News

Nach Hackerangriff: Sony schlägt gegen Torrent-Seiten zurück

Sony schlägt zurück: Nach dem letzten Hacker-Angriff geht der Konzern nun zur Gegenattacke auf Datendiebe über.
Abgeschottet: Sony Pictures will sich vor weiteren Hack-Attacken schützen.
Abgeschottet: Sony Pictures will sich vor weiteren Hack-Attacken schützen. (©picture alliance / AP Photo 2014)

Sony steht unter Beschuss: In einem der größten Leaks der jüngeren Zeit gelangten haufenweise teils hoch sensible Daten und Firmeninterna an die Öffentlichkeit. Jetzt geht Sony zum Gegenangriff auf die Hacker über. 

Der lähmende Schock scheint überwunden, jetzt bereitet Sony den Gegenangriff vor. Die Filmdivision des Konzerns, Sony Pictures, war Ende November von einer anonymen Gruppe namens "Guardians of Peace" gehackt worden. Laut einem Bericht von Re/code nutze Sony nun die in Tokio und Singapur operierenden Datenzentren von Amazon Web Services, um zurückzuschlagen. In einer so genannten "Denial of Service"-Attacke werden Torrent-Seiten, die die gestohlenen Inhalte anbieten, mit speziell präparierten Dateien geflutet. Diese Dateien enthalten nicht die versprochenen Filme oder Geheimdokumente, sondern legen den Rechner des Downloaders nahezu lahm: Die Runterlade-Geschwindigkeit fällt auf ein absolutes Minimum.

Allerdings haben die Hacker bereits reagiert: Sie verpassten den geleakten Dokumenten einfach neue Filenamen und warnten in beigefügten Kommentaren vor Sonys Daten-Fallen.

FBI: "Hack könnte sogar die Regierung gefährden"

In welchem Umfang die Datendiebe Sicherheitslücken bei Sony ausnutzten, weist auf einen organisierten und entschlossenen Angriff hin. Selbst der stellvertretende Direktor der Cyberabteilung des FBI, Joe Demarest, zeigte sich beeindruckt: "Die verwendete Malware hätte 90 Prozent der in der Privatindustrie genutzten Sicherheitsmaßnahmen überwunden und wäre wahrscheinlich sogar für die Regierung eine Bedrohung gewesen", sagte er laut einem Bericht von CNET.

Steckt Korea hinter den Attacken?

Noch immer ist nicht klar, ob das Hacker-Kollektiv Beziehungen zur Regierung Nordkoreas unterhält. Immerhin entstand die beim Angriff verwendete Malware nachweislich an einem Computer mit koreanischer Spracheinstellung. Zudem nannte ein nordkoreanischer Regierungssprecher die Attacke "gerecht", wie die New York Times schreibt.

Ursache der angespannten Beziehungen zwischen Nordkorea und Sony Pictures ist der Film "Das Interview", der bei uns am 5. Februar im Kino startet. Darin sollen Seth Rogen und James Franco einen vom CIA geplanten Anschlag auf Kim Jong Un durchführen, der als verlogenes Muttersöhnchen mit Minderwertigkeitskomplexen dargestellt wird. Propagandamedien Nordkoreas drohten mit Rache, sollte die Klamotte veröffentlicht werden.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben