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Netflix, Sky & bald Disney: Streaming wächst mir langsam über den Kopf

Das Angebot an Streamingdiensten wird immer unübersichtlicher.
Das Angebot an Streamingdiensten wird immer unübersichtlicher.

"Stranger Things" kann ich nur bei Netflix sehen, "Game of Thrones" direkt zur Ausstrahlung nur bei Sky und Marvel-Filme gibt es demnächst vielleicht nur noch beim neuen Disney+. Wer heutzutage nur einen Streamingdienst abonniert hat, verpasst schnell tolle Serien und Filme. Allerdings wächst zumindest mir das Überangebot langsam etwas über den Kopf.

Traurig, aber wahr: Streaming-Suchmaschinen wie Wer streamt es oder Just Watch sind inzwischen meine besten Freunde geworden. Wer heutzutage ein Abo für einen Streaminganbieter wie Netflix, Sky Ticket oder Amazon Prime Video abschließt, sollte nämlich vorher im Internet lieber genau recherchieren, ob dort auch seine Lieblingsserien und -filme laufen.

Die aktuelle Streaming-Landschaft ist ein regelrechter Flickenteppich aus Eigenproduktionen, Exklusiv-Deals und Lizenzverträgen, die dazu führen, dass man für Top-Serien wie "Game of Thrones", "House of Cards", "Stranger Things" oder "The Man in the High Castle" mindestens zwei, wenn nicht sogar besser drei unterschiedliche Abos braucht.

Disney und Apple steigen ins Streaming-Geschäft ein

Die schlechte Nachricht: Dieser Trend zu immer mehr Fragmentierung wird sich eher noch verstärken, wenn mit Disney+ bald der nächste Streamingdienst an den Start geht. Da dahinter ein echtes Schwergewicht der Entertainment-Branche steckt, sind die Konsequenzen für Konkurrenten wie Netflix oder Sky noch gar nicht absehbar. Wird es "Star Wars"- oder Marvel-Produktionen in Zukunft nur noch bei Disneys eigenem Streamingdienst zu sehen geben? Das weiß bislang noch niemand. Und auch Apple scharrt hinter den Kulissen längst mit den Hufen ... Laut einer Auswertung von Ampere Analysis (via Slash Film) könnte Netflix im Jahr 2019 sogar bis zu 20 Prozent seiner aktuellen Bibliothek verlieren.

Natürlich könnte man nun diese Vielfalt feiern, frei nach dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Annahme, dass immer mehr Streamingdienste positive Folgen für die Nutzer in Sachen Preis haben könnten, ist jedoch irreführend. Um weiterhin neue Kunden gewinnen zu können, setzen die Anbieter immer stärker auf Eigenproduktionen, die teilweise horrende Summen kosten. Um die Produktionskosten wieder reinzuholen, den Aktionären weiter schöne Zahlen zu präsentieren und gleichzeitig seine gewaltigen Schulden zu senken, hatte beispielsweise Netflix daher erst kürzlich die Preise in den USA drastisch erhöht – sicherlich nicht zum letzten Mal und sicherlich bald gefolgt von anderen Anbietern.

Netflix Sky Q fullscreen
Sky Q ging bereits einen großen Schritt in Richtung Kombi-Abo.

Mein Traum: Einer für alles

Mir ist natürlich klar, dass ich Eigenproduktionen wie beispielsweise "Stranger Things" natürlich nur auf Netflix bekomme – schließlich hat das Unternehmen für die erfolgreiche Hitserie auch jede Menge Geld in Hand genommen. Ein Streamingdienst mit allen Inhalten der Welt ist daher unrealistisch – aber warum nicht ein erweitertes Paketangebot wie beispielsweise Sky Q, wo es seit November 2018 neben den Inhalten von Sky im Entertainment-Plus-Paket auch die Inhalte von Netflix gibt – für rund 33 Euro pro Monat. Die Ersparnis gegenüber einzelnen Abos ist natürlich gering, rechnet sich auf das Jahr gesehen mit rund 36 Euro aber durchaus.

Mein Traum wäre daher, dass sich alle wichtigen Streaminganbieter zusammentun und ein Komplett-Paket anbieten – natürlich möglichst mit Rabatt gegenüber den Einzel-Abos. Quasi wie eine echte Videothek früher, in der man ja auch alle aktuellen Filme und Serien finden konnte. Dann muss mir allerdings noch jemand verraten, woher ich die Zeit für das Anschauen all dieser Inhalte nehmen soll ...

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