menu
Highlight

Liebe Academy, lasst das mal mit den Oscar-Moderatoren!

Weniger Entertainment, mehr Fokus aufs Handwerk: Die Oscars 2019.
Weniger Entertainment, mehr Fokus aufs Handwerk: Die Oscars 2019.

Bei den Oscars 2019 hat die Academy einige Dinge verändert. Am auffälligsten war wohl die Entscheidung, erstmals seit 30 Jahren wieder komplett auf einen Moderator zu verzichten. Dabei hatten die Veranstalter mit Dwayne Johnson den perfekten Kandidaten im Auge – und das Debakel mit Kevin Hart wäre ihnen erspart geblieben. Die finale Entscheidung war allerdings am Ende die beste!

Um die Oscar-Verleihung steht es aktuell nicht gut. Insbesondere die Moderationen sind über die Jahre immer zahmer und dadurch uninteressanter geworden. Und wenn dann doch mal jemand ein bisschen Gas gab, durfte er im Folgejahr nicht wiederkommen.

Ein Abwärtstrend zeichnete sich ab

Seit vielen Jahren schon schaue ich mir die Academy Awards live an. Dass die Awards sehr lange dauern und nachts laufen, nahm ich stets in Kauf. Allerdings ist es lange her, dass ich eine wirklich unterhaltsame Show gesehen habe. Womöglich war es 2009, als Hugh Jackman durch den Abend führte.

Mir persönlich hat auch die Verleihung 2013 gefallen, in der "Family Guy"-Schöpfer Seth MacFarlane Host der Show war. Doch vielen war sein derber Humor offenbar zu viel des Guten. Ein Wiedersehen mit MacFarlane gab es nicht. Die Sendungen seither sind in meinen Augen immer schwächer und beliebiger geworden ...

Viel Humor vor der aktuellen Verleihung bewies übrigens Schauspielerin Anne Hathaway auf Instagram. "Was auch immer heute Abend passieren wird, erinnert euch daran, es war schon mal schlimmer!" Dazu postete sie ein Foto von ihr und James Franco. Wer es nicht weiß oder aus gutem Grund verdrängt hat: Die beiden haben 2011 die Oscars moderiert. Und es war ... nun ja, lassen wir das.

Die Oscars 2019 – beinah eine Farce

In diesem Jahr sollte dann Schauspieler und Comedian Kevin Hart die Ehre zuteilwerden, den Oscars 2019 mit seiner Moderation neuen Schwung zu verleihen. Hart fühlte sich sichtlich geehrt – trat jedoch einen Tag später zurück. Es wurden uralte Tweets von ihm ausgegraben, die seiner Moderation ein jähes Ende setzten.

Was folgte, war eine längere Suche nach einem Ersatz-Host, der oder die den Posten übernehmen könnte. Aber entweder hat die Academy niemanden gefunden oder aber niemand wollte die Oscars 2019 moderieren. Man weiß es nicht. Am Ende haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, niemanden zu benennen, sodass es nicht den einen Host geben sollte.

Weniger ist mehr!

Et voilà: Keinen Moderator zu benennen, war die beste Entscheidung, die die Academy hätte treffen können. Obwohl es keinen offiziellen Host gab, waren die Oscars 2019 unterhaltsamer als in den vergangenen Jahren.

Das Opening war keine erzwungene Showeinlage eines Hollywoodstars (auch wenn die damals von Hugh Jackman wirklich gut war!). Stattdessen eröffnete kurzerhand Queen mit Adam Lambert als Frontmann die Gala. Und das Publikum? Das bebte.

Danach ging es direkt weiter, indem die US-Comedy-Stars Amy Poehler, Tina Fey und Maya Rudolph einen kleinen Rundumschlag machten – im Stile früherer Hosts wie eben Seth MacFarlane. Jeder Promi bekam sein Fett weg. Aber die Einlage war kürzer und knackiger als sonst. Für mich genau die richtige Dosis.

Dwayne's (still) the Man!

Ich gebe zu: Als bekannt wurde, dass ursprünglich Dwayne Johnson die erste Wahl war, die Oscars 2019 zu moderieren, gefiel mit der Gedanke. Doch angeblich habe ihm sein voller Terminkalender einen Strich durch die Rechnung gemacht. Klar, bei "Fast & Furious: Hobbs and Shaw" steht der Feinschliff an und die Vorbereitungen zum "Jumanji"-Sequel laufen. Und auch abseits davon ist Dwayne Johnson schwer beschäftigt, wie er fast täglich seine Fans auf Twitter und Instagram wissen lässt.

Nachdem die Academy Awards nun aber zum 91. Mal über die Bühne gegangen sind, muss ich meine Meinung doch noch mal revidieren. Ich bleibe zwar dabei, dass Dwayne Johnson mit Sicherheit ein guter Host gewesen wäre und für einen äußerst unterhaltsamen Abend gesorgt hätte – doch am Ende war das Fehlen einer Moderation die Rettung!

Fokus aufs Wesentliche

Ziel der Academy war es dieses Jahr, die Verleihung zu raffen. Dafür sollten zunächst sogar vier Kategorien während der Werbepause verliehen werden – was für einen Aufschrei sorgte. Am Ende hat sich herausgestellt: Wozu spannende und wichtige Kategorien streichen, wenn auch einfach auf einen Host verzichtet werden kann?

Für Unterhaltung wurde durch die Musikeinlagen von Queen oder Lady Gaga trotzdem gesorgt. Und einige Laudatoren wie Tina Fey und Co. lieferten freche Sprüche und Seitenhiebe – gegen die Kollegen, Sender, Filmstudios und den Präsidenten.

Der Fokus der Oscars 2019 lag also in erster Linie auf den Filmschaffenden und Mitwirkenden, ohne die das Medium Film gar nicht existieren würde. Und genau das ist es, worauf sich die Academy künftig gerne vermehrt besinnen darf. Weniger Entertainment, mehr Wertschätzung des Handwerks. In meinen Augen haben die 91. Academy Awards hier die richtige Richtung eingeschlagen.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Oscar-Verleihung

close
Bitte Suchbegriff eingeben