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Neuer Trend: Nach Bingewatching kommt Speedwatching

Die Vorspul-Taste auf der Fernbedienung ist für das Speedwatching unerlässlich.
Die Vorspul-Taste auf der Fernbedienung ist für das Speedwatching unerlässlich. (©Getty Images/iStockphoto 2017)

Inzwischen hat sich der Begriff "Bingewatching" unter Serienjunkies fest etabliert. Nun gibt es allerdings einen neuen Trend, der die Community aufmischt: Ab sofort steht "Speedwatching" auf dem Programm.

Wie soll man das alles noch schaffen? Jede Woche scheint es mehr interessante Serien auf den Streaming-Portalen zu geben. Zwischen 2002 und 2015 hat sich der Katalog sogar etwas mehr als verdoppelt, wie The Washington Post in einem Schaubild visualisiert. Von "Game of Thrones" über "The Walking Dead" bis hin zu "Stranger Things": Bei all den zur Verfügung stehenden Serien ist es gar nicht so einfach, überall up-to-date zu bleiben. Und wer sich einmal mit tiii.me errechnet hat, wie viel Zeit er schon mit dem Gucken von Serien verbracht hat, dürfte erstaunt sein.

24 Stunden pro Tag sind offenbar zu wenig

Deshalb sind einige Serienjunkies dazu übergegangen, nicht mehr nur Bingewatching zu betreiben, sondern Speedwatching. Das heißt: Sie gucken ihre Serien mit x-facher Geschwindigkeit. Angefangen wird meist mit dem 1,2-fachen Tempo. Hat sich das menschliche Gehirn erst einmal daran gewöhnt, wird auf 1,5 gesteigert – oder sogar mehr.

Videoprogramme wie der VLC-Player bieten von Haus aus die Möglichkeit an, das Abspieltempo zu steigern. Alternativ gibt es auch Browser-Erweiterungen wie zum Beispiel den Video Speed Controller für Chrome, den inzwischen fast 250.000 Menschen installiert haben.

Bingewatching vs. Speedwatching

Fraglich ist, wo dabei das Vergnügen bleibt. Denn filmische Elemente wie gewollte Pausen, Schnitte oder bestimmte Emotionen gehen beim Speedwatching wohl oder übel verloren. Es geht nur noch um das reine Konsumieren. Die höchste Kunst des Serien-Schauens sollte das Bingewatching bleiben, denn das ist zugleich auch ein Lob an die Serienmacher. Immerhin haben sie es so gut gemacht, dass der Zuschauer offenbar nicht mehr abschalten kann. Beim Speedwatching sieht das ganz anders aus: Auf Teufel komm raus wird so viel und so schnell wie möglich angeschaut – egal, was man dabei verpasst. Das klingt irgendwie nach anstrengender Arbeit und ziemlich viel Gleichgültigkeit, oder?

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