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Schon alles gesehen? Wie Du bei Netflix verborgene Schätze hebst

Stranger Things-Robin-Maya Hawke-Netflix
Stranger Things-Robin-Maya Hawke-Netflix

Hast Du auch manchmal das Gefühl, alle interessanten Serien, Filme und Dokus auf Netflix bereits gesehen zu haben? Ob Du es glaubst oder nicht, der Streaminganbieter hat weit mehr Inhalte zu bieten, als der Startbildschirm glauben macht. Wer regelmäßig aus seiner Filterblase ausbricht, erhält bald wieder interessante Empfehlungen und entdeckt mit Glück verborgene Streaming-Perlen.

Erst kürzlich fiel mir auf, dass mir auf der Netflix-Startseite nirgends "Alle Neuerscheinungen" angeboten werden. Stattdessen sehe ich Kategorien mit Titeln wie "Weil Sie 'The Witcher' angesehen haben" oder mir werden "Internationale historische Serien" angeboten und sehr, sehr viele US-Stand-up-Comedy-Specials. Dir nicht? Kein Wunder, die Empfehlungen von Netflix werden von Algorithmen bestimmt, die das individuelle Sehverhalten bewerten und daraufhin automatisch Inhalte für Dich auswählen.

Wenn Dir die Serie, von der alle sprechen, noch nicht angezeigt wurde ...

Das ist an sich keine revolutionäre Erkenntnis – so gut wie jedes Online-Angebot versucht seinen Katalog anhand von Nutzerverhalten zu optimieren, allerdings geht Netflix dabei außerordentlich subtil vor. Und das hat nicht nur Vorteile für mich: Weil der Algorithmus entscheidet, dass andere Inhalte für mich wichtiger sind, entdecke ich einige Neuheiten gar nicht erst.

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Wetten, dass Dein Netflix-Startbildschirm anders aussieht als meiner?

Bewusst wurde mir die Problematik im Gespräch mit einem Freund, der sich darüber beschwerte, dass Netflix seit einiger Zeit massiv auf Realityshow-Formate wie "The Circle" setzt. Davon hatte ich bis dahin noch nichts mitbekommen – meine Startseite wird von Kochshows ("Feed Phil"), True-Crime-Dokus ("The Staircase") und Stand-up-Comedy (Trevor Noah) dominiert. Mir stellte sich die Frage: Was verpasse ich da?

Teufelskreis: Produziert Netflix mehr von dem, was uns Netflix vorschlägt?

Immer, wenn Filme auf Netflix angesehen werden, analysiert der Anbieter automatisch verschiedene Daten, darunter Verweildauer, Anzahl der Zugriffe sowie Genres und Subgenres. Die gesammelten Daten nutzt Netflix nicht nur dafür, den Zuschauern maßgeschneidert Inhalte zu empfehlen. Der Streamingdienst wertet so auch aus, welche Produktionen sich lohnen und wohl von der Mehrheit der Abonnenten gewünscht werden.

Ich nehme an, dass die meisten Nutzer Netflix ähnlich verwenden: Ich selbst öffne in der Regel die Netflix-App auf dem Fernseher und suche mir die nächste Serie oder einen Film direkt vom Startbildschirm aus – verlasse mich also unbewusst auf die Empfehlungen, die auf meinem bisherigen Sehverhalten basieren. Allerdings: Wenn sich die Empfehlungen auf die Auswahl stützen, die Netflix mir vorschlägt, entsteht ein Kreislauf – ich stecke in einer Filterblase fest, die zum Problem werden kann, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Tipp: Brich aus Deiner Blase aus!

Zum Glück ist die ungefilterte Netflix-Welt im Grunde nicht weit entfernt: Ganz oben am Bildschirmrand gibt der Button "Neuestes" den Blick auf alle aktuellen Inhalte frei, auch außerhalb meiner Blase. Ich kann Inhalte jenseits der Algorithmus-Grenzen auch finden, wenn ich gezielt nach etwas suche oder Genre-Seiten durchforste. Nach einigem Experimentieren füllt sich dann auch die persönliche Startseite mit anderen Inhalten, der Algorithmus lernt und stellt sich auf meine erweiterten Interessen ein.

Wer also das Gefühl hat, längst "alles" auf Netflix gesehen zu haben, sollte das ausprobieren. Das Durchbrechen der Blase gibt Dir vielleicht den Blick auf ein völlig neues Netflix frei, von dem Du bisher noch nichts wusstest.

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