL könnte eigenen Streamingdienst starten

Die Konkurrenz schläft nicht: Könnten sich RTL, ProSieben, ARD und Co. bald für einen gemeinschaftlichen Streamingdienst zusammenschließen?
Die Konkurrenz schläft nicht: Könnten sich RTL, ProSieben, ARD und Co. bald für einen gemeinschaftlichen Streamingdienst zusammenschließen? (©Tino Neitz/stock.adobe.com 2018)

Wie lange gucken wir zu Zeiten von Netflix, Amazon und Co. noch lineares Fernsehen? Diese Frage müssen sich vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die Privaten wie RTL stellen. Ein Umdenken ist gefragt – und die Chefs von RTL sowie ProSiebenSat.1 scheinen einen Plan zu haben ... 

Streaming auf Handy oder Tablet? Nein, Danke! Heutzutage wird über den Fernseher gestreamt. Das zumindest zeigte eine Statistik im März, aus der hervorgeht, dass 70 Prozent aller Netflix-User die Inhalte über ihren TV konsumieren. In der Folge heißt das aber auch, dass Sender wie ARD, ZDF, RTL oder ProSieben weniger eingeschaltet werden.

Eine Internet-Allianz von RTL, ProSieben und Co.?

Die öffentlich-rechtlichen sowie privaten Sender sind zum Handeln gezwungen – und könnten einen Zusammenschluss planen, um Streamingdiensten wie Netflix, Amazon und Co. den Kampf anzusagen.

"Wir sind für Partnerschaften in einzelnen Bereichen sehr offen", erklärte Bert Habets, Chef der RTL Group, im Interview mit der FAZ (via Business Insider). Etwas Ähnliches erklärte jüngst auch ProSiebenSat.1-Chef Max Conze: "Ich lade hiermit RTL, ARD und ZDF ein, mit uns gemeinsam einen deutschen Champion zu schaffen." Auch Ulrich Wilhelm, ARD-Vorsitzender, ist dieser Idee nicht abgeneigt und regte bereits im vergangenen Winter zu einer deutschen oder sogar europäischen Internet-Allianz an.

Französisches Vorbild

Dass das möglich ist, hat jüngst Frankreich bewiesen. Dort haben sich drei französische Sender zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Plattform zu entwickeln, die Videoinhalte anbietet.

Bert Habets gehe es nicht darum, eine direkte Konkurrenz zu Netflix und Co. zu schaffen, sondern generell das eigene Mitmischen im Video-on-Demand-Geschäft zu stärken. "Allein in unseren drei Kernmärkten Deutschland, Frankreich und den Niederlanden rechnen wir damit, dass der Gesamtmarkt für On-Demand-Dienste bis 2020 um gute 50 Prozent auf fast 4 Milliarden Euro wachsen wird." Ziel sei es, "in diesen Ländern im On-Demand-Bereich zu den Top 3 zu gehören".

Kann es einen gemeinsamen Weg geben?

Ob es zu einer Allianz der großen Sender Deutschlands kommen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin steht jeder für andere Schwerpunkte, sodass es nicht allzu einfach werden dürfte, einen gemeinsamen Fokus zu finden. "Grundsätzlich sind wir offen für Kooperationen und Allianzen, wenn sie zu unserem Geschäftsmodell passen und wenn sie rechtlich darstellbar sind", zitiert Business Insider einen RTL-Sprecher.

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